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Forums-Blog - Maritas / Traudels Blog - Beschreibung
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20
Juni
2014

Politischer Druck statt Bomben

20.06.2014

Irakischer Erzbischof gegen US-Intervention
Politischer Druck statt Bomben


Unruhen im Irak
© dpa


Gegen eine US-Intervention im Irak hat sich der chaldäisch-katholische Erzbischof Baschar Warda ausgesprochen. Der Kirchenvertreter aus dem nordirakischen Arbil betont, eine Lösung müsse im Land selbst gefunden werden. Ungeachtet dessen bereiten die USA Angriffe vor.


Freiwilligen Armee im Irak, dpa

Erzbischof Baschar Warda befürchtet, eine Einmischung ausländischer Militärkräfte würde die Situation nur weiter verkomplizieren. Wichtig sei aber politischer Druck auf die Regierung in Bagdad, damit sich alle Seiten an einen Tisch setzten. Am vergangenen Wochenende fand laut Warda erstmals nach 1.600 Jahren keine Messe in Mossul statt. Im Irak leben nach seiner Schätzung noch etwa 350.000 Christen; rund drei Viertel davon sind Chaldäer. Keine Antwort wollte der Erzbischof auf die Frage geben, ob er der Minderheit empfehle, im Irak zu bleiben oder aus dem Land auszuwandern. Die Entscheidung müsse jede Familie selbst treffen. Die meisten hätten aber den Wunsch, ihre Heimat nicht verlassen zu müssen.


Erzbischof Amil Shamaaoun Nona
© KiN

Ein Leben in den von muslimischen Extremisten kontrollierten Gebieten hält Warda für nicht möglich. Dort hätten Christen "keine Chance". Die Minderheit fühle sich im Irak insgesamt unsicher, weil sie derzeit keine Perspektive habe. Die Zukunft sei völlig ungewiss. Warda wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof für Arbil ernannt. Der heute 45-Jährige hält sich derzeit seit rund zwei Wochen im Ausland auf und will nach eigenen Angaben am Samstag in den Irak zurückkehren. Seine Geschwister und Eltern leben in Deutschland, den Niederlanden, den USA und Australien; niemand aus seiner Familie ist mehr im Irak.

Am Donnerstag hatte sich Warda mit dem Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst getroffen. Das Bistum setzt sich seit Jahren für die Integration chaldäischer Christen ein, die nach Deutschland fliehen konnten.

Obama: Gezielte und präzise militärische Schritt

Ungeachtet mahnender Stimmen bereiten sich die USA zweieinhalb Jahre nach Ende des Kriegs im Irak auf neue Militärschläge in dem Land vor. "Wir sind bereit, gezielte und präzise militärische Schritte zu unternehmen, wenn wir feststellen, dass die Situation vor Ort es erfordert", sagte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag nach einem Treffen mit Top-Sicherheitsberatern im Weißen Haus. Luftangriffe gegen sunnitische Dschihadisten sind damit nicht mehr ausgeschlossen.

Außerdem seien die USA bereit, bis zu 300 Militärberater ins Land zu schicken, um irakische Sicherheitskräfte zu trainieren und zu unterstützen sowie Informationen über die Gefechtslage zu sammeln. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte stellte aber klar: "Amerikanische Truppen werden nicht in den Kampf im Irak zurückkehren." Die USA hätten nicht die Fähigkeit, die Probleme des Landes durch die Entsendung von "Zehntausenden Truppen" zu lösen.

Kommentatoren deuteten darauf hin, dass die angekündigten 300 Soldaten im Widerspruch stünden zu Obamas jüngst gegebenen Versprechen stehe, dass es "keine Soldatenstiefel" auf irakischem Boden geben werde. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter erklärte, dass die Truppen schon "sehr bald" und "größtenteils von Einheiten in der Region" ins Land kommen sollten. Allerdings sollten sie langsam aufgebaut werden. Der TV-Sender CNN hatte zuvor gemeldet, es handele sich um Eliteeinheiten, die für Einsätze unter härtesten Bedingungen ausgebildet seien. Eine offizielle Bestätigungen gab es nicht.

Außenminister John Kerry solle in den kommenden Tagen in die Region reisen, um den Konflikt diplomatisch zu entschärfen. Auch ein Besuch im Irak sei geplant, berichtete CNN. Obama nahm auch den umstrittenen irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki in die Pflicht. Es sei entscheidend, ob das tiefe Misstrauen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden und politischer Opportunismus überwunden werden könne. Auch der Iran könne hier konstruktiv mithelfen. "In diesem Moment steht das Schicksal des Iraks auf Messers Schneide."

Top-Priorität der USA bleibt nach Obamas Plänen, die im Irak stationierten Amerikaner zu schützen - darunter auch die rund 5000 Mitarbeiter der Botschaft in Bagdad, der größten diplomatischen US-Vertretung weltweit. Einige von ihnen seien bereits umgesiedelt worden. Für die möglicherweise bevorstehenden Luftangriffe soll das Land ab sofort noch stärker überwacht werden, um Informationen über Stellungen, Bewegungen und Waffenlager der Isis-Kämpfer zu sammeln.

Die Bildung einer neuen Regierung wäre eine Chance, einen wirklichen Dialog zwischen den Kräften aller Iraker herzustellen, sagte Obama. Es sei aber nicht Sache der USA, über die irakische Führung zu entscheiden. Die Miliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) besteht hauptsächlich aus sunnitischen Kämpfern. Der Schiit Al-Maliki hielt Sunniten bislang von allen wichtigen politischen Posten fern.

UNICEF ruft höchste Alarmstufe aus

UNICEF hat derweil für den Irak die höchste internationale Alarmstufe ausgerufen. Ohne massive Hilfe drohe eine humanitäre Katastrophe, erklärte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Freitag in Köln. Unter den Flüchtlingen, die vor den kriegerischen Auseinandersetzungen aus Mossul und der Unruhe-Region Anbar geflohen sind, seien über 450.000 Kinder.

