headerimg
20
Februar
2014

Die Gewalt ist in den letzten Stunden eskaliert. Es gibt viele Tote,

20.02.2014

Caritas Ukraine fordert Sanktionen gegen Machthaber
: Auf blutigen Abwegen


Schüsse auf dem Maidan , dpa


Ungeachtet eines europäischen Vermittlungsversuches eskalieren die Proteste in Kiew. Im domradio spricht der Leiter der Caritas Ukraine, Andrij Waskowycz, von gezielten Kopfschüssen auf Demonstranten. Er fordert Sanktionen.

domradio.de: Sie sind vor Ort in Kiew. Wie haben Sie in den letzten Stunden dort erlebt?

Andrij Waskowycz (Caritasdirektor der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine): Es ist eine sehr sehr angespannte Situation. Die Gewalt ist in den letzten Stunden eskaliert. Es gibt viele Tote, man spricht in der Zwischenzeit von mehr als zehn Toten, die in den letzten fünf Stunden erschossen wurden. Und zwar wurden sie erschossen von Scharfschützen, die scheinbar oben auf den Dächern um den Maidan positioniert waren. Es sind gezielte Kopfschüsse und Schüsse in die Brust.

Die Gewalt ist heute überhaupt eskaliert, sowohl in der ukrainischen Hauptstadt als auch in einigen Städten, in denen es zu Konfrontationen mit Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen ist. Es scheint, dass hier eine geplante Aktion stattfindet, um die Situation in der Ukraine zu destabilisieren. Das kann auch damit zusammenhängen, dass in die Ukraine die Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs gekommen sind, um ihnen zu zeigen, dass es hier Gewalt gibt von Seiten der Demonstranten. Man vermutet, dass die Eskalation der Gewalt auch teilweise provoziert wurde durch möglicherweise unter den Demonstranten eingeschleuste Provokateure. Sie haben es zu diesen gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen lassen, um zu beweisen, dass die Situation nicht stabil ist. Um möglicherweise zu begründen, dass man einen Ausnahmenzustand in dem Land verhängen müsste.

domradio.de: Wird es auf dem Maidan wahrgenommen, dass die Außenminister heute ankommen?

Waskowycz: Das wird auf dem Maidan wahrgenommen. Sie hatten Begegnungen mit den Anführern der Opposition, sie hatten scheinbar auch eine Begegnung mit Präsident Janukowitsch, aber welche konkreten Resultate es gibt, das weiß man hier in der Gesellschaft noch nicht. Die Kräfte der Opposition, die Demonstrierenden hoffen alle, dass die EU-Minister sich endlich durchringen, um personenbezogene Sanktionen gegen die Verantwortlichen für die Gewalttaten in der Ukraine einzuführen. Man ist der Ansicht, dass nur solche personenbezogenen Sanktionen eine Wirkung zeigen können. Dass sie die Führung der Ukraine dazu zwingen könnten, in einen Dialog zu treten und Zugeständnisse zu machen, einen Weg freizumachen für eine friedliche Lösung des Konfliktes oder besser gesagt, zurückzukehren zu einem Weg der friedlichen Lösung.

domradio.de: Um welche Sanktionen geht es da?

Waskowycz: Auf zwei Maßnahmen wird vorallen Dingen gesetzt: Das ist das Einreiseverbot oder eine Einreisebegrenzung für Leute, die verantwortlich sind für die Anwendung der Gewalt in der Ukraine, die verantwortlich sind überhaupt für diese Krise in der Ukraine. Das zweite, das kann sogar noch ein stärkeres Mittel sein, das sind die Einfrierungen von Konten der Leute, die verantwortlich sind für die Eskalation der Gewalt. Viele Leute in der ukrainischen Führung haben ihre Gelder auf Konten im Ausland und diese Konten sollten eingefroren werden, so ist die Meinung der Opposition, so ist die Meinung vieler Demonstranten.

domradio.de: Die EU spielt ja eine zentrale Rolle im ukrainischen Konflikt. Die Oppositionellen sind zunächst in Kiew auf die Straße gegangen, weil Präsident Janukowitsch ein geplantes Abkommen mit der EU nicht unterzeichnet hatte. Die EU wird damit ja auch zu einer Partei im Konflikt. Kann sie so überhaupt noch als Vermittler auftreten?

Waskowycz: Ich glaube, dass die EU als Vermittler auftreten kann und ich glaube, dass das auch das große Problem der Außenminister der EU gewesen ist. Sie wollten sich diese Option offenlassen, haben deswegen nicht den Weg der Sanktionen gewählt, um eben als neutraler Vermittler noch auftreten zu können. Die Opposition ist dafür, dass die EU als Vermittler eintritt - allerdings kann diese Funktion natürlich ausfallen, wenn die EU nun Sanktionen einführt. Dennoch: Die Opposition ist dafür, dass die EU personenbezogene Sanktionen gegen die Führung in der Ukraine einführt, die verantwortlich ist für die Eskalation der Gewalt.

Das Interview führte Verena Tröster

(dr)

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 17:16
20
Februar
2014

Die Abschiebung einer alleinerziehenden Frau mit vier Kindern nach Polen sei ein "Skandal",

20.02.2014


Pfarrei St. Peter und Paul in Augsburg-Oberhausen
© Bing


Kirchenasyl in Augsburg geräumt
: Law and Order in Bayern


Flüchtlingsorganisationen sind empört über die Räumung eines Kirchenasyls in Augsburg: Die Abschiebung einer alleinerziehenden Frau mit vier Kindern nach Polen sei ein "Skandal", erklärten am Donnerstag mehrere Organisationen.

Die Frau aus Tschetschenien war mit ihren Kindern am Dienstagmorgen von Augsburger Polizeibeamten aus der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Augsburg-Oberhausen abgeholt worden. Der Bayerische Flüchtlingsrat, die ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche" und das bayerische ökumenische Kirchenasylnetz verurteilten die Aktion einhellig.

Der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche, Marc Speer, nannte es einen "Dammbruch", wenn das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen in Bayern ignoriert werde und Kirchenasyle nicht mehr vor der Räumung sicher seien. Die Mutter war mit ihren Kindern ursprünglich über Polen nach Deutschland gekommen. Sie wollte in dem Kirchenasyl die Frist überbrücken, innerhalb der sie wieder nach Polen abgeschoben werden konnte.

Bischof Zdarsa ermittelt

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa wolle dem Vorgang nachgehen und das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen, erklärte Erzbischof Ludwig Schick am Donnerstag. Das Kirchenasyl sei bisher nicht von Räumungen betroffen gewesen, fügte der Erzbischof hinzu, "obwohl wir wissen, dass es sich um einen rechtlichen Grenzbereich handelt".

Nach europäischem Recht müssen Flüchtlinge, die über ein sogenanntes sicheres Drittland in die EU einreisen, ihren Asylantrag auch in diesem Land stellen. Deswegen werden sie von den deutschen Behörden in der Regel innerhalb eines halben Jahres wieder dorthin abgeschoben. Diese Frist war bei der Familie fast abgelaufen. Danach hätte die Mutter in Deutschland einen Asylantrag stellen und vorerst hier bleiben können.

Die Stadt Augsburg hatte die von der Ausländerbehörde angeordnete Polizeiaktion mit dem Hinweis gerechtfertigt, man habe bei der Entscheidung "keinerlei Ermessensspielraum gehabt". Die letzte Räumung eines Kirchenasyls in Bayern fand nach Angaben des Ökumenischen Kirchenasylnetzes im Jahr 1996 statt.

(KNA, epd)

*****
Kirchenasyl
1983 gewährte die Berliner Heilig-Kreuz-Gemeinde zum ersten Mal in Deutschland Flüchtlingen Schutz. Sie nahm mehrere palästinensische Familien auf, die in den vom Bürgerkrieg zerrütteten Libanon zurückkehren sollten. Die Flüchtlinge hatten gegen ihre Abschiebung geklagt, doch noch vor einer Gerichtsentscheidung sollten sie ausreisen. Auch heute schützen Kirchen Asylbewerber vor Abschiebung, wenn deren Leben im Herkunftsland bedroht ist und drängen auf eine Überprüfung des Falles; bei sogenannten Dublin-Fällen verhindern sie eine Rückführung innerhalb Europas, wenn dadurch eine Abschiebung ins Herkunftsland droht.

Durch die Arbeit der Härtefallkommissionen in den Bundesländern ist die Anzahl der Menschen im Kirchenasyl zurückgegangen. Zustände wie Ende der 90er Jahre, als sich etwa in Nordrhein-Westfalen einige hundert Menschen im Wanderkirchenasyl befanden, sind vorbei. Momentan befinden sich rund 100 Menschen im Kirchenasyl. Oft handelt es sich um sogenannte stille Kirchenasyle. Das heißt, die Kirchen geben den Behörden die Aufenthaltsorte der Flüchtlinge bekannt, aber informieren nicht die Presse. So können die Gemeinden oft besser verhandeln.

Kirchenasyl gewähren in Deutschland überwiegend evangelische Kirchen. Doch auch einige katholische Gemeinden, vor allem Klöster, nehmen immer wieder meist im Stillen Flüchtlinge auf. Aufsehen erregten in den 90er Jahren die Benediktinerinnen im niedersächsischen Dinklage und 2003 die Dominikanerinnen im niederrheinischen Schwalmtal. Beide Male kam es zu Einsätzen der Polizei.


Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 17:10
20
Februar
2014

Und was kommt nach der Evakuierung?

Und was kommt nach der Evakuierung?

Während New Orleans mittlerweile zwangsweise evakuiert wird, drängt sich ein neues Problem auf: Das Schicksal einer Million obdachloser Flüchtlinge stellt die USA vor eine humanitäre Herausforderung.


