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Maritas / Traudels Blog - Beschreibung
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15
Dezember
2013

Die Ehe steht im Zentrum der Schöpfungsordnung Gottes

Die Ehe steht im Zentrum der Schöpfungsordnung Gottes
Veröffentlicht: 15. Dezember 2013 | Autor: Felizitas Küble

Ansprache von Papst Benedikt XVI. über die Bedeutung von Ehe und Familie beim Weihnachtsempfang für das Kardinalskollegium und die Mitglieder der Römischen Kurie am 21.12.2012:



“Da ist zunächst die Frage nach der Bindungsfähigkeit oder nach der Bindungslosigkeit des Menschen. Kann er sich lebenslang binden? Ist das seinem Wesen gemäß? Widerspricht es nicht seiner Freiheit und der Weite seiner Selbstverwirklichung? DSC05476 - Kopie (2)

Wird der Mensch er selber, indem er für sich bleibt und zum anderen nur Beziehungen eingeht, die er jederzeit wieder abbrechen kann? Ist Bindung für ein Leben lang Gegensatz zur Freiheit? Ist die Bindung auch des Leidens wert?

Die Absage an die menschliche Bindung, die sich von einem falschen Verständnis der Freiheit und der Selbstverwirklichung her wie in der Flucht vor der Geduld des Leidens immer mehr ausbreitet, bedeutet, daß der Mensch in sich bleibt und sein Ich letztlich für sich selbst behält, es nicht wirklich überschreitet.

Aber nur im Geben seiner Selbst kommt der Mensch zu sich selbst, und nur indem er sich dem anderen, den anderen, den Kindern, der Familie öffnet, nur indem er im Leiden sich selbst verändern läßt, entdeckt er die Weite des Menschseins.”

15
Dezember
2013

Papstschreiben Evangelii Gaudium: Eine Zusammenfassung

Papstschreiben Evangelii Gaudium: Eine Zusammenfassung



RealAudioMP3 „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen:“ So beginnt die Apostolische Exhortation „Evangelii Gaudium“, mit der Papst Franziskus das Thema der Verkündigung der Frohen Botschaft in der Welt von Heute entwickelt. Dazu zieht er unter anderem die Arbeiten der Bischofssynode heran, die vom 7. bis zum 28. Oktober 2012 im Vatikan zum Thema der Neuevangelisierung getagt hatte. Die Exhortation ist aber keine „postsynodale“, sich also ausschließlich auf diese Synode beziehender Text. Er habe sich auch Rat geholt, um seine eigenen „Besorgnisse zum Ausdruck zu bringen, die mich in diesem konkreten Moment des Evangelisierungswerkes der Kirche bewegen“ (16). Der Papst benennt auch die Grenzen, die er sich selbst und seinem Schreiben setzt: Vom päpstlichen Lehramt dürfe man keine „endgültige oder vollständige Aussage zu allen Fragen“ erwarten. Es sei nicht angebracht, die Ortsbischöfe in der Bewertung aller Probleme zu ersetzen. „In diesem Sinn spüre ich die Notwendigkeit, in einer heilsamen „Dezentralisierung“ voranzuschreiten.“ (16).

„In diesem Schreiben möchte ich mich an die Christgläubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude geprägt ist, und um Wege für dem Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzeigen.“ (1) Der Papst wendet sich an alle Getauften, er spricht von einem „Zustand permanenter Mission“ (25), in den wir uns versetzen müssen, um allen Menschen die Liebe Gottes zu bringen und die große Gefahr zu vermeiden, in der die Welt heute lebt: Die individualistische Traurigkeit, wie Papst Franziskus es nennt, eine Verbindung von Begehren, Oberflächlichkeit und innerer Abgeschottetheit (2).

Verkündende Dynamik

„Neue Wege“ und „kreative Methoden“ sollen dazu dienen, die „ursprüngliche Frische der Frohen Botschaft“ neu zu erschließen. Jesus soll aus den „langweiligen Schablonen“ befreit werden, in die wir ihn gepackt haben (11). Zwei Dinge braucht es dazu. Erstens den „Weg einer pastoralen und missionarischen Neuausrichtung (...), der die Dinge nicht so belassen darf wie sie sind“ (25), zweitens eine Reform der Strukturen der Kirche.

Papst Franziskus denkt dabei auch an eine „Reform des Papsttums“, weil er dazu berufen sei, das zu leben, was er von anderen verlange (32). Auch sein Amt müsse immer mehr der Bedeutung treu werden, die Christus ihm geben wollte. Das Papsttum müsse „mehr den gegenwärtigen Notwendigkeiten der Evangelisierung“ entsprechen (32). In diesem Zusammenhang lenkt Franziskus den Blick auf die Ortskirchen, konkret auf die Bischofskonferenzen, die „Subjekte mit konkreten Kompetenzbereichen (...) einschließlich einer gewissen authentischen Lehrautorität“ werden sollten, so wie es das Zweite Vatikanische Konzil gewünscht habe. „Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen.” (32) Man dürfe keine Angst haben, Dinge anzugehen, die zwar historisch gewachsen seien, aber nicht direkt mit dem Evangelium zusammen hingen (43).

Ein Zeichen für die Annahme Gottes sei es, überall offene Kirchen zu haben. Menschen auf der Suche ertrügen nicht die „Kälte einer verschlossenen Tür“. „Auch die Türen der Sakramente dürften nicht aus irgendeinem beliebigen Grund geschlossen werden“, so Franziskus (47), was besonders für die Taufe gelte. Die Eucharistie sei „nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen.“ (47) Das habe auch postorale Konsequenzen, so der Papst weiter, und man müsse diese „mit Besonnenheit und Wagemut“ angehen. Noch einmal betont Franziskus: „Mir ist eine ‚verbeulte’ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.“ (49)

Gefahren der Weltlichkeit

Papst Franziskus weist in seinem Schreiben auf die Versuchungen für die Seelsorger und Hirten hin: Individualismus, Krise der Identität oder Rückgang des Eifers (78). Die größte Gefahr aber sei der „graue Pragmatismus des kirchlichen Alltags, bei dem scheinbar alles mit rechten Dingen zugeht, in Wirklichkeit aber der Glaube verbraucht wird und ins Schäbige absinkt“, zitiert Franziskus Kardinal Joseph Ratzinger (83). Man solle Zeichen der Hoffnung sein und nicht in einen sterilen Pessimismus absinken (84, 86), um eine „Revolution der zärtlichen Liebe“ zu erreichen (88). Zu oft fliehe man in eine „’Spiritualität des Wohlbefindens’ ohne Gemeinschaft“ oder eine „’Theologie des Wohlstands’ ohne brüderlichen Einsatz“ (90), in denen die geistliche Weltlichkeit die Oberhand gewinne. Diese Weltlichkeit suche immer nur das eigene Wohl und nicht Gott (93).
Papst Franziskus spricht von denen, die sich für etwas Besseres halten, die einem überholten Stil von Katholizismus anhingen, die sich einer übertriebenen Pflege der Liturgie verschreiben, die gesellschaftliche Anerkennung suchen, die zu Funktionären werden. Papst Franziskus zählt die Versuchungen auf, die alle den einen Kern hätten: Hier fehlt Christus (95). „Es ist eine schreckliche Korruption mit dem Anschein des Guten. Man muss sie vermeiden, indem man die Kirche in Bewegung setzt, dass sie aus sich herausgeht, in eine auf Jesus Christus ausgerichtete Mission, in den Einsatz für die Armen.“ (97)

Papst Franziskus appelliert an die Gemeinschaft der Kirche, nicht in gegenseitigen Neid und Gegnerschaft zu verfallen - „Wie viele Kriege innerhalb des Gottesvolkes und in den verschiedenen Gemeinschaften!“ (98) Der Schmerz derer, die unter Verwundungen leiden, soll nicht übergangen werden, aber trotzdem stelle sich beim Betrachten der Auseinandersetzungen die Frage: „Wen wollen wir mit diesem Verhalten evangelisieren?“ (100)

Die Rolle der Laien

Franziskus unterstreicht die Notwendigkeit, die Verantwortung der Laien für die Kirche zu stärken. Teils durch mangelnde Ausbildung, teils durch „ausufernden Klerikalismus“ spielten die Laien nicht die Rolle, die sie spielen sollten. Auch müssten die „Räume für eine wirksamere weibliche Gegenwart in der Kirche noch erweitert werden“, vor allem dort, wo die wichtigen Entscheidungen fielen. (92,93) „Die Beanspruchung der legitimen Rechte der Frauen (…) stellt die Kirche vor tiefe Fragen, die sie herausfordern und die nicht oberflächlich umgangen werden können“. (104) Im gleichen Zusammenhang stellt Papst Franziskus aber noch einmal fest, dass das den Männern vorbehaltene Priestertum nicht zur Diskussion stehe, aber „Anlass zu besonderen Konflikten geben (kann), wenn die sakramentale Vollmacht zu sehr mit der Macht verwechselt wird“ (104). Auch die Jugendlichen müssten eine größere Rolle in der Kirche spielen, so der Papst weiter (106).

