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09
Oktober
2014

Gänswein: „Franziskus wird Linie seiner Vorgänger fortsetzen“

Gänswein: „Franziskus wird Linie seiner Vorgänger fortsetzen“



Papst Franziskus wird das katholische Lehramt so weiterführen wie seine Vorgänger. Das sagt im Interview mit der italienischen Zeitschrift „Chi“ der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein. Er hoffe, dass die Bischofssynode die kirchliche Einstellung gegenüber der Familie stärke. „Die Kirche muss den Mut haben, ihre Sicht zum Thema Ehe und Familie klar darzulegen“, so Gänswein. Zur Frage, ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden dürften, antwortete Erzbischof Gänswein, dass damit die Unauflöslichkeit der Ehe auf dem Spiel stehe. „Wer in einer neuen Lebenspartnerschaft lebt, widerspricht dem, was uns der Herr aufgezeigt hat“, fügte der Sekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. an.

(apic 09.10.2014 mg)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...0%9C/ted-829978
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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09
Oktober
2014

Nigerianischer Erzbischof: „Wir sind gegen Aufzwingen einer Sexkultur“

Nigerianischer Erzbischof: „Wir sind gegen Aufzwingen einer Sexkultur“



Afrikas Familien sind „manchmal perplex“, wie sich die westliche Sexualkultur auf ihrem Kontinent verbreitet. Das sagte der nigerianische Erzbischof von Jos, Ignatius Ayau Kaigama, im Vatikan. Er nimmt als Synodenvater an der Generalversammlung der Bischofssynode teil. Die Tatsache, dass die afrikanischen Länder seit Jahrzehnten das koloniale Joch abgeschüttelt hätten, müsse auch akzeptabel machen, dass „Afrikaner selber denken können, was für sie gut ist“, so Kaigama vor der Presse im Vatikan.

„Es gibt immer wieder internationale Organisationen, die uns finanziell helfen wollen und darum bitten, unsere Bevölkerungszahl zu begrenzen. Aber wer sagt denn, dass wir zu viele sind? Das Problem in Afrika ist nicht der falsche Umgang mit Sexualität, sondern die hohe Kindersterblichkeit, die daher herrührt, dass wir schlechte medizinische Versorgung haben. Wenn nun Leute aus dem Westen herkommen und uns mit Geld in der Hand bitten, die Kinderzahl einzudämmen, und uns Kondome schenken wollen, dann muss ich sagen: Das wollen wir nicht. Wir wollen Nahrung, Bildung, gute Straßen und Elektrizität.“

Zum Thema Homosexualität sagt Erzbischof Kaigama, dass die Kirche – auch in Afrika – keinen Menschen diskriminieren oder abweisen wolle. Dies bedeute aber nicht, dass sie das Grundverständnis von Ehe ändern müsse, so Kaigama: Die Ehe sei nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich. In Nigeria wurde in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet, das homosexuelle Handlungen verbietet. Die Bischöfe unterstützten dieses Gesetz, bekräftigte der Erzbischof.

„Das führte zu Missverständnisse, denn wir unterstützen nur die Tatsache, dass an der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau festgehalten wird. Das ist unser religiöser Wert, an dem wir festhalten. Wir sind aber ganz klar dagegen, dass Homosexuelle verfolgt oder diskriminiert werden!“

Die katholische Kirche sei gegen jegliche Kriminalisierung der sexuellen Orientierung, fügte Kaigama an. Deshalb wollen die Bischöfe Nigerias nach seiner Darstellung darauf achten, dass im Land keine Homosexuellen kriminalisiert werden.