Leben auf engstem Raum: Hurrikan-Opfer im Astrodome in Houston

Wie schwierig es ist, die Flüchtlingsströme zu koordinieren und deren Grundversorgung sicherzustellen, zeigt sich in New Orleans: Als beschlossen wurde, die Stadt zu räumen, musste mit einem Mal für Tausende Menschen eine neue provisorische Bleibe gefunden werden. Diejenigen, die im Superdome-Stadion der Stadt ausgeharrt hatten, sollten zunächst im Astrodome in Houston (Texas) untergebracht werden. Aber die Kapazitäten dort reichten nicht aus. Die Arena musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Mit Bussen wurden die erschöpften Neuankömmlinge zu Ausweichquartieren gebracht.
Auf Dauer kein Zustand

Texas, der größte der Nachbarstaaten Louisianas, fühlt sich mit den herbeiströmenden Menschen auf der Suche nach Obdach zusehends überfordert. Der Bundesstaat hat allein eine Viertel Million Menschen aufgenommen. Rund 15.000 Katastrophenopfer sind auf Klappbetten im Astrodome von Houston untergebracht. Weitere 100.000 Menschen haben in Gemeindesälen und Hotelzimmern Unterschlupf gefunden. Das kann jedoch auf Dauer kein Zustand sein. "Texas tut alles, um unseren Nachbarn zu helfen, aber wir wollen auch sicherstellen, dass wir alle, die kommen, ernähren und medizinisch versorgen und sie an sicheren Orten vernünftig unterbringen können", betonte Gouverneur Rick Perry und appellierte an andere Bundesstaaten, verstärkt Flüchtlinge aufzunehmen.


Die Verteilung der Katastrophenopfer auf mehrere Bundesstaaten, die bereits angelaufen ist, hat aber nicht allein logistische Gründe. "15.000 Menschen auf einem Haufen – das ist psychologisch nicht gesund", warnte der Gemeindevorsteher von Harris County, Robert Eckels. Ähnlich sieht das Willi Streitz von der Katastrophenforschungsstelle an der Universität Kiel. "Die Menschen sind einfach aufgebracht. Wut ist eine normale Reaktion nach einer solchen Katastrophe", so der Wissenschaftler. Es sei jedoch problematisch, eine Vielzahl frustrierter Menschen monatelang unter sich zu belassen, da die Situation dann eskalieren könne.
Unterkünfte auf Kreuzfahrtschiffen

Eine ausgewogene Verteilung der Flüchtlinge auf die gesamten USA wird daher erwogen. Bereits jetzt haben 16 Bundesstaaten "Katrina"-Opfer aufgenommen oder treffen entsprechende Vorbereitungen. Behörden und Hilfsdienste richten Schulen, Kasernen, Einkaufszentren und weitere Gebäude als Notunterkünfte her. Die Regierung charterte zudem drei Kreuzfahrtschiffe mit Platz für 7000 Obdachlose. Die Solidarität ist auch unter den Privatleuten groß. Viele stellen Unterkünfte zur Verfügung.

Dennoch wird noch lange keine Normalität einkehren, selbst wenn die Grundversorgung gesichert ist. Etliche haben alles verloren und sind zu stark traumatisiert, um in nächster Zeit einen Neuanfang in Angriff zu nehmen. Eine zusätzliche Belastung wird der absehbare, monatelange Aufenthalt in Notunterkünften werden, meint Katastrophenforscher Streitz. "Irgendwann könnte sich ein Lagerkoller einstellen", so der Wissenschaftler.


Langfristige Entwicklung schwer absehbar

Wie die Flutopfer auf lange Sicht mit dem Erlebten umgehen werden, lässt sich jetzt noch nicht vorhersagen. Sollten die verwüsteten Gebiete irgendwann wieder bewohnbar sein, rechnet Streitz mit unterschiedlichen Reaktionen: Manche würden möglicherweise jahrelang auf ihre Rückkehr warten, andere hingegen die Chance für einen Neuanfang ergreifen - irgendwo in den USA.
http://splashurl.com/p3c7sej
DW.DE

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 10:19
20
Februar
2014

Protestanten fordern "Weltrat" für Entwicklungsagenda ab 2015 : Schluss mit schwachen Kompromissen

19.02.2014

Blick auf die Erdkugel



Protestanten fordern "Weltrat" für Entwicklungsagenda ab 2015
: Schluss mit schwachen Kompromissen


Die Millenniumsziele zur Armutsreduzierung werden voraussichtlich nicht erfüllt. Wie es nach 2015 weitergeht, ist offen. Die Evangelische Kirche fordert nun ein schlagkräftiges internationales Gremium.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) spricht sich für eine Reform internationaler politischer Institutionen aus, um die Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele voranzutreiben. Gebraucht werde eine effektive Architektur der "Global Governance" (des globalen Regierens), "damit Wirtschaft und Politik einen nachhaltigen, menschenrechtsbasierten Entwicklungspfad einschlagen können", schreibt der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider in der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Schrift "Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben".

Die EKD-Kammer für nachhaltige Entwicklung beklagt darin, dass auf globaler Ebene in den vergangenen Jahren nur schwache Kompromisse erzielt worden seien. "Es besteht ein Stillstand ohne starke Akteure", konstatiert die Kammer unter Vorsitz des Grünen-Entwicklungsexperten Thilo Hoppe.

Schlagkräftig im Kampf gegen den Hunger

Die EKD verweist dabei auf die derzeitige Diskussion um eine Fortentwicklung der UN-Milleniumsziele zur Reduzierung der Armut in der Welt zu nachhaltigen Entwicklungszielen. Der Kammer-Vorsitzende Hoppe plädiert dafür, Armutsbekämpfung und internationale Klimapolitik zusammenzuführen. Zudem würden Ziele gebraucht, die für alle und nicht nur die Entwicklungsländer gelten würden.

Allerdings sieht die EKD bei der Erarbeitung und Durchsetzung der Ziele Defizite auf internationaler Ebene. Es gebe ein "Zuständigkeitsgerangel", heißt es in der Schrift. Hoppe sagte, die verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen arbeiteten nebeneinander, teilweise gar gegeneinander. Die EKD sieht dadurch eine Gefahr für verbindliche Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele.

Für eine bessere Organisation plädiert die Schrift für ein internationales Gremium, einen "Weltrat für soziale, ökologische und wirtschaftliche Fragen", wie ihn auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2008 und 2009 vorgeschlagen habe. Er müsse in seiner Bedeutung dem Weltsicherheitsrat gleichkommen. Wünschenswert sei, neben den Staatenvertretern auch Vertreter anderer Organisationen, der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kirchen ohne Stimmrecht in die Beratungen einzubinden.

Mehr Macht für bestehenden UN-Rat statt G20

Alternativ zur Gründung dieses "Global Council" schlägt die Kammer vor, den bestehenden Weltwirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) aufzuwerten, etwa indem er die derzeitige Gruppe der 20 Industrie und Schwellenländer (G20) ersetzt. Zudem wünscht sich die EKD, dass dieses Gremium die Einhaltung der Entwicklungsziele kontrollieren, Staaten öffentlich für Nichteinhaltung kritisieren und langfristig auch Sanktionen aussprechen kann.

Der EKD-Bevollmächtigte in Berlin und Brüssel, Martin Dutzmann, betonte, die EKD fordere damit keine "Weltregierung". Die Vorschläge der Kammer bewegten sich zwischen "realpolitischem Pragmatismus und langfristigen Visionen" für mehr Gerechtigkeit und eine Bekämpfung der Armut in der Welt.

Der Kammer für nachhaltige Entwicklung gehören insgesamt 24 Mitglieder an, darunter die ehemalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), der seit dieser Wahlperiode Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günter Krings (CDU), der EKD-Umweltbeauftragte Hans Diefenbacher und die Nachhaltigkeitsexpertin Gudrun Kordecki als stellvertretende Vorsitzende. Die Schrift wurde als Studie im Auftrag des Rates der EKD erstellt. Sie soll in wenigen Tagen auch in englischer Übersetzung vorliegen, um sie Kirchen und Institutionen in anderen Ländern zur Verfügung stellen zu können.

(epd)

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 10:13
20
Februar
2014

Augsburger Bischof für Umzug der Bischofskonferenz nach Berlin : Vom Rhein an die Spree?



Sitz der Bischofskonferenz in Bonn, dpa


20.02.2014

Augsburger Bischof für Umzug der Bischofskonferenz nach Berlin
: Vom Rhein an die Spree?


Droht der Bundesstadt Bonn nach dem Wegzug vieler Ministerien in Folge des Hauptstadtbeschlusses von 1991 ein weiterer herber Verlust? Für einen Umzug der Deutschen Bischofskonferenz nach Berlin hat sich nun der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa ausgesprochen.

Der künftige Vorsitzende der Bischofskonferenz sollte "als Sprecher der deutschen Bischöfe künftig auf jeden Fall in der Hauptstadt Deutschlands seinen Dienstsitz haben", sagte Zdarsa in einem Interview der "Lausitzer Rundschau" (Donnerstag) in Cottbus. Die katholische Kirche würde damit signalisieren, dass die Wiedervereinigung "nun bei allen deutschen Bischöfen angekommen ist". Mitte März wählen die Bischöfe in Münster einen Nachfolger des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch im Amt des Vorsitzenden.

"Wenn Papst Franziskus die Kirche auffordert, an die Ränder zu gehen, dann hat er das ja nicht geographisch gemeint. Auch deswegen empfiehlt sich die deutsche Hauptstadt als Dienstsitz der Bischofskonferenz und ihres Sekretariats", fügte der in Sachsen geborene Bischof hinzu. Der Osten Deutschlands und Berlin "gelten ja vielen im Westen als die religiös und moralisch ausgebranntesten Landschaften Deutschlands". Dort müsse die Kirche öffentlich wahrnehmbar und präsent sein. Nach Ansicht des Bischofs wäre zudem eine mit dem Umzug verbundene Verschlankung des Apparats "ein großartiger Beitrag zur Entweltlichung der Kirche".

"Katholische Medien sollten stärker im Osten präsent sein"

In diesem Zusammenhang sprach sich Zdarsa auch für eine gemeinsame, von allen deutschen Bistümern getragene Katholische Akademie in Berlin aus. Auch katholische Medien sollten stärker im Osten präsent sein, um "noch aufmerksamer zur Kenntnis zu nehmen und zu multiplizieren, was an katholischem Glaubensleben in den verschiedensten Teilen unseres Landes passiert und welche neuen Aufbrüche landesweit zu verzeichnen sind".