Bereits vor Beginn der aktuellen Eskalation durch die islamistische Organisation "ISIS" hätten im Nordirak 220.000 syrische Flüchtlinge versorgt werden müssen, hieß es weiter. UNICEF unterstützt nach eigenen Angaben die kurdische Regionalregierung in Erbil nicht nur mit Hilfsgütern für die Flüchtlinge, sondern auch bei einer breiten Impfkampagne gegen Polio (Kinderlähmung) und Masern.

Die als ausgerottet geltende Kinderlähmung sei in Syrien und Irak wieder aufgetreten, weil Routineimpfungen nicht mehr flächendeckend stattfanden.

Angesichts der zum Weltflüchtlingstag veröffentlichten neuen Rekordzahl von 51 Millionen Flüchtlingen weltweit rief das Kinderhilfswerk die Regierungen auf, Flüchtlingskindern die gleiche Fürsorge und Hilfe zu gewähren wie allen anderen Kindern. Nach UNICEF-Angaben sind rund die Hälfte der Flüchtlinge und Vertriebenen Kinder oder Jugendliche. Sie brauchten besonderen Schutz.
http://www.domradio.de/themen/weltkirche...us-intervention
http://www.domradio.de/themen/weltkirche...us-intervention
(KNA, dpa)

20
Juni
2014

Seit 735 Jahren: Fronleichnam in Köln

19.06.2014 - 10:00

Pontifikalamt und Prozession durch die Altstadt - Videos und Bildergalerien
Seit 735 Jahren: Fronleichnam in Köln


Fronleichnam in Köln, dr

Mit Gottesdiensten und farbenfrohen Prozessionen haben am Donnerstag Katholiken in Deutschland Fronleichnam begangen. In Köln haben tausende Gläubige am Pontifikalamt und an der Prozession teilgenommen.

http://www.domradio.de/radio/sendungen/g...tadt-videos-und

Der Kölner Weihbischof Manfred Melzer betonte in seiner Predigt die gemeinschaftsbildende Kraft der Eucharistie und die Verpflichtung aller Christen, gegen Armut und Ungerechtigkeit anzukämpfen. In München feierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, einen Gottesdienst auf dem Marienplatz. Anschließend fand wie in vielen Städten in der Bundesrepublik eine Prozession mit tausenden Gläubigen durch die Innenstadt statt.

Marx sagte in seiner Predigt, Fronleichnam erinnere daran, dass Jesus Christus das "große Geschenk Gottes" sei. Dieser Gedanke der Gabe und der Unentgeltlichkeit wende sich "gegen die Logik des Geldes und eine Ökonomisierung aller Lebensbereiche". Die Liebe, die Familie und viele weitere zentrale Erfahrungen des Menschen seien "nicht Erfahrungen, die wir kaufen können", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

"Die Anbetung Gottes - so kann man etwas überspitzt sagen - führt zur klassenlosen Gesellschaft, nicht Revolution, Gewalt oder Enteignung: das Bewusstsein, dass wir alle arm, dass wir alle Bettler sind vor Gott", erklärte der Erzbischof von München und Freising. Fronleichnam sei ein Fest gegen die "Versuchung, Erinnerungsdaten aufzugreifen, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, um Politik zu machen, um bestimmte Botschaften zu vermitteln und damit manchmal auch die Geschichte zu verfälschen".

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte, Fronleichnam mit seinen Prozessionen zeige, dass Gott mit den Menschen gehe und ihnen im Alltagsleben beistehe. Dies gelte sowohl auf den Straßen, in den Familien, in den Schulen, aber auch in den Krankenhäusern und Gefängnissen. Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann betonte, dass Menschen durch die Kommunion-Gemeinschaft mit Christus auch zur Gemeinschaft mit dem Nächsten gedrängt würden.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen warnte davor, den Schwund bei der Mitfeier der Sonntagsmesse resigniert hinzunehmen. Denn die Kirche sei im Kern Eucharistie und werde von ihr her immer wieder neu aufgebaut. Der Kölner Weihbischof Manfred Melzer betonte die Pflicht aller Christen, gegen Armut und Ungerechtigkeit anzukämpfen. Der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe rief die Menschen zu verstärktem sozialen Engagement auf. Notwendig sei mehr direkte Hilfe für Mitmenschen, die materielle oder seelische Not litten.

Immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Fest Fronleichnam. Der Name leitet sich ab aus dem Althochdeutschen "fron" für "Herr" und "lichnam" für "Leib" und bedeutet übersetzt so viel wie "Fest des Leibes und Blutes Christi". Damit wollen die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie erinnern. Papst Urban IV. führte Fronleichnam 1264 als allgemeines Kirchenfest ein, 1317 legte Papst Johannes XXII. den Donnerstag als Festtag fest. Die heutige Sinngebung des Festes geht vom Bild des "wandernden Gottesvolks" aus, dessen Mitte Christus, das "Brot des Lebens", ist

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Fronleichnam
Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Fest Fronleichnam. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie "Fest des Leibes und Blutes Christi". Er leitet sich ab aus dem Althochdeutschen "fron" für "Herr" und "lichnam" für "Leib".

Damit wollen die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie erinnern. In Prozessionen tragen Geistliche Monstranzen mit der als Leib Christi verehrten Hostie durch die Straßen.

Fronleichnam ist gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie ausgewählten Gemeinden in Sachsen und Thüringen.

Papst Urban IV. führte Fronleichnam 1264, vor 750 Jahren, als allgemeines Kirchenfest ein, 1317 legte Papst Johannes XXII. den Donnerstag als Festtag fest. Das Fest geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209; sie wurde später heiliggesprochen.

Mit einer Prozession wurde Fronleichnam erstmals in den 1270er Jahren in Köln begangen. In der Reformation entwickelte sich das Fest zu einem konfessionsscheidenden Merkmal. Luther bezeichnete es 1527 als "allerschädlichstes Jahresfest", dem die biblische Grundlegung fehle.