Der Papst geht auch auf die Fragen des Zusammenhanges von Glaube und Kultur ein, die unter dem Begriff der ‚Inkulturation’ zusammengefasst werden. Die Kirche verfüge nicht über ein einziges kulturelles Modell. Vielmehr drücke sich die „authentische Katholizität ... in der Verschiedenheit aus“ (116). Die Kirche könne nicht erwarten, dass die gesamte Welt das Modell übernähme, das sich in der Geschichte Europas herausgebildet hätte (118): „Die Kultur ist etwas Dynamisches, das von einem Volk ständig neu erschaffen wird“ (122). Hier sei besonders die Volksfrömmigkeit von Bedeutung, so Franziskus, „in der der empfangene Glaube in einer Kultur Gestalt angenommen hat und ständig weitergegeben wird“ (123). Um diese Weitergabe fruchtbar zu machen, ruft der Papst die Theologen auf, den Dialog und die Begegnung zu fördern und zu reflektieren. „Doch ist es für diese Aufgabe nötig, dass ihnen die missionarische Bestimmung der Kirche und der Theologie selbst am Herzen liegt und sie sich nicht mit einer Schreibtisch-Theologie zufrieden geben.“ (133)

Gerechtigkeit und Menschlichkeit

„In der Wurzel ungerecht” nennt Papst Franziskus das aktuelle ökonomische System (59). Diese Form der Wirtschaft töte, denn in ihr herrsche das Gesetz des Stärkeren. Der Mensch sei nur noch als Konsument gefragt, und wer das nicht leisten könne, der werde nicht mehr bloß ausgebeutet, sondern ausgeschlossen, weggeworfen. Diese Kultur des Wegwerfens habe etwas Neues geschaffen. „Die Ausgeschlossenen sind nicht „Ausgebeutete“, sondern Müll, „Abfall“.“ (53) Die Welt lebe in einer neuen Tyrannei des „vergötterten Marktes“, die manchmal sichtbar, manchmal virtuell sei. Hier regiere die Finanzspekulation, die Korruption und Egoismen, die sich etwa in Steuerhinterziehung ausdrückten (56).

Franziskus weist auch auf Angriffe auf die Religionsfreiheit hin, auf die „neuen Situationen der Christenverfolgung, die in einigen Ländern alarmierende Stufen des Hasses und der Gewalt erreicht haben.“ (61)

Auch die Familie durchlaufe eine tiefe kulturelle Krise, so Franziskus. Sie sei der Ort des Lernens, mit Verschiedenheiten umzugehen und zu reifen, werde aber „tendenziell als eine bloße Form affektiver Befriedigung gesehen“ (66). Dagegen zerstöre „der postmoderne und globalisierte Individualismus“ die Bindungen zwischen Menschen und die Familienbande. (67)

Der Papst betont die Verbindung zwischen der Verkündigung und der Förderung der Menschlichkeit, „die sich notwendig in allem missionarischen Handeln ausdrücken und entfalten muss“ (178). Man könne von der Kirche nicht erwarten, dass sie den Glauben ins Privatleben verlege und so keinen Einfluss mehr habe auf das soziale Zusammenleben. „Wer würde es wagen, die Botschaft des heiligen Franz von Assisi und der seligen Teresa von Kalkutta in ein Gotteshaus einzuschließen und zum Schweigen zu bringen?“ (183) Franziskus zitiert an dieser Stelle Papst Johannes Paul II.: Die Kirche könne nicht abseits stehen, wenn es um das „Ringen um Gerechtigkeit“ geht.

Die Armen seien für die Kirche zuerst eine theologische Kategorie, dann erst eine soziologische oder politische. „Aus diesem Grund wünsche ich mir eine arme Kirche für die Armen.“ (198) Jede Gemeinschaft in der Kirche, welche die Armen vergesse, stehe in der „Gefahr der Auflösung“ (207), weil das religiöse Tun fruchtlos werde und in einer „spirituellen Weltlichkeit“ aufgehe.

Papst Franziskus lädt zu einer Sorge um die Schwächsten ein: Die Kirche müsse den „neuen Formen von Armut und Hinfälligkeit – den Obdachlosen, den Drogenabhängigen, den Flüchtlingen, den eingeborenen Bevölkerungen, den immer mehr vereinsamten und verlassenen alten Menschen usw.“ Aufmerksamkeit schenken. Mit Blick auf Migranten ruft der Papst zu einer „großherzigen Öffnung auf, die, anstatt die Zerstörung der eigenen Identität zu befürchten, fähig ist, neue kulturelle Synthesen zu schaffen.“ (210)

Ein brennendes Thema seien auch die neuen Formen der Sklaverei, die unsere Gesellschaft hervorbringe, so der Papst. Die neuen Sklaven seien diejenigen, die wir jeden Tag umbrächten durch Arbeit in illegalen Fabriken, im Netz der Prostitution, in den zum Betteln missbrauchten Kindern. „Es gibt viele Arten von Mittäterschaft. Die Frage geht alle an! Dieses mafiöse und perverse Verbrechen hat sich in unseren Städten eingenistet, und die Hände vieler triefen von Blut aufgrund einer bequemen, schweigenden Komplizenschaft.“ (211)

Zu den Schwächsten, derer sich die Kirche annehme, gehörten auch die ungeborenen Kinder, denen die Würde des menschlichen Lebens verweigert würde (213). In diesem Punkt werde die Kirche gerne ins Lächerliche gezogen, indem man „ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives“ darstelle. Doch sei die Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden. Die Kirche werde ihre Einstellung in der Frage der Abtreibung nicht ändern, stellte der Papst klar. Der Schutz des ungeborenen Lebens sei keine Frage der „Modernität“, der sich die Kirche anpassen müsste. Wahr sei aber auch, „dass wir wenig getan haben, um die Frauen angemessen zu begleiten, die sich in sehr schweren Situationen befinden“, etwa nach Vergewaltigungen: „Wer hätte kein Verständnis für diese so schmerzlichen Situationen?“ (214).

Dialog

Die Verkündigung impliziere den Weg des Dialogs, so der Papst. Dieser Weg öffne die Kirche für die Zusammenarbeit mit politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Institutionen und Gruppen (238). Hier hinein gehört auch die Ökumene, die ein unaufgebbarer Teil der Verkündigung sei, die Spaltung der Christen verhindere das glaubwürdige Zeugnis. Außerdem könnten die Christen viel voneinander lernen, Franziskus weist hier auf die orthodoxen Kirche und ihre Tradition der Synodalität hin“ (246).

Der Dialog und die Freundschaft mit den Kindern Israels sei ebenfalls ein Teil des Lebens der Jünger Jesu (248). Auch der interreligiöse Dialog, geführt mit einer „klaren und freudigen Identität“, sei eine notwendige Bedingung für den Frieden in der Welt und verdunkle die christliche Verkündigung keineswegs (250,251). Demütig bitte er die Länder mit islamischer Tradition darum, „in Anbetracht der Freiheit, welche die Angehörigen des Islam in den westlichen Ländern genießen, den Christen Freiheit zu gewährleisten, damit sie ihren Gottesdienst feiern und ihren Glauben leben können.“ (253)

Verkündiger im Heiligen Geist

Im Abschlusskapitel spricht Papst Franziskus von den Evangelisatoren, die sich dem Handeln des Heiligen Geistes öffnen. „Der Heilige Geist verleiht außerdem die Kraft, die Neuheit des Evangeliums mit Freimut (parrhesía) zu verkünden, mit lauter Stimme, zu allen Zeiten und an allen Orten, auch gegen den Strom.“ (259). Dies seien Verkünder, die beteten und arbeiteten, sie seien überzeugt, dass „die Mission (...) eine Leidenschaft für Jesus (ist), zugleich aber eine Leidenschaft für sein Volk.“ (268) Eingeladen, Zeugnis abzulegen für den Grund unserer Hoffnung würden sie das nicht als Feinde tun, die verurteilten (271). Der Papst ermutigt: „Da wir nicht immer diese aufkeimenden Sprossen sehen, brauchen wir eine innere Gewissheit und die Überzeugung, dass Gott in jeder Situation handeln kann, auch inmitten scheinbarer Misserfolge, denn ‚diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen’ (2 Kor 4,7).“ (279)

