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Forums-Blog - Maritas / Traudels Blog - Beschreibung
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24
Juli
2014

Breite Verurteilung antisemitischer Parolen Solidarität für jüdische Gemeinschaft

23.07.2014

Breite Verurteilung antisemitischer Parolen
Solidarität für jüdische Gemeinschaft


Demonstration: Pro Palästina - Anti Israel
© dpa

Angesichts der antisemitischen Hetze bei Demonstrationen haben Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die katholische und evangelische Kirche der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland ihre Solidarität versichert.

Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der jüngsten antisemitischen Parolen bei Kundgebungen gegen Israel mehr Zivilcourage verlangt. "Ich möchte alle Deutschen und alle Menschen, die hier leben, auffordern, immer dann ihre Stimme zu erheben, wenn es einen neuen Antisemitismus gibt, der sich auf den Straßen brüstet", sagte Gauck am Mittwoch in Berlin. "Wir wollen das nicht hinnehmen. Weder unsere Strafverfolgungsbehörden noch die Polizei noch wir Bürgerinnen und Bürger. Der Präsident schon gar nicht."

Gauck äußerte sich nach einem Telefonat mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann. Weiter sagte er: "Wir hier in Deutschland freuen uns darüber, dass in diesem Land Nachkommen der Menschen wohnen, die andere Deutsche vom Erdboden vertilgen wollten. Für uns ist das eine Freude, dass es jüdische Gemeinden gibt. Diese Menschen sollen hier in Sicherheit leben. Und sie leben in Sicherheit."

Das Staatsoberhaupt bezeichnete Deutschland als "Land des Rechts" und "Land der Toleranz". Gauck fügte hinzu: "Antisemitismus, auch wenn er neu ist, wenn er aus ausländischen Gesellschaften hier importiert wird, der wird genau so wenig geduldet wie ein alter autochthoner Antisemitismus, den es in einigen rechtsradikalen oder linksradikalen Milieus gibt. Wir nehmen alles ernst."

Angriff auf Freiheit und Toleranz

Nach einer von Vize-Regierungssprecher Georg Streiter vorgetragenen Erklärung verurteilen die Bundeskanzlerin und die Bundesregierung "die Gewaltausbrüche und antisemitischen Äußerungen bei pro-palästinensischen und anti-israelischen Demonstrationen in Deutschland". Sie seien "ein Angriff auf Freiheit und Toleranz und der Versuch, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erschüttern". "Dies können und werden wir nicht hinnehmen", heißt es weiter. Die Bundesregierung sichere den Betroffenen ihre Anteilnahme und Unterstützung zu. Antisemitische Straftaten würden konsequent mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt.

Zugleich äußerte sich Merkel erfreut "über das wiedererstarkte lebendige jüdische Leben in Deutschland" und versicherte, weiter für die Sicherheit jüdischer Bürger einzutreten. Die Bundesrepublik Deutschland sei dem Staat Israel freundschaftlich und partnerschaftlich verbunden und werde sich weiter "mit voller Kraft für die jüdische Gemeinschaft hierzulande und die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzen".

Graumann dankte dem Bundespräsidenten sowie den Politikern für ihren Zuspruch. "Wir Juden sind hier willkommen und mit unseren Sorgen nicht alleine." Das seien "wichtige Signale, die uns Mut machen!", betonte Graumann. Viele Gemeindemitglieder seien "im Moment sehr verunsichert, besorgt und absolut schockiert angesichts der übelsten judenfeindlichen Parolen, die zum Teil entfesselte Menschenmengen öffentlich hinausgeschrien haben und sich dabei lauthals wünschten, Juden sollten 'vergast', 'verbrannt' oder 'geschlachtet' werden". Umso mehr würdige und schätze die jüdische Gemeinschaft "das Engagement des Herzens des Bundespräsidenten und anderer Politiker im Land", sagte Graumann.

Bischof Mussinghoff: Antisemitismus für immer ächten

Auch Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff zeigte sich über judenfeindliche Parolen entsetzt. "Es gehört zum Grundkonsens unseres Landes und auch Europas, dass der Antisemitismus für immer geächtet bleiben muss", sagte der Vorsitzende der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz. Besonders erschüttert zeigte sich der Bischof über Berichte, wonach pro-israelische Demonstranten angegriffen und verletzt wurden.

"Polizei und Justiz sind aufgefordert, mit aller Entschiedenheit gegen solche Verbrechen aus Hass vorzugehen." Jeder habe das Recht, seine politischen Meinungen öffentlich Ausdruck zu verleihen und dabei auch die Politik Israels zu kritisieren. "Aber niemand hat das Recht, gegen Juden oder gegen irgendeine andere Gruppe von Menschen mobil zu machen und die eigenen menschenverachtenden Ressentiments im Schutz der Masse auszuleben", so Mussinghoff.

Angesichts von Hassparolen und Angriffen auf Menschen jüdischen Glaubens erklärte auch Dresdens Bischof Dr. Heiner Koch: "Mit Unverständnis und Betroffenheit haben wir zur Kenntnis genommen, dass Bürger unseres Landes sachliche Kritik an der aktuellen Politik Israels zum Anlass nehmen, um Hassparolen gegen Juden zu skandieren. Es ist entsetzlich, wenn trotz aller historischen Erfahrung in Deutschland und auch in Sachsen dieses heute geschieht. Antisemitische Hetze, verbale und körperliche Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens und auf ihre Synagogen haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wir verurteilen diese Attacken in aller Entschiedenheit. Ein Angriff auf die Juden ist auch ein Angriff auf uns.

Die Juden sind die älteren Brüder der Christen. Uns verbindet nicht nur eine tiefe innere Beziehung. Eingedenk unserer historischen Erfahrungen und im Hinblick auf die gewachsenen freundschaftlichen Beziehungen stehen wir fest an der Seite der Juden und sichern den jüdischen Gemeinden in Sachsen – unseren Freunden –unsere Solidarität und jederzeitige Hilfe zu."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, nannte es "entlarvend, wenn Proteste gegen das aktuelle Vorgehen der Armee Israels im Gazastreifen mit menschenverachtender Judenfeindschaft verbunden werden." Das sei beschämend, so Schneider in einem Schreiben an den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann.

Aus Sicht des Direktors des vom American Jewish Committee (AJC) eingerichteten Europäischen Büros zum Antisemitismus, Stephan Kramer, hat das Niveau von Gewalt deutlich zugenommen. "Es hat eine Qualität, die uns einfach nicht ruhen lässt, dazusitzen, so zu tun, als wenn nichts passiert wäre", sagte Kramer im NDR Info. Kritik an Israel dürfe sein, ebenso Demonstrationen, aber beides dürfe nicht in Hasstiraden und Antisemitismus umschlagen.

Benz: Keine neue Qualität

Der Historiker Wolfgang Benz (73) sieht dagegen keinen wachsenden Antisemitismus in Deutschland. "Ich sehe überhaupt keine neue Qualität", sagte der Antisemitismusforscher dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwochsausgabe). Er halte es für übertrieben, von antisemitischen Ausschreitungen in Deutschland zu sprechen.

"Natürlich gibt es in Deutschland Antisemitismus. Das ist beklagenswert", konstatierte der Historiker. "Aber es ist ein konstanter Bodensatz in der Gesellschaft und keineswegs eine Lawine, die größer und größer wird." Zu beobachten sei hingegen, dass "die Stimmung gegenüber dem Staate Israel immer schlechter" werde, was wiederum seine Gründe habe. Das sei aber kein Antisemitismus.

Auch die israelische Regierung habe ein Interesse daran, "dass jede Kritik an ihren Handlungen als Antisemitismus verstanden wird", sagte Benz. "Aber nicht jeder, der den Gaza-Krieg missbilligt und Mitleid mit getöteten oder verletzten palästinensischen Zivilisten hat, ist deshalb ein Antisemit", betonte der frühere Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin.
http://www.domradio.de/themen/menschenre...tischer-parolen
(KNA, dpa, epd)

24
Juli
2014

Dr. Alexander Kissler über erschreckenden Judenhaß “in weiten Teilen des Islam”

Dr. Alexander Kissler über erschreckenden Judenhaß “in weiten Teilen des Islam”
Veröffentlicht: 23. Juli 2014 | Autor: Felizitas Küble

Im Kulturmagazin CICERO(-online) befaßt sich der bekannte Buchautor und Publizist Dr. Alexander Kissler aktuell mit jenem “importierten Antisemitismus”, den jüngst bereits die Bundestagsfraktion von CDU und CSU in einer Pressemitteilung beklagte, nämlich mit dem wachsenden Judenhaß eines großen Teils muslimischer Einwanderer hierzulande. (Die Meldung dazu siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2014...antisemitismus/)

Dr. Kissler beginnt seinen Artikel mit einer klaren Ansage: IMG_1016



“Wo der Antisemitismus blüht, ist Recep Tayyip Erdogan nicht weit. Der türkische Ministerpräsident weiß, was er seinem Ruf schuldig ist. Und so ließ er sich nicht lange bitten und bescheinigte den Israelis „kein Gewissen, keine Ehre, keinen Stolz“ zu haben.

Im Gaza-Konflikt hätten sie „Hitler in Sachen Barbarei übertroffen.“ – Damit bewegt er sich in vertrautem Fahrwasser, ist weiten Teilen des Islam doch die Judenfeindschaft eingeschrieben, seit Mohammed für ein von Juden und Christen gesäubertes Medina kämpfte.”