Zdarsa ist seit 2010 Bischof von Augsburg, zuvor leitete er drei Jahre lang das Lausitzbistum Görlitz. Mit Blick auf die anstehende Wahl sagte er, die Rolle des Vorsitzenden der Bischofskonferenz dürfe nicht überschätzt werden. Er sei kein Vorgesetzter und könne den einzelnen Bischöfen die Verantwortung nicht abnehmen. "Ich würde ihn eher als Sprecher oder Moderator der Versammlung der deutschen Bischöfe bezeichnen, manchmal vielleicht auch als Repräsentanten".

Gegen Vorkonklave

Indirekt kritisierte er in diesem Zusammenhang den Plan von Erzbischof Zollitsch, in einer Art "Vorkonklave" über die Anforderungen an den neuen Konferenzvorsitzenden zu beraten. "Das lässt auf ein anderes Selbstverständnis des amtierenden Vorsitzenden schließen."

Seine eigenen Erwartungen an den künftigen Konferenzvorsitzenden beschrieb Zdarsa mit den Worten: "Er sollte von allen Bischöfen als wahrer Mitbruder angesehen und geschätzt werden. Er sollte ein selbstbestimmter glaubwürdiger Geistlicher und theologischer Lehrer zugleich sein. Und er sollte ein ausgewogenes Verhältnis zum Bischof von Rom haben."

(KNA, dr)

*****
Deutsche Bischofskonferenz Bonn
Mit der Verfestigung der deutschen Teilung nach dem Mauerbau 1961 wird die Teilnahme der ostdeutschen Bischöfe an den Vollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz durch die Behörden der DDR verhindert. Die pastoralen Erfordernisse führen zu eigenen Versammlungen der Bischöfe der DDR - zunächst unter dem Namen "Berliner Ordinarienkonferenz" - und 1976 zur Errichtung der "Berliner Bischofskonferenz". Ausdrücklich wird betont, dass ihre Errichtung keine Anerkennung der deutschen Teilung bedeute. Vereinigung beider Konferenzen durch Dekret des Heiligen Stuhls. Es gibt nur noch die "Deutsche Bischofskonferenz".

Nach ihrem Votum für Bonn als Standort ihres Sekretariats entschied die Deutsche Bischofskonferenz, das bisher von ihr genutzte Bürogebäude durch einen bedarfs- und funktionsgerechten Neubau zu ersetzen. Das neue Gebäude wurde so konzipiert, dass alternative Nutzungskonzepte wie Kombibüro, Gruppenraum und Business-Club möglich sind. 80% der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind Referenten, für deren Arbeit Ungestörtheit und Konzentration Voraussetzung sind. Diese Anforderungen und der geringe Bedarf an Kommunikation und teamorientiertem Arbeiten führten letztendlich zu der Entscheidung, moderne Zellenbüros zu realisieren. Die Bauarbeiten begannen mit dem ersten Spatenstich durch Kardinal Lehmann im September 2002. Im Juli 2004 konnten die 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Büros im Neubau beziehen.




Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 10:05
20
Februar
2014

Jüdische Historikerin verteidigt Pius XII.

Jüdische Historikerin verteidigt Pius XII.
Veröffentlicht: 20. Februar 2014 | Autor: Felizitas Küble

Am 21. Januar 2014 veröffentlichte das Vatikanorgan Osservatore Romano eine Rede der jüdischen Historikerin Anna Foa (siehe Foto), die sie auf dem Kongreß „Kardinal Dalla Costa und die Hilfe gegenüber den Juden in Florenz während der Shoa” gehalten hat.

Diese Tagung anläßlich des 70. Jahrestages der Befreiung der Stadt vom 19. – 20. Januar 2014 veranstaltet. 4 Anna Foa-300x206



Anna Foa prangert den ideologischen Aspekt der Debatte über die Rolle Pius XII. (1939 – 1958) im 2. Weltkrieg an. Die Historikerin hob hervor, die jüngsten Forschungen hätten ergeben, daß die katholische Kirche eine schützende Funktion für die Juden hatte.

Sie stellte fest, dass diese Aktionen nicht „nur die Früchte von Initiativen der niedrigeren Ebenen” waren, sondern ganz eindeutig von der Hierarchie der Kirche koordiniert und autorisiert wurden. „Diese Tatsache zerstört das in den 70er Jahren angeregte Image eines Papst Pius XII., den das Schicksal der Juden gleichgültig ließ, ja der gar ein Komplize der Nazis war”, erklärte sie.

Der geschichtliche Streit über Pius XII. und die Juden „hat die Forschung über Jahre ausgebremst und jeden Versuch, die historischen Fakten zu klären, in ideologischen Boden verpflanzt”, hob die Geschichtswissenschaftlerin hervor.

Mit dem Theaterstück „Der Stellvertreter” in den 60er Jahren, in dem Rolf Hochhuth die Haltung des Papstes gegenüber den Nazis verurteilte, entstand gleichsam eine „Schwarze Legende” zu diesem Thema. Das Ergebnis war ein „in Ketten Legen und Verdunkeln der Erinnerung und der Bedeutung einer gemeinsam gegangenen Wegstrecke.”

Der Historikerin zufolge ist die Zeit gekommen, um nunmehr objektive Nachforschungen über diese Zeit anzustrengen.

Quelle (Text/Foto): traditionsorientierte internationale Nachrichtenagentur DICI

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 10:00
20
Februar
2014

Sel. Jacinta Marto Seherin

Donnerstag, 20 Februar 2014
Sel. Jacinta Marto

image Weitere Heilige des Tages...

Sel. Jacinta Marto
Seherin
http://splashurl.com/pcpdsqb
* 11. März 1910 in Aljustrel bei Fátima in Portugal
† 20. Februar 1920 in Lissabon in Portugal

Jacinta Marto war die jüngste der drei Kinder, denen 1917 das Geheimnis Unserer lieben Frauen von Fátima offenbart wurde.

Die Oberin eines Kinderheimes hat Aussagen von Jacinta berichtet: Der Ungehorsam von Priestern und Ordensleuten gegen die eigenen Oberen und gegen den Heiligen Vater missfällt dem Heiland sehr. Die Priester sollten sich nur mit den Angelegenheiten der Kirche und der Seelen beschäftigen. Ihr eigenes Schicksal hat sie verschiedentlich gegenüber ihrer Kusine Lucia klar vorausgesagt; sie prophezeite auch den Tod eines Arztes, der sie behandelte.

Im Dezember 1918 erkrankte Jacinta zusammen mit ihrem Bruder Francisco an der sogenannten Spanischen Grippe, erholte sich jedoch wieder. Im Januar 1920 wurde sie nach Lissabon ins Krankenhaus gebracht, um sie wegen einer eitrigen Rippenfellentzündung zu operieren. Dort starb sie nach langer schmerzhafter Krankheit.

Im Februar 1920 wurde Jacintas Leichnam nach Vila Nova de Ourem überführt und dort in der Gruft einer adligen Familie beigesetzt. Im Laufe der Jahrzehnte bettete man die Gebeine der Seherin noch zweimal um, die letzte Ruhestätte fand sie zusammen mit ihrem Bruder Francisco 1951 in der neu errichteten Basilika von Fátima. Heute ist Fatima Wallfahrtsort für Millionen von Menschen, die teilweise auf blutenden Knien zum Zeichen der Buße kommen.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 20.02.2014 01:23
19
Februar
2014

Südkorea: "40 Tage des Gebets für das Leben"

Südkorea: "40 Tage des Gebets für das Leben"

Kampagne der katholischen Kirche beginnt am Aschermittwoch, dem 5. März

ROM, 19. Februar 2014 (Fides) - In den Monaten Februar und März lautet der Schwerpunkt der katholischen Kirche in Korea „Lebensschutz“. In diesem Zusammenhang brachte der bischöfliche „Ausschuss für Leben und Bioethik“ zahlreiche Initiativen auf den Weg. Im Mittelpunkt steht dabei die Kampagne „Vierzig Tage des Gebets für das Leben“, die am Aschermittwoch, dem 5. März, beginnt. In allen katholischen Gemeinden sollen die Gläubigen insbesondere für die Abschaffung des „Gesetzes zur Gesundheit von Mutter und Kind“ gebetet werden, mit dem 1973 Schwangerschaftsunterbrechungen legalisiert wurden.
In den vergangenen Tagen fand in der Myeongdong-Kathedrale in Seoul ein feierlicher „Gottesdienst für das Leben“ statt, dem der Vorsitzende des „Ausschusses für Leben und Bioethik“, Bischof Linus Lee Seong-hyo vorstand, mit dem die Lebensschutzbeauftragten der Diözesen des Landes konzelebrierten. An dem Gottesdienst nahmen über 1.300 Gläubige teil, die damit ihrem Engagement für die Verbreitung einer „Kultur des Lebens“ in der Gesellschaft Ausdruck verleihen wollten, angefangen beim Schutz des Rechtes der Ungeborenen auf Leben. Bischof Lee betonte in seiner Predigt, dass man sich vor allem angesichts des heute weit verbreiteten Konsumdenkens und Materialismus darum bemühen sollte, jungen Menschen den Wert der Würde des Lebens zu vermitteln.
Das „Gesetz zur Gesundheit von Mutter und Kind“ legt im Artikel 14 fest, dass eine Abtreibung in folgenden drei Fällen erlaubt ist: im Falle eine Vergewaltigung und bei Inzest; bei genetischen und angeborenen Fehlbildungen des Kindes; im Falle eines Gesundheitsrisikos für die Mutter. Eine Revision des Gesetzes legte im Juli 2009 fest, dass Abtreibungen nur bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt sind. In Korea mit rund 48,7 Millionen Einwohnern liegt die Zahl der registrierten Abtreibungen bei rund 340.000 pro Jahr. Nach Schätzungen der Caritas liegt die tatsächliche Zahl bei rund 1,5 Millionen Fällen. (PA)
(Quelle: Fides 19/2/2014)

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 20:02
19
Februar
2014

Zum zehnten Mal "Nächstenliebe im Gepäck"

Zum zehnten Mal "Nächstenliebe im Gepäck"