Die Exhortation schließt mit einem Mariengebet, „denn jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe.“ (288)

(rv 26.11.2013 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/11/...sung/ted-750010
des Internetauftritts von Radio Vatikan

15
Dezember
2013

Großes Latinum und Gesamtschule

Großes Latinum und Gesamtschule

Einen treffenden Vergleich für den amtierenden und den emeritierten Papst hat der deutsche Entertainer Harald Schmidt gefunden. Benedikt XVI. sei ein „Großes-Latinum-Papst“, Franziskus ein „Gesamtschulen-Papst“, sagte der Showmaster der „Welt am Sonntag“. Für ihn sei der Papstrücktritt das wichtigste Ereignis des zurückliegenden Jahres gewesen, so der praktizierende Katholik. Unter Benedikt XVI. habe „jedes Taschentuch einen historisch aufgeladenen Hintergrund“ gehabt. Der neue Papst hingegen wolle „eher was Verbeultes“, eine Kirche, in der es „laut ist, brodelt und stinkt“. Überrascht zeigte sich Schmidt aber auch von Franziskus' Vorgänger: „Ich wusste gar nicht, dass ein Papst zurücktreten darf.“ Benedikt XVI. sei bis zum Schluss seiner
Linie treu geblieben. „Absolut großartiger Abgang“, urteilte der Showmaster.

(kna 15.12.2013 gs)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/12/...hule/ted-755879
des Internetauftritts von Radio Vatikan

15
Dezember
2013

Franziskus: „Ökumene ist vorrangig für mich“

Franziskus: „Ökumene ist vorrangig für mich“



RealAudioMP3 Papst Franziskus hat die Einheit der Christen als eine Priorität seines Amtes bezeichnet. In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“, das an diesem Sonntag erschien, erinnerte Franziskus daran, dass es heute eine „Ökumene des Blutes“ gebe, die es bei der Suche nach Einheit mehr zu berücksichtigen gelte. „In einigen Ländern bringen sie Christen um, weil sie ein Kreuz tragen oder eine Bibel haben, und bevor sie sie umbringen, fragen sie nicht, ob sie anglikanisch, lutheranisch, katholisch oder orthodox sind. Für die, die umbringen, sind wir Christen. Vereint im Blut, auch wenn wir unter uns nicht imstande sind, die nötigen Schritte zur Einheit zu setzen, und vielleicht auch die Zeit noch nicht reif ist“, so der Papst wörtlich. In Hamburg habe er einen Pfarrer gekannt, der die Seligsprechung eines katholischen Priesters und Nazi-Märtyrers betrieb. In der Reihe der Hinzurichtenden sei hinter diesem Priester ein protestantischer Pastor gestanden, der so wie der Priester von den Nazis exekutiert worden sei, weil er Kindern Religionsunterricht erteilte. Der Hamburger Pfarrer habe ihm, Franziskus, erzählt, er sei zu seinem Bischof gegangen und habe ihm gesagt: „Ich arbeite weiter an diesem Verfahren, aber für alle beide, nicht nur für den katholischen Priester. Das, so Franziskus, sei „Ökumene des Blutes“.

Seine Begegnungen mit diversen orthodoxen Patriarchen habe ihn einiges gelehrt, so der Papst weiter; er benannte unter anderem das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, Bartholomaios, Hilarion, den russisch-orthodoxen Außenamtsleiter, und den koptischen Papst Tawadros, den er als „Mystiker“ bezeichnete. Franziskus wörtlich: „Ich habe mich als ihr Bruder gefühlt. Sie stehen in apostolischer Nachfolge, ich habe sie als Brüder im Bischofsamt empfangen.“ Es sei schmerzvoll, nicht die Eucharistie miteinander feiern zu können, „aber Freundschaft ist vorhanden.“ Das sei überhaupt der Weg: Freundschaft, gemeinsame Arbeit, und Gebet für die Einheit. „Wir haben einander gegenseitig gesegnet, ein Bruder segnet den anderen, ein Bruder heißt Petrus, der andere Andreas, Markus, Thomas…“

Zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen sagte Franziskus, ihr Ausschluss von der Kommunion dürfe nicht als „Strafe“ verstanden werden. Viele hätten entsprechende Passagen seines Lehrschreibens „Evangelii gaudium“ in eine bestimmte Richtung interpretiert, doch habe er das Problem darin nicht aufgegriffen. Die Kardinalsversammlung im Februar werde sich mit der Sakramentenpastoral für wiederverheiratete Geschiedene beschäftigen, ebenso die beiden Bischofssynoden 2014 und 2015.

Vorwürfe, er vertrete in seiner Wirtschaftsethik „marxistische“ Theorien, wies Franziskus in dem Interview zurück. „Die marxistische Ideologie ist falsch“, sagte der Papst. „Aber in meinem Leben habe ich viele menschlich gute Marxisten getroffen, und deshalb fühle ich mich nicht angegriffen.“ Alles, was er in „Evangelii gaudium“ geschrieben habe, stimme mit der katholischen Soziallehre überein. Konservative Christen in den USA hatten Franziskus als „Marxisten“ gebrandmarkt, weil er in seinem Lehrschreiben das kapitalistische Wirtschaftssystem der Gegenwart scharf kritisiert. Ein einziges spezifisches Zitat habe er benutzt, sagte Franziskus: Die kapitalistische Wirtschaftstheorie verspreche, die Armen würden davon profitierten, wenn ein Glas so voll sei, dass es überfließt. „Doch wenn das Glas voll ist, dann vergrößert es sich jedes Mal auf wundersame Weise, und so kommt für die Armen nie etwas heraus“, erklärte der Papst.

Auf die Frage, ob es Frauen im Kardinalamt geben werde, wiederholte Franziskus, Frauen müssten in der Kirche wertgeschätzt, nicht „klerikalisiert“ werden. „Wer an Kardinälinnen denkt, leidet ein wenig an Klerikalismus“, so der Papst wörtlich. Über die Zukunft des vatikanischen Geldinstitutes IOR äußerte sich Franziskus zurückhaltend. Die „Zentralbank“ des Vatikans sei eigentlich die päpstliche Güterverwaltung APSA. Das IOR sei entstanden, um die Werke der Religionen, Missionen und der Kirche in armen Ländern zu helfen und erst später zu der Institution geworden, die es heute sei.

Wie verbringt Papst Franziskus Weihnachten? Oft habe er nach der Mette einige Stunden allein in der Kapelle zugebracht, bis es Zeit für die Frühmesse war. Das sei ein „Gefühl tiefen Trostes und Friedens“ gewesen. 1974 habe er in Rom eine Nacht des Gebets nach der Weihnachtsmette im Centro Astalli, der Flüchtlings-Notaufnahme der Jesuiten, zugebracht. Für ihn bedeute das Fest der Geburt Christi, über die Begegnung Gottes mit seinem Volk nachzudenken.

(la stampa 15.12.2013 gs)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/12/...0%9C/ted-755892
des Internetauftritts von Radio Vatikan

15
Dezember
2013

"Unsere Freude ist Christus, seine treue und unerschöpfliche Liebe!" Die Worte des Papstes beim Angelus-Gebet

"Unsere Freude ist Christus, seine treue und unerschöpfliche Liebe!"
Die Worte des Papstes beim Angelus-Gebet

Vatikanstadt, 15. Dezember 2013 (ZENIT.org)

Der Heilige Vater Franziskus zeigte sich heute um 12.00 Uhr am Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast, um gemeinsam mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen und Pilgern das Angelus-Gebet zu sprechen.

Zur Einführung in das Mariengebet sprach der Papst die folgenden Worte, die wir hier in einer eigenen Übersetzung dokumentieren.