Tatsächlich hat Mohammed 627 n. Chr. in Medina über 600 männliche Juden, die sich weigerten, zum Islam überzutreten, von seinen Horden massakrieren lassen. Deren Frauen und Kinder verkaufte er als Sklaven. Damit war das Ende der Juden in Medina besiegelt (vgl. Koran, Sure 33,26+27). Den von Mohammed verfolgten Christen ging es nicht besser, wie bereits die Frühgeschichte des Islam belegt.

Der CICERO-Autor schreibt weiter:

“Andere Muslime lassen es nicht bei Worten bewenden. In Paris wurden zwei Synagogen angegriffen und Autos abgefackelt, um der Forderung nach einem „freien Palästina“ Nachdruck zu verleihen. (…) In Innsbruck griffen antijüdische Demonstranten eine Frau mit Israel-Flagge an und verletzten sie. Tumulte gab es auch in Wien, wo Plakate „Dein Ende wird kommen, Israel“ verkündeten und den Davidstern mit dem Hakenkreuz gleichsetzen, und in Bregenz.”


BILD: Große Moschee in Köln-Ehrenfeld (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Leider ist auch unser Land seit Wochen bereits von judenfeindlichen Parolen und Ausschreitungen betroffen, wobei unter dem Vorwand, gegen Israels Waffengang im Gaza-Streifen zu protestieren, gegen Juden und den jüdischen Staat gehetzt wird.

Auch hierüber berichtet Dr. Kissler – siehe einige Beispiele aus seiner Aufzählung:

„Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“ lautete der Ruf, der eben nicht von stiernackigen Neonazis, sondern von enthemmten Muslimen in Gelsenkirchen erscholl. So wie es auch nicht die Springerstiefel-Fraktion war, die in Frankfurt am Main „Kindermörder Israel!“ skandierte und Plakate trug mit der Botschaft „Ihr Juden seid Bestien“.

In Berlin wiederum hieß es „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ und „Scheiß-Juden, wir kriegen euch!“. Ein Imam rief dazu auf, allen „zionistischen Juden“ den Tod und entsetzliche Qualen zu bereiten, ein israelisches Paar wurde angegriffen. In Hannover wurde „Free Palestine“ zum Vorwand, „mit Anlauf und einem Sprungtritt“ einen Mann zu verletzen, der sich erdreistete, eine Israel-Fahne zu tragen…”

Den vollständigen Kissler-Artikel lesen Sie hier in CICERO-online: http://www.cicero.de/berliner-republik/g...wieder-da/57962

HINWEIS auf ein Interview des Deutschlandfunks mit dem deutsch-jüdischen Schriftsteller Rafael Seligmann über antisemitische Randale: http://www.deutschlandfunk.de/antisemiti...ticle_id=292528

23
Juli
2014

"Ein Tag der Trauer und des Entsetzens"

"Ein Tag der Trauer und des Entsetzens"

Erzbischof Schick zur Vertreibung der Christen aus der irakischen Stadt Mossul

BONN, 23. Juli 2014 (DBK PM) - „Es ist ein Tag der Trauer und des Entsetzens.“ Mit diesen Worten kommentiert der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die Vertreibung der Christen aus der nordirakischen Stadt Mossul. Die islamistische Terrororganisation ISIS, die in den vergangenen Monaten Teile des Irak und Syriens unter ihre Kontrolle bringen konnte, hat die Christen in Mossul und andernorts vor die Alternative gestellt, auszuwandern oder Schutzgelder zu bezahlen, um nicht getötet zu werden. „Christen haben im Irak seit vielen Jahrhunderten friedlich mit ihren Nachbarn gelebt. Bereits seit der von den USA angeführten Irak-Invasion (2003) und besonders seit den Kämpfen zwischen Sunniten und Shiiten ab 2006 sahen sich die meisten Christen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Durch islamistische Fanatiker, die einen ‚Gottesstaat‘ nach ihrer Façon errichten wollen, sind jetzt wohl alle Christen aus Mossul vertrieben. In anderen Städten ist Gleiches zu befürchten“.
Die Vertreibung der Christen und anderer friedliebender und toleranter religiöser Minderheiten, auch aus dem Islam, sei ein „Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation, der Menschenwürde und Menschenrechte“. „Natürlich ist es falsch und gefährlich, die Muslime als Religionsgruppe für solche Untaten zu verurteilen. Gleichwohl müssen sich die Eliten des Islam der Frage stellen, warum in vielen Teilen der muslimisch geprägten Weltregionen solche Aggression und Gewalt herrschen. Hier nur auf politische Auseinandersetzungen, wirtschaftliche Interessen und eine koloniale Geschichte zu verweisen, greift zu kurz. Sie müssen auch fragen, wo die kulturell-religiösen Gründe für solche Fehlentwicklungen liegen.“ Die islamischen Führungspersönlichkeiten sollten sich weltweit zusammen tun und solche Untaten an Christen verurteilen, forderte der Erzbischof.
Nach den Worten von Erzbischof Schick darf auch die politische Weltgemeinschaft die Auslöschung der Christen in Mossul und anderen Teilen des Irak nicht hinnehmen. Er rief zugleich die Christen weltweit zum Gebet für ihre Glaubensgeschwister in der Bedrängnis auf. „Humanitäre Hilfe muss für die zur Flucht Gezwungenen selbstverständlich sein. Gemeinsam mit allen anderen Wohlmeinenden müssen die Christen weltweit darüber hinaus aktiv auf den Tag der Rückkehr der Vertriebenen und die erneute Präsenz der Christen in Mossul mit allen Mitteln hinarbeiten. Die internationale Weltgemeinschaft ist in der Pflicht.“

23
Juli
2014

Kenia: Neues Zentrum "Don Orione" für behinderte Jugendliche

Kenia: Neues Zentrum "Don Orione" für behinderte Jugendliche

Im Dorf Kandisi sind die Bauarbeiten einer Reha-Struktur aufgenommen

ROM, 23. Juli 2014 (Fides) - Im kleinen Dorf Kandisi, 25 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt, wurden beim Missionswerk Don Orion in Kenia die Arbeiten aufgenommen, um ein Zentrum für Rehabilitation und Physiotherapie für behinderte Jugendliche zu errichten. Am selben Ort ist mittlerweile ein Zentrum für Gartenbau in Funktion, in dem junge Mädchen und Jungen mit Einschränkungen und Behinderungen Gemeinschaft leben können; sie lernen sich nützlich zu machen und die eigenen Fähigkeiten in einem menschlichen und religiösen Umfeld zu entwickeln, was ihr Selbstwertgefühl steigert.
Das Zentrum, das sich im Aufbau befindet, wird diese Art von Aktivität ergänzen und erweitern, um den betroffenen Menschen immer stärker werdende Unterstützungen und Hilfen zusichern zu können, ganz nach dem Leitgedanken der orionischen Werke.
Die Verwirklichung dieser Einrichtungen ist dank der Beteiligung mehrerer Wohltäter möglich, die die Initiativen der Pater der orionischen Werke finanziell unterstützen, die in diesem Teil Kenias eine Pfarrgemeinde betreuen, die viele Dorfbewohner der Massai-Ethnie unter ihren Mitgliedern hat. Die Kirche verwaltet in Kenia 2.805 medizinische Einrichtungen und Pflegestationen; 86 davon sind Altenheime und Zentren für Behinderte. (SL)
(Quelle: Fides 23/7/2014)

23
Juli
2014

Antisemitismus darf in Deutschland nie wieder eine Bühne bekommen"

"Antisemitismus darf in Deutschland nie wieder eine Bühne bekommen"

Stellungnahmen zu den antisemitischen Parolen und Übergriffen anlässlich des Gaza-Konflikts