Vom 15. Februar bis zum 2. März fahren ein Team von Ärzten und Krankenpflegern in Begleitung von Pater Bennet Tierney LC zur "Medical Mission" nach Quintana Roo in Mexiko

ROM, 19. Februar 2014 (ZENIT.org) - Es ist ein kleines Jubiläum für das Projekt „Medical Mission Network“. Bereits zum zehnten Mal brechen Pater Bennet Tierney LC und ein Team von Ärzten, Krankenpflegern und Krankenpflegerinnen und Dolmetschern wiederum in den Urwald von Mexiko auf, um der einheimischen indigenen Bevölkerung mit Rat und Tat, vor allem mit medizinischer Hilfe zur Seite zu stehen. Alle Kosten der Reise werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst finanziert.
Die einheimische Bevölkerung des mexikanischen Bundesstaates Quintana Roo bildet sich zum Großteil aus dem Volksstamm der Maya, die bereits seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert die Halbinsel Yucatan besiedelten. Trotz einsetzendem Massentourismus und reichhaltiger Vegetation muss das Gros der Bevölkerung heute mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen.
Quintana Roo liegt auf der Halbinsel Yucatan und erstreckt sich von der größten Stadt im Norden Cancun bis zur Provinz Hauptstadt Chetumal über ca. 350 Kilometer. Das Gebiet, das neben herrlichen Küstenregionen vorwiegend aus Regenwald besteht, wurde zwar für den Tourismus weitestgehend erschlossen, doch den meisten Menschen vor Ort hat dies wirtschaftlich wenig geholfen, es gibt kaum Schulen, keine allgemeine Krankenversicherung und so lässt die medizinische Grundversorgung mehr als zu wünschen übrig.
Darüber hinaus ist Quintana Roo der Bundesstaat Mexikos, mit der höchsten Einwohnerzuwachsrate. Von 1984 bis 2005 hat sich die Einwohnerzahl vervierfacht, heutzutage leben in dem Staat über eine Millionen Menschen, gleichzeitig bleiben Bildungsangebote und wirtschaftliche Infrastruktur für viele unerreichbar. Über 60 Prozent der Bevölkerung leben heutzutage in den beiden großen Tourismuszentren Cancún und Playa del Carmen. Hier starten dann auch die diesjährigen „Medical Mission“.
Nachhaltiger Einsatz
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Medical Mission“ erfahren selbst viel Unterstützung und berührende Momente. Mit lokalen Organisationen, insbesondere mit Pfarrgemeinden vor Ort ist man gut vernetzt. Man konnte eine Kooperation mit einer einheimischen Organisation aufbauen und kann mittlerweile auf ein breites Netz von über 70 Helfern zurückgreifen. Wenn Hilfe geleistet werden kann, erfahren viele durch die anrührende und würdevolle Weise, wie die Beschenkten den Hilfeleistenden begegnen, eine tiefe menschlich-spirituelle Bereicherung. Ein lebendiges und reichhaltiges Miteinander im Glauben erfahren, dazu wird es auch bei der diesjährigen die „Medical Mission“ Gelegenheit geben.
„Mich hat die Medical Mission sehr in meinem Wunsch bestärkt, als Ärztin zu arbeiten. Viele der Maya wussten wenig über ihre Erkrankung oder physiologische Vorgänge in ihrem Körper, und es hat mir Freude gemacht, sie in Ruhe darüber aufzuklären. Es war faszinierend zu sehen, wie viel schon allein damit geholfen werden konnte. Einige Patienten – darunter sogar ältere Menschen – wurden zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt von einem Arzt untersucht.“ So Shanti Lokhande, eine junge Ärztin, die 2010 zum ersten Mal an den „Medical Mission“ teilnahm.
„Medical Mission Network“ ist eine 2005 von dem Ordenspriester der Legionäre Christi, Pater Bennet Tierney, ins Leben gerufene Initiative der Apostolatsbewegung Regnum Christi, die medizinische Hilfsangebote für entlegene Regionen organisiert. Pater Bennet hat lange in Mexiko gelebt und dort erfahren, wie schlecht die medizinische Versorgung für die Bevölkerung in entlegenen Gegenden oft ist. Die Teams aus Deutschland – meist rund 20 Personen – arbeiten eng mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und Organisationen vor Ort zusammen.
Mehr Informationen, Blogeinträge, Videos und aktuelle Fotos zu Medical Mission finden Sie auf der Webseite: www.medicalmissionnetwork.net/

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 20:00
19
Februar
2014

Betreuung bis zum Tod, nicht Beförderung in den Tod

Betreuung bis zum Tod, nicht Beförderung in den Tod

BKU, KKV und Kolping sprechen sich gegen Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung aus

KöLN, 19. Februar 2014 (BKU) - „Gefragt ist eine liebevolle Betreuung bis zum Tod und nicht die Beförderung in den Tod. Dies ist der Schlüssel für eine humane Gesellschaft. Wir müssen deshalb die irrige Meinung ändern, dass aktive Sterbehilfe eine humane Tat ist, die angeblich von vielen gefordert würde. Wer so denkt, hat noch nie einen Todkranken erlebt, der umsorgt von seinen Angehörigen oder ehren-amtlichen Helfern in Hospizeinrichtungen an der Hand und nicht durch die Hand eines Menschen stirbt.“
Das war der eindeutige Tenor einer Gesprächsrunde in Berlin, zu der der Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner, und sein Stellvertreter, Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB, gemeinsam einige Bundestagsabgeordnete eingeladen hatte. Angesichts der aktuellen Diskussion zum Thema Sterbehilfe sprachen sich die anwesenden Mitglieder des KKV-Bundesvorstands, die Bundesvorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer e.V. (BKU), Marie-Luise Dött MdB, und der Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes, Thomas Dörflinger MdB, sowie die Abgeordneten Dr. Georg Kippels und Matthias Hauer für ein umfassendes gesetzliches Verbot der organisierten Beihilfe zum Suizid aus. Gleichzeitig unterstrichen sie die Notwendigkeit des weiteren Ausbaus der Palliativmedizin und Hospizbegleitung.
Fortschritte in der Palliativmedizin
Dr. Martina Köppen vom Katholischen Büro Berlin-Brandenburg warnte davor, aufgrund von tragischen Einzelfällen eine generelle Befürwortung der Sterbehilfe zu konstruieren. „Wir sollten vielmehr davon berichten, wie dank der Fortschritte in der Palliativmedizin und des massiven Ausbaus des Hospizsystems mit seinen unzähligen ehrenamtlichen Helfern ein Sterben in Würde und auch schmerzfrei möglich ist.“ Zu Recht hätten die deutschen Bischöfe zum Schutze hilfsbedürftiger, alter, kranker, und verzweifelter Menschen kürzlich erneut ein Verbot jeder organisierten Form der Hilfe zur Selbsttötung gefordert und darauf hingewiesen, dass der Wunsch zu Sterben oft erst aus Angst vor großen Schmerzen oder vor Einsamkeit bestehe, führte Katharina Jestaedt vom Kommissariat der deutschen Bischöfe aus. Hier müsse mit Aufklärung und einem Ausbau der palliativmedizinischen Betreuung angesetzt werden.
Es sei im Übrigen geradezu absurd, die Beihilfe zur Tötung mit Solidaritätsgefühlen für den Kranken zu verbinden. Man begebe sich hier auf eine schiefe Ebene, die ganz plötzlich im tiefen Fall enden könne.„Wer will mit Sicherheit erkennen können, dass der ‚Wunsch’ sich selbst zu töten, wirklich aus freiem Willen erfolgt? Nicht selten sind es schwere psychische Erkrankungen, die Menschen dazu bewegen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Leben ist aber ein Geschenk, über das wir weder am Anfang noch am Ende frei verfügen können“, so der Bundesvorsitzende des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV).
Umgang mit Sterbenden ein Gradmesser für die Humanität
Deshalb könnten auch noch so gutgemeinte Worte wie "jeder Mensch hat das Recht auf einen Tod in Würde" nicht darüber hinwegtäuschen, dass aktive Sterbehilfe zutiefst inhuman sei. Von daher sei es richtig, dass auch in Deutschland Beihilfe zur Selbsttötung strafrechtlich verfolgt werden müsse. Hier dürfe es keine Ausnahmen geben. "Schließlich ist der Umgang mit sterbenden Menschen ein Gradmesser für die Humanität in einer Gesellschaft. Wie wir mit Sterbenden umgehen zeigt, welchen Stellenwert wir dem menschlichen Leben zubilligen“, unterstrich deshalb der stellv. KKV-Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Patrick Sensburg.
BKU, Kolping und KKV verurteilen daher in aller Schärfe die aktive Sterbehilfe für Kinder, die das belgische Parlament jetzt per Gesetz zugelassen hat. Abgesehen davon, dass Kinder eine solche existenzielle Entscheidung noch gar nicht treffen könnten, steige auch der Druck auf die Eltern, der aktiven Sterbehilfe für ihr leidendes Kind zuzustimmen. Zu Recht weise der Leiter des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus in Bonn, Lukas Radbruch, darauf hin, dass die rasanten Entwicklungen im Bereich der Palliativmedizin das Sterben erträglicher machen. Und es zeige sich immer wieder, dass der Wunsch nach Sterbehilfe zurückgehe, wenn schwerstkranke Menschen wüssten, dass sie nicht alleine gelassen würden.
Der Willkür wird Tür und Tor geöffnet
Eine aktive Sterbehilfe widerspreche im Übrigen nicht nur dem christlichen Menschenbild, sie sei auch ein weiterer Schritt auf dem Weg, menschliches Leben der Beliebigkeit anheim zu stellen, so Prof. Sensburg weiter. Abgesehen davon, dass damit der Willkür Tür und Tor geöffnet würde, zeigten solche Überlegungen, wohin eine Gesellschaft gerate, wenn sie sich anmaße, Herr über Leben und Tod zu sein und damit immer mehr Gott aus dem Spiel lasse. In Würde sterben könne deshalb nie bedeuten, dass man sich selbst umbringe.
Zu Recht habe Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium (EG) darauf hingewiesen, „dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. Es trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst und ist nie ein Mittel, um andere Schwierigkeiten zu lösen. Wenn diese Überzeugung hinfällig wird, bleiben keine festen und dauerhaften Grundlagen für die Verteidigung der Menschenrechte; diese wären dann immer den zufälligen Nützlichkeiten der jeweiligen Machthaber unterworfen (EG 213).“
Weitere Informationen erteilen BKU-Referentin Dr. Vera Bünnagel, E-Mail: buennagel@bku.de, und KKV-Geschäftsführer Joachim Hüpkes, E-Mail: info@kkv-bund.de.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 19:58
19
Februar
2014