***



[Vor dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Heute ist der dritte Adventssonntag, der auch „Gaudete“ genannt wird, das heißt, der Sonntag der Freude. In der Liturgie erklingt diese Aufforderung zur Freude mehrmals. Doch worüber sollen wir uns freuen? Darüber, dass der Herr nah ist. Weihnachten ist nah! Die christliche Botschaft hat einen Namen; sie heißt „Evangelium“, und das bedeutet „frohe Botschaft“; eine gute Nachricht für das ganze Volk. Die Kirche ist kein Zufluchtsort für traurige Menschen; sie ist das Haus der Freude! Wer traurig ist, findet in ihr die Freude, die wahre Freude!

Doch die Freude des Evangeliums ist nicht irgendeine Freude. Sie hat ihren Grund darin, dass wir uns von Gott aufgenommen und geliebt wissen. Der Prophet Jesaja (vgl. 35,1-6a.8a-10) erinnert uns heute daran, dass Gott kommt, um uns zu retten, und dass er vor allem den Bedrängten zur Hilfe eilt. Sein Kommen unter uns macht stark, gibt Mut und Festigkeit, lässt Wüste und Steppe jubeln; dass heißt, unser Leben wenn es kahl und unfruchtbar geworden ist. Und wann wird unser Leben unfruchtbar? Wenn ihm das Wasser des Wortes und des liebenden Geistes Gottes fehlt. Ganz gleich, wie groß unsere Grenzen und Fehler auch sein mögen: Es ist uns nicht erlaubt, schwach zu sein und angesichts der Hürden und unserer eigenen Schwächen zu zögern. Im Gegenteil, wir sind dazu aufgerufen, unsere Hände zu stärken, unsere Knie zu festigen, Mut zu fassen und uns nicht zu sorgen, weil unser Gott uns immer die Größe seiner Barmherzigkeit zeigt. Er gibt uns die Kraft, weiterzumachen. Er ist immer mit uns und hilft uns, weiterzumachen. Gott liebt uns; deshalb ist er mit uns, um uns zu helfen, uns zu stärken und die Kraft zu geben, weiterzumachen. Also Mut! Machen wir weiter! Dank seiner Hilfe sind wir in der Lage, immer wieder aufs Neue zu beginnen. Wie? Neu beginnen? Manche werden sagen: „Nein, ich habe zu viel falsch gemacht… Ich bin ein großer Sünder, eine große Sünderin… Ich kann nicht neu beginnen!“ Doch das ist ein Irrtum! Du kannst neu beginnen! Warum? Weil er auf dich wartet, weil er dir nah ist, weil er dich liebt, weil er barmherzig ist und vergibt, weil er dir die Kraft zum Neubeginn gibt! Er gibt sie uns allen! Durch ihn sind wir in der Lage, unsere Augen wieder aufzuschlagen, unsere Traurigkeit zu überwinden und einen neuen Gesang anzustimmen. Diese echte Freude bleibt uns immer erhalten, auch in den Prüfungen, auch im Leid, denn es ist keine oberflächliche Freude, sondern eine, die tief im Menschen verwurzelt ist, der sich Gott anvertraut und sich auf ihn verlässt.

Die christliche Freude, wie auch die Hoffnung, liegt in der Treue Gottes begründet, in der Gewissheit, dass er immer hält, was er verspricht. Der Prophet Jesaja will denen Mut machen, die ihren Weg verloren haben und verzweifeln; er fordert sie auf, ihr Vertrauen in die Treue des Herrn zu setzen, denn sein Heil wird nicht auf sich warten lassen. Alle, die auf ihrem Lebensweg Christus begegnet sind, tragen in ihren Herzen eine Ruhe und eine Freude, die niemand ihnen mehr nehmen kann. Unsere Freude ist Christus, seine treue und unerschöpfliche Liebe! Das bedeutet auch, dass ein Christ, der traurig wird, sich von Jesus entfernt hat. Aber gerade dann darf man ihn nicht allein lassen! Wir müssen für ihn beten und ihn die Wärme der Gemeinschaft spüren lassen.

Die Jungfrau Maria helfe uns, eiligen Schrittes nach Betlehem zu gehen, um das Kind zu treffen, das für uns geboren wurde, zur Rettung und Freude aller Menschen. Zu ihr sagte der Engel: „Freue dich, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28). Möge sie für uns erreichen, dass wir die Freude des Evangeliums zu Hause, am Arbeitsplatz, in unserer Pfarrgemeinde und jedem anderen Umfeld erleben können. Eine innige Freude, die aus Verwunderung und Zärtlichkeit besteht. Dieselbe Freude, die eine Mutter empfindet, wenn sie ihr neugeborenes Kind betrachtet und spürt, dass es ein Geschenk Gottes ist, ein Wunder, für das wir nur danken können!

[Nach dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern!

Es tut mir leid, dass ihr im Regen steht! Doch ich bin mit euch, auch ich stehe hier… Ihr sein mutig! Danke!

Heute geht mein erster Gruß an die Kinder der Stadt Rom, die für den traditionellen „Kindersegen“ gekommen sind, eine Initiative der Römischen Oratorien. Liebe Kinder, wenn ihr zu Hause vor eurer Krippe betet, denkt dabei auch an mich, so wie ich an euch denke. Danke! Frohe Weihnachten!

Ich grüße die Familien, Pfarrgruppen, Vereine und alle Pilger, die aus Rom, aus Italien und aus der ganzen Welt gekommen sind, besonders aus Spanien und aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Herzlich grüße ich auch die Jugendlichen aus Sambia, denen ich wünsche, „lebendige Steine“ für den Bau einer menschlicheren Gesellschaft zu werden. Diesen Wunsch dehne ich auch auf alle anderen jungen Menschen aus, die heute hier sind, besonders auf die Jugendlichen aus Piscopio und Gallipoli und auf die Studenten der lukanischen „Azione Cattolica“.

Ich grüße die Chöre aus Vicenza, l’Aquila und Mercato San Severino; die Gläubigen aus Silvi Marina und San Lorenzello, und auch die Mitglieder der CRAL Telecom und ihre Angehörigen.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag und eine gesegnete Mahlzeit. Auf Wiedersehen!
(15. Dezember 2013) © Innovative Media Inc

*****

„Mit Gott können wir immer wieder neu anfangen“

RealAudioMP3 Die Kirche ist kein Ort trauriger Leute, sondern ein Ort der Freude. Daran hat Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz erinnert. Den dritten Advent begeht die Kirche als „Gaudete“, das heißt als Freuden-Sonntag, weil die Ankunft des Herrn nahe ist. Die Freude des Evangeliums sei auch nicht „irgendeine Freude“, sondern eine, die ihren Grund im Angenommensein durch Gott und in seiner Liebe finde, sagte Franziskus.

„Gott ist der, der kommt und uns rettet, und er steht besonders jenen bei, die verlorenen Herzens sind. Sein Kommen unter uns gibt Mut, stärkt, bringt die Wüste zum Blühen, die entsteht, wenn unser Leben austrocknet, das heißt ohne Wasser vom Wort Gottes und seinem Geist der Liebe bleibt.“

Wenn ein Christ traurig werde, dann habe er sich von Jesus entfernt, und dann gelte es, ihn nicht allein zu lassen, sondern ihn „die Wärme der Gemeinschaft“ spüren zu lassen. Gott verleihe die Kraft, immer wieder neu anzufangen, bekräftigte der Papst.

„Dank der Hilfe Gottes können wir Trauer und Tränen überwinden und ein neues Loblied anstimmen. Diese echte Freude bleibt auch in Zeiten der Prüfung, auch im Leid, weil sie nicht oberflächlich ist, sondern in die Tiefe des Menschen reicht und sich Gott anvertraut. Die Freude des Christen hat, so wie die Hoffnung, ihren Grund in der Treue Gottes, in der Gewissheit, dass er seine Versprechen erfüllt.“

Bei regnerischem Wetter waren immer noch Tausende Pilger und Besucher auf den Petersplatz gekommen, viele von ihnen waren Kinder, die – wie am Gaudete-Sonntag üblich – die Jesuskind-Figuren aus ihren Krippen mitbrachten, um sie vom Papst segnen zu lassen.

(rv 15.12.2013 gs)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/12/...0%9C/ted-755866
des Internetauftritts von Radio Vatikan






15
Dezember
2013

15.12.2013 Südafrika verneigt sich vor dem Freiheitshelden : Berührendes Staatsbegräbnis für Nelson Mandela



Trauer um Mandela


15.12.2013
Südafrika verneigt sich vor dem Freiheitshelden : Berührendes Staatsbegräbnis für Nelson Mandela

Persönliche oder politische Differenzen spielten am Sonntag keine Rolle. Ganz Südafrika verneigte sich gemeinsam vor Nelson Mandela, dem "Vater der Nation", als dieser mit militärischen Ehren zu seiner letzten Ruhestätte begleitet wurde.