Von Britta Dörre
ROM, 23. Juli 2014 (ZENIT.org) - „In diesen Tagen erleben wir alle eine schreckliche, schockierende Explosion von Antisemitismus in diesem Land. Auf deutschen Straßen hören wir antisemitische Slogans von übelster und primitivster Natur. Niemals im Leben hätte ich mir vorgestellt, dass wir so eine Hetze gegen Juden in Deutschland wieder hören könnten.“
Hintergrund der so eindringlichen und erschütternden Worte des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Baumann, sind die antisemitischen Parolen, die in den letzten Tagen immer wieder nicht nur bei pro-palästinensischen Demonstrationen und Kundgebungen anlässlich des Gaza-Konflikts laut wurden. Synagogen wurden beschmiert und angegriffen. In Essen und Unna wurden 15 Tatverdächtige wegen eines möglichen Anschlags auf die Alte Synagoge in Essen verhört. Die Ermittlungen sind eingeleitet, wie „Ruhrnachrichten” berichten.
Zu Recht fragt deshalb Graumann: „Aber die neuen Ausbrüche in Deutschland haben mit Gaza doch im Grunde gar nichts zu tun. Denn: Was hat es denn mit Gaza zu tun, wenn Synagogen hier beschmiert und angegriffen, jüdische Menschen bedroht werden und vollkommen entfesselte Menschenmengen auf den Straßen den Juden lauthals wünschen, 'vergast', 'verbrannt' und 'geschlachtet' zu werden? Kann man denn noch ekelhafter und bösartiger sein? Was ist das anderes als ganz gemeiner Judenhass?“ Es ist mehr als verständlich, dass viele jüdische Mitbürger angesichts der jüngsten Ereignisse ihr Leben in Deutschland kritisch hinterfragen.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert deshalb Politik, Medien, Zivilgesellschaft und die muslimischen Verbände zu einem klaren Bekenntnis gegen den Antisemitismus auf. Eine entsprechende Erklärung der Bundeskanzlerin wurde heute veröffentlicht. In ihrem Namen erklärte der Stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin: „Die Bundeskanzlerin sowie die gesamte Bundesregierung verurteilen die Gewaltausbrüche und antisemitischen Äußerungen bei pro-palästinensischen und anti-israelischen Demonstrationen aufs Schärfste. Sie sind ein Angriff auf Freiheit und Toleranz und der Versuch, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erschüttern. Dies können und werden wir nicht hinnehmen. Die Bundesregierung sichert den Betroffenen ihre Anteilnahme und Unterstützung zu. Die Sicherheitsbehörden nehmen jeden Übergriff auf jüdische Einrichtungen und gegen Personen sehr ernst. Antisemitische Straftaten werden konsequent mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt. Die Bundeskanzlerin und die gesamte Bundesregierung freuen sich über das wiedererstarkte lebendige jüdische Leben in Deutschland und werden weiter für die Sicherheit jüdischer Bürger eintreten. Die Bundesrepublik ist dem Staat Israel freundschaftlich und partnerschaftlich verbunden und wird sich weiter mit voller Kraft für die jüdische Gemeinschaft hierzulande und die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzen.“
Verschiedene Vertreter der Bundesregierung verurteilten ebenfalls ausdrücklich die antisemitischen Parolen, Hasstiraden und Übergriffe. Bundesinnenminister Dr. Thomas des Maizière hatte in einem Interview mit den Sendern NDR Info und WDR betont: „Das Existenzrecht des Staates Israel darf unter keinen Umständen in Frage gestellt werden. Genauso wenig darf es in der deutschen Öffentlichkeit Raum geben für offenen oder verdeckten Judenhass“. Der Staat, d.h. Staatsanwaltschaften, Polizei und Versammlungsbehörden, schritten gegebenenfalls öffentlich ein und leiteten entsprechende Strafverfahren ein.
Ebenso verurteilte auch Bundesjustizminister Heiko Maas aufs Schärfste die antisemitischen Parolen: „Judenfeindliche Hassparolen sind absolut unerträglich und durch nichts zu entschuldigen. Antisemitismus darf in Deutschland nie wieder eine Bühne bekommen. Antisemitische Töne bei Demonstrationen in Deutschland dürfen wir nicht akzeptieren.“ Er forderte: „Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Dagegen kann man demonstrieren, die Art und Weise wie dies zurzeit geschieht, ist allerdings erschreckend. Wir müssen alles tun, um jüdisches Leben in Deutschland zu schützen. Niemand darf sich bei uns bedroht fühlen.“
Eine entsprechende Erklärung hatten auf europäischer Ebene auch die Außenminister Italiens, Frankreichs und Deutschlands abgegeben: „Antisemitische Hetze und Anfeindungen gegen Juden, Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens und Synagogen haben in unseren Gesellschaften keinen Platz. Wir verurteilen die hässlichen antisemitischen Äußerungen, Demonstrationen und Übergriffe der letzten Tage in aller Schärfe. Wir respektieren die Demonstrationsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung, werden aber mit allen Mitteln des Rechtsstaats gegen Taten und Äußerungen vorgehen, die die Grenze zu Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit überschreiten. Nichts, einschließlich der dramatischen militärischen Konfrontation in Gaza, rechtfertigt ein solches Handeln bei uns in Europa. Wir werden gemeinsam und in unseren Ländern alles dafür tun, dass alle unsere Mitbürger weiter unbehelligt von antisemitischen Anfeindungen in Ruhe und Sicherheit leben können."
Auch von muslimischer Seite wurden die antisemitischen Parolen und Übergriffe eindeutig abgelehnt. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, distanzierte sich von der antisemitischen Haltung der Glaubensbrüder: „Wer Judenhass predigt oder meint, im Zuge des Gaza-Krieges Antisemitismus verbreiten zu müssen, bewegt sich außerhalb unserer Gemeinden.“
Papst Franziskus, der sich für den Frieden in der Gaza-Zone einsetzt, hatte am 24. Oktober 2013 im Rahmen eines Empfangs von Vertretern des Simon-Wiesenthal-Centers dem Antisemitismus eine klare Absage erteilt und an das Verantwortungsbewusstsein der Gemeinschaft appelliert: „Ich hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die Kirche jede Form des Antisemitismus verurteilt. Heute möchte ich aber vor allem einen Aspekt hervorheben und zwar wie wir das Problem der Intoleranz als Ganzes beseitigen können. Dort nämlich, wo eine Minderheit verfolgt oder ausgeschlossen wird – egal ob aus religiösen oder ethnischen Gründen –, dort steht das Gemeinwohl der ganzen Gesellschaft auf dem Spiel, und deshalb müssen wir uns alle angesprochen fühlen.“
Hoffen und beten wir dafür, dass die eindringlichen Worte aus Politik, Kirche und Medien gegen den Antisemitismus breites Gehör finden, wir die erforderliche Zivilcourage zeigen und sich so hässliche und menschenverachtende Szenen in Deutschland nicht wieder zutragen. Wehret den Anfängen!

23
Juli
2014

Hamburg: Linksextreme brüsten sich mit Brandanschlägen auf Bahnanlagen

Hamburg: Linksextreme brüsten sich mit Brandanschlägen auf Bahnanlagen
Veröffentlicht: 23. Juli 2014 | Autor: Felizitas Küble

“Wir haben uns den Hamburger Hafen vorgeknöpft”


Hafenbahn in Hamburg: Hoher Sachschaden Foto: picture alliance/blickwinkel

Linksradikale haben sich zu zwei Brandanschlägen auf Bahnanlagen in Hamburg bekannt. Ein entsprechendes Schreiben der “Magma-Aktionsgruppen” liegt der “Hamburger Morgenpost” vor.

Offenbar ging es den unbekannten Tätern darum, den Handelsverkehr des Hamburger Hafens zu stören:

„Für eine Entschleunigung und perspektivische Zerstörung kapitalistischer Warenzirkulation, Arbeits- und Konsumwelten! Diese Ziele liegen uns am Herzen und deshalb haben wir uns heute den Hamburger Hafen vorgeknöpft“, heißt es in den Schreiben.

Bei den Bränden in zwei Kabelschächten war am vergangenen Wochenende ein Sachschaden von zehntausenden Euro entstanden. Unklar ist, ob es sich bei dem zweiten Feuer in der Nähe von Neuwiedenthal um einen weitern Anschlag handelt. Der Güter- und Personenverkehr in der Umgebung wurde dadurch stark beeinträchtigt.

Zu ähnlichen Anschlägen haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder linksextreme Gruppen in Berlin bekannt.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de

23
Juli
2014

Vor dem Besuch der Kanzlerin in China wurden 17 Bürgerrechtler verhaftet

Vor dem Besuch der Kanzlerin in China wurden 17 Bürgerrechtler verhaftet
Veröffentlicht: 23. Juli 2014 | Autor: Felizitas Küble

Von Michael Leh

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erneut mit einer großen Wirtschaftsdelegation die kommunistische Volksrepublik China besucht. Die Wirtschaftsbeziehungen florieren und die Regierungskontakte sind eng. In Menschenrechtsfragen sind jedoch eher Rückschritte zu verzeichnen. Merics Pressegespräch -Foto Leh IMG_0851



Deutschland ist mit Abstand Chinas größter Handelspartner in Europa. Im Jahr 2013 betrugen die deutschen Einfuhren aus dem Reich der Mitte 73,3 Milliarden Euro; die deutschen Exporte nach China 67 Milliarden Euro.

BILD: Bei einem Pressegespräch des China-Forschungsinstituts „Merics“ in Berlin: Direktor Prof. Sebastian Heilmann (Bildmitte) ist Mitglied im „deutsch-chinesischen Dialogforum“. – Links: Kristin Shi-Kupfer, Leiterin des Forschungsbereichs „Gesellschaft und Medien“ bei Merics. - Rechts: Kommunikationschefin Kerstin Lohse-Friedrich, früher Leiterin des ARD-Studios in Shanghai.

Bereits über 5000 deutsche Unternehmen sind in dem Land aktiv. In Deutschland sind inzwischen über 900 chinesische Unternehmen tätig.

Merkel besuchte bei ihrer siebten China-Reise erstmals auch Chengdu, die Hauptstadt der Westprovinz Sichuan. Chengdu hat 14 Millionen Einwohner, Sichuan 82 Millionen.

VW ist die führende Autofirma in China

Die Kanzlerin besichtigte in Chengdu u.a. das erste VW-Werk im Westen Chinas. Volkswagen produziert in China an 17 Standorten Fahrzeuge. Weitere Werke in Qingdao und Tianjin sind geplant. VW ist heute der führende Automobilhersteller in China.

Wie der Konzern mitteilt, lieferte er mit den Joint-Ventures FAW-Volkswagen und Shanghai-Volkswagen allein in den Monaten Januar bis Mai 2014 rund 1,5 Millionen Fahrzeuge aus, was einem Zuwachs von 17,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. BMW verzeichnet ähnliche Steigerungsraten in China.

Dichte Regierungskontakte mit Peking

Berlin kommt in Europa geradezu ein Alleinstellungsmerkmal zu, was die Dichte der Regierungskontakte mit Peking betrifft. Erst im März war Staatspräsident Xi Jinping in Deutschland. Seit 2011 finden gegenseitige Regierungskonsultationen statt. 2012 nahmen daran in Peking neben der Bundeskanzlerin und dem damaligen Ministerpräsidenten Wen Jiabao von beiden Seiten über zehn Minister teil.

Es gibt über 60 „Dialogmechanismen“, viele auf Regierungsebene, zwischen Fachministern und Behörden. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) berät die chinesische Seite in einem eigenen „Programm Rechtswesen“.