Die katholische Kirche nutzte den Tag, um ihren Alleinanspruch über die Eucharistie zu demonstrieren. Der Gegensatz hat sich inzwischen abgeschwächt: Selbst auf evangelischen Kirchentagen gab es in den vergangenen Jahren mehrfach gemeinsame Fronleichnamsprozessionen. Die heutige Sinngebung des Festes geht vom Bild des "wandernden Gottesvolkes" aus, dessen Mitte Christus ist, das "Brot des Lebens"





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20
Juni
2014

Unionsfraktion unterstützt Tunesien auf dem Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

Unionsfraktion unterstützt Tunesien auf dem Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
Veröffentlicht: 20. Juni 2014 | Autor: Felizitas Küble

Der tunesische Premierminister Mehdi Jomaa besuchte mit einer Regierungsdelegation am vergangenen Mittwoch die Bundeshauptstadt, um über Kooperationen im Bereich der Sicherheit und Wirtschaft zu verhandeln.

Dazu erklärt der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (siehe Foto):


Foto: Markus Hammes
“Deutschland wird Tunesien bei Fragen der Sicherheit aber auch im wirtschaftlichen Sektor weiter unterstützen. Die Entwicklung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen in Tunesien verläuft bisher gut. Tunesien ist als Ursprungsland des Wandels in der arabischen Welt das Land, das auch am ehesten zu Stabilität und Sicherheit gefunden hat.

Erst im Januar dieses Jahres hat sich Tunesien eine neue, wegweisende Verfassung gegeben, die Verbesserungen bei Bürger- und Frauenrechten enthält. Damit sich aber die Wünsche der Menschen nach Freiheit und Demokratie in Tunesien ebenso erfüllen, wie unsere Hoffnung auf Stabilität und Sicherheit in Nordafrika, ist es wichtig, dass sich auch die Lebensbedingungen und die Sicherheit der Menschen merklich verbessern.

Vor allem die Sicherheit im Land ist nicht zuletzt wegen der instabilen Lage in Libyen besonders gefährdet. Tunesien muss vorsichtig sein, dass der Konflikt nicht auf eigenes Territorium übergreift.

Dabei ist der Schutz der Grenzen von entscheidender Bedeutung. Hierbei wird Deutschland Tunesien mit Ausrüstung und durch Kooperation bei der Ausbildung von Sicherheitskräften unterstützen. Um dem Terrorismus auch in der eigenen Bevölkerung keinen Nährboden zu bieten, wird Deutschland Tunesien nicht nur politisch weiter begleiten, sondern vor allem auch wirtschaftlich stärker unterstützen.

Ein wesentlicher Bereich hierbei ist die Entwicklung des Tourismus als einem der wichtigsten Wirtschaftbereiche des Landes. Als Mitglied der Regierungsdelegation betonte die tunesische Tourismusministerin Amel Karboul die Chancen und Ressourcen ihres Landes in diesem Bereich, stellte die Vielfalt und Offenheit ihre Landes dar und warb engagiert für mehr Besucher und Touristen.

Mit einer Qualitätsoffensive ist es ihr Ziel, dass jährlich wieder sieben Millionen Besucher nach Tunesien reisen, soviel wie zuletzt 2010. Nur wenn die Menschen in Tunesien erleben, dass ihre Anstrengungen für Demokratisierung und Rechtsstaatlichkeit positive Auswirkungen mit sich bringen, wird dies für ganz Nordafrika stabilisierend wirken.”

20
Juni
2014

Weltweit am meisten Asylbewerber

Weltweit am meisten Asylbewerber



Die Bundesrepublik ist weltweit das Land mit den meisten Asylanträgen. Im vergangenen Jahr stellten insgesamt 109.600 Menschen einen Erstantrag in der Bundesrepublik, wie aus dem Jahresbericht des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht, der am Freitag in Genf und Berlin vorgestellt wurde. Das war ein Anstieg um siebzig Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 64.500 Erstanträgen. Besonders stark stieg laut Bericht die Zahl der Anträge aus der Russischen Föderation und aus Syrien. Damit ist Deutschland seit 1999 erstmals an erster Stelle im Ländervergleich.

An zweiter Stelle kommen laut Bericht die USA mit geschätzten 84.400 Anträgen, 13.700 Anträge mehr als im Jahr zuvor. Auf Platz drei folgte Südafrika mit schätzungsweise 70.000 Erstanträgen, 12.000 weniger als im Jahr zuvor. In den vergangenen sieben Jahren war Südafrika stets das Land mit den meisten Asylanträgen gewesen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Asylanträge in 167 Ländern weltweit gestellt. Das war nach Angaben von UNHCR der höchste Wert seit zehn Jahren. Davon waren rund 914.000 Erstanträge und rund 153.000 Folgeanträge.

(kna 20.06.2014 mg)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...rber/ted-808175
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Papst: „Christenverfolgung ist unsere größte Sorge“

Papst: „Christenverfolgung ist unsere größte Sorge“



Christenverfolgung ist derzeit die größte Sorge der Kirche. Das betonte der Papst an diesem Freitagmittag bei einem Treffen mit den Teilnehmern einer internationalen Konferenz über Religionsfreiheit. Die Audienz im Vatikan stand im Zeichen der Verfolgung von Christen in vielen Teilen der Welt. Der Papst sagte, dass die Gewalt gegen Christen in der heutigen Zeit schlimmer sei als zu Zeiten der Urchristen, die in der Antike von den Römern verfolgt wurden. Es sei unlogisch, dass es in einer Epoche wie der heutigen, die von der Globalisierung und von wissenschaftlichen und technologischen Fortschritten gekennzeichnet sei, dennoch Christenverfolgung gebe, so der Papst. Tagungen über das Thema Religionsfreiheit seien deshalb wichtig, um auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen. Denn die Christen seien weltweit die am meiste verfolgte Religionsgemeinschaft, so der Papst.

(rv/agi 20.06.2014 mg)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...0%9C/ted-808255
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Papstpredigt: „Macht ein Euro mehr dich glücklicher?“

Papstpredigt: „Macht ein Euro mehr dich glücklicher?“



Jesus fordert uns dazu auf, ein „freies Herz“ zu haben, das nicht an Geld, Gier und Macht hängt. Das betonte der Papst in der Frühmesse von diesem Freitag. In der Casa Santa Marta sagte Franziskus, der wahre Reichtum sei die Nächstenliebe und vor allem die Liebe zu Gott, denn diese Liebe erleuchte das Herz eines jeden Menschen. Das Leitthema der gesamten Woche war in den Morgenmessen jeweils die Korruption und die Machtgier.