Es war ein bewegender und sehr persönlicher Abschied. Nelson Mandelas langjähriger Freund und Wegbegleiter im Freiheitskampf, Ahmed Kathrada, rührte die Trauergemeinde mit seiner Rede zu Tränen. "Ich fühle eine Leere in meinem Leben", sagte der 84-Jährige. "Ich weiß nicht, an wen ich mich in Zukunft noch wenden soll." Damit sprach Kathrada aus, was viele Südafrikaner nach dem Tod ihres Freiheitshelden Mandela fühlen. Der erste demokratisch gewählte Präsident hat in seinem Land eine Lücke hinterlassen, die schwer zu füllen sein wird.

Rund 4.500 geladene Gäste waren am Sonntag zu Mandelas Staatsbegräbnis in seinen Heimatort Qunu in der Ostkap-Provinz gereist, unter ihnen auch der britische Thronfolger Prinz Charles und der Geschäftsmann Sir Richard Branson. Nachbarn und andere Einwohner der ländlichen Region waren enttäuscht, dass sie nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen durften. Wie alle anderen Südafrikaner konnten sie die Trauerfeier nur live im Fernsehen und auf Großleinwänden verfolgen.

In allen Reden wurde das einzigartige Lebenswerk Mandelas geehrt, der am 5. Dezember gestorben war. Anekdoten von persönlichen Begegnungen, wie sie beispielsweise Sambias ehemaliger Präsident Kenneth Kaunda schilderte, sorgten zwischendurch für Heiterkeit.

95 Kerzen, eine für jedes Lebensjahr

Generell aber blieb die Stimmung emotional und nachdenklich. Auf der Bühne des riesigen weißen Festzeltes brannten 95 Kerzen vor einem großformatigen Porträt Mandelas, eine für jedes Lebensjahr.

Der Sarg war in die südafrikanische Flagge gehüllt. In der ersten Reihe saßen Mandelas Witwe Graça Machel und seine Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela. Ihre Gesichter waren von Trauer gezeichnet, mehrmals wischten sie sich Tränen aus den Augen. Der Repräsentant der Familie, Ngangomhlaba Matanzima, äußerte in seiner Ansprache den Wunsch, dass Südafrika und der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) Mandelas Vorbild folgen mögen.

Später bekräftigte Südafrikas Präsident Jacob Zuma seinen Willen, den von Mandela eingeschlagenen Weg fortzusetzen: "Wir verpflichten uns, noch intensiver für ein Ende der Armut, Ungerechtigkeit und Arbeitslosigkeit zu arbeiten." Anders als bei der zentralen Trauerfeier am Dienstag im Fußballstadion von Johannesburg wurde er diesmal mit höflichem Applaus statt mit Buh-Rufen empfangen. Im kommenden Jahr stellt sich Zuma zur Wiederwahl. Aber an diesem Tag verneigte sich ganz Südafrika vor Mandela und nahm gemeinsam Abschied vom geliebten "Vater der Nation".

Die Zeremonie verband die Rituale eines Staatsaktes mit christlichen Traditionen und Bräuchen von Mandelas Thembu-Stamm, der zum Volk der Xhosa zählt. Zu Beginn wurde die südafrikanische Nationalhymne gesungen, der Bischof der methodistischen Kirche im Südlichen Afrika, Ziphozihle Siwa, hielt eine kurze Predigt. Mandela war bei seiner Einschulung methodistisch getauft worden.

Außerdem trat ein traditioneller Lobsänger auf, der "Imbongi" Zolani Mkiva. Zahlreiche Rituale sollten dem Geist des Verstorbenen laut traditionellem Glauben den Übergang in die Welt der Ahnen erleichtern. In den frühen Morgenstunden war ein Ochse geschlachtet worden, Mandelas Leichnam wurde in ein Leoparden-Fell gehüllt, die Familie hatte die ganze Nacht an seiner Seite gewacht. Die Beisetzung musste laut Tradition in den Mittagsstunden stattfinden, wenn die Sonne im Zenit steht.

Konflikte standen im Hintergrund

Nach dem Staatsakt, der erst mit etwa einer Stunde Verspätung zu Ende ging, wurde der Sarg gegen 12 Uhr Ortszeit in einer Prozession einen Hügel hinauf zur Grabstätte gebracht. An der Beisetzung Mandelas nahmen nur noch etwa 450 Trauergäste teil. Neben Familienangehörigen waren darunter auch ehemalige und amtierende Staatsoberhäupter, traditionelle und religiöse Anführer.

Auch der emeritierte anglikanische Erzbischof Desmond Tutu war entgegen einer früheren Absage gekommen, nachdem die Regierung ihn ausdrücklich eingeladen hatte. Tutu ist ein scharfer Kritiker von Präsident Zuma und der derzeitigen ANC-Parteispitze. Doch an diesem Tag standen die Konflikte im Hintergrund.
Leonie March
(epd)

15
Dezember
2013

15.12.2013 Töpfer: Große Koalition soll bei Energie- und Klimapolitik nachbessern : Vorreiterrolle übernehmen



Klimawandel


15.12.2013
Töpfer: Große Koalition soll bei Energie- und Klimapolitik nachbessern : Vorreiterrolle übernehmen

Mehr Ehrgeiz von Union und SPD beim Klimaschutz fordert der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Die künftige Bundesregierung müsse gemeinsam mit der EU wieder eine Vorreiterrolle einnehmen, sagt der frühere Chef des UN-Umweltprogramms.

epd: Im Koalitionsvertrag der großen Koalition ist als Klimaziel eine Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2020 angegeben. Wie optimistisch sind Sie, dass dieses Ziel erreicht werden kann?

Töpfer: Wenn wir uns ansehen, welche Instrumente zur Erreichung dieses Ziels angeboten werden, muss ich sagen: Das wird sehr schwer sein. Die Verbesserungen der Energieeffizienz sind nicht so konkret ausgeprägt, dass man einen wirklich großen Beitrag zu Verminderung von CO2-Emissionen bekommt. Die Ausbaugeschwindigkeit bei der erneuerbaren Energie ist ganz sicher vermindert worden. Drittens gibt es keinen Anreiz, keinen ökonomischen Hebel dafür. Dass wir die immer noch notwendige ergänzende Stromerzeugung nicht mit Gaskraftwerken modernster Form, mit Kraft-Wärme-Kopplung machen, sondern mit sehr billigen Kohlekraftwerken, hat im letzten Jahr zu einem Anstieg der CO2-Emissionen geführt. Hier gilt es in der Realität der Regierungstätigkeit wirklich nachzubessern.

epd: Die Deutschen wollen zwar mehrheitlich die Energiewende, stöhnen aber über hohe Strompreise. Müssen nach Ihrer Auffassung neben Schwer- und Exportindustriebetrieben auch die Verbraucher entlastet werden, wenn die Zustimmung zur Energiewende nicht schwinden soll?

Töpfer: Wir können nicht davon ausgehen, dass alle Kosten der Entwicklungsforschung für erneuerbare Energien gleich in die Preise eingerechnet werden, die Sie und ich zu bezahlen haben. Das wird nicht gehen. Warum können wir das nicht in eine Fondslösung einbringen und auch ein bisschen weiter strecken, so wie wir das bei der Infrastruktur etwa im Straßenbau normalerweise tun? Die Stromkosten sind übrigens derzeit auch darum so hoch, weil durch die erneuerbaren Energien der Strompreis an der Börse gesunken ist. Je niedriger er ist, desto höher sind die Umlagen für die Erneuerbaren.

Dennoch spielen für die Energiekosten der Bürger das Auto und die Heizung eine wesentlich größere Rolle als die Strompreise. Ich meine aber auch: Wenn es möglich ist, die Energiekosten für stromintensive und exportorientierte Unternehmen zu senken - was richtig ist -, dann muss das auch möglich sein für diejenigen, die sozial belastet werden, wenn die Preise ansteigen.

epd: Sie haben immer wieder betont, dass eine gelingende Energiewende in Deutschland international Vorbild sei. Welche Chancen Sehen sie für eine globale Einigung auf mehr Klimaschutz, welche Rolle kann Deutschland dabei spielen?