So veranstaltete die GIZ zum Beispiel letztes Jahr in Peking ein Seminar über das deutsche Umweltrecht mit Themen wie „Das Umweltverfassungsrecht“, „Genehmigungsanforderungen an Anlagen sowie das Genehmigungsverfahren“ oder „Die Ahndung des rechtswidrigen Schadstoffausstoßes“. China ist ebenso an deutscher Umwelttechnologie interessiert wie die Hersteller an dem Absatzmarkt.

“Menschenrechtsdialog” ohne erfolgreiche Ergebnisse

Anfang September findet in Leipzig das nächste Symposium des beiderseitigen „Rechtsstaatsdialogs“ statt. Auf dessen Tagesordnung standen bisher u.a. Themen wie „Regelungssysteme zur Vermeidung und Beilegung von Verwaltungsstreitigkeiten“ (2013), „Bürgerrechte und staatliche Gesetzgebung im digitalen Zeitalter“ (2012) oder „Das Strafverfahrensrecht im Rechtsstaat“ (2011). Je nach Sachgebiet mögen solche Veranstaltungen ein wenig positive Impulse für ein verbessertes Rechtssystem in China geben.

So gut wie keine fassbaren Ergebnisse lieferte jedoch jemals der ebenfalls institutionalisierte „Menschenrechtsdialog“. Das hatte letztes Jahr auch der frühere Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, eingestanden.

Gerade seit Xi Jinpings Amtsantritt als Staats- und Parteichef gehen Chinas Behörden mit neuer Härte gegen Kritiker vor. Erst kurz vor der China-Visite Merkels hatten die chinesischen Behörden 17 Aktivisten wegen ihres Gedenkens an die blutige Niederschlagung der Protestbewegung am Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 verhaftet.

300.000 Reporter in Marxismus zwangsgeschult

Laut „Reporter ohne Grenzen“ sitzen derzeit 30 Journalisten und 70 Blogger in China hinter Gittern. Die mehr als 300.000 chinesischen Redakteure und Reporter seien seit vergangenem Jahr zum Besuch von Schulungen in marxistischer Ideologie verpflichtet.

Facebook, YouTube und Twitter sind seit 2009 blockiert. Schon seit letztem Jahr würden die Behörden auch die Nutzung des chinesischen Twitter-Klons Weibo erschweren. Seither könnten Nutzer mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden, wenn sie bei Weibo „Gerüchte“ verbreiteten und diese mindestens 500 Mal weitergeleitet werden.

In Chengdu tagte während der Merkel-Visite auch das „deutsch-chinesische Dialogforum“, das ein „zivilgesellschaftliches Beratergremium“ für die Regierungen beider Länder sein soll. Es hat je 15 deutsche und chinesische Mitglieder.

Kritik der “Gesellschaft für bedrohte Völker”

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) übte Kritik an der Zusammensetzung des Gremiums:

„Die chinesischen Delegierten“, erklärte der Asien-Experte der GfbV, Ulrich Delius, „vertreten nicht glaubwürdig die sehr lebendige Zivilgesellschaft, sondern sind amtierende oder ehemalige Parteikader oder Wirtschaftsführer“. Und weiter: „Es ist ein Hohn, dass der frühere Bürgermeister Schanghais, Xu Kuangdi, der Co-Vorsitzende dieses Gremiums ist. Unter ihm wurden mehrere tausend Bittsteller und Verlierer des Immobilienbooms inhaftiert und in Geheimgefängnisse gebracht sowie hunderte Falun Gong-Anhänger in Arbeitslager eingesperrt.“

Als Vertreter der „chinesischen Zivilgesellschaft“ sitzen in dem „Dialogforum“ u.a. der frühere Botschafter Chinas in Berlin, Ma Canrong, oder der Direktor der Soziologischen Abteilung der Parteischule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Xie Zhigiang.

Doch fällt es auch schwer, alle „Dialogpartner“ auf deutscher Seite als Vertreter einer Zivilgesellschaft einzustufen. Vielleicht passt der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikhofer deshalb gut in das Gremium, weil er als Student Mitglied im maoistisch orientierten Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) war.

Unser Autor Michael Leh (von ihm stammt auch das Foto) ist politischer Journalist und lebt in Berlin

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Preußischen Allgemeinen Zeitung (PAZ) am 19. Juli 2014

23
Juli
2014

Warum betreibt die Hamas eine zynische Politik gegen das eigene Volk?

Warum betreibt die Hamas eine zynische Politik gegen das eigene Volk?
Veröffentlicht: 23. Juli 2014 | Autor: Felizitas Küble

Das Rezept “Land für Frieden” hat sich für Israel als wertlos erwiesen. Aus allen Gebieten, die Israel um eines Friedens willen abgegeben hat, wurde es in jüngster Zeit mit Raketen beschossen. Von Eilat am Roten Meer bis Naharija an der Nordgrenze zum Libanon trieb Raketenalarm die Bewohner der Städte und Dörfer in die Bunker. 1403634115528



Israel tut alles, um seine Zivilbevölkerung zu schützen, und ist dabei erstaunlich erfolgreich. Die Disziplin der Israelis, die Voraussicht ihrer Politiker und der technische Fortschritt haben dazu geführt, dass Zigtausende Raketen erstaunlich wenigen Israelis an Leib und Leben Schaden zufügen konnten.

Gleichzeitig scheint die Rechnung der Hamas, die palästinensische Zivilbevölkerung als Schutzschild und tote Palästinenser als Propagandamittel einzusetzen, immer weniger aufzugehen. So makaber das klingt, aber die Totenzahlen spiegeln bei näherem Hinsehen die unterschiedliche Zielsetzung der Konfliktgegner wider.

Israel: “Wir schützen unsere Zivilisten durch Raketen. Die Hamas schützt ihre Raketen durch Zivilisten.”

Israels Premier Netanjahu hat nicht ganz Unrecht, wenn er erklärt: “Wir schützen unsere Zivilisten durch Raketen. Die Hamas schützt ihre Raketen durch Zivilisten.”

Der amerikanische Beobachter Jeffrey Goldberg stellt die Frage: Was wäre, wenn den Palästinensern das Wohl des eigenen Volkes wichtiger wäre als die Zerstörung des jüdischen Staates? Wenn sie heute ihren Beschuss Israels einstellten, würde morgen die letzte israelische Rakete auf Gaza fallen.

Wenn die Palästinenser mit ihrer antisemitischen Hetze aufhörten, ihr nach allen Maßstäben illegales Raketenarsenal vernichteten und sich dem Aufbau eines eigenen Staatswesens widmeten, hätte Israel keinen Grund mehr, den Gazastreifen abzuriegeln.

Historisch gesehen ist die Blockade des Gazastreifens tatsächlich eine Reaktion auf palästinensische Aggression und nicht umgekehrt der palästinensische Terror eine Antwort auf die Abriegelung. Jede Rakete, die in den Gazastreifen geschmuggelt wurde und jetzt in Israel einschlägt, beweist das.

Anstatt sich ihre arabischen und jüdischen Nachbarn zu Feinden zu machen, könnten die Palästinenser eine Brückenfunktion zwischen Orient und Okzident wahrnehmen.

Quelle und vollständiger Artikel von Johannes Gerloff (Jerusalem-Korrespondent) hier: http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitung...alastina%C2%AB/

23
Juli
2014

Interview mit Weihbischof Dominik Schwaderlapp "Der Zölibat ist zeitgemäß und notwendig"

18. Juli 2014 | 05.50 Uhr
Interview mit Weihbischof Dominik Schwaderlapp
"Der Zölibat ist zeitgemäß und notwendig"



Interview mit Weihbischof Dominik Schwaderlapp: "Der Zölibat ist zeitgemäß und notwendig"
Weihbischof Dominik Schwaderlapp spricht sich für den Zölibat aus. FOTO: NGZ
Düsseldorf. Der Kölner Weihbischof stellt im Gespräch mit unserer Redaktion Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft in Frage und schlägt Hospitäler mit katholischer Prägung vor. Zudem reagiert er auf die anhaltende Debatte zum Thema Zölibat. Von D. Krings, R. Michels, L. Schröder und S. Weigel

Wenn über die Besetzung von Bischofsstühlen in Deutschland gesprochen wird, zählen Sie oft zum engeren Kandidatenkreis. Stört Sie das oder fühlen Sie sich geschmeichelt?

Schwaderlapp: Ich sehe mit Freude meine Aufgabe hier im Pastoralbezirk des Kölner Erzbistums. Darum betrachte ich all diese Spekulationen mit Gelassenheit. Ich habe mich auf keine meiner bisherigen Stellen beworben und bin bislang in keiner dieser Stellen unglücklich gewesen. Als Generalvikar hatte ich zwar viel Macht und konnte viel entscheiden. Das ist eine notwendige Aufgabe, aber die Herzen der Menschen kann man damit noch nicht für Christus gewinnen. Jetzt als Weihbischof habe ich eine Aufgabe, mit der ich da anknüpfen kann, wo ich als Kaplan aufgehört habe. Ich habe viel Gelegenheit zu Seelsorge und Verkündigung. Bei jeder Firmung zum Beispiel, komme ich mit vielen Menschen zusammen, die schon lange keine Kirche mehr von innen gesehen haben. Hier habe ich die Chance einer Art Erstverkündigung, wie sie Paulus auf dem Areopag in Athen hatte.

Sind in naher oder ferner Zukunft Priesterinnen in der katholischen Kirche denkbar. Und könnte ein Konzil dies beschließen?