Zweiter Teil kommt am 20. Februar

Kirchliche Morallehre "light"? (Erster Teil) ist vorige Seite
[Der zweite Teil des Interviews folgt am Donnerstag, dem 20. Februar]

Kirchliche Morallehre "light"? (Zweiter Teil)

Interview mit Ehepaar Renate und Norbert Martin vom Päpstlichen Rat für die Familie

Von Redaktion
ROM, 20. Februar 2014 (ZENIT.org) - Wie kann die Kirche pädagogisch ansetzen, um ihre Botschaft für eine ganzheitliche Sicht der Sexualität den Menschen näherzubringen?
Renate Martin: Wir brauchen als wichtigstes begeisterte Apostel (s. „Evangelii gaudium, besonders ab Nr. 259. Dann aber bedarf es dringend einer pastoralen Aufarbeitung der päpstlichen Schreiben über Ehe und Familie auf breiter Basis, die das Sakrament in seinem inneren Sinn verdeutlicht. Seit 1968 warten wir darauf. Ist es utopisch zu hoffen, dass katholische Schulen und unsere Pfarreien Programme erarbeiten und das Ruder herumreißen? Manchmal fürchten wir das. Im Gespräch mit jungen Leuten hingegen machen wir oft die Erfahrung, dass sie froh sind, wenn man ihnen von der christlichen Auffassung der Schönheit der Liebe und des Wunders des Lebens erzählt. Alle Umfragen zeigen ja, dass sie nichts mehr ersehnen, als einmal eine glückliche Ehe und Familie zu gründen. Jung genug angesprochen sind sie offen. Bei ihnen also müsste man ansetzen. Ein zweiter Ansatzpunkt liegt bei den jungen Paaren, die unmittelbar auf die Ehe zugehen. Es gibt viele Beispiele aus der Praxis (zum Beispiel Salzburg, Straßburg, Australien, Kanada, mehrere Länder Afrikas, Italien), die im Anschluss an „Familiaris consortio“ familienpastorale Programme entwickelt haben, die mit großem Erfolg in den Diözesen praktiziert werden. Das Zeugnis engagierter Eheleute ist dabei von großem Wert.
Die Umfrage lässt auf starke Defizite in der Ehevorbereitung schließen. Befürworten Sie ein Ehekatechumenat? Oder haben Sie andere Vorstellungen über eine angemessene Vorbereitung auf die Ehe?
Norbert Martin: Die Defizite in der Ehevorbereitung existieren augenscheinlich und bei uns nicht erst seit den letzten Jahren. Schon in den 80er Jahren hat der „Päpstliche Rat für die Familie“ ein ausgefeiltes Programm der Ehevorbereitung vorgelegt, das auch in vielen Ländern rezipiert wurde. Als wir 1980 zur Bischofssynode über die christliche Familie in Rom waren, sah das nicht wesentlich anders aus als heute, und auch meine Mutter erlebte Ehevorbereitung in den 30er Jahren schon, erlauben Sie, als Farce. Hier hat das Defizit Tradition! Allerdings ist die Lage heute ganz anders als vor 80 Jahren und deshalb ungleich dringender. Damals gab es noch im Volk christliche Traditionen. Heute ist das Wissen um christliche Lehre und Lebensstil zu einem Minimum geschrumpft. Das bewirkt, dass Paare das Ehesakrament anstreben, die kaum noch Glaubenswissen besitzen und oft auch den Glauben nicht oder nur in homöopatischen Dosen praktizieren.
Renate Martin: Ehrlich gesagt halten wir es für inakzeptabel, sie zu einem Sakrament zuzulassen, das so weitreichende Folgen für ihr Leben hat. Kommt das nicht dem gleich, dass man Priester nach einem einwöchigen Kurs weihen würde, indem man ihnen erklärt hat, was für ein Sakrament sie empfangen? Nur wenn ein Ehekatechumenat und eine erwiesene Grundgläubigkeit für alle verpflichtend wird, wie es in anderen Ländern schon der Fall ist, kann man hoffen, das Problem der ungültigen und scheiternden Ehen etwas in den Griff zu bekommen. Es wäre ein einschneidender Schritt, wenn die Kirche Forderungen an die Ehevorbereitung stellen würde, aber wenn der Anfangsschmerz überwunden wäre, würden sich mit Sicherheit gute Früchte einstellen. Wichtig ist dabei, dass in die Pastoral erprobte Eheleute eingebunden werden, die Zeugnis davon geben, dass man gemeinsam wächst, wenn man so lebt.
Norbert Martin: Ehekatechumenat ist übrigens kein neuer Begriff. In „Familiaris consortio“ bittet Papst Johannes Paul eindringlich darum, etwas Derartiges einzuführen, weil es viele Brautleute gibt, „die noch Mängel und Schwierigkeiten in christlicher Lehre und Praxis aufweisen“ – oder sich noch nie dafür interessiert haben. Der Papst sagt dazu: „Zu den Dingen, die auf diesem einem Katechumenat vergleichbaren Glaubensweg vermittelt werden, muss auch eine vertiefte Erkenntnis des Geheimnisses Christi und der Kirche wie der Bedeutung von Gnade und Verantwortung einer christlichen Ehe gehören…“ (FC66). Dafür nimmt er die Bischöfe in die Pflicht, die die Inhalte der Unterweisung und ihre Dauer festlegen müssen. Wenn man bedenkt, was junge Leute für den Erwerb des Führerscheins einzusetzen bereit sind ...
Auch gläubige, überzeugt christliche Ehepaare erleben heute Scheidungen, Trennungen und irreguläre Situationen in den Familien ihrer Kinder und Enkel. Wie geht eine Familie vernünftig damit um?
Renate Martin: Christlich lebende Ehepaare stehen mitten in der Welt. Sie erfahren genau wie alle anderen den Schmerz von Trennungen und irregulären Situationen bei ihren Kindern und Enkeln. Heute haben Eltern eher die Möglichkeit, seelischen Halt und Trost, manchmal vielleicht sogar Hilfe zur Versöhnung zu bieten. So wenig man Schuld übersehen kann, so sehr ist man gehalten, in Liebe die Betroffenen anzunehmen und für sie zum Zeichen der Barmherzigkeit Gottes zu werden. Jedenfalls darf man Kinder mit diesem Schicksal nicht fallen lassen. Sie müssen ihre Herkunftsfamilien als Ort der Geborgenheit und unbedingter Annahme erleben, ohne dass man die irregulären Situationen gutheißt. Eltern müssen in dieser Hinsicht oft viel Ausdauer, Geduld und Opferbereitschaft zeigen, ohne dauernd den moralischen Zeigefinger zu erheben.
Ist es eine Hilfe für die Betroffenen, wenn die Kirche nun unter dem Stichwort „neue Wege in der Pastoral“ anstrebt, das Kommunionverbot für wiederverheiratete Geschiedene zu lockern (wie es die „Freiburger Handreichung“ vorschlägt) und vom Verbot der chemischen Verhütung abrückt?
Norbert Martin: Zur „Freiburger Handreichung“ hat Rom schon das Nötige gesagt und wir können uns dem nur anschließen. In der Pastoral für die wiederverheirateten Geschiedenen wird man in Zukunft sicher noch viele Schritte tun können, zum Beispiel Einbindung in die Gemeinde, Gesprächskreise und vieles andere mehr. Hierher gehört auch ein Überdenken hinsichtlich des kirchlichen Annullierungsverfahrens, das vereinfacht und zügiger gestaltet werden könnte. Die religiös-distanzierte säkularisierte Lebensweise lässt aber die Frage aufkommen, ob das überhaupt größere Gruppen der Betroffenen interessiert.
Renate Martin: „Hilfe“ kann auf religiösem Gebiet eigentlich nur heißen: Hilfe zu einem tieferen Glaubensleben und Hilfe durch menschliche Nähe. Bei der „Freiburger Handreichung“ werden Hoffnungen geweckt, die notwendigerweise zu Enttäuschungen und Frustrationen führen, die wiederum die Distanzierung verstärken. Das führt zu einer weiteren Entkirchlichung. Bei der ganzen Frage geht es nicht um ungerechte „Aussperrung“, sondern um die angemessene und ehrfurchtsvolle Behandlung des Altarssakraments. Eheliche Treue steht in engstem Zusammenhang mit der Treue Christi zur Kirche, deren tiefste Bestätigung die Eucharistie ist. Auch dazu hat „Familiaris consortio“ in Nr. 84 schon klärende Worte gesprochen.
Norbert Martin: Im zweiten Fall, der Frage der Verhütung, würde ein Abrücken von der bisherigen Lehre Untreue dem christlichen Menschenbild gegenüber bedeuten. Die Mittwochskatechesen von Papst Johannes Paul II. zur Theologie und Spiritualität der Leiblichkeit des Menschen haben dies in einer biblisch begründeten Befreiung der Leiblichkeit und Sexualität von Mann und Frau in der Ehe nochmals vertieft und damit eine weitere Legitimation von „Humanae vitae“ geliefert. Im Übrigen verbietet schon die Tatsache der potenziell abtreibenden Wirkung der Pille hier ein Entgegenkommen. Angesichts der chemischen Verhütung, der technischen Manipulation und anderer damit verbundener Praktiken, der beträchtlichen Gefahren für Gesundheit und Leben (Pille, Pessare etcetera) erscheint all das für durch Natürliche Empfängnisregelung aufgeklärte Eheleute geradezu mittelalterlich.
Renate Martin: Viele Paare geraten ja geradezu wegen der Verhütung in die Krise, und die Erfahrung zeigt, dass sie aus einer solchen Krise kaum zu retten sind, wenn nicht die Praxis der Verhütung aufgegeben wird. Hier zeitigt die Praxis der Natürlichen Empfängnisregelung erstaunliche, aber leider wenig bekannte Erfolge.
Norbert Martin: Schon Anfang der 80er Jahre hat der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Höffner, gesagt, dass die Ablehnung chemischer und anderer Techniken der Verhütung eine solche Dichte und tiefe Begründung in der gleichbleibenden kirchlichen Lehre erreicht habe, dass man von einer unabänderlichen Lehre sprechen könne. Wer sich in die innere Begründung dieser Ablehnung im Zusammenhang der sakramentalen Bedeutung der Geschlechtlichkeit des Menschen vertieft und sie bejaht, kann dem nur zustimmen. Neue Wege in der Pastoral wird es meines Erachtens nur im Rahmen und in Weiterführung der Aussagen von „Familiaris consortio“ geben. Die bevorstehende Synode wird das ausfalten und differenzieren, aber nicht ändern können. Wer den Wortlaut des vorbereitenden Dokuments liest, wird unschwer erkennen, dass es nicht um Änderung der Lehre, sondern um bessere Wege der Pastoral bei der Vermittlung der kirchlichen Lehre geht: nicht Korrektur der Lehre, sondern Korrektur des Lebens; es geht um die Verkündigung des Evangeliums, nicht um seine Veränderung.
Renate Martin: Wer in dieser Frage wie auch der der wiederverheirateten Geschiedenen von Papst Franziskus – wie es zuweilen bei einigen daran Interessierten anklingt – eine Änderung der kirchlichen Lehre erwartet, der täuscht sich mit Sicherheit und enttäuscht auch die Erwartungen, die er bei anderen geweckt hat. Man braucht dafür nur in die einschlägigen Dokumente von Aparecida zu schauen. Im Schlussdokument, das unter der führenden Redaktion des damaligen Kardinals Bergoglio entstand, heißt es zum Beispiel: „Wir müssen uns der eucharistischen ,Kohärenz‘ verpflichtet fühlen, das heißt uns bewusst sein, dass die heilige Kommunion nicht empfangen kann, wer zugleich in Tat und Wort gegen die Gebote verstößt.“
Brauchen Familien, die sich beispielsweise in geistlichen Bewegungen um eine volle Übereinstimmung ihres Ehe- und Familienlebens nach der kirchlichen Lehre ausrichten, mehr Akzeptanz und Unterstützung durch die Bistümer?
Renate Martin: Die Akzeptanz der kirchlichen Bewegungen hat sich in letzter Zeit positiv entwickelt, unter anderem wohl deshalb, weil die Bischöfe erleben, dass hier froh und mutig christliches Leben gelebt und gekündet wird. Das mag sich von Bistum zu Bistum und von Gemeinschaft zu Gemeinschaft unterschiedlich darstellen.
Norbert Martin: Ich kann mich noch gut erinnern, wie in den 70er Jahren im Rahmen des ZdK erstmals eine Arbeitsgruppe unter dem damaligen Weihbischof Paul Cordes von Paderborn zusammentrat und Überlegungen anstellte, wie man das Charisma der Ehe- und Familienbewegungen besser in die kirchlichen Strukturen einfügen könnte. Seitdem ist viel geschehen, sodass die Bewegungen heute eine anerkannte Selbstverständlichkeit geworden sind. Das heißt aber nicht, dass ihre Charismen für die Kirche schon ausgeschöpft wären. Eine stärkere Akzeptanz und Unterstützung von Seiten der Bistümer (in manchen ist das schon weiter fortgeschritten als in anderen) könnte eine Hilfe für die Ehe- und Familienpastoral sein.
Renate Martin: Für viele Familien sind die genannten Gemeinschaften die Orte, wo sie Zeugnisse christlichen Ehelebens in sich aufnehmen können. Es gibt viele bewegende Beispiele von jungen und alten Eheleuten, die ihre Ehe als Berufung leben. Ihr Zeugnis stellt einen Gegenpol dar gegen die „Kultur des Vorläufigen“ (Papst Franziskus am 4.10.2013 in Umbrien beim Treffen mit der Jugend). Lassen Sie mich noch einige abschließende Worte sagen zum Problem der Barmherzigkeit, das hier nur kurz gestreift werden kann: den Armen, Kranken, Schwachen gegenüber – also uns allen gegenüber: Ja; den Irrenden und Umkehrwilligen gegenüber: Ja; dem Irrtum gegenüber: Nein, denn das wäre ein Vergehen gegen die Liebe und die Wahrheit. Wer den inneren Sinn der sakramentalen Ehe und ihre Relevanz für die Vereinigung mit Christus in der Eucharistie verstanden hat, dem wird klar, wie fragwürdig es ist, hier alles mit der Barmherzigkeit lösen zu wollen.
Lassen wir uns von Papst Franziskus sagen: „Ich weiß, dass keine Motivation ausreichen wird, wenn in den Herzen nicht das Feuer des Heiligen Geistes brennt.“ („Evangelii gaudium“, 262).
Das Interview führte Regina Einig.
Mit der freundlichen Genehmigung von „Die Tagespost“



Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 19:51
19
Februar
2014

Kirchliche Morallehre "light"? (Erster Teil)

Kirchliche Morallehre "light"? (Erster Teil)

Interview mit Ehepaar Renate und Norbert Martin vom Päpstlichen Rat für die Familie

Von Redaktion
ROM, 19. Februar 2014 (ZENIT.org) - Die vom Vatikan neulich durchgeführte Umfrage zur Partnerschafts-, Ehe- und Familienpastoral in den Bistümern hat eine neue Debatte über die Kluft zwischen kirchlicher Morallehre, den Vorstellungen der Gläubigen und der gelebten Realität ausgelöst. Das Soziologen-Ehepaar Renate und Prof. Dr. Norbert Martin ist der Meinung, dass mit einer Lockerung der Sexualmoral Paaren und Familien nicht geholfen würde, ganz im Gegenteil: „Wir brauchen begeisterte Apostel!“
Die Eheleute sind seit 32 Jahren engagierte Mitglieder des Päpstlichen Rats für die Familie. Der emeritierte Professor hatte einen Lehrstuhl für Soziologie an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz in Koblenz inne. Er war wissenschaftlicher Berater des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Gastprofessor an der römischen Lateran-Universität sowie Vize-Präsident des Medo-Instituts.
Wir drucken hier das von Regina Einig geführte Interview ab, das am Samstag, dem 8. Februar, in der "Tagespost" erschienen ist.
***
Die kirchlichen Dokumente zu Ehe und Familie sind der jüngsten Umfrage in den deutschen Bistümern zufolge kaum bekannt. Welche Ursachen stecken dahinter?
Renate Martin: Zunächst einmal: Es gibt bei uns Gruppierungen in der Kirche, in denen die Dokumente nicht nur bekannt sind, sondern in denen sie auch in kleinen oder größeren Kreisen sorgfältig studiert werden. Es ist eine große Freude, wenn man mit diesen Gruppen spricht, zu erleben, dass sie sich begeistern können für das, was die Kirche zur Ehe allgemein und zur sakramentalen Ehe im Besonderen sagt. Für Menschen aller Altersstufen scheint dann die Würde von Ehe und Familie auf, ihnen geht auf, dass hier eine echte Berufung auf uns wartet, die uns zum Glück und zur Vollendung führt, wenn wir die Gnade Gottes an uns wirken lassen – mag das auch spezifische Opfer verlangen. Es gibt die Akzeptanz der kirchlichen Dokumente. Dennoch stimmt auch, was Sie ansprechen: weite Kreise haben nie etwas von dem großen Familiendokument „Familiaris consortio“ (1981), dem tiefgründigen „Brief an die Familien“ (1994), dem so wichtigen Dokument zur Bioethik „Donum vitae“ (1987 – alle unter Papst Johannes Paul II.) und der Fortschreibung von „Donum vitae“ in „Diginitas personae“ (2008) unter Benedikt XVI. gehört, geschweige dass sie es in der Hand gehabt oder gar ganz gelesen hätten.
Norbert Martin: Hier gibt es eklatante Versäumnisse und schwerwiegende Unterlassungen in der Vergangenheit. Viele fordern seit Jahrzehnten, medial unterstützt, die Anpassung der Kirche an Entwicklungen der säkularen Gesellschaft mit dem besonderen Fokus auf Ehe und Familie. Das Trommelfeuer tut seine Wirkung. Die unerhörte Andersartigkeit des Denkens und Handelns aus einem lebendigen Glauben an die Realität der Menschwerdung Gottes, an das Geheimnis und die Wirksamkeit der Sakramente, an die Wahrheiten des Credo usw. ist von einer Dimension, die der säkularen Welt fremd ist. Der Druck zur Anpassung an den Zeitgeist ist entsprechend hoch.
Renate Martin: Sie fragen nach den Gründen für diese „Abstinenz“ angesichts der Dokumente. Deren einfachster ist: Was nicht beworben wird, findet keinen Markt und geht bald unter, es mag noch so sinnvoll, ja notwendig sein. Gab es konzertierte Aktionen zum Beispiel auf Dekanatsebene? Eine mitreißende Predigt über „Familiaris consortio“, wo nach dem Ende der Messe jeder sich ein Exemplar des Schreibens mitnehmen konnte? Wo gab es Diskussionszirkel dazu? Wurden Lesehilfen auf der Ebene der Bischofskonferenz erarbeitet und allen, die mit Ehe- und Familienpastoral zu tun haben, warm empfohlen? Es gab fast nichts davon – höchstens einmal punktuell. „Fast“ sage ich deshalb, weil ich selbst ein mehrere Abende umfassendes Kolloquium über „Familiaris consortio“ in einem Großstadtdekanat leiten konnte, das sich von einer eher abwartenden zu einer positiven Stimmung hin entwickelte. Hauptargument gegen den Text, gleich am Anfang provokativ in den Raum gestellt, war: er sei zu schwierig zu lesen.
Norbert Martin: Lassen Sie uns aber noch etwas tiefer gehen, um Ihre Frage nach der Ursache der Abstinenz zu erhellen. Die Lektüre solcher Dokumente erfordert Offenheit – nicht schon Akzeptanz – für deren Argumente. Wer nur in ihnen sucht, ob bestimmte Positionen endlich aufgegeben werden, und nicht weiterforscht, warum sie nicht aufgegeben werden, der findet keinen Zugang, ärgert sich und greift nicht mehr nach dem Text. So erging es „Humanae vitae“ (1968) und später auch „Familiaris consortio“. Und wer dann noch weiter forscht, kommt wohl zu dem Schluss, dass der Blick sehr vieler unserer Glaubensbrüder und -schwestern für die Einzigartigkeit des in den Dokumenten entfalteten christlichen Menschenbildes getrübt ist.
Genau diese Kritik wird immer wieder vorgetragen: Kritisiert wird, dass „der sprachliche Duktus und autoritative Ansatz“ die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den Inhalten dämpfe. Welche Erfahrungen machen Sie in Ihrer Familienarbeit?
Renate Martin: Bleiben wir bei meinem Erlebnis. In diesem Kurs verflüchtigte sich nach und nach die kritische Grundhaltung, weil klar wurde, dass jeder, der da saß, sehr gut die Grundaussagen des Textes verstehen konnte, sodass sich letztendlich diese Kritik als Vorurteil erwies, vor allem, wenn man ihn sich gemeinsam erschloss. Natürlich kann man fragen, ob nicht manches sprachlich und didaktisch besser aufbereitet werden könnte. Aber ist nicht genau das unter anderem die Aufgabe entsprechender Pastoralstellen in den Diözesen? Wir haben in unserer praktischen Familienarbeit über Jahrzehnte hin selbst erfahren, dass man „Humanae vitae“, „Familiaris consortio“, die Aussagen des Katechismus der Katholischen Kirche, die „Theologie des Leibes“ von Papst Johannes Paul II., sehr wohl vermitteln kann. Allerdings ist es klar, dass sich der innere Sinn der Texte nur dem erschließt, der sich ihnen mit einer Grundhaltung des „sentire cum ecclesia“, einer seelischen und intellektuellen Offenheit des Hörens nähert.
Norbert Martin: Die Lehre der Kirche ist ja kein „autoritativer Ansatz“, sondern eine Hilfe zur Selbstentfaltung, eine Aufforderung zur freien Zustimmung, die in der praktischen Umsetzung das Leben sinnvoller, glücklicher, freier macht. Unzählige Eheleute erleben das in dem Sinn, der Papst Franziskus sagen lässt: Es geht um den Geist „der uns jeden Tag neu entdecken lässt, dass wir Träger eines Gutes sind, das menschlicher macht und hilft, ein neues Leben zu führen („Evangelii Gaudium“, 264).