Ausgehend vom Tagesevangelium (Mt 6, 19-23), in dem Jesus seine Jünger auffordert, nicht irdische Schätze zu sammeln, sagte der Papst:

„Es gibt eine erste Art von Schatz: Gold, Geld und allgemein Reichtümer. Du bist aber nie sicher damit, weil man es dir wegstehlen kann. Du bist aber auch nicht sicher mit Wertpapieren, denn bei einem Börsen-Crash könntest du alles verlieren! Und sag mal, bist du denn mit einem Euro mehr in der Tasche glücklicher? Reichtümer sind gefährliche Schätze… Sicher, Reichtümer können auch gut sein und können dazu beitragen, viele gute Dinge zu tun. Damit kann man die Familie über die Runden bringen, das ist wahr. Doch wenn es nur darum geht, Reichtümer anzuhäufen, dann geht die Seele verloren! Jesus weist in der Passage im Evangelium darauf hin, welche Gefahren Reichtümer und die Hoffnung darauf bergen.“

Eine weitere gefährliche Versuchung sei die Gier und der damit einhergehende Stolz. Jesus verurteile eine solche Einstellung, so der Papst. Ein Beispiel sei in der Ersten Lesung aus dem Zweiten Buch der Könige zu finden, wo die machtgierige Königin Atalja am Schluss doch noch alles verliert und getötet wird.

„Jesus hat dazu eine klare Botschaft: Wenn dein Herz auf Reichtümer, Gier, Macht und Stolz setzt, dann ist dein Herz daran gekettet. Dein Herz wird ein Sklave der Reichtümer, der Gier oder des Stolzes sein. Doch Jesus will, dass wir ein befreites Herz haben! Das ist die heutige Botschaft. Habt doch ein freies Herz, sagt uns Jesus. Er spricht ganz klar von einem freien Herzen. Und das kann nur eines bedeuten: auf die himmlischen Reichtümer setzen. Diese sind die Liebe, die Geduld, der Dienst am Nächsten, die Verehrung Gottes. Das sind die wahren Reichtümer, die dir niemand wegnehmen kann. Alles andere ist eine Last für unsere Herzen.“

Ein „versklavtes Herz“ bleibe immer im Dunkeln, fuhr Franziskus fort.

„Doch ein erhelltes Herz, das nicht an etwas angekettet ist, wird immer vorwärts gehen und auf gute Weise altern. Das ist wie mit einem guten Wein: Wenn er reift, schmeckt er besser. Ein dunkles Herz hingegen ist wie ein schlechter Wein: Je älter er wird, desto mehr wird er zu Essig. Möge der Herr uns diese geistige Vorsicht schenken, damit wir verstehen, wohin unser Herz gehen sollte! Und möge der Herr uns auch die Kraft schenken, unser Herz bei Bedarf zu schütteln, damit es sich von den Ketten befreien kann! Damit wir die schöne Freude der wahren Freiheit genießen können.“

(rv 20.06.2014 mg)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...0%9C/ted-808206
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Weltflüchtlingstag: Familienverband fordert mehr Solidarität

Weltflüchtlingstag: Familienverband fordert mehr Solidarität

Weltflüchtlingstag: Vor allem Lage minderjähriger Flüchtlinge beachten
20.06.2014

Wien, 20.06.2014 (KAP) Zur Solidarität mit minderjährigen Flüchtlingen hat der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) anlässlich des Weltflüchtlingstages (20. Juni) aufgefordert. Weltweit sind über 40 Millionen Menschen auf der Flucht, fast die Hälfte davon sind Kinder oder Jugendliche. Laut der Arbeitsgruppe für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge erreichten allein 2013 etwa 1.000 Kinder und Jugendliche ohne Eltern Österreich. "Diese Kinder verdienen nicht nur am Weltflüchtlingstag Beachtung, sondern auch an den restlichen 365 Tagen im Jahr und was noch wichtiger ist: Sie brauchen vor allem unsere Hilfe!", betonte KFÖ-Präsident Alfred Trendl am Freitag in einer Aussendung.

Unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche dürften nicht dauerhaft in Flüchtlingslagern untergebracht werden. "Sie haben ein Recht auf eine kindgerechte Umgebung, Betreuung und Ausbildung", so der KFÖ-Präsident weiter.

Trendl richtete auch einen Appell an die Europäische Union: "Wer sich Europäische Gemeinschaft nennt, muss dies auch umsetzen, insbesondere wenn es um die Verantwortung gegenüber Flüchtlingen geht." Gefragt sei Solidarität, so der Präsident. "Die EU muss Hilfe und Unterstützung leisten, dies betrifft auch und besonders die Kinder."


Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.co.at/site/nachrich...base/63097.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

20
Juni
2014

Warm anziehen in Freiburg

Auch wenn die Sommer im Breisgau für gewöhnlich recht warm sind, scheint es geboten, sich in Freiburg jetzt warm anzuziehen. Es weht ein eisiger Presse(test)wind um die Münstertürme.


Luftbild vom Breisgau
Lizenz: CC BY-SA 3.0
fotografiert von Norbert Blau

Daniel Deckers legte vor, indem er den neuen Erzbischof von Freiburg schon mal vorab zum Anti-Zollitsch erklärte. Dabei wurde sehr schnell klar, wohin die Reise geht. Meisner, jener meistgehaßte, weil nie zu schassende emeritierte Erzbischof von Köln soll die Hand im Spiel gehabt haben und der Papst hat sich zum Erfüllungsgehilfen machen lassen. Es geht in die schon vorgeahnte Richtung guter Papst versus böse Kurie.