Schwaderlapp Auch ein Konzil kann nicht willkürlich entscheiden. Bei aller Hochschätzung der Frauen hat Christus in den Dienst der Apostel nur Männer berufen. Bischöfe und Priester sind nach unserem Glauben die Nachfolger der Apostel. Die Kirche hat nach ihrer Überzeugung nicht das Recht, diese Entscheidung Christi zu ändern. Wer meint, dass sich in dieser Frage etwas ändern könnte, dem kann ich ehrlicherweise keine Hoffnung machen. Wichtig ist aber: Es gibt zwar unterschiedliche Dienste in der Kirche, aber wir alle sind verbunden durch die gleiche Würde als Kinder Gottes.

Wird es weitere Zusammenschließungen von Gemeinden geben?

Schwaderlapp Das wird eine der großen Herausforderungen unseres neuen Erzbischofs sein. Kardinal Woelki sind in seiner Zeit in Berlin ja ganz andere Räume und Entfernungen begegnet. In der Diaspora kann man ja nur davon träumen, welche Dichte von Kirchen und Priestern wir im Rheinland haben. Wir klagen also auf hohem Niveau. Trotzdem nimmt die Zahl der Gläubigen derzeit ab. Wir müssen lernen, über unsere Kirchtürme hinaus in größeren Zusammenhängen zu denken. Das tun die Menschen mittlerweile in ihrem alltäglichen Leben auch. Niemand lebt nur noch auf seiner kleinen Scholle. Dass sich das Leben zunehmend in größeren Räumen abspielt, betrifft also nicht nur die Kirche. Vergessen wir dabei nicht: Die Hälfte der insgesamt 1200 Kirchen im Kölner Erzbistum sind erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut worden. Die Leute waren damals nicht annähernd so mobil wie heute, und dennoch blühte das kirchliche Leben Anfang des 20. Jahrhunderts. Wir müssen neue Wege gehen, aber die sind auch möglich.

Was heißt das ganz konkret?

Schwaderlapp Wir werden einerseits größere Räume haben müssen. Darin sind geistliche Zentren wichtig, an denen wir zu Gottesdienst und Gebet zusammenkommen. Andererseits werden wir Wege finden müssen, wie die Gläubigen ortsnah zusammen kommen können, um ihren Glauben zu teilen und sich gegenseitig zu stärken. Faszinierend für mich ist die Idee von kleinen Gemeinschaften in Wohnzimmergröße. In anderen Ländern gibt es solche Gemeinschaften schon längst ganz selbstverständlich. Da treffen sich Menschen irgendwo privat, die beten zusammen und erzählen von ihren Freuden und ihren Sorgen. Da kann ein Netzwerk von solchen Gemeinschaften entstehen, die eine Nähe vor Ort gewährleisten und zugleich eine Brücke zu den Geistlichen schlagen. Das ist uns noch fremd; aber ich möchte dazu ermutigen, hier mehr zu denken.

Können das auch geistliche Gemeinschaften wie Opus Dei sein?

Schwaderlapp Solche Gemeinschaften könnten uns auf diesem Weg auch Impulse geben – wenn sie bereit sind, sich dann auch in Gemeinden einzubringen. Aber mir geht es nicht darum, geistliche Gemeinschaften zu implantieren. Ich möchte unterhalb der gewohnten Pfarreiebene ein Netz von Gemeinschaften fördern, das Ortsnähe und persönliche Nähe gewährleistet. So eine ähnliche Sozialstruktur – allerdings im bürgerlichen Bereich - konnte ich in Neuss erleben, mit den Schützenzügen, in denen man sich regelmäßig nicht nur zum Feiern trifft, sondern einander hilft und auch stärkt.

Muss man in diesem Kontext auch den Mut haben, über Bistumsgrenzen und Bistumsfusionen nachzudenken?

Schwaderlapp Diese Frage wird wohl zukünftig auch gestellt werden müssen. Aber gegenwärtig halte ich das nicht für vordringlich.

Können auch Katholiken das Reformationsjubiläum feiern?

Schwaderlapp Mich bewegt die Frage, wo Christen aller Konfessionen gemeinsam die Stimme erheben können. Ich habe den Eindruck, die Schnittmenge wird eher geringer. Auf der Ortsebene erlebe ich das allerdings anders, da gibt es oft ein pragmatisches ökumenisches Miteinander. Eine meiner Hoffnungen ist, dass die Ökumene mehr dadurch wächst als durch Erklärungen von oben. Unabhängig davon bleibt das Reformationsgedenken für uns schwierig; Glaubensspaltung ist für uns kein Fest. Wollen wir feiern, dass die Kirche sich gespalten hat? Vom Ergebnis her ist die Reformation etwas, das schmerzt. Andererseits ist sie der Ursprung der evangelischen Kirche.

Müssen wir angesichts des Priestermangels nicht auch über den Zölibat sprechen?

Schwaderlapp Nein, ich bin der Meinung, dass der Zölibat nicht nur zeitgemäß, sondern notwendig ist. Er ist das unausgesprochene Zeugnis dafür, dass ich meinen Entschluss, mein Leben in den Dienst Christi zu stellen, ernst meine - mit ganzem Leib und ganzer Seele.

Aber die Entscheidung für oder gegen das Zölibat könnte Priestern ja freigestellt werden.

Schwaderlapp Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich freiwillig den Zölibat angenommen habe. Mich hat niemand gezwungen, Priester zu werden. Ein Priester ist kein religiöser Funktionär. Es geht darum, Christus in dieser Welt auch durch die eigene Lebensweise sichtbar und berührbar zu machen. Jesus hat auch auf eine Ehe verzichtet zugunsten seiner Liebe zu allen Menschen, das versuche ich als Priester ebenfalls zu leben mit meinen bescheidenen Mitteln. Der Zölibat bewahrt uns Priester, die wir in Deutschland ziemlich bürgerlich leben, ganz und gar zu verbürgerlichen. Außerdem: Erneuerung der Kirche kann nach meiner Überzeugung nie durch Weniger, sonder immer nur durch mehr Hingabe gelingen.

Papst Franziskus hält die Verkündigung der Frohen Botschaft auch an den Rändern der Gesellschaft für die zentrale Aufgabe der Kirche. Warum verkämpft sie sich dann bei Themen wie Zölibat oder Verhütung?

Schwaderlapp Ich halte Themen wie Sexualität vor der Ehe nicht für nebensächlich. Dass Sexualität Ausdruck von Hingabe ist und der Weitergabe von Leben dient, das hat schon direkt mit dem Glauben zu tun. Und was den Zölibat angeht: Die Früchte des Zölibats werden sehr gern in Anspruch genommen. Menschen schätzen es sehr, wenn Priester ganz für Gott und die Gemeinde da sind. Ich erlebe auch, dass die Menschen Priestern noch immer ein Grundvertrauen entgegenbringen. Aber all diese Themen sind in der Tat nur Ableitungen der Grundbotschaft der Christen. Und das ist eine Botschaft der Freude. Wir glauben an einen Gott, der die Menschen liebt und sie nicht allein lässt, der Geborgenheit, Freude und Erfüllung schenkt.

Aber bestimmte moralische Positionen der katholischen Kirche sind doch schon gar kein Thema mehr in vielen Familien. Da wird über vorehelichen Sex gar nicht mehr diskutiert, selbst wenn Familien ansonsten ein christliches Leben führen. Kämpfen Sie nicht Schlachten, die längst verloren sind?

Schwaderlapp Die Frage, wie ein junger Mensch seine Sexualität lebt, ob er sich vergibt, wenn er bereit ist, alles jederzeit zu präsentieren, ist existenziell ungemein bedeutsam. Wir dürfen nicht aufhören, diese Frage zu stellen, ob das nun populär ist oder nicht. So viele Jugendliche suchen Geborgenheit, Erfüllung und Annahme in Sex, und werden am Ende ausgenutzt. Was als Liebe daherkommt ist oft nichts anderes als Egoismus. Und dass früh ausgelebte Sexualität nicht unbedingt glücklicher macht, ist bekannt. Unsere Botschaft ist anspruchsvoll, nur sie dient dem Menschen, sie führt zu mehr Freude, Treue, Geborgenheit - und das sind alles Dinge, nach denen sich Menschen sehnen. Wenn sie sich Jugendstudien ansehen, belegen die genau das. Das Problem ist, dass die katholische Morallehre oft als "Spielverderber"- Moral gesehen wird. Aber was viele davon wissen, ist eigentlich eher eine Karikatur dieser Lehre. Dass man sich für Gebote nicht begeistern kann, das kann ich verstehen. Aber Gebote weisen ja nur auf etwas hin, was viel größer, was viel schöner ist. Und diese Schönheit, etwa die Würde des menschlichen Leibes, die müssen wir mehr betonen. Es gibt keine leibfreundlichere Religion als das Christentum. Unser Gott ist Mensch, ist Leib geworden. Darum achten wir den Leib so sehr. Nur was man schätzt, will man auch schützen.

Hat die Kirche nicht Anteil daran, dass nur "die Karikatur" ihrer Morallehre bei den Menschen angekommen ist?

Schwaderlapp Ja, da haben Sie Recht. Gerade zum Thema Sexualität gibt es oft nur eine defensive Verkündigung, es trauen sich wenige an das Thema ran.

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Auch das Thema Ökumene interessiert die Leute kaum noch, man praktiziert das irgendwie in den Gemeinden und kümmert sich nicht um die Auseinandersetzungen der Theologen.