„Ich bin davon überzeugt, dass die Bischofssynode auch das Thema Homosexualität, aber auch Polygamie behandeln wird. Das bedeutet aber nicht, dass wir eine Antwort darauf geben können. Wir können lediglich Richtungsweisungen geben. Die schwierigen und kontroversen Fragen müssen mit der Hilfe Gottes angegangen werden. Es ist unsere Aufgabe als Vertreter der Kirche, daraus das Beste zu machen, und zwar immer im Hinblick auf das Wohl der Kirche und das Seelenheil der Gläubigen.“

(rv 09.10.2014 mg)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...0%9C/ted-830024
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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09
Oktober
2014

Aus der Synodenaula: Wiederverheiratete Geschiedene und die Kommunion

Aus der Synodenaula: Wiederverheiratete Geschiedene und die Kommunion



Pater Bernd Hagenkord bietet einen Blick hinter die Kulissen der Bischofssynode und der diskutierten Themen von Mittwochabend und Donnerstagvormittag. Aus der Synodenaula für Radio Vatikan:

„Pastoral-schwierige Situationen“ - Unter dieser Überschrift finden sich all die Fragen aus der Praxis, die bereits im Vorfeld der Versammlung der Bischofssynode, wie auch in den Medien besondere Aufmerksamkeit gefunden haben und weiterhin finden. Das Vorbereitungsdokument Instrumentum Laboris nennt in diesem Kapitel die wiederverheirateten Geschiedenen und ihr Zugang zu den Sakramenten, nichteheliche Lebensgemeinschaften, ledige Mütter, dann aber auch die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Die Liste der Wortmeldungen war so lang, dass sowohl der Mittwochnachmittag als auch der Donnerstagvormittag diesem Feld gewidmet waren.

Wiederverheiratete Geschiedene
Bereits bei der Kardinalsversammlung im Februar dieses Jahres hatte auf Bitten des Papstes Kardinal Walter Kasper einen Vortrag gehalten, in dem er die Frage nach der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten aufgeworfen hatte. Hierbei geht es um Vergebung und die Botschaft des Evangeliums, aber auch um die Glaubwürdigkeit dessen, wofür die Kirche einsteht.

Viele Beiträge bezogen sich auf diese Problematik, der wiederverheirateten Geschiedenen. Es gab kaum einen Beitrag an diesem Donnerstagmorgen, der nicht auf irgendeine Weise Bezug darauf nahm. Einige Wortmeldungen bezogen sich direkt auf die von Kardinal Kasper gestellte Frage. Spirituelle Kommunion, also das Mitfeiern der Messe ohne den Empfang der Eucharistie, wurde debattiert, und verschiedene pastorale Konzepte der Begleitung angesprochen und empfohlen, vor allem dort, wo sich Betroffene untereinander helfen und begegnen können. Immer wieder wurden auf andere kulturelle und religiöse Kontexte hingewiesen, auf Ökumene vor allem mit der Orthodoxie, auf interreligiöses Zeugnis und traditionelle vorchristliche Kulturen und ihr Eheverständnis. Andere Religionen erwarten von Christen Klarheit.
Es gab aber auch bemerkbare Ablehnung im Zuge des heutigen Treffens: Die Medizin sei schlimmer als die Krankheit, sagte ein Synodenteilnehmer. Ein Thema, das offen ist und offen bleibt; allein das ist schon ein Erfolg der Synode, wie es ein Teilnehmer formulierte.

Ehenichtigkeitsverfahren
Eine sehr technische Frage, denn sie betrifft nicht immer einfach zu verstehende kirchenrechtliche Fragen, ist das Ehenichtigkeitsverfahren. Von vielen wurde das Verfahren als zu kompliziert wahrgenommen, zu umständlich und lang. Die Vorschläge zur Änderung reichten von der Einführung schnellerer mündlicher Verfahren bis hin zum Wegfall der zweiten Instanz. Bislang braucht eine Ehenichtigkeit zwei übereinstimmende Urteile. Man könnte auch mehr Richter beschäftigen, etwa qualifizierte Laien und vieler mehr. Dagegen standen aber Argumente, dass gerade die Komplexität sicher stelle, dass es nicht zu einer verkappten „katholischen Scheidung“ komme und dass nach der Wahrheit, nicht nach schnellen Lösungen gesucht werde, immerhin ginge es um ein Sakrament. Papst Franziskus hatte direkt vor der Synode eine Kommission einberufen, die genau diese Fragen studieren soll. Dafür bietet die Synodenversammlung viel Material.

