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Forums-Blog - Maritas / Traudels Blog - Beschreibung
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24
Januar
2014

Deutschland: Mehrheit gegen Freigabe von Marihuana

Donnerstag, 23. Januar 2014
Deutschland: Mehrheit gegen Freigabe von Marihuana
Zu einer Freigabe von Marihuana, wie es im US-Bundesstaat Colorado seit Jahresbeginn ist, wird es in Deutschland nicht kommen. Laut einer Stern-Umfrage ist die große Mehrheit der Deutschen strikt gegen eine Freigabe von Marihuana.

65 Prozent sind der Meinung, dass der Verkauf von Marihuana und Haschisch wie bislang verboten bleiben soll. 29 Prozent würden eine Regelung wie in Colorado befürworten. 6 Prozent haben keine Meinung.

Für ein Verbot treten mehrheitlich die Anhänger von Union (79 Prozent), SPD (62 Prozent) und der Linken (51 Prozent) ein. Nur die Wähler der Grünen sprechen sich für eine Freigabe dieser Drogen aus: 51 Prozent von ihnen fänden das gut, 42 Prozent sind dagegen.

Der erste US-Staat, in dem seit 1. Januar legal Marihuana gekauft und konsumiert werden darf. Colorado bietet die Droge zu nicht-medizinischen Zwecken an Bürger über 21 Jahre legal zum Kauf an.

24
Januar
2014

Immer mehr Alkoholabhängige in Deutschland

Donnerstag, 23. Januar 2014
Immer mehr Alkoholabhängige in Deutschland
Ein deutlicher Anstieg auf 1,8 Millionen, junge Erwachsene unter 25 Jahren Alkoholabhängige in Deutschland, lässt Experten Alarm schlagen. Innerhalb weniger Jahre ist die Zahl dramatisch angestiegen, dies geht aus einer neuen Untersuchung des Instituts für Therapieforschung in München hervor. 7,4 Millionen Deutsche trinken mehr als die empfohlene Höchstmenge, berichtet GMX am 09.01.14.

Kernzahlen der Studie zeigen, dass seit 2006 die Zahl der Alkoholabhängigen um 36 Prozent gestiegen ist. Damals waren es noch 1,3 Millionen.

Laut Studie sind insgesamt rund 5,6 Millionen tabakabhängig. Weiter machen die Autoren darauf aufmerksam, dass Tabak von allen Suchtstoffen am meisten verbreitet ist, aber kaum in der Suchthilfe behandelt wird.

Von illegalen Drogen sind weitere 319.000 Erwachsene abhängig und mindestens 2,3 Millionen Menschen sind von Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln abhängig. Vor allem ältere Menschen sind, wegen der Verordnung mehrerer Medikamente und der langen Einnahmedauer, verstärkt gefährdet Schäden davonzutragen.

“Die hohe Verbreitung psychischer Störungen durch Alkohol und Tabak macht die Dringlichkeit der Umsetzung effizienter Präventionsmaßnahmen deutlich“, schreiben die Studienautoren abschließend.

24
Januar
2014

Internetsucht: Wenn aus Spiel Sucht wird

Donnerstag, 23. Januar 2014
Internetsucht: Wenn aus Spiel Sucht wird
Internetsucht ist vergleichbar mit krankhaftem Spielen – die Betroffenen haben keine ausreichende Selbstkontrolle mehr und verbringen so viel Zeit mit Internetanwendungen, dass ihr soziales Leben und ihr Geisteszustand darunter stark leiden. Die Folgen sind häufig soziale Isolation, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten und absacken der schulischen Leistungen. In schweren Fällen treten auch eine verzerrte Wahrnehmung der Realität auf.

Fast jeder zehnte Jugendliche in Deutschland nutzt das Internet zu intensiv und in problematischer Weise. Ein Prozent der jungen Deutschen ist sogar internetsüchtig. Das geht aus einer EU-Studie zum Internetverhalten von 14- bis 17-Jährigen in sieben Staaten hervor, die die Universität Mainz und das Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz am Donnerstag in Berlin vorstellten.

Seit fünf Jahren gibt es am Universitätsklinikum Tübingen die Ambulanz für Internet- und Computersucht. Es ist eine der wenigen Kliniken für Kinder- und Jugendliche, die Therapie von Computer- und Internetsucht als Schwerpunkt anbietet. „Der Bedarf ist immens“, sagt Oberarzt Gottfried Maria Barth.

Für den Kinder- und Jugendpsychiater stellte sich eine Frage in den Mittelpunkt: Welche Motivation haben die Jugendlichen, in ihre Spielwelt abzutauchen?

„Die Spiele sind so programmiert, dass man möglichst nicht ausschaltet“, sagt Barth. An den perfekt gestalteten Belohnungssystemen arbeiten Psychologen mit. Wer im Spiel erfolgreich ist, bekommt Anerkennung – was vielen Jugendlichen im realen Leben versagt bleibt. „Wenn wir uns für unser Schulsystem die Psychologen leisten würden, die für Computerspiele eingesetzt werden, sähe manches anders aus.“

Rat für Jugendliche und Eltern

Uni-Klinik Tübingen: Ambulanz für Internet- und Computersucht. Das Angebot wendet sich an Erwachsene und Jugendliche. Auch Angehörige können sich beraten lassen. Anmeldungen unter der Telefonnummer 07071/2986140 oder 2982338 (Jugendliche). In Gründung ist dort eine Elterngruppe, in der sich, unter fachlicher Begleitung, betroffene Eltern austauschen können (Infos unter 07071/2982313). Ein weiterer Ansprechpartner ist die Erziehungsberatungsstelle beim Landratsamt. Hilfe bietet auch die anonyme und kostenlose Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (für Jugendliche und Erwachsene):www.bke-beratung.de.

Mit Informationen aus Schwäbisches Tagblatt.de

23
Januar
2014

"Kommunikation im Dienst einer authentischen Kultur der Begegnung"

"Kommunikation im Dienst einer authentischen Kultur der Begegnung"
Botschaft von Papst Franziskus zum 48. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel

VATIKANSTADT, 23. Januar 2014 (ZENIT.org) - Wir übernehmen im Folgenden die Botschaft von Papst Franziskus zum 48. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, die heute vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde. Der Welttag wird am Sonntag, dem 1. Juni 2014, stattfinden.
http://www.vatican.va/holy_father/benedi...ons-day_ge.html
***

Liebe Brüder und Schwestern,

wir leben heute in einer Welt, die immer „kleiner“ wird und in der es folglich leicht sein müsste, dass die Menschen einander zum Nächsten werden. Die Entwicklung des Transportwesens und der Kommunikationstechnologie bringen uns einander näher und in eine immer engere Verbindung; die Globalisierung macht uns voneinander abhängig. Jedoch gibt es weiterhin – bisweilen ausgeprägte – Spaltungen innerhalb der Menschheitsfamilie. Auf globaler Ebene sehen wir den skandalösen Abstand zwischen dem Luxus der Reichsten und dem Elend der Ärmsten. Oft genügt es, durch die Strassen einer Stadt zu gehen, um den Kontrast zu sehen zwischen den Menschen, die auf dem Bürgersteig leben, und den funkelnden Lichtern der Geschäfte. Wir haben uns so an all das gewöhnt, dass es uns nicht mehr beeindruckt. Die Welt leidet an vielfältigen Formen von Ausgeschlossensein, von Ausgrenzung und von Armut wie auch von Konflikten, in denen sich wirtschaftlich, politische, ideologische und leider auch religiöse Ursachen vermischen.

In dieser Welt können die Medien dazu verhelfen, dass wir uns einander näher fühlen, dass wir ein neues Gefühl für die Einheit der Menschheitsfamilie entwickeln, das uns zur Solidarität und zum ernsthaften Einsatz für ein würdigeres Leben drängt. Gute Kommunikation hilft uns, einander näher zu sein und uns untereinander besser kennenzulernen, in größerer Einheit miteinander zu leben. Die Mauern, die uns trennen, können nur dann überwunden werden, wenn wir bereit sind, uns gegenseitig zuzuhören und voneinander zu lernen. Wir müssen die Differenzen beilegen durch Formen des Dialogs, die es uns erlauben, an Verständnis und Respekt zu wachsen. Die Kultur der Begegnung macht es erforderlich, dass wir bereit sind, nicht nur zu geben, sondern auch von den anderen zu empfangen. Die Medienkönnen uns dabei behilflich sein, besonders heute, da die Kommunikationsnetze der Menschen unerhörte Entwicklungen erreicht haben. Besonders das Internet kann allen größere Möglichkeiten der Begegnung und der Solidarität untereinander bieten, und das ist gut, es ist ein Geschenk Gottes.