Geradezu unverholen zum Sprachrohr von Wisiki macht sich Gerhard Kiefer in der Badischen Zeitung mit der These, die Bischofswahl sei zur Farce verkommen. Dabei spielen dann auch wieder finstere kölnische und münsteraner Elemente eine grausige Rolle, die konspiratorisch aus der Präfektur des päpstlichen Hauses unterstützt wird. Alles klar?

Der neue Erzbischof von Freiburg ist noch nicht im Amt und schon ist klar, daß er nur durch fiese Machenschaften ins Amt gehievt worden sein kann. Daß die Wahl des Erzbischofs von Freiburg voll und ganz konform zum Badischen Konkordat erfolgte, spielt dabei gar keine Rolle. Wen interessieren schon Regeln, wenn eine Ideologie umzusetzen ist?

Nun sollte man das ganze zwar nicht überbewerten, denn von beiden Autoren weiß man, aus welcher kirchenpolitischen Ecke sie kommen. Da gilt es eine Reformagenda umzusetzen, koste es was es wolle. Dennoch stellen derartige Artikel Versuchsballons dar, ob sich der neue Freiburger als nächster Kandidat einer medialen Bischofsdemontage eignet. Differenzen zwischen dem Emeritus und dem frisch ernannten zu konstruieren ist nur eine Methode aus dem umfangreichen Katalog. Es bleibt abzuwarten, ob sich eine wie auch immer geartete Empörungswelle aufbauen läßt.
http://katholon.de/?p=6938

20
Juni
2014

Vereinte Nationen zählen rund 50 Millionen Vertriebene weltweit Auf der Flucht

20.06.2014
Vereinte Nationen zählen rund 50 Millionen Vertriebene weltweit
Auf der Flucht


Flüchtlingscamp im Südsudan
© dpa


Alle vier Sekunden ist ein Mensch gezwungen zu fliehen, seine Heimat und sein Zuhause zurückzulassen. Diese traurige Bilanz zieht das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Weltflüchtlingstag.

Insgesamt 51,2 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr Flüchtlinge, Binnenvertriebene oder Asylsuchende - mehr als je zuvor seit Beginn der Datenerfassung 1989.

"Heute sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie es Einwohner gibt in mittelgroßen Staaten", zog UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres einen ernüchternden Vergleich. Die "traurige Rekordmarke" bedeute eine gewaltige Zahl von Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sei. Die internationale Staatengemeinschaft müsse gemeinsam Lösungen finden für die Konflikte der Gegenwart, forderte Guterres.

Binnenvertriebene in der Mehrzahl

Die große Mehrheit aller Menschen auf der Flucht ist dabei weit weg von den Industrienationen. Mehr als 33 Millionen sind sogenannte Binnenvertriebene, die innerhalb der eigenen Heimat aus ihren Dörfern und Städten fliehen mussten, teils vor Konflikten, teils vor Hunger und Not. Syrien allein zählte im vergangenen Jahr 6,5 Millionen im Land Vertriebene.

Die Zahl der nach UN-Konvention anerkannten Flüchtlinge belief sich auf 16,7 Millionen. Davon betreut UNHCR 11,7, für die restlichen 5 Millionen ist das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) zuständig. Rund die Hälfte ist noch minderjährig. Auch das sei der höchste Wert seit zehn Jahren, so das Ergebnis der UNHCR-Erhebungen. Vor allem der syrische Bürgerkrieg und die zahlreichen Konflikte in Sub-Sahara-Afrika sind laut UN für den deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen verantwortlich.

Europa ist dabei nur ein fernes Ziel der Schutzsuchenden. 86 Prozent der Betroffenen flohen in ein Entwicklungsland, oft in einen Nachbarstaat. "Die Anrainerstaaten tragen stets die Hauptlast. Hier wird die EU bei ihrer Aufnahmebereitschaft einen größeren Beitrag leisten müssen, unabhängig von ihrer Hilfe vor Ort", betonte der Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. Der Anteil derer, die es überhaupt an die Grenzen Europas schaffen, ist im Vergleich schwindend gering.

Das Land, das mit weitem Abstand die meisten Flüchtlinge aufgenommen ist, ist Pakistan. Mehr als 1,6 Millionen Menschen haben in dem südasiatischen Land Zuflucht gesucht. Etwas weniger als halb so viele, je rund 850.000 Menschen, flohen in den Iran oder in den Libanon.

In ganz Europa lebten Ende 2013 etwa 1,8 Millionen Flüchtlinge. Davon hatte Frankreich mit rund 232.000 am meisten aufgenommen. In Deutschland waren es 187.600 Flüchtlinge. Hierbei wurden laut Bericht jedoch neuerdings nur die Personen gezählt, die besonders schutzbedürftig sind.

Die verlorene Generation

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Afghanistan das Land, aus dem die meisten Menschen fliehen. Auch im vergangenen Jahr war es mit 2,56 Millionen Afghanen das Flüchtlingsland Nummer Eins. Doch Syrien mit 2,47 Millionen Flüchtlingen könnte Afghanistan in kurzer Zeit überholen, so die Befürchtung des UN-Hilfswerks. Allein im vergangenen Jahr flohen 2,2 Millionen Menschen aus der arabischen Republik.

Die restlichen 1,1 Millionen der mehr als 50 Millionen Vertriebenen suchen Asyl in 167 Ländern weltweit. Dabei lag Deutschland im vergangenen Jahr mit 109.000 Erstanträgen an der Spitze im internationalen Vergleich. In Südafrika, das mehr als sieben Jahre stets das Land mit den meisten Anträgen war, teils mehr als 220.000, sank auf 70.000 Erstanträge. Damit lag das Land auf Platz drei hinter den USA mit rund 84.400 Erstanträgen.

Auch bei der Zahl minderjähriger Asylbewerber ohne Begleitung gab es 2013 ein Rekordhoch. Insgesamt 25.300 Anträge wurden von Kindern und Jugendlichen gestellt, die alleine aus ihrer Heimat, zumeist Afghanistan und dem Südsudan, geflohen waren. Gerade bei minderjährigen Flüchtlingen seien Europa und Deutschland gefordert, hob der Deutsche Caritasverband diese Woche hervor. Die Vereinten Nationen und zahlreiche Hilfwerkse warnen schon jetzt vor einer "verlorenen Generation".