Schwaderlapp Das mag sein, aber das kann ja nicht befriedigen. In bestimmten Fragen der Ökumene müssen wir auch Unterschiede aushalten und auch darin einander respektieren. So sollen wir die Unterschiede im Verständnis der heiligen Eucharistie respektieren und uns auf Themen konzentrieren, die uns verbinden. Vielleicht wächst daraus dann einmal ein neuer Ansatz in der eucharistischen Frage. Zuerst haben wir doch die gemeinsame Botschaft, dass wir als Getaufte Kinder Gottes sind, in die Welt zu bringen.

Im caritativen Bereich, etwa bei den Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft, sind Sie darauf angewiesen, Personal zu finden, das sich an die katholische Morallehre hält. Wie lange können Sie sich noch leisten, einen guten Chefarzt rauszuwerfen, wenn er zum zweiten Mal heiraten will?

Schwaderlapp Darüber diskutiert die Bischofskonferenz gerade. Es gibt diverse Modelle, die wir besprechen. Ich frage hier, ob wirklich alle Einrichtungen, die wir derzeit unterhalten, in kirchlicher Trägerschaft bleiben müssen. Ich könnte mir auch vorstellen, stattdessen eine Art Auditierung einzuführen. Das heißt: Es werden Standards aufgestellt, die dazu berechtigen, das Audit "Krankenhaus katholischer Prägung" zu führen. Zu solchen Standards gehören ethische Vorgaben, was insbesondere Lebensanfang- und ende angeht, aber auch pflegerische Grundsätze und selbstverständlich die Seelsorge. Diese Auditierung kann jedes Krankenhaus erwerben, das sich diesen Leitsätzen verschreiben will. Das muss natürlich ernsthaft überprüft werden. Gegebenenfalls muss diese Auditierung wieder entzogen werden können.

Also eine katholische DIN-Norm, die aber nicht für die Lebensführung der Angestellten gilt?

Schwaderlapp Die Institutionen wären private Einrichtungen mit entsprechendem weltlichen Arbeitsrecht. Die Pflege, ethische Richtlinien und seelsorgerische Grundsätze wären katholisch geprägt. Ich glaube, dass das sehr gefragt wäre, denn es gibt viele Menschen, die sich in Häusern mit katholischem Geist sehr gut aufgehoben fühlen.

In der deutschen Kirche ist fast nur noch von Rückbaumaßnahmen die Rede.

Schwaderlapp Zumindest stimmt etwas nicht, wenn die Zahl der Gläubigen sinkt, die Zahl der kirchlichen Angestellten aber weiter steigt. Daran hängt nicht unsere Wirksamkeit. Ich habe eher die Sorge, dass dieser übergroße Einsatz in Institutionen uns die Freiheit zu neuen seelsorgerischen und caritativen Impulsen nimmt.

Also geht es um die von Benedikt geforderte Entweltlichung?

Schwaderlapp Ja, und darum, sich dem anzunähern, was Papst Franziskus die "arme Kirche" nennt. Die Wirksamkeit der Kirche hängt nicht an ihrer äußeren institutionellen Präsenz, sondern vielmehr am persönlichen Zeugnis der Gläubigen.

Welche Reformhoffnung haben Sie mit Blick auf die Außerordentliche Bischofssynode im Oktober in Rom? Muss der Papst, der hohe Erwartungen weckt, dann "liefern"?

Schwaderlapp Ich erhoffe mir einen Ruck für die Kirche und neue Impulse für die Ehe- und Familie-Pastoral. Das ist mir eine Herzensangelegenheit. Waren möchte ich jedoch vor überzogenen Erwartungen. Die katholische Überzeugung von der Unauflöslichkeit der vor Gott geschlossenen Ehe kann und wird sich nicht ändern. Das ist uns im Evangelium vorgegeben und bleibt immer unser Maßstab: Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen.

Es könnte demnach Enttäuschungen geben im Herbst?

Schwaderlapp Ja, die Sorge habe ich aufgrund zu hoher Erwartungen, die nicht vom Papst verursacht werden, aber von außen an die Synode heran getragen werden.

Also grundsätzlich keine Sakramente für Wiederverheiratete, die ihre kirchliche Ehe aufgelöst haben?

Schwaderlapp Für wiederverheiratete Geschiedene muss die Kirche viel mehr tun, unabhängig von der Frage des Empfangs der heiligen Kommunion. Da wird es auch nach der Synode sicher keine generelle Lösung geben, die alle zufrieden stellt. Aber wir müssen den Betroffenen deutlich machen: Ihr gehört zur Kirche, wir nehmen eure Sorgen ernst. Wir müssen uns um diesen Personenkreis viel mehr kümmern als das bisher geschieht. Aber zu sagen: Okay, Zulassung zur Kommunion, dann haben wir das Thema vom Tisch – das ist zu wenig.

Es gibt doch auch Theologen, die in dem Zusammenhang meinen, dass das "Geschenk der Vergebung" bei geschiedenen Wiederverheirateten eine größere Rolle spielen sollte. Kann ein Sakrament wirklich Menschen so ausschließen?

Schwaderlapp Es geht hier ja nicht um eine Sünde in der Vergangenheit, sondern um den gegenwärtig gelebten Bruch des vor Gott gegebenen Eheversprechens. Das ist die Problematik. Aber auch wo es die Wunschlösung nicht gibt, dürfen wir Menschen nicht alleine lassen und sich über sie erheben. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, auf die Betroffenen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Tut unser Land genug für Flüchtlinge, die in Europa stranden?

Schwaderlapp Ich meine: nein. Ich sehe die Not der Politiker, die durch großzügige Aufnahme keine zusätzlichen Fluchtanreize schaffen möchten. Aber dass wir uns als wirtschaftlich starkes Land derart zieren, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht – das finde ich falsch. Menschen in Not muss man helfen. Und gerecht wäre es, dass die Leistungsfähigen mehr helfen.

Ist der deutsche Staat – siehe Bundespräsident, siehe Kanzlerin – eigentlich protestantischer geworden?

Schwaderlapp Wenn es denn wenigstens so wäre. Ich glaube eher, dass der Staat, besser: das Volk nicht religiöser geworden ist. Ich versuche, meinen Teil dazu beizutragen, dass die Schönheit des Glaubens und die Freude an Jesus Christus und seiner Botschaft die Menschen erreicht. Papst Franziskus gelingt das vortrefflich.

Das Gespräch führten Dorothee Krings, Reinhold Michels, Lothar Schröder und Stefan Weigel.
http://www.rp-online.de/panorama/deutsch...g-aid-1.4395441
Quelle: RP

23
Juli
2014

Christdemokratin Vera Lengsfeld plädiert für bundesweiten Volksentscheid

Christdemokratin Vera Lengsfeld plädiert für bundesweiten Volksentscheid
Veröffentlicht: 19. Juli 2014 | Autor: Felizitas Küble

Offener Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU)



Die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld hat den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich in einem Offenen Brief darum gebeten, die Öffnung der CDU zum bundesweiten Volksentscheid zu unterstützen.

Mit diesem Thema können bürgerliche Wähler neu für die CDU begeistert werden, schreibt die ehem. CDU-Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die kommende Landtagswahl in Sachsen.

Die Erfahrung in der DDR habe ihr gezeigt, wie viel Gutes erreicht werden kann, “wenn Menschen sich engagieren, aufbrechen und von unten etwas bewegen wollen”, erläutert Lengsfeld ihre Haltung. Deshalb setze sie sich auch als Christdemokratin schon lange für mehr direkte Demokratie ein.

Nachdem sich bereits eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder und Wähler der CDU in Umfragen für bundesweite Volksentscheide aussprechen und alle anderen bürgerlichen Parteien den bundesweiten Volksentscheid längst in ihr Programm aufgenommen haben, dürfe die CDU den Anschluss jetzt nicht verpassen.

Lesen Sie hier den ganzen Offenen Brief an Stanislaw Tillich:
http://www.buergerrecht-direkte-demokratie.de/?p=1640

Kontakt: Bürgerrecht Direkte Demokratie, Zionskirchstraße 3 in 10119 Berlin
Tel: 030-8800 1397 / Fax: 030-3470 6264
info@buergerrecht-direkte-demokratie.de
http://www.buergerrecht-direkte-demokratie.de

23
Juli
2014

CDL protestiert vor Gentest-Firma in Konstanz gegen die Selektion von Behinderten

CDL protestiert vor Gentest-Firma in Konstanz gegen die Selektion von Behinderten
Veröffentlicht: 23. Juli 2014 | Autor: Felizitas Küble
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Mit einer öffentlichen Kundgebung haben rd. 100 Kritiker und Betroffene auf Einladung der CDL-Baden-Württemberg vor dem Firmensitz der Firma Lifecodexx in Konstanz demonstriert. PICT0107


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Lifecodexx ist der erste deutsche Anbieter von Gentests vor allem zur Früherkennung von Kindern mit Down Syndrom. Auch Professor Dr. Holm Schneider (siehe Foto), Leiter der Abteilung Molekulare Pädiatrie am Universitätsklinikum Erlangen, nahm ebenso wie junge Menschen mit Down Syndrom an der Kundgebung teil.
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Zu den Gründen für die Protestaktion äußert sich die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (siehe Foto):


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„Erstmalig im Sommer 2012, unmittelbar vor dem Beginn des Verkaufs des Pränataltests der Firma LifeCodexx AG, haben die Christdemokraten für das Leben (CDL) in Konstanz auf diese gefährliche, neue Entwicklung durch ihren öffentlichen Protest aufmerksam gemacht.
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Leider konnte die Einführung des Gentests und seine Zulassung durch die zuständige Regierungspräsidentin in Freiburg nicht verhindert werden.
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Diese Gentests werden inzwischen bereits von drei Unternehmen bundesweit angeboten und sind überall am Markt verfügbar, da sie auf einer einfachen, eigentlich von jeder Arztpraxis durchzuführenden Blutentnahme bei einer Schwangeren basieren. Indikationen sind dazu nicht erforderlich. _DSC4662