Es gibt jedoch problematische Aspekte: Die Geschwindigkeit der Information übersteigt unsere Reflexions- und Urteilsfähigkeit und gestattet es nicht, dass wir uns selbst in abgewogener und rechter Weise ausdrücken. Die Vielfalt der vorgebrachten Meinungen kann als Reichtum wahrgenommen werden; aber es ist auch möglich, sich in einen Raum von Informationen zu verschließen, die nur unseren Erwartungen und Vorstellungen oder auch bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Interessen entsprechen. Die kommunikative Umwelt kann uns behilflich sein zu reifen oder, im Gegenteil, die Orientierung zu verlieren. Der Wunsch nach digitaler Vernetztheit kann am Ende dazu führen, dass wir uns von unserem Nächsten absondern, von dem, der uns ganz nahe ist ist. Ganz zu schweigen davon, dass derjenige, der aus unterschiedlichen Gründen keinen Zugang zu den social media hat, Gefahr läuft, ausgeschlossen zu sein.

Diese Grenzen sind real, sie sind aber keine Rechtfertigung dafür, die social media abzulehnen; sie erinnern uns eher daran, dass die Kommunikation letztlich mehr eine menschliche als eine technologische Errungenschaft ist. Was also hilft uns in der digitalen Umwelt, an Humanität und gegenseitigem Verstehen zu wachsen? Ein Beispiel: Wir müssen einen gewissen Sinn für Langsamkeit und Ruhe wiedergewinnen. Das verlangt die Zeit und die Fähigkeit, Stille zu schaffen, um zuzuhören. Wir brauchen auch Geduld, wenn wir denjenigen verstehen wollen, der anders ist als wir: Der Mensch bringt sich selbst vollständig zum Ausdruck nicht dann, wenn er einfach toleriert wird, sondern wenn er weiß, dass er wirklich angenommen ist. Wenn wir wirklich den anderen zuhören möchten, dann werden wir lernen, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann werden wir die Erfahrung der Menschen, wie sie sich in den verschiedenen Kulturen und Traditionen zeigt, schätzen lernen. Aber wir werden auch die großen Werte besser zu schätzen wissen, die vom Christentum inspiriert sind, zum Beispiel die Sicht des Menschen als Person, die Ehe und die Familie, die Unterscheidung zwischen religiöser und politischer Sphäre, die Prinzipien von Solidarität und Subsidiarität und anderes mehr.

Wie kann also die Kommunikation im Dienst einer authentischen Kultur der Begegnung stehen? Und was bedeutet es für uns Jünger des Herrn, einem Menschen im Sinne des Evangeliums zu begegnen? Wie ist es trotz aller unserer Grenzen und Sünden möglich, dass wir wirklich einander nahe sind? Diese Fragen lassen sich zusammenfassen in jener, die eines Tages ein Schriftgelehrter, also ein Kommunikator, an Jesus richtete: „Und wer ist mein Nächster?“ (vgl. Lk 10, 29). Diese Frage hilft uns, Kommunikation im Sinne von „Nächster sein“ zu verstehen. Wir könnten das so übersetzen: Wie zeigt sich „Nächster sein“ im Gebrauch der Kommunikationsmittel und in der neuen Umwelt, die von den digitalen Technologien geschaffen wird? Ich finde eine Antwort im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das auch ein Gleichnis für den Kommunikator ist. Wer nämlich kommuniziert, eine Verbindung aufnimmt, macht sich zum Nächsten. Und der barmherzige Samariter macht sich nicht nur zum Nächsten, sondern er sorgt sich um jenen Menschen, den er halb tot am Straßenrand sieht. Jesus kehrt die Perspektive um: Es geht nicht darum, den anderen als meinesgleichen anzuerkennen, sondern um meine Fähigkeit, mich dem anderen gleich zu machen. Kommunizieren bedeutet also, sich bewusst machen, dass wir Mitmenschen sind, Kinder Gottes. Ich definiere diese Macht der Kommunikation gerne als „Nächster sein“.

Wenn die Kommunikation überwiegend dazu dient, zum Konsum zu veranlassen oder die Menschen zu manipulieren, haben wir es mit einer gewalttätigen Aggression zu tun wie jener, deren Opfer der Mann wurde, der unter die Räuber fiel und am Straßenrand seinem Schicksal überlassen wurde, wie wir im Gleichnis lesen. Der Levit und der Priester sehen in ihm nicht jemanden, der ihr Nächster ist, sondern einen Fremden, von dem man sich besser fernhielt. Was ihr Verhalten zu jener Zeit bestimmte, waren die Vorschriften der rituellen Reinheit. Heute laufen wir Gefahr, dass einigeMedien so starken Einfluss auf uns ausüben, dass sie uns unseren konkreten Nächsten ignorieren lassen.

Es genügt nicht, auf digitalen „Wegen“ zu gehen, einfach vernetzt zu sein: Die Verbindung durch das Netz muss begleitet sein von einer wirklichen Begegnung. Wir können nicht allein leben, in uns selbst verschlossen. Wir haben es nötig, zu lieben und geliebt zu werden. Wir brauchen liebevolle Zuneigung. Es sind nicht die kommunikativen Strategien, die die Schönheit, die Güte und die Wahrheit der Kommunikation garantieren. Auch der Welt der Medien darf die Sorge um die Menschlichkeit nicht fremd sein; auch diese Welt ist aufgefordert, Zärtlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Das digitale Netz kann ein an Menschlichkeit reicher Ort sein, nicht ein Netz aus Leitungen, sondern aus Menschen. Die Neutralität der Medien ist nur scheinbar: Nur wer in die Kommunikation sich selbst einbringt, kann einen Orientierungspunkt darstellen. Das persönliche „Sich-einbringen“ ist die Wurzel der Vertrauenswürdigkeit eines Kommunikators. Gerade deshalb kann das christliche Zeugnisgeben dank des Netzes die existentiellen Peripherien erreichen.

Ich wiederhole es oft: Bei der Alternative zwischen einer Kirche, die auf die Straße geht und dabei Probleme bekommt, und einer Kirche, die an Selbstbezogenheit krank ist, habe ich keine Zweifel, der ersten den Vorzug zu geben. Und die Straßen sind die der Welt, wo die Menschen leben, wo man sie erreichen kann – effektiv und affektiv. Unter diesen Straßen sind auch die digitalen, überfüllt von Menschen, die oft verwundet sind: Männer und Frauen, die eine Rettung oder eine Hoffnung suchen. Auch dank des Netzes kann die christliche Botschaft »bis an die Grenzen der Erde« (Apg1,8) gelangen. Die Türen der Kirchen öffnen bedeutet auch, sie der digitalen Umwelt zu öffnen; einerseits, damit die Menschen eintreten, in welchen Lebensumständen sie sich auch befinden, andererseits, damit das Evangelium die Schwelle des Gotteshauses überschreiten und hinausgelangen kann, zu allen Menschen. Wir sind aufgerufen, Zeugnis abzulegen von einer Kirche, die das Haus aller Menschen sein soll. Sind wir fähig, das Antlitz einer derartigen Kirche zu vermitteln? Die Kommunikation trägt dazu bei, der missionarischen Berufung der ganzen Kirche Gestalt zu geben, und die social media sind heute einer der Orte, an denen diese Berufung gelebt werden muss, die Schönheit des Glaubens, die Schönheit der Begegnung mit Christus wieder zu entdecken. Auch im Kontext der Kommunikation bedarf es einer Kirche, der es gelingt, Wärme zu vermitteln, die Herzen zu entzünden.