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Anna Mertens
(KNA)

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Flüchtlinge 2014

Ende 2013 gab es weltweit 51,2 Millionen Flüchtlinge, Asylsuchende und Binnenvertriebene, 6 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

33,3 Millionen Binnenvertriebene zählt der Bericht, davon 6,5 Millionen in Syrien, 5,36 in Kolumbien und 2,96 in der Demokratischen Republik Kongo.

16,7 Millionen Flüchtlinge sind weltweit registriert. Davon werden 11,7 Millionen vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betreut und 5 Millionen vom UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge UNRWA.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, insgesamt 6,1 Millionen, stammen aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Somalia.

Mehr als 50 Prozent der Flüchtlinge sind minderjährig, nahezu 50 Prozent weiblich.

86 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern, der höchste Wert seit 22 Jahren.

Im Libanon war nahezu jeder fünfte Einwohner ein UNHCR-registrierter Flüchtling: Auf 1.000 Einwohner kamen 178. Jordanien lag mit 88 auf Platz zwei, der Chad mit 33 auf Platz drei.

Von rund 1,1 Millionen Asylanträgen wurden laut dem Bericht 109.600 in Deutschland gestellt. Danach rangierten die USA mit geschätzten 84.400 und Südafrika mit schätzungsweise 70.000 Erstanträgen.

414.600 Flüchtlinge kehrten im vergangenen Jahr in ihre Heimat zurück. in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils mehr als 520.000 gewesen. (KNA)






20
Juni
2014

"Das 21. wird das Jahrhundert der Flucht"

20.06.2014
Misereor-Geschäftsführer zum Weltflüchtlingstag
"Das 21. wird das Jahrhundert der Flucht"


Syrische Flüchtlinge auf der Flucht, dpa.


Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit sind von Krisen, Kriegen oder Hungersnöten aus ihrer Heimat vertrieben worden. Zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen erklärt Martin Bröckelmann-Simon von Misereor die Ursachen.

KNA: Herr Bröckelmann-Simon, Deutschland hat sein Kontingent für Syrien-Flüchtlinge um 10.000 ausgeweitet. Ist das zufriedenstellend?

Bröckelmann-Simon: Es ist sicher gut, dass es eine Entscheidung gegeben hat, die Tür ein bisschen weiter aufzumachen. Angesichts der Dimensionen wird das aber nicht reichen. Die Aufnahmefähigkeit der an Syrien angrenzenden Staaten ist jetzt schon jenseits der Belastbarkeitsgrenze. Der Libanon hat durch offizielle und inoffizielle Flüchtlinge einen Bevölkerungszuwachs von circa 30 Prozent; in Deutschland wären das im Vergleich etwa 25 Millionen Flüchtlinge. Ähnliches gilt für andere Nachbarstaaten, zum Beispiel Jordanien und den Nord-Irak. Die Anrainerstaaten tragen stets die Hauptlast. Hier wird die EU bei ihrer Aufnahmebereitschaft einen größeren Beitrag leisten müssen, unabhängig von ihrer Hilfe vor Ort.

KNA: Deutschland ist bei den Syrien-Flüchtlingen Hauptaufnahmeland in der EU. Andererseits sind primär die Küstenländer wie Italien und Griechenland täglich mit der Flüchtlingsfrage konfrontiert.

Bröckelmann-Simon: Die EU muss sich mit der Frage beschäftigen, wie sie die Lasten fair und gerecht verteilt. Im Gegensatz zum bestehenden Dublin-III-Abkommen sollte nicht das Ankunftsland allein die Verantwortung für die Flüchtlinge tragen müssen. Stattdessen sollten je nach der Leistungsfähigkeit und nach den Möglichkeiten der Länder Quoten festgelegt werden, auf die sich alle Länder verständigen. Es braucht einen gemeinsam Umgang mit Flüchtlingen, der nicht davon geprägt ist, dass man die Flüchtlinge eigentlich nicht haben will. Das wird der moralischen und humanitären Verantwortung der EU nicht gerecht und löst ohnehin nicht das Problem. Trotz noch so hoher Zäune werden die Menschen weiter versuchen, zu fliehen und ihr Leben zu riskieren.

KNA: Woran hakt es?

Bröckelmann-Simon: Bisher wurde EU-weit vor allem in Abschottung investiert. Flüchtlinge werden vorrangig als eine Bedrohung gesehen. Auch in der Gesetzgebung überwiegt die sicherheitspolitische Perspektive. Es braucht eine langfristige Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsproblematik als humanitärer, zivilisatorischer Herausforderung. Jeder Flüchtling möchte in die Heimat zurück, das weiß ich aus vielen Begegnungen in Flüchtlingslagern überall auf der Welt. Aber die Betroffenen wissen auch, dass sie vielleicht sehr lange nicht zurückkehren können. Auch vorübergehend müssen daher Integration und Aufnahme gefördert werden. Residenzpflicht und Einschränkungen bei der Arbeitsaufnahme helfen da nicht. Eine zentrale Unterbringung erzeugt oft Probleme, auch unter den Flüchtlingen selbst.

KNA: Gibt es einen Zeitrahmen, mit dem gerechnet werden könnte?

Bröckelmann-Simon: Dafür gibt es keine Blaupause. Das hängt sehr von der Situation in den Herkunftsgebieten ab. Keiner kann zum Beispiel vorhersagen, wie lange die Syrien-Krise noch dauert, vermutlich Jahre. Sobald die Lage vor Ort stabiler und sicherer wird, kann es dann auch Rückführungsprogramme geben. Wir haben das beim Bosnien-Krieg gesehen. Die allermeisten der Flüchtlinge bei uns in Deutschland - es waren circa 320.000 - sind zurückgekehrt. Das ist und sollte immer das langfristige Ziel sein, wenn möglich.

KNA: Die Zahl der Flüchtlingskrisen scheint derzeit stetig zuzunehmen. Neben Syrien ist jetzt der Irak verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, unter den Krisen zu priorisieren?