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Damit ist klammheimlich - durch die Hintertür - eine neue Generation von „Nichtinvasiven Pränataltests“ (NIPN) etabliert worden, die bereits ab Ende der 9. Schwangerschaftswoche – gegen Aufpreis mit Expressdienst - die gezielte Suche nach Gendefekten ebenso jeder Frau anbietet wie auch die frühe Geschlechtsidentifikation.
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Die frühe genetische Geschlechtsbestimmung läßt für nicht gewünschte Jungen oder Mädchen Entwicklungen erkennen, wie wir sie bisher vor allem in kinderfeindlichen Ländern wie China oder Indien wahrgenommen haben, wo die Geschlechterselektion bereits selbstverständlich ist.
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Noch sind die Tests vor allem auf die Identifikation von Trisomie 21, zunehmend aber auch auf anderen Genomveränderungen gerichtet.
Nationaler Ethikrat gegen Selektion

In einer Stellungnahme des Nationalen Ethikrates werden diese Testverfahren als hoch gefährliche Selektionsinstrumente bezeichnet, welche die Einstellung zur Schwangerschaft und zu Kindern grundlegend negativ verändern werden.
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Denn nun wächst der Druck auf jede Schwangere, bei Feststellung einer Genveränderung, z.B. beim Down Syndroms, noch schnell bis zur 12. Woche einer vermeintlich unkomplizierten, frühen Abtreibung des Kindes zuzustimmen.
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Es kommt immer häufiger zu einer fatalen „Schwangerschaft auf Probe“, und das Kind wird abgetrieben, sobald ein möglicher Gendefekt ausgemacht ist.
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Mit dem angeblichen Argument „mehr Sicherheit und Selbstbestimmung für die Frau“ wird in der Wirklichkeit ständig mehr Druck auf sie ausgeübt. Aus Angst davor, dass das Kind die gesundheitlichen und sonstigen Erwartungen nicht erfüllt, nimmt ohnehin schon die Zahl von Spätabtreibungen stetig zu.
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Ein frühes, intensives Gen-Screening fördert damit systematisch die Intoleranz und Erbarmungslosigkeit gegenüber Menschen mit Behinderungen. Immer häufiger erleben Frauen bereits jetzt, dass sie scharfer Kritik ausgesetzt sind, wenn sie ein behindertes Kind zur Welt bringen.
Eugenik von unten

Seitens der Ärzte steigt die Bereitschaft - und dies schon aus möglichen Haftungsgründen bei Fehldiagnosen heraus - sofort zu einer Abtreibung zu raten, wenn genetische „Standardabweichungen“ erkannt werden. So zieht Schritt für Schritt eine neue intolerante, aber wirksame Form von Eugenik in unsere Gesellschaft ein. Baby (2)
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Da bereits die ersten Krankenkasse die Kosten für die Testverfahren übernehmen und die Abtreibungen ebenfalls größtenteils aus der Staatskasse refinanziert werden, ist absehbar, dass trotz wortreicher Forderung nach „Inklusion von Behinderten“, in den ersten 9 Monaten des Lebens jetzt genau das Gegenteil forciert und gefördert wird.
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Diese neuen Testmethoden und ihre Konsequenzen verstoßen jedoch nicht nur gegen UN-Konventionen und EU-Rechtsprechung, sondern auch gegen das Grundgesetz, das Recht auf Leben (Art.1) Unversehrtheit (Art 2.), und Gleichheit (Art. 3) und gegen das Gendiagnostik- sowie Embryonenschutzgesetz.
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Gemeinsam mit vielen betroffenen Familien und mit Behindertenorganisationen sehen die Christdemokraten für das Leben (CDL) in dieser Entwicklung eine neue und höchst gefährliche Form von radikaler Diskriminierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe, der das Recht zu leben abgesprochen wird.
Kampagne gegen Behinderte

Mit modernster Diagnose- und Informationstechnik wird durch die neuen Pränataltests ein mit hohem finanziellem Profit verbundener Feldzug gegen Menschen mit bestimmten, genetisch unerwünschten Merkmalen geführt.
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Was harmlos als „Medizinprodukt“ und für die Frau ungefährlicher Bluttest verkauft wird, bedeutet in der Realität bereits zwei Jahre nach seiner Einführung ein flächendeckendes Screening-Netz, dessen Angebot gezielt auf die Identifikation und Selektion von Menschen mit Behinderung abzielt.
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Dies sollten wir in unserem Land nicht länger zulassen. Hier ist unser Protest unerlässlich, denn sonst wird jede Schwangerschaft unter dieser neuen „Genqualitäts-Kontrolle“ stehen.
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Im Interesse einer humanen Gesellschaft darf nicht alles, was technisch möglich und ökonomisch erwünscht ist, umgesetzt werden!
Die bundesweite Zulassung einer vorgeburtlichen Diagnostik, die allein darauf abzielt, die Geburt dieser Menschen durch Abtreibung zu verhindern, ist skandalös und erfordert dringenden Protest.

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Christdemokraten für das Leben e.V.
Kantstr. 18 in 48356 Nordwalde
Tel.: 0 25 73 – 97 99 391 / Fax: 0 25 73 – 97 99 392
E-Mail: info@cdl-online.de
Internet: www.cdl-online.de

23
Juli
2014

MARIÄ HIMMELFAHRT Georg Gänswein predigt im Freiburger Münster

MARIÄ HIMMELFAHRT

Georg Gänswein predigt im Freiburger Münster
Hoher Besuch aus Rom wird beim Patrozinium des Freiburger Münsters zu Maria Himmelfahrt erwartet: Erzbischof Georg Gänswein wird am 15. August an alter Wirkungsstätte predigen.


Heimaturlaub: Erzbischof Georg Gänswei...t am 15. August im Freiburger Münster. | Foto: AFP

Heimaturlaub: Erzbischof Georg Gänswein predigt an Mariä Himmelfahrt am 15. August im Freiburger Münster. Foto: AFP
Die Gottesmutter Maria ist die Patronin der Erzdiözese Freiburg. Am 15. August, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel (im Volksmund "Mariä Himmelfahrt" genannt), wird im Freiburger Münster Unserer Lieben Frau deshalb das Patrozinium gefeiert – Hauptzelebrant des Pontifikalamtes um 10 Uhr wird Erzbischof Robert Zollitsch sein. Der aus dem Erzbistum stammende Kurienerzbischof Georg Gänswein wird in diesem Jahr die Festpredigt halten. Zollitsch hatte Gänswein bei dessen Bischofsweihe nach Freiburg eingeladen – nun wurde im Heimaturlaub des Privatsekretärs von Papst Benedikt XVI. im Sommer ein passender Termin gefunden. In der vergangenen Woche weilte Erzbischof Zollitsch in Rom und hat von Gänswein, der aus Riedern im Wald im Kreis Waldshut stammt, die Zusage bekommen.

Heimatbesuch mit Gottesdienst

Der 56-jährige Gänswein amtiert im Vatikan auch unter dem neuen Papst Franziskus als Präfekt des päpstlichen Hauses. Von 2005 bis zum Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. fungierte der Südbadener als Privatsekretär des bayrischen Pontifex. Georg Gänswein war 1994 für die Dauer von rund einem Jahr der persönliche Referent des damaligen Erzbischofs Oskar Saier gewesen, ehe er dann 1995 nach Rom berufen wurde.

Der Festtag Maria Himmelfahrt wird in Freiburg traditionell mit einem Pontifikalamt im stets vollbesetzten Münster gefeiert. Es ist der einzige Werktag im Jahr, in dem auch der Münstermarkt rund um die Kathedrale pausiert.
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/...--73413667.html


23
Juli
2014

Landau: "Das Sterben im Mittelmeer muss ein Ende haben"

Landau: "Das Sterben im Mittelmeer muss ein Ende haben"

181 Tote bei Flüchtlingsdrama vor Lampedusa - Caritas fordert entschlossenes Handeln in Österreich und Europa
22.07.2014



Wien (KAP) Angesichts des jüngsten Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa, bei der 181 Menschen ums Leben kamen, hat Caritaspräsident Michael Landau am Dienstag ein Ende der "Abschottungspolitik der EU" gefordert. Menschen würden vor Dürre und Hunger, vor Verfolgung und Folter, vor Kriegen und Tod fliehen. Die aktuellen Ereignisse machten die unfassbare Verzweiflung der Menschen deutlich, so Landau: "In einer globalisierten Welt, die mit all ihren Vor- und Nachteilen gerne auch als globales Dorf bezeichnet wird, lässt sich Verantwortung nicht abschieben. Wir müssen helfen und nicht wegschauen." Seit dem Jahr 2000 seien bereits 23.000 Menschen bei dem Versuch gestorben, in ein neues Leben aufzubrechen, so der Caritaspräsident.

Wenn in Europa Banken ins Wanken geraten, würden über Nacht Rettungspakete geschnürt. Wenn aber im Mittelmeer Menschen zu Tausenden ertrinken, "werden Zäune erhöht und der Grenzschutz verstärkt", kritisierte Landau: "Keine Rettungspakete, ja nicht einmal genügend Rettungsringe werden ausgeworfen. Das ist ein Verbrechen."