Christliches Zeugnis gibt man nicht dadurch, dass man die Menschen mit religiösen Botschaften bombardiert, sondern durch den Willen, sich selbst den anderen zu schenken „durch die Bereitschaft, sich mit Geduld und Respekt auf ihre Fragen und Zweifel einzulassen, auf dem Weg der Suche nach der Wahrheit und dem Sinn der menschlichen Existenz“ (Benedikt XVI., Botschaft zum 47. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 2013). Denken wir an die Geschichte der Jünger von Emmaus. Man muss sich in das Gespräch mit den Männern und Frauen von heute einzuschalten wissen, um ihre Erwartungen, Zweifel und Hoffnungen zu verstehen, und ihnen das Evangelium anbieten, Jesus Christus, den Gott, der Mensch geworden, gestorben und auferstanden ist, um uns von der Sünde und vom Tod zu befreien. Diese Herausforderung verlangt Tiefe, Aufmerksamkeit gegenüber dem Leben und geistliche Feinfühligkeit. Miteinander in Dialog treten heißt überzeugt sein, dass der andere etwas Gutes zu sagen hat, heißt seinem Gesichtspunkt, seinen Vorschlägen Raum geben. Miteinander in Dialog treten heißt nicht, auf die eigenen Vorstellungen und Traditionen verzichten, sondern auf den Anspruch, dass sie die einzigen und absolut seien.

Das Bild des barmherzigen Samariters, der die Wunden des misshandelten Mannes verbindet und Öl und Wein auf sie gießt, sei uns ein Leitbild. Unsere Kommunikation sei duftendes Öl für den Schmerz und guter Wein für die Freude. Unser Leuchten soll nicht von Tricks und Spezialeffekten ausgehen, sondern davon, dass wir mit Liebe und Zärtlichkeit dem zum Nächsten werden, den wir verwundet auf unserem Weg treffen. Habt keine Angst, Bürger der digitalen Umwelt zu werden. Die Aufmerksamkeit und Gegenwart der Kirche in der Welt der Kommunikation ist wichtig, um mit dem Menschen von heute im Gespräch zu sein und ihn zur Begegnung mit Christus zu führen: Eine Kirche, die den Weg begleitet, weiß sich mit allen auf den Weg zu machen. In diesem Zusammenhang ist die Revolution der Kommunikationsmittel und der Information eine große und begeisternde Herausforderung, die frische Energien und eine neue Vorstellungskraft verlangt, um den Menschen die Schönheit Gottes zu vermitteln.

Aus dem Vatikan, am 24. Januar 2014, dem Gedenktag des hl. Franz von Sales

FRANZISKUS

© Copyright - Libreria Editrice Vaticana

23
Januar
2014

Das Sakramentar Heinrich II. kehrt nach Regensburg zurück - als Kopie

Das Sakramentar Heinrich II. kehrt nach Regensburg zurück - als Kopie
Ein Faksimile wurde am heutigen Vormittag an den Leiter der Staatlichen Bibliothek übergeben

REGENSBURG, 23. Januar 2014 (Bistum Regensburg) - Dr. Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek in München, hat am Donnerstagvormittag in der Staatlichen Bibliothek Regensburg ein Faksimile des Sakramentars Kaiser Heinrich II. an Dr. Bernhard Lübbers, den Leiter der Einrichtung, übergeben. Es besteht Gewissheit, dass das Sakramentar in St. Emmeram Regensburg angefertigt wurde. Es ist eine der bedeutendsten Handschriften des Mittelalters und wurde vom späteren Kaiser Heinrich II. in Auftrag gegeben. Das Original, das von unschätzbarem Wert ist, befindet sich in der Staatsbibliothek in München, wohin es 1803 in die Hofbibliothek verbracht worden war. Bischof Rudolf Voderholzer war während der Feierstunde anwesend und nahm – mit weißen Handschuhen versehen – die ca. vier Kilogramm wiegende imposante Nachbildung des geistlichen Werkes in Augenschein. Anhand der Angaben zum Heiligenkalender wurde festgestellt, dass bereits damals, im 11. Jahrhundert, der Festtag des heiligen Erhard auf dem 8. Januar lag.

Schon seit 1985 lief das Projekt, Kopien des Sakramentars zu erstellen. Die 333 Faksimile-Ausgaben sind beinahe ausverkauft. Das Sakramentar Heinrich II. ist neben dem Uta-Codex eines der noch wenigen vorhandenen Zeugnisse der Regensburger Buchmalerei des 11. Jahrhunderts. Im ersten Jahrhundert des zweiten Jahrtausends waren allein die Buchmalerei-Schulen von Regensburg sowie von Reichenau maßgeblich. Ein Sakramentar versammelt zahlreiche liturgische Texte. Das Original des Sakramentars Kaiser Heinrich II. war noch zu Zeiten des Kaisers von Regensburg nach Bamberg gebracht worden. Dort hatte es zahlreiche Kriege unversehrt überstanden, wie Dr. Lübbers ausführte.

Als ein „herausragendes Kulturdenkmal von europäischem Rang“ bezeichnete Generaldirektor Dr. Griebel das Sakramentar. Jede Ausstellung und jeder Transport sind für das Original eine „besondere Belastung“. 1987 war es in Regensburg zuletzt zu sehen. 2010 war ein Faksimile Papst Benedikt XVI. in Rom übergeben worden. Das am Donnerstag übergebene Faksimile, das übrigens auch alle Punkte der Abnutzung exakt wiedergibt, steht nun für die Bürger der Stadt und Region Regensburg zur Verfügung. Im Gegensatz zum Original bietet es den Vorteil, dass es in gebundener Form vorliegt. Damit ist der Gesamteindruck erfahrbar.
http://www.bistum-regensburg.de/?utm_cam...source=dispatch
(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg)

23
Januar
2014

Indien: Bericht zur Verfolgung 2013 Über 4.000 Fälle antichristlicher Gewalt dokumentiert

Indien: Bericht zur Verfolgung 2013
Über 4.000 Fälle antichristlicher Gewalt dokumentiert

ROM, 23. Januar 2014 (Fides) - Über 4.000 Fälle anti-christlicher Gewalt wurden im Jahr 2013 in Indien registriert, wobei in den meisten Fällen hinduistisch-nationalistische Gruppen verantwortlich sind. Im Einzelnen geht es unter anderem um Morde an sieben christlichen Gläubigen, darunter ein Minderjähriger; Missbrauch und Misshandlung von 1.000 Frauen, 500 Kindern und rund 400 Priestern verschiedener Konfessionen, Übergriffe auf über 100 christliche Kirchen und Kultstätten. Diese aktuellen Daten enthält der „Bericht zur Verfolgung 2013“, den ein Forum christlicher Einrichtungen und Organisationen in Indien herausgibt, darunter das „Catholic Secular Forum“ (CSF), „All India Christian Council“, „Evangelical Fellowship of India“, „Global Council of Indian Christians“ und „World Watch Monitor“.

Der Bericht wurde in den vergangenen Tagen auch dem Vorsitzenden der Indischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, vom Sekretär und beziehungsweise Vorsitzenden des CSF, Joseph Dias und Michael Saldanha, vorgelegt.

Bei 200 der insgesamt 4.000 dokumentierten Fälle handelt es sich um schwere Fälle der Verfolgung: Dazu kam es insbesondere in Karnataka, wo die Christenverfolgung auch nach dem Regierungswechsel noch weit verbreitet ist, und in Maharashtra, das die „nächste Werkstätte hinduistischer Extremisten zu sein scheint.“ Unter den „ersten Zehn“ auf der Liste der Staaten, in denen es zu Christenverfolgung kommt, stehen unter anderem: Andra Pradesh, Chhattisgarh, Gujarat, Orissa, Madhya Pradesh, Tamil Nadu, Kerala.

Der Bericht untersucht auch die Lücken des indischen Justizsystems, die eine straffreie Verbreitung der Gewalt ermöglichen. Dabei geht es insbesondere um ein Gesetz aus dem Jahr 1950, das den christlichen „Dalit“ und anderen Minderheiten die den hinduistischen Dalit gewährten Rechte verweigert und um das so genannte Anti-Bekehrungs-Gesetz, das unter anderem in den Staaten Orissa, Arunachal Pradesh, Madhya Pradesh, Rajasthan, Gujarat, Chhattisgarh, Himachal Pradesh gültig ist.