Töpfer: Deutschland und mit Deutschland die Europäische Union müssen zwingend wieder eine führende Rolle einnehmen. Die haben sie im Augenblick nicht. Wir müssen belegen können, dass ein wirtschaftlich stabiles, exportorientiertes Land auch den Wohlstand für seine Bürgerinnen und Bürger erhalten kann, wenn es auf Kernenergie verzichtet und immer weniger CO2 emittiert. Wie können wir sonst erwarten, dass sich die ärmsten Länder der Welt Klimaschutz-Zielsetzungen unterwerfen? Armut ist in allererster Linie Energiearmut. Wir müssen diesen Ländern also auch die Technologien für die Nutzung erneuerbarer Energien anbieten, wenn die dortige Energieversorgung nicht Klimaprobleme auslösen soll. Das ist die globale Verpflichtung bei der Durchsetzung der Energiewende.

Das Interview führte Marlene Grund.
(epd)

15
Dezember
2013

Israel: Junger Kommandant rettet einen Soldaten todesmutig aus der Feuergefahr

Israel: Junger Kommandant rettet einen Soldaten todesmutig aus der Feuergefahr
Veröffentlicht: 15. Dezember 2013 | Autor: Felizitas Küble

Die Untersuchung eines Übungsunfalls an der syrischen Grenze, bei dem vergangenen Dienstag vier israelische Soldaten verletzt worden waren, hat einen beeindruckenden Mut des verantwortlichen Panzer-Kommandanten offenbart: IMG_0672



Mit seinem raschen Eingreifen konnte Leutnant Eylon Tsarfati, der während des Unfalls selbst erheblich verletzt wurde, einen weitaus schlimmeren Ausgang des Unglücks verhindern. Der Kommandant rettete den Fahrer aus dem brennenden Panzer.

Tsarfati und zwei weitere Soldaten waren bereits aus ihrem brennenden Panzer befreit worden, in dem es zu einer Explosion gekommen war. Da bemerkte der Kommandeur, dass sich der Fahrer noch immer in dem brennenden Fahrzeug befand.

Der junge Offizier lief sofort zu dem Panzer zurück, um den Fahrer zu retten, was ihm auch gelang. Und das, obwohl er selbst erhebliche Verletzungen erlitten hatte; so sind seine Beine zu 30 Prozent verbrannt.

Ein Offizier der Armee kommentierte die Rettungsaktion so: „Das ist genau das, was wir von einem Kommandanten der israelischen Armee erwarten.“

Zu dem Vorfall auf den Golanhöhen war es gekommen, als eine Granate nicht abgefeuert werden konnte. Im Panzer wurde dadurch Schwarzpulver verteilt, das durch Mündungsfeuer in Brand gesetzt wurde.

Ohne Tsarfatis beherztes Eingreifen hätte der Unfall wohl ein Menschenleben gefordert, denn im Inneren des Merkava Mark IV-Panzers hatte sich starker Rauch entwickelt.

Ein weiterer Kommandant sagte nach der Rettungsaktion über Tsarfati: „Er hat allein seine Soldaten im Kopf gehabt. Den ganzen Morgen fragte er immer und immer wieder nach ihnen. Er hatte keine Angst davor, zu dem Panzer zurückzulaufen. Er hat sein eigenes Leben riskiert, um das seiner Soldaten zu retten.“

Quelle: http://www.israelheute.com / Foto: Konrad Ruprecht

15
Dezember
2013

Österreich: Euthanasie-Verbot könnte Wirklichkeit werden

Österreich: Euthanasie-Verbot könnte Wirklichkeit werden



Ein Euthanasie-Verbot in dem Land rückt offenbar näher: Die neue Bundesregierung bekenne sich zum Verbot der Sterbehilfe, berichten Medien unter Verweis auf das SPÖ-ÖVP-Regierungsprogramm für die kommenden Jahre: Sie plane einen parlamentarischen Prozess, an dessen Ende die verfassungsrechtliche Verankerung eines Verbotes dieser Praktik stehen könnte. Bezüglich des Grundrechts auf Sterben in Würde hält die Koalitionsvereinbarung fest, dass „Sterbebegleitung, Hospiz und Palliativversorgung bis zuletzt ein hohes Maß an Lebensqualität ermöglichen können“ und die rechtlichen Rahmenbedingungen auch in Zukunft ein würdevolles Sterben ermöglichen müssten. „Zugleich soll ein nachhaltiges Bekenntnis zum Verbot der Tötung auf Verlangen abgegeben werden“, heißt es weiter.
Andere Punkte im Regierungsprogramm umfassten Neuerungen bei der Familienförderung und im Pflegebereich sowie Pläne zur Aktualisierung des Islamgesetzes. Einmal mehr bekenne sich die Regierung auch zum 0,7-Prozent-Ziel bei der Entwicklungshilfe, ohne aber dafür einen Zeitplan zu nennen.
(kap 14.12.2013 pr)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/12/...rden/ted-755597
des Internetauftritts von Radio Vatikan

15
Dezember
2013

Erzbischof Müller verteidigt Wulff und Tebartz-van Elst

Erzbischof Müller verteidigt Wulff und Tebartz-van Elst



Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller hat sich zum Korruptionsprozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff zu Wort gemeldet. „Wer nur ein wenig Gerechtigkeitssinn hat, kann den juristischen und finanziellen Aufwand um 700 Euro nicht verstehen“, sagte er in einem Interview des Münchner Nachrichtenmagazins „Focus“. „Es ist auch nicht zu tolerieren, dass Personen in ihrer Menschenwürde so verletzt und gekränkt werden dürfen, besonders wenn die Vorwürfe gar nicht bewiesen sind“, betonte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation.
Der Erzbischof bekräftigte zudem seine Unterstützung für den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Dieser ist unter anderem wegen des kostspieligen Neubaus des Limburger Diözesanzentrums umstritten. Aufgrund einer Entscheidung von Papst Franziskus hält er sich seit Ende Oktober für unbestimmte Zeit außerhalb seines Bistums auf. Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr nach Limburg antwortete Müller: „Wenn ihm nichts vorzuwerfen ist, was die von jedem Bischof angeforderten Pflichten betrifft, dann muss die Gerechtigkeit und nicht das Kalkül Vorfahrt bekommen.“
Kompetente Baufachleute und auch Bischöfe hätten erklärt, „dass der ganze Gebäudekomplex am Dom kein Protz- und Prunkbau ist“, so der Erzbischof weiter. „Entweder man lässt das zerfallen, oder wenn man es umbaut, kostet es eben das, was es wert ist.“ Überdies sei ein Bischof „nicht der Bauleiter und Rechner“. Er habe andere Aufgaben, „nämlich das Evangelium zu verkünden und die Seelsorge zu leiten“.
(kna 14.12.2013 pr)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/12/...elst/ted-755695
des Internetauftritts von Radio Vatikan

15
Dezember
2013

Bischof Bode über "Evangelii Gaudium" : "Das spricht die Menschen an"



Bischof Bode über "Evangelii Gaudium" : "Das spricht die Menschen an"

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist Vorsitzender der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft bei der Deutschen Bischofskonferenz. Im domradio.de-Interview spricht er über das päpstliche Schreiben Evangelii Gaudium und mögliche Folgen für den Dialog mit den Laien.

domradio.de: Sie haben In einer ersten Stellungnahme über das Schreiben gesagt, Franziskus führe eine neue Sprache ein, an die man sich gewöhnen müsse. Was meinen Sie damit?

Bischof Bode: Der Papst spricht hier eine Sprache, die den Dialog eröffnet, die Fragen nicht abschließt und festsetzt, sondern eher einen Anstoß und einen Weckruf gibt. Und das in sehr markanten Worten und auch in einer Sprache, die vielen Leuten zu Herzen geht. So kennen wir das nicht von päpstlichen Schreiben. Man merkt, dass er sehr aus der Pastoral kommt, dass er aus dem Leben mit den Menschen kommt und Beispiele und Bilder benutzt. Es ist eine sehr lebendige Sprache, fast wie in einem Brief, der geschrieben wird, wo man auch persönlich angesprochen wird. Das ist sehr zupackend, das spricht die Menschen an.

domradio.de: "Der Bischof muss immer das Miteinander in seiner Diözese fördern", schreibt der Papst: Manchmal soll er an der Spitze vorangehen aber manchmal auch inmitten aller sein, weil die Herde ja selbst den Spürsinn besitzt, neue Wege zu finden. Schränkt der Papst damit nicht Ihre bischöfliche Vollmacht ein?