Bröckelmann-Simon: Priorisiert wird leider notgedrungen, da die Hilfe nie ausreicht. Geholfen werden kann aber auch nur dort, wo man hinkommen kann. Wir als Weltkirche sind überall auf der Welt vor Ort, haben zumeist schon Partner da und können über diese rasch Hilfe leisten. Aber in der Tat ist es derzeit so, dass man nicht mehr so recht weiß, wo man überall hinsehen soll.

KNA: Von den weltweit rund 50 Millionen Flüchtlingen sind mehr als 65 Prozent Vertriebene im eigenen Land. Müsste hier die internationale Gemeinschaft mehr unternehmen?

Bröckelmann-Simon: Alles, was in solchen Situationen die innenpolitische Lage stabilisiert, hilft. Es gibt aber auch eine internationale Verantwortung zum Schutz, zum Handeln. Das militärische Eingreifen ist dabei die Ultima ratio. Es löst die ursächlichen Probleme in der Regel nicht, sondern hilft allenfalls, dass Waffen schweigen. Die Staatengemeinschaft müsste also die Krisen früher erkennen und reagieren. In der Zentralafrikanischen Republik oder jetzt aktuell im Irak haben sich die Probleme seit Monaten abgezeichnet. Bislang ist das internationale Handeln jedoch zu oft am Tagesgeschäft orientiert. Es fehlt der langfristige Blick. Vor allem dürfen akut auf uns bedrohlicher wirkende Konflikte wie in der Ukraine nicht andere, wie in Syrien, überdecken. Das rächt sich.

KNA: Wie kann der Einzelne zu Spenden mobilisiert werden, gerade wenn die Krise Jahre dauert?

Bröckelmann-Simon: Das ist nicht einfach. Uns hat einige Unterstützung für die Syrien-Flüchtlinge erreicht. Aber es ist schwierig, dies aufrechtzuerhalten, wenn die Krisen über Jahre andauern. Die Dürre in Ostafrika 2011 hat damals viele Spenden mobilisiert und ist dann aus den Medien verschwunden. Aber das Flüchtlingslager Dadaab in Kenia, mit 500.000 Menschen das größte der Welt, ist immer noch da.

Wir haben das vergangene Jahrhundert mit 80 Millionen Flüchtlingen das "Jahrhundert der Flucht" genannt, doch wir haben zu Beginn des 21. Jahrhunderts bereits mehr als 50 Millionen Flüchtlinge. Wenn das so weitergeht - was zu befürchten ist -, wird das 21. Jahrhundert weitaus mehr ein Jahrhundert der Flucht. Und darauf müssen wir uns einstellen.

Das Interview führte Anna Mertens.

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Flüchtlinge 2014

Ende 2013 gab es weltweit 51,2 Millionen Flüchtlinge, Asylsuchende und Binnenvertriebene, 6 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

33,3 Millionen Binnenvertriebene zählt der Bericht, davon 6,5 Millionen in Syrien, 5,36 in Kolumbien und 2,96 in der Demokratischen Republik Kongo.

16,7 Millionen Flüchtlinge sind weltweit registriert. Davon werden 11,7 Millionen vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betreut und 5 Millionen vom UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge UNRWA.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, insgesamt 6,1 Millionen, stammen aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Somalia.

Mehr als 50 Prozent der Flüchtlinge sind minderjährig, nahezu 50 Prozent weiblich.

86 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern, der höchste Wert seit 22 Jahren.

Im Libanon war nahezu jeder fünfte Einwohner ein UNHCR-registrierter Flüchtling: Auf 1.000 Einwohner kamen 178. Jordanien lag mit 88 auf Platz zwei, der Chad mit 33 auf Platz drei.

Von rund 1,1 Millionen Asylanträgen wurden laut dem Bericht 109.600 in Deutschland gestellt. Danach rangierten die USA mit geschätzten 84.400 und Südafrika mit schätzungsweise 70.000 Erstanträgen.

414.600 Flüchtlinge kehrten im vergangenen Jahr in ihre Heimat zurück. in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils mehr als 520.000 gewesen. (KNA)






20
Juni
2014

Niederlage im Vatikan für bayerische Kicker

Niederlage im Vatikan für bayerische Kicker



Niederlage für den Freistaat Bayern gegen die Schweiz: Die bayerische Klerusauswahl hat im Vatikan mit 2:3 gegen die Fussball-Mannschaft der Schweizergarde verloren. Das berichtet das Erzbistum Bamberg auf seiner Facebook-Seite. „Sie haben gekämpft, sie haben alles gegeben, doch es hat nicht gereicht.“ Rund 150 Zuschauer aus Bayern - darunter allerdings kein amtierender und kein emeritierter Papst - verfolgten das Match in Rom und sprachen hinterher von einem „kampfbetonten und temporeichen Spiel“. Die Priester, Ordensmänner und Diakone aus den sieben Diözesen des Freistaats kicken in der Regel für einen guten Zweck und unterstützen Projekte in aller Welt, etwa in Kooperation mit dem internationalen katholischen Missionswerks Missio. Die Fußballmannschaft der Garde, der FC Guardia, spielt auch in der vatikanischen Fußballliga.

(kipa 17.06.2014 mg)

Unser Foto entstand weder im Vatikan noch in Bayern: Vielmehr zeigt es einen argentinischen Fan bei der Fussball-WM in Brasilien, hier in Rio. Dass die argentinischen Farben den bayerischen entsprechen, ist Zufall - oder etwa doch nicht?