Der Bericht beklagt abschließend, dass der Entwurf für ein Gesetz zur Beendigung der Gewalt, der bereits im vergangenen Jahr eingereicht wurde, vom Parlament weder untersucht noch zur Debatte vorgelegt wurde. (PA)

(Quelle: Fides 23/1/2014)

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Familie und Soziales
Verleihung Jakob Muth-Preis für inklusive Schule
Preisträger 2014 aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein

BONN, 23. Januar 2014 (Deutsche UNESCO-Kommission e.V.) - Inklusion ist aktuell eine der größten schulpolitischen Aufgaben. Seit im Jahr 2009 in Deutschland dieUN-Behindertenrechts-Konvention in Kraft getreten ist, nach der alle Kinder das Recht auf den Besuch einer Regelschule haben, setzen die Bundesländer den gemeinsamen Unterricht in immer größerem Maße um. Die Herausforderungen, die das gemeinsame Lernen an die Schulen stellt, sind dabei groß. Denn jeder soll individuell bestmöglich gefördert werden. Dass etliche Schulen dies bereits schaffen, zeigt der Jakob Muth-Preis, der morgen, Donnerstag, den 23. Januar, zum fünften Mal verliehen wird. Mit ihm werden seit 2009 Schulen ausgezeichnet, die vorbildlichen inklusiven Unterricht anbieten. Dieses Jahr erhalten drei Einzelschulen – aus Hamburg, Ingelheim (RLP) und Neunkirchen-Seelscheid (NRW) – und ein Schulverbund aus Schleswig-Holstein den Preis. Er ist verbunden mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 Euro für die Einzelschulen und 5.000 Euro für den Verbund.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Deutsche UNESCO-Kommission, die Sinn-Stiftung sowie die Bertelsmann Stiftung würdigen mit dem Preis die Leistung von Schulen, die besonders überzeugende Konzepte für das gemeinsame Lernen entwickelt haben. Die Gemeinschaftsgrundschule Wolperath-Schönau in Neunkirchen-Seelscheid, die Erich-Kästner-Schule in Hamburg-Farmsen, die Brüder-Grimm-Schule in Ingelheim sowie der Schulverbund Südlicher Bereich des Kreises Schleswig-Flensburg überzeugten die Jury mit ihren innovativen Konzepten besonders.

Im Verbund Schleswig-Flensburg arbeiten 26 Schulen aller Schulformen zusammen. Herzstück des Verbundes bildet dabei das Förderzentrum Schleswig-Kropp, das sich zu einer Schule ohne Schüler erklärte und seitdem seine Schüler und seine sonderpädagogischen Lehrkräfte an die Regelschulen im Einzugsbereich aussendet. Mittlerweile können alle Kinder des Förderzentrums inklusiv und wohnortnah zur Schule gehen. Die drei Einzelschul-Preisträger begreifen sich als Lern- und Lebensraum mit Angeboten, die sich über den ganzen Tag erstrecken. Sie nutzen unterschiedliche offene Lernformen, um jedes Kind optimal in seiner Entwicklung zu begleiten. Und sie lenken anhand von selbst entwickelten Kompetenzrastern in der Leistungsbewertung den Blick auf das Können der Kinder. Dabei wird darauf geachtet, eine Balance zwischen Individualisierung und gemeinschaftlichem Lernen zu schaffen. Interdisziplinäre Teams aus Lehrkräften, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen und Erziehern begleiten die Lerngruppen. So schaffen die Schulen insgesamt ein Klima, in dem jedes Kind als eigene Persönlichkeit wertgeschätzt wird.

Die Preisträger sind damit Vorreiter auf einem Weg, der sich für alle Schulen abzeichnet: "Inklusion wird mittelfristig zur Normalität an deutschen Schulen. Die vier Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass Inklusion nicht zu Lasten der Qualität geht. Die Schulen können die großen Herausforderungen nur mit gut ausgebildetem Personal bewältigen. Dabei brauchen sie Unterstützung", so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Rund eine halbe Million Kinder in Deutschland haben diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf. Immer noch besuchen 75 Prozent dieser Kinder eine Förderschule, werden also getrennt unterrichtet (Schuljahr 2011/12). Die Umsetzung der Inklusion kommt in den Bundesländern unterschiedlich schnell voran: Während in Hessen 17,3 und in Niedersachsen 11,1 Prozent der Förderschüler inklusiv unterrichtet werden, besuchen in Bremen 55,5 Prozent und in Berlin 47,3 Prozent aller Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule. In den Ländern der Preisträger sind es 54,1 Prozent in Schleswig-Holstein, 36,3 Prozent in Hamburg, 23 Prozent in Rheinland-Pfalz und 19,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen.

"Die Gewinner des Preises zeigen, dass Inklusion keine Vision ist, sondern tatsächlich funktioniert. Inklusive Schulen wie diese müssen eine Selbstverständlichkeit werden, damit junge Menschen mit Behinderung überall gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen lernen können“, so der scheidende Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe. Professor Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, betont, dass die erfolgreiche Arbeit in vielen Schulen vor Ort einen unentbehrlichen Beitrag zur Umsetzung inklusiver Bildung in Deutschland leistet. "Wir brauchen Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie Inklusion gut umgesetzt wird und die Qualität unseres Bildungswesens steigert“, so Wulf. Christian Rauschenfels, Vorstandsvorsitzender der Sinn-Stiftung, zeigte sich zufrieden, dass "immer mehr LebensLernOrte eine Kultur gelebter Inklusion erfahrbar machen – so wie es unsere Preisträgerschulen täglich leisten".

Der Preis ist benannt nach dem Pädagogen Jakob Muth (1927-1993), Vorkämpfer und Wegbereiter des gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Mit der Auszeichnung wollen die Projektträger positive Beispiele für gemeinsamen Unterricht bekannt machen und zur Nachahmung anregen. Für den Jakob Muth-Preis beworben hatten sich in diesem Jahr über 100 Schulen aller Schulformen aus ganz Deutschland, davon etliche im Verbund.

Öffentliche Preisverleihung:
23. Januar, ab 10:30 Uhr
Erich-Kästner-Schule, Hermelinweg 10, 22159 Hamburg

23
Januar
2014

Alte Handwerkskunst im Schweizer Kloster Maria-Rickenbach Ein Besuch in der Weberei

Alte Handwerkskunst im Schweizer Kloster Maria-Rickenbach
Ein Besuch in der Weberei

Von Britta Dörre

ROM, 23. Januar 2014 (ZENIT.org) - Das Kloster Maria-Rickenbach im Kanton Nidwalden hat ein ganz besonderes Angebot im Programm: interessierte Besucher können an jeweils einem Tag pro Woche die klostereigene Weberei besuchen, die von den im Kloster lebenden Schwestern wieder betrieben wird. Die Besucher können sich sogar selbst an einem der Webstühle versuchen. Entsprechende Kurse unter Leitung einer erfahrenen Handweberin werden ebenfalls angeboten.

Die Benediktinerschwestern von Maria-Rickenbach sind seit 1857 in Niederrickenbach ansässig. Damals waren sechs Schwestern aus Engelbach umgesiedelt und hatten ein altes Bauernhaus als neue Unterkunft bezogen. Von 1862 bis 1864 dauerte der Bau eines Klosters. Die Schwestern unterhielten ein Mädchenpensionat, eine Paramentenwerkstatt und einen Kräutergarten.

Auch heute noch betreiben die Schwestern eine Kräuterei und eine Klosterapotheke, in der acht Teesorten, Magentropfen und Goldlikör hergestellt werden. Die Produkte können sowohl im Klosterladen als auch online erworben werden. Heute zählt der Konvent 15 Schwestern. Zwei Gasthäuser stehen
http://www.maria-rickenbach.ch/laden.php

23
Januar
2014

Ökumenischer Jugendkreuzweg 2014: Jener Mensch Gott

Ökumenischer Jugendkreuzweg 2014: Jener Mensch Gott
Instagram trifft Mittelalter. Materialien zum Jugendkreuzweg erschienen

DüSSELDORF, HANNOVER, 23. Januar 2014 (BDKJ) - „Jener Mensch Gott“ lautet der Titel des diesjährigen Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend. Sieben Fotos setzen dabei das mittelalterliche Bild des Isenheimer Altars mit einer Instagram-Optik in Szene. Die Fotos zeigen sieben verschiedene Blickwinkel auf den Altar und bilden die Stationen des Kreuzweges. Zehntausende junger Christinnen und Christen werden den Kreuzweg am Freitag vor Palmsonntag, am 12. April, in ganz Deutschland beten. Die Materialien zum Jugendkreuzweg sind jetzt erschienen: Bilder, Videos, Interviews, eine Beispielstation und Infos gibt es unter www.jugendkreuzweg-online.de.

Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend lädt dazu ein, den Blick auf das Leid, aber auch auf die Hoffnung und auf die Zuwendung Gottes zu richten. In diesem Jahr tut dies der Ökumenische Jugendkreuzweg mit den ungewöhnlichen Bildern des Isenheimer Altars – und verbindet diese mit moderner Instagram-Ästhetik. Der mittelalterliche Altar von Colmar entstand angesichts von Seuchen und unerklärlichem Leid. Er zeigt Menschen, die sich um das Kreuz versammeln und auf unterschiedliche Weise mit ihrer Not umgehen. Auf den Bildern des Jugendkreuzwegs ist die alte Maltechnik in moderner Weise verfremdet und bietet die Chance, sich selbst unter dem Kreuz wiederzufinden. Die Übertragung der mittelalterlichen Ästhetik hat der Fotograf Bernd Arnold (Köln) inszeniert. Auf der Homepage sind zum Thema des Kreuzweges Kurzfilme von interessanten Glaubenszeugen zu hören und zu sehen, von Adolph Kolping bis zum Schauspieler Samuel Koch.

Mit dem Blick auf Jesus Christus am Kreuz die Begrenzungen des Leides überwinden, mit dem Weg des Gebets neue Wege in die Welt gehen, dafür steht der Ökumenische Jugendkreuzweg seit seinem Beginn. Seine Geburtsstunde hatte er 1958 auf dem Katholikentag in Berlin mit jungen katholischen Christinnen und Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Der Jugendkreuzweg entwickelte sich zur Gebetsbrücke über „die Mauer“ hinweg. Seit 1972 ökumenisch, vereint er heute Tausende junger Menschen am Freitag vor Palmsonntag. Sie gedenken mit jährlich neuen gemeinsamen Texten des Leidenswegs Jesu.

Heute überbrücken die gemeinsamen Worte Konfessionen, Gesinnungen, Generationen. Er gehört mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden zu den größten ökumenischen Jugendaktionen Europas. Auch in den Niederlanden, Österreich und den deutschsprachigen Teilen von Luxemburg, Belgien und der Schweiz beten ihn junge Christinnen und Christen.

Träger des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend sind die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej).

23
Januar
2014

Die politische und diplomatische Bedeutung des Treffens zwischen Papst Franziskus und Präsident Putin (Erster Teil)

Die politische und diplomatische Bedeutung des Treffens zwischen Papst Franziskus und Präsident Putin (Erster Teil)
Interview mit Dario Citati, Direktor des geopolitischen Studienprogramms "Eurasia"

Von Federico Cenci

ROM, 23. Januar 2014 (ZENIT.org) - Das Treffen Wladimir Putins mit dem Heiligen Vater im Vatikan am vergangenen 25. November war ein Ereignis von historischer Bedeutung. Wenn auch die Begegnung eines russischen Präsidenten mit dem Papst an sich keine Neuigkeit war, nimmt doch die Tatsache, dass der neue Papst das Staatsoberhaupt Russlands noch vor dem amerikanischen Präsidenten empfangen hat, eine symbolische Bedeutung an. Im heutigen geopolitischen Rahmen scheint das „Dritte Rom“ den Interessen des Vatikans näher zu stehen als die Regierung der Vereinigten Staaten.

Der gemeinsame Einsatz für eine friedliche Lösung des Syrienkonflikts und die Kooperation zur Verteidigung von Religionsfreiheit und ethisch-moralischen Werten in der modernen Gesellschaft sind heute „ein fruchtbares Begegnungsfeld“ zwischen Russland und dem Heiligen Stuhl. Zumindest nach Ansicht von Dario Citati, Direktor des Studienprogramms „Eurasia“ des römischen Instituts für höhere Studien in Geopolitik und deren Hilfswissenschaften (Istituto di Alti Studi in Geopolitica e Scienze Ausiliarie; kurz IsAG), den ZENIT für ein Interview traf.

***

Russland ist die einzige Industrienation, in der der Anteil der Gläubigen in der Bevölkerung exponentiell zunimmt. Zugleich hat die Anzahl der Eheschließungen und der Geburten in den letzten Jahren eine Zunahme registriert, während die Zahl der Abtreibungen sinkt. Woher kommt dieser ermutigende Trend?

Citati: Zum einen daher, dass die Wiederentdeckung der traditionellen und religiösen Werte, die an sich ein spontanes Phänomen ist, von der Regierung unterstützt wird. Die Russische Föderation ist ein säkularer Staat, doch sind sich seine Institutionen der Rolle bewusst, die Religion im Leben der Gesellschaft spielt. Andererseits tritt dieser Trend deshalb umso deutlicher hervor, weil die Europäische Union und die USA zurzeit eine diametral entgegengesetzte Entwicklung durchmachen. Die Wahrheit ist, dass in den letzten Jahren nicht so sehr Russland ein religiöseres Land geworden ist, als vielmehr die westlichen Staaten einen Prozess der Bannung traditioneller Werte aus dem öffentlichen Leben beschleunigt haben. Dieser Kontrast erweckt den Eindruck, in Russland finde eine allgemeine Klerikalisierung statt, obwohl in Wirklichkeit Säkularismus und Gleichgültigkeit vor dem Glauben weiter verbreitet sind, als man denkt, besonders in den größeren Städten. Das Wachstum des Christentums in Russland ist eine Realität, die jedoch weitaus weniger eklatant erscheinen würde, wenn nicht gleichzeitig in Europa und den USA der entgegengesetzte Trend zu beobachten wäre.

Der Schriftsteller Alexander Solschenizyn behauptete vor 25 Jahren, dass es dem russischen Volk leicht fallen müsse, nach Ende des Kommunismus wieder an seine Vergangenheit anzuknüpfen. Können wir im Licht der Zunahme der Gläubigen in Russland diese Vorhersage als gelungen betrachten? Sind Jahrzehnte des Staatsatheismus nur noch eine Erinnerung?

Citati: Solschenizyn betrachtete den Bolschewismus als einen Fremdkörper in der russischen Kulturtradition und war deshalb überzeugt, dass nach dem Fall des Kommunismus die religiösen Werte fast von selbst wieder in Kraft treten würden. Zum Teil kann man dieser Meinung zustimmen, aber man darf dabei nicht vergessen, dass die Religion in Russland eine ganz eigene Geschichte hinter sich hat, in der das Bewusstsein einer universalen Sendung mit der Sehnsucht nach nationaler Geltung gekoppelt ist. Deshalb ist die Wiederentdeckung des Glaubens in Russland nicht ganz frei vom Risiko einer Instrumentalisierung. In der Sowjetzeit wurde die kommunistische Ideologie als Werkzeug eingesetzt, um die Massen mittels einer Verschmelzung von Messianismus und Patriotismus zu mobilisieren: Es ist wichtig, dass heute nicht der Glaube auf ähnliche Weise missbraucht wird. Religion muss aufrichtig geglaubt und im Alltag gelebt werden, um die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Sie darf nicht zu einem provisorischen Zufluchtsort für nationale Identität werden.

Im November besuchte der russische Staatspräsident Wladimir Putin den Heiligen Vater Franziskus im Vatikan. Wie sehen Sie dieses diplomatische Bündnis zwischen dem Heiligen Stuhl und Moskau zur Lösung der Syrienkrise?