Die der Ehelehre der Kirche innewohnende Realität ist keine Frage menschlicher Autorität, sondern höchstens einer Autorität, die sich hinter der bereitwilligen Annahme des Planes verbirgt, wie er der Schöpfung eingeschrieben ist. Aber auch eine grundsätzliche Bereitschaft zum Gehorsam, der ja eine Tugend ist, gehört zu einer lebendigen Kirchlichkeit. Der Plan des Schöpfers ist nicht der realen Welt entrückt, sondern für einen lebendigen Glauben ist er die eigentliche Realität, die unser Sein und Handeln bestimmen muss. Das ist ja gerade das genuin Christliche, zum Beispiel in der ehelichen Liebe als Zeichen der Gegenwart Christi die Liebe Gottes zu entdecken. Für eine rein diesseitige Orientierung ist das allerdings abgehoben von der Wirklichkeit und ruft Unverständnis und Kopfschütteln hervor.
Hat die Kirche ein zu idealistisches Familienbild?
Renate Martin: Viele werden diese Frage bejahen. Denn oftmals ist nicht klar, was Christus und Glaube mit der eigenen Ehe zu tun hat – wie mir einmal eine engagierte Katholikin sagte. Jeder Mensch, der in einer Ehe und Familie lebt, steht vor der Frage Luthers, ob die Ehe und damit auch die Familie rein weltliche Dinge sind. Wenn ja, dann hat die Kirche ein zu idealistisches Bild. Wer aber mit der Kirche davon ausgeht, dass in der christlichen Ehe eine besondere Teilhabe an Christi Leben, Sterben und Auferstehen gegeben ist, dass sich im Ehesakrament ein Heilsmysterium bietet, wie „Familiaris consortio“ an mehreren Stellen wunderbar entfaltet, dem kommt das Wort idealistisch nicht über die Lippen – er stellt sich auf die Seite des Glaubens, der, wie schon zu Zeiten der Gespräche Jesu mit den Jüngern, als Ärgernis empfunden wird.
Norbert Martin: Wer glaubt, der erahnt ein großes Geheimnis (Eph. 5, 32). Die eigentliche und vornehmste Aufgabe der Ehepastoral ist es deshalb, den Zugang zum Sakrament zu ebnen – in einer so diesseitig eingestellten Zeit wie der unseren allerdings eine echte Herausforderung. Dabei kann es dann sein, dass die Glaubenspraxis christlicher Eheleute, die sich in all ihrer Sündhaftigkeit redlich bemühen, die Lehre der Kirche über Ehe und Familie in ihrem Alltag zu verwirklichen, als „selbstgerechte Demonstration der eigenen hohen Moral“ verächtlich gemacht und als ein idealistisches Familienbild diffamiert wird.
Was bedeutet es langfristig für das Glaubensleben einer Familie, wenn die Lehre der Kirche nur selektiv wahrgenommen wird?
Norbert Martin: Eine solche Verengung des Glaubens, der ja frei machen soll, führt mit der Zeit – wenn die „Selektion“ wesentliche Aspekte der Lehre ausblendet – zu einer wachsenden Entfremdung und langfristig zur Gefahr einer völligen Distanzierung. Der oft beschworene „Glaubenssinn aller Gläubigen“, der zuweilen gegen bestimmte Aspekte des Lehramts ausgespielt wird, betrifft nach konstanter Lehre der Kirche nur solche Gläubige, die den vollen Glauben angenommen haben und ihn gemäß zu leben versuchen. Zum Glauben gehört in der katholischen Kirche aber auch die Annahme des Lehramtes. Wenn heute viel von Barmherzigkeit die Rede ist, dann muss man daran erinnern, dass es von jeher zu den geistigen Werken der Barmherzigkeit gehört, die Unwissenden und Irrenden zu belehren (KKK 2447).
Renate Martin: Wer aus selektiver Haltung Christ ist, erlebt nicht die Freude der Fülle des Glaubens, sondern reibt sich innerlich wund an Diskrepanzen, die er nicht ausräumt. Heute mehr als früher muss jeder sich die Ganzheit des Glaubens erringen. Eine Familie, die Kirche und Glauben selektiv lebt, sich eine eigene Auswahl schafft, verliert nach und nach die innere Bindung und ist in Gefahr, ganz abzuschwimmen.
Trifft der Vorwurf der „lebensfernen Sexualmoral“ zu? Was gewinnen Ehepaare, die sich an „Humanae vitae“ orientieren?
Norbert Martin: Was die Lebensferne angeht, so kommt es auf den Maßstab an. Die Gläubigen, die die Lehre der Kirche bejahen und beachten, leben ja daraus, das heißt, für sie ist sie lebensnah; für die, die sie ablehnen und nach den Maßstäben dieser Welt entsprechend der allgemeinen gesellschaftlichen Permissivität und Sexualisierung leben, mag sie fern von ihrem Leben sein. Bei unserer Ehe- und Familienarbeit erleben wir viele Zeugnisse dafür, wie beglückend und bereichernd die Orientierung an der kirchlichen Anthropologie sein kann. Wir erleben Eheleute, die die Umorientierung von der Verhütung, die Lösung von Chemie und Techniken hin zu einer Natürlichen Empfängnisregelung als Befreiung empfinden. Für sie wird „Humanae vitae“ eine lebensnahe, ja prophetische Botschaft, der sie folgen.
Frau Martin: Jedenfalls greift die kirchliche Lehre die Möglichkeit der Begrenzung der Kinderzahl im Sinne einer verantwortlichen Elternschaft als positive Aufgabe der Eheleute auf und empfiehlt Methoden, die genau dem Leben der Frau, des Mannes, des Paares entsprechen, also eher lebensnah sind. Denn die Frau lernt sich kennen und entsprechend zu verhalten, der Mann wird zur Rücksicht aus Liebe geführt, die Liebe des Paares bleibt frisch, wenn es den Rhythmus von Sehnsucht und Erfüllung kreativ lebt und sich wissend und frei in den Dienst der Lebensweitergabe stellt. Viele, die durch Chemie in dauernder sexueller Verfügbarkeit leben, landen bei der Lebensfeindlichkeit des Überdrusses und seiner Folgen: Untreue, Trennung, zerplatzte Hoffnungen und Träume, Leid und Einsamkeit – von der Not der Kinder ganz zu schweigen. Im Übrigen gilt: Einfache Lösungen gibt er hier nicht.
Mit der freundlichen Genehmigung von „Die Tagespost“
http://splashurl.com/otog9cq
[Der zweite Teil des Interviews folgt am Donnerstag, dem 20. Februar]

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 19:50
19
Februar
2014

Papst betet spontan mit Häftlingen

Papst betet spontan mit Häftlingen



19 Häftlinge aus Haftanstalten in Pisa und Pianosa hat Papst Franziskus am Mittwoch früh spontan zum gemeinsamen Gespräch und Gebet getroffen. Das berichtete die Vatikanzeitung „Osservatore romano“ am Mittwochabend. Der Papst habe die Häftlinge in der Casa Santa Marta empfangen, mit ihnen und für sie gebetet und sie gesegnet. Zudem habe er mit jedem einzelnen einige persönliche Worte gewechselt. Die Begegnung dauerte etwa 45 Minuten. Besonders für einen Häftling, der ihm einen Brief geschrieben hatte, fand Papst Franziskus Worte des Erbarmens und der Vergebung, heißt es in dem Bericht des Osservatore.