Neben den Themen des Ehenichtigkeitsverfahren und der wiederverheirateten Geschiedenen wurden Themen aufgegriffen, wie die immer wieder debattierten Polygamie, die Frage nach dem langen Zusammenleben vor der Ehe oder nach einer Pastoral für die Väter, nach gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und deren gesetzlicher Anerkennung .

Im Zuge der heutigen Versammlung wurden auch die dahinter liegenden Haltungen deutlicher: Man dürfe nicht in einen Legalismus verfallen, hieß es immer wieder. Teilweise wurden pastorale Erfahrungen als Argumente genützt, oft waren die Beiträge aber auch sehr technisch, vor allem wenn es um einzelne Canones des Kirchenrechtes ging. Aber genau hier entscheidet sich ja meistens die Praxis.

Armut
Immer wieder sehr deutlich und mit viel Engagement wurde die Frage der Armut genannt. Pastoral schwierige Situationen entstünden manchmal erst durch Armut, Ausbeutung, Migration und Ausbeutung. Eines der wichtigsten Themen der vergangenen Tage kehrte somit auch in diesen Generalversammlungen wieder.

Ein weites Feld, das engagiert debattiert wurde. Verstärkt lösen sich nun vor allem in der offenen Debatte die Beiträge vom Text und reagieren auf Vorredner. Die Diskussion wird offener, vor allem in der letzten Stunde am Abend, in der ohne vorbereitete Rednerliste auf Wortmeldung hin gesprochen wird. Es wurde kontrovers debattiert, ohne Polemik und respektvoll, aber durchaus klar und deutlich. Ein Zeichen dafür, dass die Aufforderung des Papstes, offen zu sprechen, als auch die Vertraulichkeit der Text-Beiträge Früchte trägt. Gleichzeitig wird aber schon jetzt klar, dass es keine schnelle Lösung für all diese Fragen geben wird, sondern dass die Kirche sicherlich das kommende Jahr brauchen wird, um all das in Breite und Tiefe aufzugreifen. Wie gesagt, dass die Frage gestellt und offen ist, ist schon ein gutes Ergebnis.

(rv 09.10.2014 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...nion/ted-830017
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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09
Oktober
2014

Flüchtlings-Chaos in Karlsruhe: GfK fordert bessere Helfer-Organisation

Flüchtlings-Chaos in Karlsruhe: GfK fordert bessere Helfer-Organisation


LEA Situation Karlsruhe
Ein Schlafplatz im Freien: Flüchtlinge auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle in Karlsruhe.Bild:ka-reporter

Karlsruhe (ps/rh) - Der Flüchtlingsstrom in Karlsruhe stellt die Fächerstadt seit Wochen vor zahlreiche Herausforderungen. Die GfK ("Gemeinsam für Karlsruhe") lobt in einer Pressemitteilung die Stadtverwaltung zwar für deren Bemühungen, übt aber auch harsche Kritik am Umgang mit ehrenamtlichen Helfern. Ihre Forderung: Eine Koordinierungsstelle in der Stadt muss her!

"Viele Bürger und Gruppierungen unserer Stadt sind bereit, humanitäre Hilfe zu leisten", so GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach, "aber leider stoßen diese Hilfsangebote immer wieder gegen Wände aus organisatorischem Chaos." So finde sich keine Stelle, die ehrenamtlichen Engagement sinnvoll koordiniere. Vielmehr bekämen Hilfswillige unterschiedliche Auskünfte oder ihre Hilfe werde sogar abgelehnt, heißt es in einer Pressemitteilung der GfK in der vergangenen Woche.