Citati: Dieses Treffen war für beide Seiten ein großer politischer und diplomatischer Erfolg, vor allem aber hat es den richtigen Weg für Syrien vorgegeben und den Krieg verhindert. Für Russland war dieser Erfolg auch deshalb wichtig, weil dadurch die strategische Rolle Moskaus im Nahen Osten mehr Gewicht erhält. Trotzdem kann man in dieser gemeinsamen Aktion paradoxerweise auch die verhältnismäßige Unfähigkeit sehen, aus dem diplomatischen Sieg vollen Nutzen zu ziehen. Zwei starke internationale Subjekte, die im Westen oft harter Kritik ausgesetzt sind – die katholische Kirche und die Russische Föderation – haben eine weise und moderate Politik angewandt, die auch den Erwartungen der weltweiten öffentlichen Meinungen entsprach. Daraus sollte eine größere Wertschätzung für Ihre Ansichten auch zu anderen Themen folgen, doch hängt das von ihrer Fähigkeit ab, ein Medienbild auszugleichen, das sie mehr zu Zielscheiben der Kritik als zu nachahmenswerten Vorbildern macht.

Wenn Sie von „anderen Themen“ sprechen, meinen Sie damit das Naturrecht und die Verteidigung der christlichen Identität?

Citati: Genau. Die Verteidigung des natürlichen Rechts und der christlichen Identität stellen heute das fruchtbarste Begegnungsfeld zwischen Moskau und Heiligem Stuhl dar, denn zu diesen Themen haben sie viele übereinstimmende Positionen. Die Szene des russischen Präsidenten, der anlässlich seines Besuchs beim Papst die Marienikone küsst, hat Öffentlichkeit und geopolitische Beobachter gleichermaßen beeindruckt, denn sie zeigt, dass die russische Position nicht allein der Realpolitik entspringt.

[Der zweite Teil des Interviews folgt am Freitag, dem 24. Januar]

23
Januar
2014

Regensburg: Pontifikalamt im Dom zu Ehren von Prälat Georg Ratzinger

Regensburg: Pontifikalamt im Dom zu Ehren von Prälat Georg Ratzinger
Veröffentlicht: 23. Januar 2014 | Autor: Felizitas Küble

Mit einem besonders festlichen Pontifikalamt im Regensburger Dom St. Peter ist für den früheren Leiter der Regensburger Domspatzen Prälat Georg Ratzinger am Sonntag eine Woche der Geburtstagsfeiern zu Ende gegangen.



Der Domkapellmeister war am Freitag aus Rom zurückgekehrt, wo er den eigentlichen Festtag zusammen mit seineFoto: M. Kollerm Bruder Papst Benedikt XVI. verbringen konnte. Es war eine exklusive Feier, denn der emeritierte Papst hatte ja mit seinem Rücktritt erklärt, künftig im Verborgenen bleiben zu wollen.

Gut möglich, dass er auch gerne den offiziellen Teil der Feierlichkeiten um seinen älteren Bruder miterlebt hätte: „Er lässt Sie von ganzem Herzen grüßen“, betonte denn sein Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein vor den Gläubigen in der vollbesetzten Kathedrale. Auf Parallelen zwischen dem Lebensweg des priesterlichen Musikers Ratzinger und dem Evangelium des Sonntags (Joh 1,29-31) verwies Bischof Voderholzer (siehe Foto):

„Johannes der Täufer widerstand der Versuchung, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken“, las er aus der Begegnung von Johannes mit Jesus. Als Stimme in der Wüste habe der Täufer vielmehr auf den Kommenden verweisen wollen, angesichts dessen Größe er in den Hintergrund trat. borMedia1847901



Der Bischof erfüllte damit zwei Präferenzen, die wohl beide Brüder Ratzinger einen dürfte: Zunächst die Predigt zur Auslegung der Heiligen Schrift zu nutzen, anstatt an dieser Stelle einer Person oder gar einer politischen Meinung Raum zu verschaffen.
Die Person tritt zurück, der Glaube hat Vorrang

Darüber hinaus sind beide für ihre Zurückhaltung im wahrsten Sinne des Wortes bekannt, um die Sache des Glaubens in den Vordergrund zu stellen. „Die Stimme ist die Brücke, die das Wort zum Herz des Hörers trägt“, sagte Voderholzer weiter. Auch Georg Ratzinger habe sein künstlerisches Wirken als Wegbereitung für die Ankunft des Höchsten begriffen.

Erzbischof Georg Gänswein hatte zu Beginn der Messe von musikalischen und gastronomischen Höhepunkten, die den eigentlichen Geburtstag am vorigen Mittwoch begleitet haben, berichtet. Dazu gehörte ein Privatkonzert für Georg Ratzinger am Abend mit seinem Bruder. Michael Hesemann hatte die Soirée als Geschenk an den Jubilar organisiert. Rund 50 Gäste, darunter der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard L. Müller, Erzbischof Georg Gänswein und Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ waren der Einladung nachgekommen.
Kirchenmusiker Kraus und die Ratzinger-Brüder

Lächelnd und mit großer Aufmerksamkeit hätten beide Brüder den Darbietungen gefolgt, berichtete Kirchenmusiker Wolfgang Kraus im Gespräch. Kraus, der Organist in Furth im Wald ist, verbindet mit beiden Ratzinger-Brüdern persönliche Erinnerungen:

Sein 2003 verstorbener Vater Eberhard Kraus war zu der Zeit Domorganist in Regensburg, als Georg Ratzinger die weltberühmten Regensburger Domspatzen leitete, bei denen auch Wolfgang Kraus im Konzertchor mitsang.

Durch den Domkapellmeister wurde er ebenso wie durch seinen Vater musikalisch geprägt. „Benedikt betrat das Studio von Radio Vatikan als erster vor seinem Bruder und ging vor dem Konzert und nach dem Konzert jeweils auf uns Künstler zu und begrüßte uns“, berichtete er weiter.

Ebenso trat Geigenstar Baptiste Pawlik mit Jules Massenets Thais Meditation auf, der schon als erster Geiger von Celine Dion spielte, und der kraftvolle Tenor Wolfgang Nöth sowie die US-amerikanische Pianistin Lauren Green, die hauptberuflich Korrespondentin für Religion beim Sender Fox News ist.

Auszüge aus einem Bericht der Würzburger “Tagespost” vom 21. Januar 2013

23
Januar
2014

Israel: Archäologen entdecken Ruinen einer byzantinischen Kirche

Israel: Archäologen entdecken Ruinen einer byzantinischen Kirche
Veröffentlicht: 23. Januar 2014 | Autor: Felizitas Küble

In den vergangenen drei Monaten haben Archäologen der israelischen Altertumsbehörde in der Nähe des Moshav Aluma die Ruinen einer byzantinischen Kirche freigelegt.

Besonders bemerkenswert ist der prachtvolle Mosaikboden, der bei Bauarbeiten im Moshav entdeckt worden war. Die beiden Ausgrabungsleiter, Dr. Daniel Varga und Dr. Davida Dagan, gehen davon aus, dass noch mehr antike Gebäude in der Umgebung des Hügels gefunden werden könnten, der zuvor als Grab eines Scheichs gedient hatte. Oft wurden heilige Gebäude an Orten errichtet, die bereits als heilige Stätten gedient hatten. Die Reste der Kirche wurden entsprechend nur drei Meter unter der Oberfläche entdeckt.

Bislang wurden die Umrisse der Haupthalle, der Eingangshalle und des Atriums der Basilika freigelegt, die etwa 22 Meter lang und 12 Meter breit war. Dem Stil der Periode folgend wurde der Raum mit Marmorsäulen in drei Sektionen unterteilt. Die Forscher schätzen, dass sie etwa 1500 Jahre alt ist.


BILD: Ein Ausschnitt des Mosaikbodens (Foto: Facebook MFA)

Am Faszinierendsten ist aber zweifellos der Mosaikboden. Weinranken formen Medaillons in der Mitte des Raumes, die Darstellungen von Tieren, Inschriften und christliche Symbole einfassen. Unter den Tieren finden sich Bilder eines wilden Ebers, eins Mäusepaares, einer Giraffe, eines Zebras, eines Flamingos, eines Rebhuhns, eines Leoparden, eines Bären und eines Hasen.

Dazu kommen Darstellungen von Käfigen mit Vögeln, ein Pfauenpaar und ein Chamäleon. Eines der Medaillons, das gründlich zerstört wurde, hatte vermutlich das Bild eines Menschen gezeigt. Varga vermutet, dass die Zerstörung auf strenggläubige Christen zurückgeht, die die Anwesenheit menschlicher Portraits während der byzantinischen Periode für verwerflich hielten.