Bischof Bode: Nein, die bischöfliche Autorität sollte nicht daran hängen, dass der Bischof immer nur der erste sein kann und seine Leute nicht zu Entfaltung bringen. Er sollte dazwischen sein, er muss sogar manchmal hinterhergehen, um auch für die Schwächeren da sein zu können. Es ist dieses wunderbare Bild: Vorausgehen, mittendrin sein, hintergehen. Bischöfliche Autorität zeigt sich gerade darin, dass sie auch die Schwächeren zur Entfaltung bringt, und dass der Bischof nicht durch seine Vollmacht die anderen niederdrückt.

Und wenn die Herde den Spürsinn besitzt, neue Wege zu finden, dann ist es am Bischof, das, was an ihn herangetragen wird, natürlich zu prüfen. Ob das insgesamt in die Kirche hineingehört und mit dem Ursprung von Jesu Werk vereinbar ist. Das ist Aufgabe seines Amtes. Das geschieht dann aber in synodalen und gemeinsamen Formen. In einem gemeinsamen Suchen und Ringen und nicht einfach nur durch einen Schiedsspruch.

domradio.de: Was heißt das auch für den Dialogprozess innerhalb der Kirche, da sitzen Sie ja in der Steuerungsgruppe?

Bischof Bode: Es bestätigt sehr stark unsere Vorgehensweise, miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Dialogprozess mag in Einzelheiten noch nicht riesige Erfolge zeitigen, aber einen Erfolg gibt es sicher: Die Gesprächskultur in der Kirche ist gewachsen, der Grundwasserspiegel von Gesprächs- und Dialogkultur ist gestiegen. Das wird in diesem Schreiben bestätigt, der Papst fragt die Bischöfe und die Gläubigen in den Fragen der Ehe- und Familienpastoral. Das sind ja alles Elemente einer dialogischen Weise, Kirche zu sein. Ich fühle mich durch dieses Schreiben sehr darin bestätigt und glaube, dass sich das für den weiteren Fortgang des Dialogprozesses nur positiv auswirken kann.

domradio.de: Erkennen Sie ganz konkrete Wünsche des Papstes in diesem Schreiben?

Bischof Bode: Er spricht ja sehr klar darüber, dass die Kirchenstrukturen nicht zu administrativ sein sollen, dass die Ortskirchen und die Bischofskonferenzen gestärkt werden sollen. Er sagt, der Papst habe nicht alle Fragen von Rom aus zu lösen. Die Sakramente seien nicht nur Belohnungen, sondern auch Hilfen für schwierige Situationen des Lebens. Und dann diese scharfe Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftssystem, dass also der Kapitalismus eine Form sei, die sogar tödlich sein kann, wenn nur das Recht des Stärkeren wirkt. Und die Mitentscheidung von Frauen in der Kirche. Auch wenn er deutlich macht, dass Frauen keine Priester werden können, öffnet er den Raum für die Mitentscheidung in wichtigen Dingen. Er betont auch die Rolle der Laien als Volk Gottes, das gemeinsam unterwegs ist. Er knüpft sehr an das Konzil an. Evangelii gaudium ist ja eine Anknüpfung an "Gaudium et spes", also die Pastoralkonstitution des Konzils über den Dialog in der Ökumene und mit anderen Religionen. Da sind sehr konkrete Vorschläge drin, auch wie man predigt.

domradio.de: Der Papst schreibt, dass die Kommunion ein Heilmittel für die Schwachen sein soll und nicht als Belohnung für die Vollkommenen gedacht ist. Will der Papst die Möglichkeit der Kommunion für Wiederverheiratet-Geschiedene?

Bischof Bode: Das wird er hier nicht sofort intendiert haben, die Frage soll ja bei der nächsten Synode besprochen werden. Aber diese Aussage öffnet dafür einen Weg, dass wir unter bestimmten Bedingungen eben doch auch in schwierige Situationen hinein den Menschen Zutritt zur Eucharistie gewähren. Das ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Überhaupt der ganze Duktus dieses Schreibens öffnet ja den Raum für solche pastoralen Lösungen, ohne nur vom Kirchenrecht her zu denken.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.
(dr)

*****

"Evangelii gaudium"

In seinem am Dienstag veröffentlichten Lehrschreiben "Evangelii gaudium" (Die Freude des Evangeliums) spricht sich Papst Franziskus unter anderem für Reformen des Papstamtes und eine Dezentralisierung der Kirche aus. Im Zusammenhang mit der Diskussion um den Zugang zu Taufe und Eucharistie fordert Franziskus eine offenere Haltung seiner Kirche.

Zugleich prangert Franziskus Auswüchse der globalen Wirtschaftsordnung an. Säkularisierung, ein ideologischer Individualismus und ein hemmungsloses Konsumdenken hätten vielfach zu einer "geistigen Wüstenbildung" geführt. Das derzeitige Wirtschaftssystem sei "in der Wurzel ungerecht". Diese Wirtschaft töte, weil sie allein nach dem Gesetz des Stärkeren funktioniere und eine Kultur des Abfalls schaffe, in der Menschen wie Müll behandelt würden.

Die Kirche muss dagegen nach seinen Worten zuallererst eine "arme Kirche für die Armen" sein, die an die Ränder der Gesellschaft geht. Franziskus kritisiert in seinem Lehrschreiben auch einen "ausufernden Klerikalismus" und verlangt eine stärkere Beteiligung von Laien. Es müssten auch "Räume für eine wirksamere weibliche Gegenwart in der Kirche" erweitert werden, schreibt er. Zugleich stellt er klar, dass das Männern vorbehaltene Priesteramt nicht zur Diskussion stehe.

Zu einer Neuausrichtung des Papstamtes sagte Franziskus, auch dieses und die zentralen Strukturen der Universalkirche müssten dem Ruf zu einer pastoralen Umkehr folgen. In dem Lehrschreiben spricht der Papst auch von einer "übertriebenen Zentralisierung", die das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik erschwere, statt ihr zu helfen. Namentlich plädiert Franziskus für eine stärkere Rolle der Bischofskonferenzen. Weiter widmet sich der Papst in seinem Schreiben der Krise der Familie, deren Bande durch einen globalisierten Individualismus bedroht seien. Er bekräftigt die Ablehnung von Abtreibung und bekennt sich zu weiteren Anstrengungen für die christliche Ökumene und den Dialog mit Juden und Muslimen. (KNA)





15
Dezember
2013

15.12.2013 Kardinal Marx verteidigt Kapitalismus-Kritik des Papstes : "Die Welt mit den Augen der Armen sehen!"



Reinhard Kardinal Marx

15.12.2013
Kardinal Marx verteidigt Kapitalismus-Kritik des Papstes : "Die Welt mit den Augen der Armen sehen!"

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Kapitalismus-Kritik von Papst Franziskus verteidigt. Die Worte richteten sich nicht gegen die Marktwirtschaft, betont Papstberater Marx.

In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schreibt Kardinal Marx, Franziskus wolle daran erinnern, dass die Wirtschaft dem Gemeinwohl zu dienen habe und nicht umgekehrt. Weltweit gebe es eine Trend zur Ökonomisierung aller Lebensbereiche, die den Rhythmus der Gesellschaft von den Verwertungsinteressen des Kapitals abhängig mache, so Marx. "Genau das kritisiert der Papst zu recht."

Marx äußerte sich zu der Debatte über das unlängst veröffentlichte Lehrschreiben "Evangelii Gaudium". Kritiker werfen dem Papst eine einseitige Sicht auf den Kapitalismus vor. Die Kirche biete zudem keine neuen Lösungen im Kampf gegen die Armut und schüre stattdessen Vorurteile gegenüber den Reichen. Dieser Vorwurf sei falsch, schreibt Marx. Die Kirche erinnere lediglich daran, "dass die materiellen Güter Mittel zum Zweck sind, nicht der Sinn unseres Lebens".

Blick für die Einzelschicksale

Ein ungezügelter Kapitalismus dürfe auch deswegen nicht zum Gesellschaftsmodell werden, weil er "keinen Blick für die Einzelschicksale, die Schwachen und die Armen" habe, betont Marx.

Umso wichtiger sei es, dass die Kirche ihren Platz bei den Armen suche. Nicht, um deren Status festzuschreiben, sondern um nach Wegen für eine neue Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung zu suchen. "Wir sehen die Welt nicht richtig, wenn wir nicht versuchen, sie mit den Augen der Armen zu sehen", so der Kardinal.