"Helfer und Regierungspräsidium müssen an einem Strang ziehen"
"Es gibt keine einheitliche Vereinbarung oder Regelung, was die Menschen brauchen, wer etwas verteilen darf und wer nicht, was erlaubt ist, was nicht erlaubt ist", kritisiert Kalmbach, "es ist uns beispielsweise unverständlich, warum eine Kirchengemeinde aus hygienischen Gründen den Flüchtlingen kein warmes Essen zukommen lassen darf, während Decken ungewaschen von einem Benutzer an den nächsten weitergegeben werden."

Wenn man Freiwillige in ihrer Hilfsbereitschaft hindere, weil diese logistisch und rechtlich nicht bewältigt werden kann, sei dies aus Sicht der GfK nicht nur schade, sondern auch menschenunwürdig. Ihre Forderung: Die Stadtverwaltung müsse dem Chaos entgegenwirken und eine Koordinierungsstelle für ehrenamtliches Engagement einrichten. "Hilfsorganisationen und das Regierungspräsidium müssen in dieser Situation an einem Strang ziehen können", so die GfK.
http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/a...art6066,1493735


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09
Oktober
2014

Synode: Ruf nach Barmherzigkeit für gescheiterte Ehen

Synode: Ruf nach Barmherzigkeit für gescheiterte Ehen


Argentinischer Erzbischof Fernandez: Suche nach besserer pastoraler Begleitung der Betroffenen kann nicht gelingen, wenn man Komplexität der kirchlichen Lehre ausklammert
08.10.2014

Vatikanstadt (KAP) Die Weltbischofssynode hat am Mittwoch das "heiße Eisen" der wiederverheirateten Geschiedenen aufgegriffen: Die diesbezüglichen Schwierigkeiten mit der kirchlichen Lehre zur Ehe waren am Nachmittag ein Schwerpunktthema der "Familiensynode" im Vatikan. In ihren Redebeiträgen hätten viele Synodenteilnehmer das Verhältnis zwischen katholischer Lehre und dem Gebot der Barmherzigkeit gegenüber Menschen mit gescheiterten Lebensentwürfen und wiederverheirateten Geschiedenen thematisiert, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi bei der Pressekonferenz.

Etliche Redner zitierten demnach ein Wort des Konzilspapstes Johannes XXIII. (1958-1963), der damals von der "Medizin der Barmherzigkeit" gesprochen hatte. Es dürfe auch nicht übersehen werden, dass viele dieser Menschen unverschuldet in solche, für sie oft leidvollen Situationen gerieten, hieß es in einer vom Vatikan veröffentlichten Zusammenfassung der bisherigen Redebeiträge am Mittwoch.

Der argentinische Erzbischof Victor Fernandez betonte bei der Pressekonferenz im Vatikan, die Suche nach einer besseren pastoralen Begleitung der Betroffenen könne nicht gelingen, wenn man dabei die Komplexität der kirchlichen Lehre ausklammere. Diese Lehre sei immer wieder weiterentwickelt worden, doch diese Entwicklung brauche Zeit, so der Rektor der Päpstlichen Universität in Buenos Aires, der als enger Vertrauter von Papst Franziskus gilt. An der Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe könne es jedoch keine Abstriche geben, darin seien sich die Synodenväter einig.

Am Mittwoch befassten sich die Teilnehmer nach Angaben Lombardis auch mit den besonderen Problemen von Familien im Zeitalter der Globalisierung und der Krisen. Dabei kamen insbesondere Afrikanerinnen und Afrikaner zu Wort.

Es bestehe die Gefahr, dass ein starker westlich-säkularer Einfluss die religiösen und kulturellen Traditionen der afrikanischen Katholiken zerstöre, sagte der Erzbischof von Jos (Nigeria), Ignatius Kaigama. Dies betreffe insbesondere die massive Propagierung der Empfängnisverhütung. "Sie geben uns Kondome, doch wir brauchen Ernährung, Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur", so Kaigama.

Nach 50 Jahren Unabhängigkeit seien die afrikanischen Länder in der Lage, selbst für sich zu denken. Afrikas Familien seien materiell arm, doch besäßen dafür einen großen spirituellen Reichtum.