Enttäuscht waren die Archäologen allerdings darüber, keine Inschrift mit dem Namen des Ortes gefunden zu haben, da der Name der byzantinischen Siedlung in dieser Gegend bislang unbekannt ist. Varga nimmt an, dass die Kirche als geistiges Zentrum für viele Gemeinden entlang der Straße zwischen Ashkelon und Jerusalem diente.

„Wir haben weitere Siedlungen gefunden, auch eine große in der Nähe von Hamei Yoav, aber nirgendwo gab es Spuren einer Kirche. Hier handelt es sich offensichtlich um die Hauptkirche in der Region“, sagt Saar Ganor, Archäologe der Altertumsbehörde im Verwaltungsbezirk Ashkelon.

Ähnlich prachtvolle Mosaike mit Tierdarstellungen zeigt auch das Lod-Mosaik, über das die Botschaft vor einigen Monaten im Newsletter berichtete. Gern verweisen wir an dieser Stelle auf die Ausstellung des Mosaiks im Alten Museum in Berlin, die noch bis zum 11. Mai zu sehen ist. Alle Informationen hierzu finden Sie im Veranstaltungskalender der Botschaft unter: http://bit.ly/Lodmosaik

(Haaretz/Botschaft des Staates Israel, 22.01.14)

23
Januar
2014

Kirchenvertreter bemühen sich am Maidan-Platz um Mäßigung : "Blutvergießen wird nie die Herzen versöhnen"



Ein Priester betet in der Hrushevskoho Straße
© KNA

23.01.2014
Kirchenvertreter bemühen sich am Maidan-Platz um Mäßigung : "Blutvergießen wird nie die Herzen versöhnen"

In Kiew herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Nachdem am Mittwoch der ukrainischen Hauptstadt die ersten Toten unter den Demonstranten zu beklagen waren, rüsten die Regierungsgegner weiter auf. Kirchenvertreter bemühen sich um Mäßigung.

Von oben schaut die Berenhynia, Figur aus der slawischen Mythenwelt, hinunter auf den Maidan: Der Platz in der Kiewer Innenstadt ist seit Wochen von Demonstranten besetzt. Dort protestieren sie, seit Präsident Viktor Janukowitsch die Unterschrift unter das Assoziierungsabkommen mit der EU verweigerte und sich stattdessen wieder mehr Russland zuwandte. Eine große Zeltstadt haben sie errichtet, mit blau-gelben Fahnen und Barrikaden aus Autoreifen, Parkbänken und Schutt.

Zu Füßen der Berenhynia, gleich am Sockel des Unabhängigkeitsdenkmales, ein Zelt. Der Eingang ist mit Ikonen geschmückt. Es ist die "Kirche" der Demonstranten auf dem Maidan. Im Inneren ist es eher dunkel. Wladimir steht vor der improvisierten Ikonenwand, eine alte Frau mit Kopftuch neben ihm. Der Mann um die 40 ist griechisch-katholischer Priester aus Stary Sambor in der Westukraine, kurz vor der Grenze zu Polen. Aber jetzt ist er im Herzen Kiews; dafür hat er sich freigenommen.

Gebete für den Frieden

Der Ort hier sei ein Platz zum Gebet inmitten des Protests, sagt er: "Wir beten hier für den Frieden." Sie sagen den Leuten, sie sollen mit der Gewalt aufhören, die seit ein paar Tagen in den bislang friedlichen Protest eingezogen ist, die Tote forderte und viele Verletzte. Auf beiden Seiten gebe es Provokateure, die die Stimmung zusätzlich anheizten, sagt Wladimir, und: "Sie sollen damit aufhören."

Damit ist er auf einer Linie mit der offiziellen Kirchenposition: der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen appelliert an Regierung und Opposition, Verhandlungen aufzunehmen.

Dafür bieten die Religionsgemeinschaften ihre Hilfe an. Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche des Landes, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, sagte, Gewalt sei niemals der Weg, um einen freien Staat zu errichten: "Blutvergießen wird nie die Herzen versöhnen oder ein positives Ergebnis bringen."

Die Gewalt hinterlässt Spuren

Was den Auslöser der Gewalt angeht, hat Schewtschuks Priester Wladimir eine klare Meinung: Die Verantwortung dafür liege klar bei der Regierung. Sie habe die Gesetze durchs Parlament gepeitscht; die Einschränkungen unter anderem der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit seien unerträglich. Die Regierung höre nicht mehr auf ihr Volk. Millionen Menschen sollten nach Kiew kommen und hier demonstrieren und beten, findet er - natürlich friedlich. Ein Appell, der dringlich ist - denn die Atmosphäre ist seit Montag immer angespannter geworden; die Gewalt hinterlässt Spuren.

In Wladimirs Zelt am Maidan sollen alle Konfessionen in der Ukraine beten können - alle gemeinsam. Nicht selbstverständlich in einem Land, in dem es allein mehrere orthodoxe christliche Kirchen gibt, deren Verhältnis nicht ungetrübt ist. So steht etwa die russisch-orthodoxe Kirche der Regierungspartei "Partei der Regionen" näher als der Opposition. Sie hat ihre Gläubigen vor allem im Osten des Landes, wo auch die Wähler der Partei Janukowitschs herstammen.

Der Präsident selbst soll sehr religiös sein; man erzählt, als junger Mann habe ihm ein Pope vorhergesagt, er werde einmal ein neues Land führen. Das bedeutet freilich nicht, dass der Einfluss der Kirchen auf die Politik allzu groß wäre; sie sind eher im sozialen Bereich tätig.

Und sie stellen einen gewissen Schutzraum, wie im Dezember. Damals protestierten Jugendliche gegen die Regierung; die Polizei löste die Veranstaltung auf und verfolgte sie. Etwa 200 junge Menschen flüchteten daraufhin ins Kloster St. Michael, ein paar hundert Meter vom Maidan entfernt. "Sie bekamen von uns zu essen. Sie waren nicht körperlich verletzt, aber ziemlich geschockt", erzählt Pawel. Seinen ganzen Namen möchte er nicht verraten. Der Priester mit dem goldenen Kreuz um den Hals und dem kurzen Vollbart steht im Flur des ukrainisch-orthodoxen Priesterseminars des Kiewer Patriarchats, gleich neben der Klosterkirche. "Wir mischen uns nicht in die Politik ein, aber wir sind bei den Menschen", sagt er noch, bevor er wieder nach draußen geht.


Thomas Arzner
(KNA)

23
Januar
2014

Warnung vor Ausbeutung der Natur

Warnung vor Ausbeutung der Natur



Für eine naturschonende Agrarpolitik spricht sich der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki aus. Anlässlich der in Berlin stattfindenden „Grüne Woche“ warnte er in einem Beitrag für den RBB vor einer industriellen Ausbeutung der Natur durch die Landwirtschaft. Hinter dem biblischen Wort „Macht euch die Erde untertan“ stehe der Auftrag „zu bebauen und zu bewahren“. Der Mensch solle für Tiere und Pflanzen ein Segen sein. Woelki kritisierte, dass Tiere in Massenhaltungen „teilweise unter abstoßenden Haltungsbedingungen“ leben müssten.

(kna 23.01.2014 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/...atur/ted-766507
des Internetauftritts von Radio Vatikan

23
Januar
2014

Papstbotschaft: Wie zeigt sich „Nächster sein“ in den Medien?

Papstbotschaft: Wie zeigt sich „Nächster sein“ in den Medien?



RealAudioMP3 „Oft genügt es, durch die Strassen einer Stadt zu gehen, um den Kontrast zu sehen zwischen den Menschen, die auf dem Bürgersteig leben, und den funkelnden Lichtern der Geschäfte.“ Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft zum Thema Medien, die der Vatikan an diesem Donnerstag veröffentlicht hat. „Wir haben uns so an all das gewöhnt, dass es uns nicht mehr beeindruckt.“ Die Botschaft gilt dem kirchlichen Weltmedientag vom Freitag, der unter dem Motto steht: „Kommunikation im Dienst einer authentischen Kultur der Begegnung“.