Zugleich verteidigte Marx Stellungnahmen der Kirche zu Fragen von Politik und Gesellschaft. "Sie muss sich mit ihren Argumenten und Ansichten der öffentlichen Auseinandersetzung stellen, aber sie darf sich nicht aus Angst vor dem rauhen Wind der Kritik und des Widerspruchs in eine religiöse Sonderwelt zurückziehen." Dabei vermisse er mitunter allerdings die Stimmen von Christen, die sich in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagierten, schreibt Marx. "Wo sind die politischen Parteien, auch gerade die, die sich vom christlichen Menschenbild her verstehen, die das aufgreifen und weltweit in die Debatte einbringen?"


(KNA)

15
Dezember
2013

3. Adventssonntag – Gaudete Sonntag Kommentar zum heutigen Evangelium

3. Adventssonntag – Gaudete Sonntag
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Gertrud von Helfta (1256 - 1301), Benediktinerin
Exerzitien Nr. 3; SC 127

„Habt Mut, fürchtet euch nicht. Seht, hier ist euer Gott… er selbst wird kommen und euch erretten“ (Jes 35,4)

Stimme der Seele, die sich Gott anbietet: „Ich bin eine mutterlose Waise, ich bin bedürftig und arm. Außer Jesus habe ich keinen Trost; nur er kann den Durst meiner Seele stillen. Er ist der beste und einzige Freund meines Herzens, er „der König der Könige und Herr der Herren“ (Offb 19,16)… Mein Leib und meine Seele sind in seiner Hand; er möge mit mir verfahren, wie es seiner Güte gefällt. Wer lässt mich zu einem Wesen nach seinem Herzen werden, damit er in mir vorfindet, wonach er sich sehnt, und das dem hohen Anspruch seiner Freude genügt? Nur das könnte mir zur Freude und zum Trost gereichen.

Ich flehe dich an, Jesus, du einzig Geliebter meines Herzens…, geliebt über alles, was je geliebt worden ist: mein Herz verzehrt sich und seufzt nach dir, dem Frühlingstag voller Leben und Blüten. Führe den Tag herauf, an dem ich dir so eng verbunden bin, dass du, wahre Sonne, aus meinem geistigen Wachstum Blumen und Früchte entspringen lässt. Ich hoffe, ja ich hoffe auf dich (Ps 40,2)… Gnade, Freund, mein Freund! So stille doch deine Sehnsucht und die meine.“

Stimme Christi: „In meinem Heiligen Geist nehme ich dich zur Gemahlin; in untrennbarer Einheit binde ich dich an mich. Du wirst an meinem Tische sitzen, und ich werde dich mit der Zartheit meiner Liebe umhüllen. Ich kleide dich in den edlen Purpur meines kostbaren Blutes; ich kröne dich mit dem reinen Gold meines Todes. Mit mir selbst will ich dein Verlangen stillen und so dich glücklich machen für Zeit und Ewigkeit.“

14
Dezember
2013

14.12.2013 Generalvikar: Probleme im Bistum Limburg nicht schnell lösbar : "Unbefangenheit, Vertrauen und das rechte Maß"



Generalvikar Wolfgang Rösch



14.12.2013
Generalvikar: Probleme im Bistum Limburg nicht schnell lösbar : "Unbefangenheit, Vertrauen und das rechte Maß"

Generalvikars Wolfgang Rösch vetritt derzeit den Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Das beschädigte Vertrauen ließe sich nicht kurzfristig wieder aufbauen, schreibt er in einem Brief an die Katholiken des Bistums.

Die Probleme im Bistum Limburg sind nach Auffassung seines vom Vatikan eingesetzten Generalvikars Wolfgang Rösch kurzfristig nicht zu lösen. Unbefangenheit, Vertrauen und das Gespür für das rechte Maß seien beschädigt, schreibt Rösch in einem am Samstag veröffentlichten Brief an die Katholiken des Bistums zum dritten Advent. "Wenn sich unsere Lage beruhigt oder heilt, dann nur, wenn es gelingt, Beziehung aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen", so Rösch.

Aufgrund einer Entscheidung des Papstes hält sich der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst seit Ende Oktober für unbestimmte Zeit außerhalb seines Bistums auf. In dieser Zeit überprüft eine kirchliche Kommission die Vorwürfe zum Bauprojekt auf dem Limburger Domberg. Rösch ist während der Abwesenheit des Bischofs für die Verwaltung des Bistums zuständig.

Der Bischof habe sich dem Heiligen Vater anvertraut und auch die Gläubigen sollten dem Papst vertrauen, so Rösch in seinem Brief. Für die Entscheidung des Papstes im Fall Tebartz-van Elst wird es laut Rösch "auch wichtig sein, ob der Bischofsdienst als Dienst an der Einheit innerhalb der Diözese fruchtbar wieder aufgenommen werden kann".
(KNA)

14
Dezember
2013

Der erste Christbaum Bayerns wurde bereits 1590 in Schwarzach aufgestellt





Der erste Christbaum Bayerns wurde bereits 1590 in Schwarzach aufgestellt
Veröffentlicht: 14. Dezember 2013 | Autor: Felizitas Küble

Ursprung und Geschichte des Christbaums

Überall leuchten sie nun bald wieder, die Christbäume. Geschmückt mit Lichterketten, bunten Christbaumkugeln, Lametta und Strohsternen stehen sie in Kirchen und Wohnungen, erhellen Plätze und Dörfer. Christbaum

Wo und wann der Christbaum seinen Ursprung hatte, kann heute nicht mehr eindeutig geklärt werden. Vermutlich hat er sich im Lauf der Zeit aus den Bräuchen der unterschiedlichsten Kulturen entwickelt. Immergrüne Pflanzen galten als Quell der Lebenskraft, sie sollten Gesundheit in das Haus bringen.

Schon die Römer schmückten ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen und in den nördlichen Regionen wurden im Winter Tannenzweige ins Haus gehängt, um damit die bösen Geister abzuwehren.

Die eigentliche Geschichte unseres Christbaums beginnt im 16. Jahrhundert. Zwar soll die Freiburger Bäckerschaft schon im Jahr 1419 einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt haben, den die Kinder dann an Neujahr plündern durften, doch diese Aussage lässt sich urkundlich nicht belegen.

Erst 1539 gibt es einen urkundlichen Beleg über einen Weihnachtsbaum im Straßburger Münster. Und erste Aufzeichnungen über den Christbaum als einen allgemein üblichen Brauch findet man im Elsass im Jahr 1605.
Außergewöhnliche Entdeckung im Archiv

Bisher ist man auch davon ausgegangen, dass der Christbaum erst viel später nach Bayern gekommen ist. Doch dann hat der Oberpfälzer Heimatforscher Josef Fendl eine Entdeckung gemacht, nach der die Geschichte des Christbaums in Bayern umgeschrieben werden muss.

Denn im bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg fand er bei der Arbeit an einer Chronik von Schwarzach in Niederbayern unter einem Stapel von Kirchenakten ein Papier aus dem Jahr 1590.

Bei dem Papier handelt sich um eine „Überschreibung“ des Pfarrers an den Bischof von Regensburg. Beim „Überschreiben“ eines Pfarrers wenden sich Gemeindemitglieder an den Bischof, um sich über ihren Seelsorger zu beklagen. So auch die Schwarzacher Schäfchen. Mehrere Punkte waren in dem Papier aufgeführt, denn der eifrige Seelsorger namens Wolfgang Schopper war bisweilen in seiner Wortwahl nicht zimperlich.

Doch das wichtigste ist unter Punkt 6 zu lesen:

Im selbigen Jahr – also im Jahr 1590 – habe der Pfarrer „am heiligen Weihnachtstag zu der Vesper vom hochwürdigen Sakrament“ an ein Tannenbäumel Äpfel gesteckt: Das kann nur eine Art Christbaum gewesen sein, davon ist auch der Heimatforscher überzeugt.

Nun ist nicht anzunehmen, dass früher die Aufstellung eines Christbaums in der Kirche zur Weihnachtzeit für wichtig genug angesehen wurde, um das Geschehen in den Chroniken zu erwähnen. So ist es nur dem Schwarzacher Pfarrer Wolfgang Schopper und dem Heimatforscher Josef Fendl zu verdanken, dass der kleine Ort Schwarzach die erste urkundliche Erwähnung eines Christbaumes in Bayern vorweisen kann.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg

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