Die Abschottungspolitik der EU verwehre den Menschen den Zugang zum Schutz in der EU und zwinge diese, lebensgefährliche Fluchtwege wie jenen über das Mittelmeer zu nehmen. Landau: "Wir brauchen in dem Bereich mehr und nicht weniger Europa. Wer Schleppern wirklich das Handwerk legen möchte, muss legale Antragsmöglichkeiten in den Herkunftsländern schaffen und legale Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge und Migranten nach Österreich und Europa sicherstellen."

Vorrangig seien dauerhafte Maßnahmen zur Rettung in Seenot geratener Menschen sicherzustellen, forderte der Caritaspräsident: "Flüchtlingsbooten kann und muss geholfen werden, sowohl durch die zuständigen EU-Agenturen als auch durch europäische Mitgliedsstaaten." Die Zurückweisung von Flüchtlingen an Grenzen und auf See würden den Tod dieser Menschen in Kauf nehmen und müssten umfassend verhindert werden.

EU-Aufnahme von Flüchtlingen reformieren

Das geltende EU-Aufnahmesystem für Flüchtlinge müsse zudem dringend reformiert werden, forderte Landau. Die Grenzregionen der Union müssten verstärkt finanzielle Unterstützung für die adäquate Aufnahme von Flüchtlingen erhalten. Vor allem für kleine und wirtschaftlich schwächere Länder müsse über geänderte Verteilungsregelungen nachgedacht werden.

Europaweit müssten auch jährliche Resettlement-Programme(Neuansiedlung) zur gesteuerten Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk als wichtige Ergänzung zum nationalen Asylsystem zur Verfügung stehen.

Laut Amnesty International hat die EU zwischen 2007 und 2013 fast zwei Milliarden Euro für den Bau von Zäunen, hoch entwickelten Überwachungssystemen und Grenzkontrollen ausgegeben. Dagegen sind nur 700 Millionen Euro aus dem EU-Budget in den Ausbau der Asylverfahren und die Verbesserung der Situation von Asylsuchenden geflossen.


Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/63662.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

23
Juli
2014

Bischofskonferenz verurteilt Vertreibung von Christen aus Mossul

23.07.2014

Bischofskonferenz verurteilt Vertreibung von Christen aus Mossul
"Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation"


2011: Erzbischof Schick (l.) im Irak
© KNA


Mit Trauer und Entsetzen hat nun auch die Deutsche Bischofskonferenz auf die Vertreibung der Christen aus der nordirakischen Stadt Mossul reagiert. Das sei ein "Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation", erklärte Erzbischof Ludwig Schick.

"Es ist ein Tag der Trauer und des Entsetzens." Mit diesen Worten kommentiert der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die Vertreibung der Christen aus der nordirakischen Stadt Mossul. "Christen haben im Irak seit vielen Jahrhunderten friedlich mit ihren Nachbarn gelebt. Bereits seit der von den USA angeführten Irak-Invasion (2003) und besonders seit den Kämpfen zwischen Sunniten und Schiiten ab 2006 sahen sich die meisten Christen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Durch islamistische Fanatiker, die einen ‚Gottesstaat‘ nach ihrer Façon errichten wollen, sind jetzt wohl alle Christen aus Mossul vertrieben. In anderen Städten ist Gleiches zu befürchten".

Die Vertreibung der Christen und anderer friedliebender und toleranter religiöser Minderheiten, auch aus dem Islam, sei ein "Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation, der Menschenwürde und Menschenrechte". "Natürlich ist es falsch und gefährlich, die Muslime als Religionsgruppe für solche Untaten zu verurteilen. Gleichwohl müssen sich die Eliten des Islam der Frage stellen, warum in vielen Teilen der muslimisch geprägten Weltregionen solche Aggression und Gewalt herrschen. Hier nur auf politische Auseinandersetzungen, wirtschaftliche Interessen und eine koloniale Geschichte zu verweisen, greift zu kurz. Sie müssen auch fragen, wo die kulturell-religiösen Gründe für solche Fehlentwicklungen liegen." Die islamischen Führungspersönlichkeiten sollten sich weltweit zusammen tun und solche Untaten an Christen verurteilen, forderte der Erzbischof.

Nach den Worten von Erzbischof Schick darf auch die politische Weltgemeinschaft die Auslöschung der Christen in Mossul und anderen Teilen des Irak nicht hinnehmen. Er rief zugleich die Christen weltweit zum Gebet für ihre Glaubensgeschwister in der Bedrängnis auf. "Humanitäre Hilfe muss für die zur Flucht Gezwungenen selbstverständlich sein. Gemeinsam mit allen anderen Wohlmeinenden müssen die Christen weltweit darüber hinaus aktiv auf den Tag der Rückkehr der Vertriebenen und die erneute Präsenz der Christen in Mossul mit allen Mitteln hinarbeiten. Die internationale Weltgemeinschaft ist in der Pflicht."

Singhammer: Irakisch-christliche Flüchtlinge aufnehmen

Die islamische Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hatte Mossul Anfang Juni eingenommen. Medienberichten zufolge stellten die Extremisten den in der Stadt lebenden Christen ein Ultimatum, das am Wochenende ausgelaufen war. Die Gläubigen sollten zum Islam übertreten oder eine Sondersteuer zahlen, andernfalls würden sie ermordet. Seither sind nahezu alle Christen aus Mossul geflohen. Im Jahr 2003 lebten noch rund 50.000 Christen in der zweitgrößten irakischen Stadt. Mossul wird als Ninive bereits in der Bibel erwähnt. Die Region war über Jahrhunderte das Zentrum der chaldäischen, assyrischen und armenischen Kirchen im Irak.

Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) sprach sich für eine Aufnahme irakisch-christlicher Flüchtlinge in Deutschland auf. Das sei nötig, "weil die Betroffenen in dem zunehmend christenfeindlichen Umfeld aus überwiegend islamischen Staaten kaum eine sichere Zuflucht finden", sagte er der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe). Singhammer nannte die Berichte über die Vertreibung "eine der schlimmsten Nachrichten der letzten Jahre". Er forderte die Muslime in Deutschland auf, einmal "Klartext zu reden und sich für die Christen und gegen deren Vertreibung aktiv einzusetzen".
http://www.domradio.de/themen/christenverfolgung
(epd)

23
Juli
2014

Niederlande erwarten erste Opfer von MH17 Trauer und Wut

23.07.2014

Niederlande erwarten erste Opfer von MH17
Trauer und Wut


Trauer in den Niederlanden
© dpa

Die Regierung in Den Haag hat den Mittwoch zum Tag der nationalen Trauer ausgerufen, dem ersten Volkstrauertag seit mehr als 50 Jahren. Heute kommen die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes in ihre Heimat. Ein Pfarrer berichtet über Trauer, Fassungslosigkeit und Wut.

Die Niederlande erwarten die ersten Opfer des MH17-Flugzeugabsturzes in der Ostukraine. Ein niederländisches Militärflugzeug mit 14 Särgen an Bord flog am Mittwoch aus der ukrainischen Stadt Charkow nach Eindhoven ab. Die Regierung in Den Haag rief den Mittwoch zum Tag der nationalen Trauer aus, dem ersten Volkstrauertag seit mehr als 50 Jahren. Alle Fahnen wehten auf halbmast. In zwei Flügen sollten bis gegen 16.00 Uhr etwa 50 der insgesamt 298 Absturzopfer in die Niederlande gebracht werden.

Bei der Ankunft wollten König Willem-Alexander, Königin Máxima und Ministerpräsident Mark Rutte anwesend sein. Auch Angehörige der 193 niederländischen Toten und Vertreter der übrigen Herkunftsstaaten der Opfer wurden erwartet. Bei dem Absturz von Flug MH17 am vergangenen Donnerstag waren Menschen aus zehn Ländern getötet worden, darunter vier Frauen aus Deutschland.

Über den Tag in den Niederlanden sprach domradio.de mit Baart Versteegen (Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Den Haag):

domradio.de: Wie würden Sie die Atmosphäre in den Niederlanden beschreiben?

Versteegen: Die Leute sind sehr bertroffen, traurig und sprachlos. Sie sind fassungslos. Die Opfer wurden völlig unschuldig in einen Krieg hineingezogen. Hinzu kommen die Bilder von Plünderungen an der Absturzstelle. Die Leichname wurden bestohlen! Das erzeugt auch eine große Wut bei den Menschen.

domradio.de: Welche Auswirkungen wird diese schreckliche Unglück haben?

Versteegen: Es wird Folgen auf das Verhältnis zu Russland haben. Da werden viele Fragen gestellt werden. Aber man weiß ja nie, was hinter dem Rücken der Bürger abläuft. Der Außenminister hat eine sehr gute Rede vor den Vereinten Nationen gehalten und hat dadurch alle Niederländer zusammengeführt.

domradio.de: Gab es Reaktionen in den Gottesdiensten?

Versteegen: Es wurden Schweigeminuten abgahlten. Es war noch nie so still in der Kirche, das war wirklich eindrucksvoll. Man hat die Verbundenheit der Gläubigen spüren können. Im Evangelium am Sonntag hörten wir das Gleichnis vom Guten und Bösen (Mt 13,24-43). Und wenn man nun versucht ist, zurückzuschlagen, sagt einem diesen Evangelium, dass es letztendlich Jesus Christus ist, der urteilt, und nicht wir. Im Glaubensbekanntnis bekennen wir, das wir erwarten, dass Jesus Christus kommt zu richten die Lebenden und die Toten, und das Gericht ist nicht an uns, sondern bei ihm. Da müssen wir mit leben, aber einfach ist es nicht!

(dr)

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