Kaigama wehrte sich gegen Vorwürfe, die katholische Kirche, besonders in Afrika, befürworte ein repressives Vorgehen gegen Homosexuelle. Vielmehr vertrete sie die Würde jedes Menschen, lehne die Ehe zwischen Homosexuellen aber entschieden ab. "Lehre bleibt Lehre", so der afrikanische Geistliche.


Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/65181.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 10:42
09
Oktober
2014

"Aktion Leben": Politik steckt bei Abtreibung Kopf in den Sand, aktion leben

"Aktion Leben": Politik steckt bei Abtreibung Kopf in den Sand
aktion leben


Bürgerinitiative "Fakten helfen" fordert Transparenz und Maßnahmen auf Faktenbasis - Generalsekretärin Kronthaler: "Alarmsignal, wenn Menschen sich wegen Arbeits-, Ausbildungs- oder Wohnsituation nicht trauen, ein Kind zu bekommen"
08.10.2014

Wien, 08.10.2014 (KAP) Zu mehr Transparenz bei Schwangerschaftsabbrüchen in Österreich hat die "Aktion Leben" aufgerufen. Die Politik stecke bei diesem Thema den "Kopf in den Sand", kritisierte der überkonfessionelle Verein am Mittwoch in einer Aussendung. "Politiker, die keine Statistik möchten, verweigern den Blick auf die Realität und verbauen dadurch den Weg zu effizienter Prävention und Hilfe", so Generalsekretärin Martina Kronthaler.

Die "Aktion Leben" fordet mit der derzeit laufenden Bürgerinitiative "Fakten helfen!" eine anonyme Statistik über Schwangerschaftsabbrüche sowie die wissenschaftliche Erforschung der Motive ein.

Die jährliche Zahl von Abtreibungen in Österreich wird laut "Aktion Leben" auf zwischen 20.000 und 60.000 geschätzt, was selbst bei niedrigster Annahme in Relation doppelt so viele Schwangerschaftsabbrüche seien wie in Deutschland. Jenen Frauen, die sich aus Not für eine Abtreibung entscheiden, sei es die Politik schuldig zu wissen, "wie viele Frauen sich gegen das Austragen einer Schwangerschaft entscheiden und aus welchen Gründen", so Kronthaler. Schließlich hätte das Wegschauen und Nicht-Reden über Abtreibungen zur Folge, dass Frauen im Schwangerschaftskonflikt im Stich gelassen würden.

Gradmesser für Familienfreundlichkeit

Als "Alarmsignal, das wir nicht überhören dürfen" bezeichnete es Kronthaler, "wenn Menschen sich nicht trauen, ein Kind zu bekommen, weil die Arbeits-, Ausbildungs- oder Wohnsituation dies für sie subjektiv nicht zulassen". Die Abbruchrate sei somit "ultimativer Gradmesser" dafür, wie familienfreundlich die Gesellschaft tatsächlich wahrgenommen werde. Seriöse Fakten seien zudem Voraussetzung für wirksame politische Maßnahmen sowie Grundlage für konstruktive und überparteiliche Gespräche über Maßnahmen zur Senkung der Abbruchzahlen.

Deutschland mit seinen 5,9 Abtreibungen pro 1.000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren (2011) bezeichnete die "Aktion Leben" als eindrucksvollen Beweis dafür, dass Prävention und positive Maßnahmen die Zahl der Abtreibungen drastisch senken könne. Kronthaler führte diesen Erfolg auf das klare Bekenntnis der Politik zurück, die Zahl der Abbrüche senken zu wollen. "Das deutsche Konzept der Prävention und Hilfe ist erfolgreich. Voraussetzung sind allerdings mehr Wissen und gesicherte Daten, wie sie in Deutschland vorliegen", betonte Kronthaler.