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...cker/ted-807488
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Ein Pontifikat der Überwältigung

Ein Pontifikat der Überwältigung



Das Pontifikat von Franziskus zeigt eine überwältigende Dynamik. Das sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag in Rom bei der Buchpräsentation der Predigten des Papstes in seinen Morgenmessen. An der Buchvorstellung nahm auch der Präsident des italienischen Senats, Pietro Grasso, teil. „In der Kapelle von Santa Marta kann der Papst eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen und gleichzeitig auch zum Volk Gottes“, so Lombardi. Die Predigten des Papstes seien nicht nur Meditationstexte, sondern würfen auch viele Fragen auf, fügte Senatspräsident Grasso an. D

(rv/adnkronos 17.06.2014 mg)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...gung/ted-807464
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Papstpredigt: „Die Korrupten sind Verräter“

Papstpredigt: „Die Korrupten sind Verräter“



RealAudioMP3 Korrupte Menschen sind Verräter: Auch an diesem Dienstag hat sich Papst Franziskus bei der Morgenmesse in der Casa Santa Marta mit dem Thema Korruption beschäftigt. Franziskus ging von einer Lesung aus dem Ersten Buch der Könige aus, die von einem Korruptionsfall in der Zeit des Königs Ahab von Israel handelt. Für Korrupte gebe es nur einen Ausweg: um Vergebung bitten, so der Papst. Ansonsten seien die Korrupten „von Gott Verdammte“.

Wer den „Weg der Korruption“ eingehe, der „nimmt den anderen das Leben weg, bestiehlt und verkauft sich selber“, so wie es König Ahab getan habe. Ein Mensch sei aber niemals eine Ware, so Franziskus:

„Denn um das geht es: der Mensch als Ware! Aber was macht der Herr mit den Korrupten – egal um welche Art von Korruption es sich eigentlich handelt? Gestern haben wir gesagt, dass es drei Arten oder Gruppen von Korrupten gibt: die politisch Korrupten, die wirtschaftlich Korrupten und die kirchlich Korrupten. Alle drei verletzen Unschuldige, allen voran die Armen, weil diese die Zeche zahlen müssen für das schöne Leben der Korrupten! Die Rechnung bezahlen diese Unschuldigen. Nun, der Herr sagt aber auch ganz klar, was er mit den Korrupten machen wird: Ich werde dein Geschlecht hinwegfegen. Ich werde von Ahabs Geschlecht alles, was männlich ist, bis zum letzten Mann in Israel ausrotten.“

Auch Jesus habe Klartext gesprochen: Wer so etwas tue, der solle ins Meer geworfen werden. Der Korrupte denke falsch, fuhr Franziskus fort, denn er denke nur ans Geld.

„Die Korrupten sind Verräter und noch mehr: Die Definition von Korruption ist ja: einer, der stiehlt oder tötet. Und was erwartet sie? Sie sind von Gott Verdammte, weil sie andere unschuldige Menschen mit weißen Handschuhen und mit einer gewissen Distanz ausnützen oder gar töten. Es gibt aber einen Ausweg: Als Ahab hörte, welches Urteil Gott über ihn verhängt hatte, riss er sich die Kleider vom Leib, zog sich einen Sack über und begann zu fasten. Er lief nur noch mit gesenktem Haupt umher. Das war der Anfang seiner Buße.“

Auch Politiker, Wirtschaftsleute und Kirchenmitarbeiter, die korrupt seien, sollten Busse tun wie einst Ahab, so der Papst. Ein Akt der Wiedergutmachung könne allerdings nur so aussehen, wie es beim Zöllner Zachäus der Fall war: vier Mal das Gestohlene zurückzahlen.

„Wenn wir in den Zeitungen davon lesen, dass der oder jener korrupt sei oder dass Schmiergeld von hier nach dorthin geflossen sei und dann noch Kirchenleute involviert seien, dann haben wir als Christen die Pflicht, für diese Korrupten um Vergebung und um Gottes Beistand zu bitten, damit diese Menschen nicht mit einem korrupten Herzen sterben!“

(rv 17.06.2014 mg)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...0%9C/ted-807483
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Thailand: Hotline gegen Protz-Mönche

Thailand: Hotline gegen Protz-Mönche



Thailand macht mobil gegen Protz-Mönche: Am Freitag schaltet das nationale Buddhismusamt eine Sondernummer frei, unter der sich Bürger rund um die Uhr über anstößiges Benehmen buddhistischer Geistlicher beschweren können. Die Hinweise sollen monatlich ausgewertet und an die jeweiligen Klostervorstände weitergeleitet werden. In Kürze solle auch eine Richtlinie über Sanktionen verabschiedet werden, erklärte der Leiter des Amtes in Bangkok, Nopparat Benchawattananant.In den vergangenen Monaten brachten Berichte über exzessiven Lebensstil, Reisen in Privatjets, Drogendelikte und Pädophilie einzelner Mönche den geistlichen Stand in Misskredit.

(kna 19.06.2014 gs)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...nche/ted-807941
des Internetauftritts von Radio Vatikan

20
Juni
2014

Syrien: Mindestens 100.000 aufnehmen

D/Syrien: Mindestens 100.000 aufnehmen



Deutschland sollte mindestens 100.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Das hat nun der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gefordert, der in der Deutschen Bischofskonferenz für die Weltkirche zuständig ist. Anlässlich des UNO-Weltflüchtlingstags am Freitag griff Schick einen Vorschlag des deutschen katholischen Hilfswerks Misereor auf. Zugleich erinnerte der Erzbischof daran, dass Deutschland während des Balkankriegs in den 1990er-Jahren über 300.000 Flüchtlingen Zuflucht bot.

Die Menschen in der Bürgerkriegsregion fühlten sich im Stich gelassen, sagte Schick. Dass Deutschland 20.000 sogenannte Kontingent-Flüchtlinge aufnehme, sei zwar ein guter Schritt, aber nicht ausreichend. Weitere syrische Flüchtlinge würden auch von in Deutschland lebenden Verwandten beherbergt, die sich zur finanziellen Versorgung verpflichten müssten. Doch damit seien diese oftmals überfordert. Der Staat sollte sie unterstützen und etwa eine Krankenversorgung gewährleisten.

Der Erzbischof rief aber auch alle europäischen Staaten auf, Zeichen der Menschlichkeit und Solidarität zu setzen angesichts von über zwei Millionen syrischen Flüchtlingen und vier Millionen Binnenvertriebenen seit 2011. Die Hälfte davon seien Kinder und Jugendliche, die nach Befürchtungen der Vereinten Nationen zu einer "verlorenen Generation" werden könnten.

(kap 19.06.2014 gs)


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