Die Welt werde immer kleiner, die Entwicklungen in der Kommunikationstechnik bringen immer engere Verbindungen, wir werden durch die Globalisierung immer abhängiger voneinander, trotzdem „gibt es weiterhin – bisweilen ausgeprägte – Spaltungen innerhalb der Menschheitsfamilie“, so der Papst in seiner Botschaft. Die Welt leide an vielfältigen Formen des Ausgeschlossenseins, der Ausgrenzung und der Armut. Da könnten die Medien helfen - indem sie den Gedanken der Einheit stark machen und dazu beitragen, ein Gefühl für die eine Menschheitsfamilie zu entwickeln, „das uns zur Solidarität und zum ernsthaften Einsatz für ein würdigeres Leben drängt“. Gute Kommunikation schaffe Einheit und überwinde Mauern, so Papst Franziskus.

Die Medienbotschaft sei ein ganz und gar „franziskanisches“ Dokument. So erläuterte sie der Präsident des Päpstlichen Medienrates, Erzbischof Claudio Maria Celli, bei einer Pressekonferenz im Vatikan.

„Wir finden in der Botschaft wichtige Linien einer Ekklesiologie [Lehre von der Kirche], die Papst Franziskus seit den ersten Tagen seines Pontifikates entwickelt. Es sind Richtlinien, welche die vielfältigen Themen aus Welt der Kommunikation zusammen führen. In dieser Botschaft entsteht das Bild einer Kirche, die kommunizieren will.“

Zur Vorbereitung des Textes habe der Rat Fachleute – Wissenschaftler wie auch in Medien tätige – befragt und dem Papst dann drei Themen vorgelegt. Dieser habe dann das Thema „Kommunikation im Dienst einer authentischen Kultur der Begegnung“ ausgewählt, so Celli. Ein Thema, dass in die Lehre dieses Pontifikates passe:

„Es entsteht ganz ohne Zweifel ein Zusammenspiel zwischen dem Bild der Kirche, wie der Papst sie sieht, und der Welt der Kommunikation. Es ist eine Trilogie, die durch diesen Text klingt: Nähe, Verbindung und Begegnung.“

„Vernetzung kann auch zu Absonderung führen"

Probleme entstünden in unserer neuen Welt durch die Geschwindigkeit der Information, die unsere Reflexions- und Urteilsfähigkeit übersteige, sinniert Franziskus in der Medienbotschaft. Es bestehe die Gefahr, nur die Informationen zuzulassen, die den eigenen Erwartungen oder den eigenen Interessen entsprächen. „Der Wunsch nach digitaler Vernetztheit kann am Ende dazu führen, dass wir uns von unserem Nächsten absondern, von dem, der uns ganz nahe ist.“

Der Papst will das aber nicht als Ablehnung, sondern als Auftrag verstanden wissen. Das Ziel jeder Kommunikation sei letztlich die persönliche Begegnung. „Der Mensch bringt sich selbst vollständig zum Ausdruck nicht dann, wenn er einfach toleriert wird, sondern wenn er weiß, dass er wirklich angenommen ist. Wenn wir wirklich den anderen zuhören möchten, dann werden wir lernen, die Welt mit anderen Augen zu sehen, dann werden wir die Erfahrung der Menschen, wie sie sich in den verschiedenen Kulturen und Traditionen zeigt, schätzen lernen.“ Von da aus ist es für den Papst nur ein Sprung zu seinem Lieblings-Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „Wer kommuniziert, eine Verbindung aufnimmt, macht sich zum Nächsten.“

„Habt keine Angst, Bürger der digitalen Welt zu werden“

Erzbischof Celli weist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung gerade des vom Papst gewählten Gleichnisses hin:

„Ich möchte an dieser Stelle an eine Rede erinnern, die Papst Paul VI. im Dezember 1965 beim Abschluss der letzten Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils machte. Ich darf eine besondere Passage aus dieser Rede zitieren: Die alte Geschichte vom Samariter ist das geistliche Paradigma des Konzils. Eine unermessliche Sympathie erfüllt ihn. Die Entdeckung der menschlichen Nöte hat die Aufmerksamkeit unserer Synode ganz aufgesogen.“

Jesus kehre die Perspektive um, so der Papst in der Botschaft: Es gehe nicht darum, den anderen als seinesgleichen anzuerkennen, sondern es gehe um die eigene Fähigkeit, sich dem anderen gleich zu machen. „Kommunizieren bedeutet also, sich bewusst machen, dass wir Mitmenschen sind, Kinder Gottes. Ich definiere diese Macht der Kommunikation gerne als „Nächster sein“.“

Papst Franziskus betont einmal mehr eine seiner wichtigsten Botschaften: „Bei der Alternative zwischen einer Kirche, die auf die Straße geht und dabei Probleme bekommt, und einer Kirche, die an Selbstbezogenheit krank ist, habe ich keine Zweifel, der ersten den Vorzug zu geben.“ Das gelte auch für die digitalen Wege, auf denen Menschen unterwegs seien, die verwundet sind, „Männer und Frauen, die eine Rettung oder eine Hoffnung suchen.“ Die Botschaft des Papstes: „Habt keine Angst, Bürger der digitalen Umwelt zu werden.“

(rv 23.01.2014 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/...dien/ted-766496
des Internetauftritts von Radio Vatikan

23
Januar
2014

Papstmesse: „Wer seinen Bruder hasst, ist ein Mörder“



Papstmesse: „Wer seinen Bruder hasst, ist ein Mörder“


RealAudioMP3 Neid, Eifersucht und Geschwätz: Am sechsten Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen hat Papst Franziskus in seiner Predigt am Donnerstag Morgen diese die Gemeinschaft trennenden und zersetzenden Eigenschaften erläutert. Wie Kain und Abel oder bei König Saul und seinem Konkurrenten David werde der Neid schnell zu einer schlechten Unruhe, die den Bruder oder die Schwester, die etwas haben, was ich nicht habe, nicht tolerieren kann.

„Die Eifersucht bringt zum Töten. Der Neid bringt zum Töten. Es ist genau diese Tür, die Tür des Neides, durch die der Teufel in die Welt eingetreten ist. Neid und Eifersucht öffnen die Tür für alle schlimmen Dinge. Und sie spalten die Gemeinschaft. Eine christliche Gemeinde, die bei einigen Mitgliedern unter Neid und Eifersucht leidet, endet gespalten: einer gegen den Anderen. Das ist ein starkes Gift. Es ist ein Gift, das wir schon auf den ersten Seiten der Bibel bei Kain finden.“

Im Herzen eines Menschen, das von Neid und Eifersucht erfüllt sei, ereigneten sich ganz klar zwei Dinge. Zuerst sei da die Bitterkeit, eine neidvolle Person sei eine bittere Person, die nicht singen, nicht loben und sich nicht freuen könne. Sie schaue immer auf das, was sie nicht habe. Und das bringe eine Bitterkeit, die sich dann in der ganzen Gemeinde verbreite.

„Das Zweite, was Eifersucht und Neid bringen, ist das Geschwätz. Weil man nicht akzeptieren kann, dass jemand etwas hat, ist die Lösung, ihn herunter zu machen, damit ich etwas höher stehe. Und das Mittel dazu ist das Geschwätz. Wenn du suchst, wirst du hinter dem Geschwätz immer den Neid und die Eifersucht finden. Und das Geschwätz spaltet die Gemeinschaft, zerstört die Gemeinschaft. Das sind die Waffen des Teufels.“

„Wer seinen Bruder hasst, ist ein Mörder“, zitierte Papst Franziskus aus dem Ersten Johannesbrief. Wie viele gute christliche Gemeinschaften begännen gut, würden dann aber vom Gift des Neides durchdrungen - und damit von Traurigkeit und vom Geschwätz.

„Beten wir heute in dieser Messe für unsere christlichen Gemeinschaften, dass der Same des Neides nicht unter uns gesät werde, dass die Eifersucht in unserem Herzen keinen Platz findet, im Herzen unserer Gemeinschaft. So können wir, den Herrn lobend, weitergehen mit Freude. Das ist eine große Gnade: die Gnade, nicht in die Traurigkeit zu verfallen, resistent zu sein gegen den Neid und gegen die Eifersucht.“

(rv 23.01.2014 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/...0%9C/ted-766535
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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