Die Häftlinge waren gemeinsam mit den Gefängnisseelsorgern Don Roberto Filippini und Don Luigi Gabriellini in den Vatikan gekommen. Um 7.15 Uhr hatten sie mit Erzbischof Lorenzo Baldisseri eine Messe in den vatikanischen Grotten gefeiert. Franziskus, der davon hörte, bestand darauf, die Häftlinge persönlich zu treffen. Um 9.00 Uhr empfing er sie dann in der Casa Santa Marta. Erzbischof Baldisseri bezeichnete das Treffen als „wunderschön und sehr bewegend”. Papst Franziskus habe jeden einzeln grüßen und segnen wollen und sie alle sehr ermutigt. Es sei ein Zeichen großer Väterlichkeit gegenüber Menschen gewesen, die sich auf einem geistigen Weg befinden.

(or 19.02.2014 sta)

Dieser Text stammt von der Webseite http://splashurl.com/lxlcr4n
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 19:18
19
Februar
2014

“Reformkatholiken” als fünfte Kolonne der 68er innerhalb der Kirche

“Reformkatholiken” als fünfte Kolonne der 68er innerhalb der Kirche

Veröffentlicht: 19. Februar 2014 | Autor: Felizitas Küble

Mathias von Gersdorff

Seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sind gewisse Kräfte innerhalb der katholischen Kirche, die oft als progressistisch oder als „fortschrittlich“ bezeichnet werden, für die allgemeine Öffentlichkeit deutlich sichtbarer geworden. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b



Selbstbewußt und sich ihrer Sache sicher, veröffentlichen sie Stellungnahmen oder fordern von der kirchlichen Hierarchie gar Reformen, die selbst für kirchenferne Personen unschwer erkennbar dem katholischen Lehramt widersprechen.

FOTO: M. von Gersdorff als Redner bei der Stuttgarter Eltern-Kundgebung gegen den grün-roten Bildungsplan

Vier Beispiele von vielen: Mitte Dezember forderten 17 Theologieprofessoren ein „Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie“ und behaupten beispielsweise hinsichtlich Homosexualität, daß „Treue, Verläßlichkeit und Solidarität nicht weniger wert sind, nur weil sie von Schwulen und Lesben gezeigt werden“. Die christliche Moralverkündigung müsse auch „die vielen Erscheinungsformen des Sexuellen außerhalb der Ehe“ zum Thema machen.

Ebenfalls Mitte Dezember hat das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) eine Stellungnahme zum Thema Ehe und Familie veröffentlicht. Das ZdK drückt sich nicht so deutlich aus wie jene 17 Professoren, doch die Marschrichtung ist dieselbe: mehr Verständnis für Homosexuelle, wiederverheiratete Geschiedene und Patchwork-Familien.

Moralaufweichung selbst von bürgerlich-katholischer Seite

Christoph Lehmann von der Katholischen Elternschaft schrieb am 8. Februar im Berliner Tagesspiegel:

„Und auch Konservative können kaum leugnen, daß die staatliche Anerkennung der Übernahme gegenseitiger Verantwortung von Menschen füreinander etwa in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft hohe Wertschatzung verdient.“

Sowohl Papst Johannes Paul II. wie auch Benedikt XVI. haben „eingetragene Partnerschaften“ unmißverständlich abgelehnt und als Angriffe auf Ehe und Familie bezeichnet.

Solche Erscheinungen sind im deutschen Katholizismus nicht neu. Seit eh und je gibt es Bestrebungen hiesiger Katholiken, sich eine eigene Moral und eine eigene Religion zu basteln und sich hierbei auch gegen „Rom“ zu polemisieren.

Doch es ist auffällig, daß solche Initiativen just in der Zeit aufkommen, wo in der säkularen Welt anhand von Projekten im EU-Parlament wie dem „Estrela-Bericht“ (Recht auf Abtreibung und ultraliberale Sexualkunde) und dem „Lunacek-Bericht“ (Sonderrechte inklusive Definition von sog. Haßverbrechen für LGBTI-Menschen), sowie der Einführung der Lerneinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ im Rahmen des „Bildungsplanes 2015“ in Baden-Württemberg das Gender Mainstreaming, die Gender-Theorie und dieb Homo- und LGBTI-Agenda mit brachialer Gewalt und gar mit Hinterlist vorangetrieben werden.

Allianz mit den Gegnern der Kirche

Trotz unterschiedlicher Sprache und Gewichtungen verfolgen beide Strömungen – säkulare linksliberale Kräfte sowie progressistische Reformkatholiken – dasselbe Ziel: die Durchsetzung der Maximen der sexuellen Revolution im Geiste der 68er Bewegung als gesellschaftliche und moralische Norm.

Jene kirchlichen Gruppen, die dies vorantreiben, sind so etwas wie die „Fünfte Kolonne“ der 68er innerhalb der katholischen Kirche. Neu ist das Phänomen nicht. Während des “Kalten Krieges” gab es Kreise, sogar massiv von Teilen des Klerus unterstützt, die eine Annäherung der katholischen Kirche an den Kommunismus anstrebten.

Ähnliche Bestrebungen gab es davor in bezug auf den Faschismus oder den Nationalsozialismus. Im 19. Jahrhundert sympathisierten nicht wenige mit dem Liberalismus, der damals markant antikatholisch war. Geht man zurück in die Geschichte, findet man leicht weitere Beispiele.

Quelle und FORTSETZUNG des Beitrags HIER: http://splashurl.com/krbm4qu

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 17:31
19
Februar
2014

Menschenhandel in Europa weiterhin "traurige Realität"

Menschenhandel in Europa weiterhin "traurige Realität"

Konferenz von Europarat und OSZE in Wien apelliert an Staaten, Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Menschenhandels zu verstärken und mit NGOs zu kooperieren
17.02.2014
Wien, 17.02.2014 (KAP) "Moderne Sklaverei" in Form des organisierten Menschenhandels ist auch in europäischen Staaten weiterhin Alltag und muss von den Regierungen stärker bekämpft werden. Das haben Experten und europäische Politiker am Montag zum Auftakt einer zweitägigen internationalen Konferenz von Europarat und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien betont.

Weltweit sind allein im Jahr 2012 nach verschiedenen Schätzungen zwischen 20 und 30 Millionen Opfer von Menschenhändlern und von sexueller Ausbeutung oder Zwangsarbeit geworden. Nur knapp 8.000 Fälle seien aber auch strafrechtlich verfolgt worden, berichtete OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier. Es sei "traurige Realität", dass viele Opfer von Menschenhandel zudem gar nicht erkannt und die Täter daher unbestraft bleiben würden, sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz. "Wir dürfen nicht wegsehen, sondern müssen hinsehen und dem Menschenhandel den Kampf ansagen", appellierte Kurz.

Menschenhandel "findet mitten in unseren Städten und Dörfern statt", sagte die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga. Die Herausforderung jener Länder, in die Menschen verschleppt werden, liege darin, die Opfer zu identifizieren und die Straftäter mit "null Toleranz" zu verfolgen. Außerdem brauche es präventive Maßnahmen gegen Armut und Ausbeutung in den Herkunftsländern, worin der Ursprung des Menschenhandels liege. Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung der Verbrechen sei nationale und internationale Zusammenarbeit, so Sommaruga.

In Österreich stamme der größte Teil der Opfer aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Republik Moldau und Nigeria, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Das Martyrium der Menschen, die Opfer von Menschenhandel werden, könne kaum in Worte gefasst werden. Man müsse "genau hinschauen", um Opfer zu erkennen und die Täter hinter Gitter zu bringen, so Mikl-Leitner. Für die Polizei soll es weitere Schulungsmaßnahmen geben, um den Einsatz gegen Menschenhandel zu verstärken.

Österreich gehört zu den Unterzeichnern der Konvention des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels von 2005. Die Europarats-Expertengruppe GRETA ("Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings") überwacht die Umsetzung de Konvention hat dazu bisher 30 Länder untersucht. "Wir haben viele Fortschritte erzielt, es muss aber noch viel mehr gemacht werden, um Menschenhandel in Europa zu stoppen", zog Europarats-Generalsekretär Thorbjörn Jagland in Wien Bilanz über die bisherigen Maßnahmen der europäischen Regierungen. Vor allem Roma seien nach wie vor stark vom Menschenhandel betroffen.

"Keine Land, keine Regierung, keine Organisation kann diese Herausforderung allein meistern", verdeutlichte Jagland die Bedeutung der Zusammenarbeit. Notwendig seien "Partnerschaften auf allen Ebenen", national etwa eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und Zivilgesellschaft. Insbesondere spezialisierte NGOs, die im täglichen Kontakt mit den Opfern stehen, spielten eine "entscheidende Rolle", so Jagland.

Orden engagieren sich

In Österreich ist eine der wesentlichen NGOs, die sich für Opfer von Menschenhandel engagieren, der Verein "Exit", der auch mit dem von Ordensschwestern getragenen Verein "Solwodi" (Solidarity with Women in Distress/Solidarität mit Frauen in Not) zusammenarbeitet. "Solwodi" betreibt in Wien eine Schutzwohnung für ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel. Die Ordensschwestern helfen den Betroffenen, sich in Österreich zu integrieren und eine Berufsausbildung zu machen.



Dieser Text stammt von der Webseite http://splashurl.com/phla67m des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 19.02.2014 17:21
Blog Kategorien
Immer auf dem Laufenden bleiben!
Blog empfehlen
Die aktivsten Blogs
Letzte Kommentare der Blogs
Disclaimer:Haftung für Inhalte;Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen.Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 6 Abs.1 MDStV und § 8 Abs.1 TDG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Diensteanbieter sind jedoch nicht verpflichtet, die von ihnen übermittelten oder gespeicherten fremden Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei bekannt werden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei bekannt werden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.Die Betreiber der Seiten sind bemüht, stets die Urheberrechte anderer zu beachten bzw. auf selbst erstellte sowie lizenzfreie Werke zurückzugreifen.Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Beiträge Dritter sind als solche gekennzeichnet. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Quelle: Disclaimer von eRecht24.de dem Informationsportal zum Internetrecht.
Besucher
1 Mitglied und 10 Gäste sind Online:
marita

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Heribert
Besucherzähler
Heute waren 218 Gäste und 1 Mitglied, gestern 400 Gäste und 2 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 1558 Themen und 3253 Beiträge.

Heute war 1 Mitglied Online :
marita