Die noch bis 15. Dezember laufende Bürgerinitiative "Fakten helfen" ist laut Kronthaler eine Aufforderung an die Politik, endlich hinzuschauen und den großen Handlungsbedarf zu erkennen. "Viele Bürger wollen auch in diesem Bereich Transparenz und Maßnahmen, die auf Fakten gründen", so die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Unterstützt wird die Initiative u.a. von zahlreichen Medizinern, Familienorganisationen, der Katholischen Aktion sowie der Österreichischen Bischofskonferenz.

(Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeit unter www.fakten-helfen.at)


Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/65164.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 10:32
09
Oktober
2014

Schönborn: Vollform der Ehe war und ist für viele nicht möglich

Schönborn: Vollform der Ehe war und ist für viele nicht möglich


Wiener Erzbischof nannte am Rand der Synode im Vatikan unehelich geborenen Franz Jägerstätter als Beispiel: Dessen Mutter "konnte gar nicht heiraten, sie hatte keine Mittel dazu"
09.10.2014

Vatikanstadt (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat am Rand der Bischofssondersynode im Vatikan erneut die notwendige Offenheit gegenüber einem Weg der "graduellen Verwirklichung" der kirchlichen Ehegebote betont. In einem "Radio Vatikan"-Interview am Mittwoch erinnerte er dabei an die vormoderne Zeit in Österreich und erwähnte als Beispiel den unehelich geborenen Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter und dessen Eltern.

Er verehre den seliggesprochenen Märtyrer sehr, betonte der Kardinal. "Seine Mutter war eine Magd, die bei einem Bauern als Magd gearbeitet hatte. Sie konnte gar nicht heiraten, sie hatte keine Mittel dazu. Als dann der Franz als lediges Kind geboren wurde, hat sie dann später, als er schon größer war, das Glück gehabt, dass ein Bauer bereit war sie zu heiraten, und den kleinen Franz adoptiert hat", berichtete Schönborn. Diese Situationen seien nicht nur im ländlichen, sondern auch im städtischen Bereich sehr häufig gewesen. "Viele konnten sich eine Ehe auch nicht leisten."

Für eine Verheiratung seien auch die Lebensumstände wichtig , und diese stellten oft Hürden dar, wies der Kardinal hin: "Es gibt auch äußere Lebensumstände, die Ehe erschweren. So wie früher in Österreich sei dies in vielen Ländern der Welt noch heute der Fall.

Die volle Verwirklichung sei die im Glauben vor Gott und vor der Kirche geschlossene sakramentale Ehe, "aber wir wissen auch, dass viele Menschen diese volle Gestalt der Ehe, so wie sie auch im Plan Gottes gesehen ist, erst allmählich erreichen", fügte der Wiener Erzbischof hinzu.

Papst Franziskus habe - so Schönborn - beim Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe im Jänner im Gespräch gefragt: "Wie ist das bei euch, ist das ähnlich wie in Argentinien, dass viele junge Menschen zuerst einmal zusammenleben?" Er habe damit nicht gesagt, "dass das okay ist, er hat nur gesagt, dass es so ist, und dass, wenn ein Kind unterwegs ist, man sich darüber Gedanken macht: 'Vielleicht wollen wir doch heiraten, sollten zivil heiraten?'". Und manche machten dann auch den weiteren Schritt und sagten: "Wir wollen kirchlich heiraten. Wir wollen unsere Beziehung in die volle Gestalt einer Ehe einbringen", so Schönborn.

Die Kirche müsse da "pastoral hinsehen, nicht mit urteilendem Blick, sondern mit einem begleitenden und verständnisvollen und ermutigenden Blick". Schon nach den ersten drei Synoden-Tagen könne man sagen, dass die Zeugnisse aus der ganzen Welt zeigten, "wie unglaublich wichtig die Familie für die Gesellschaft, aber vor allem für den Menschen in seiner Verwirklichung und in seinem Glück ist".

Er erwarte sich von dieser Synode "natürlich auch Impulse für Situationen des Scheiterns - das ist alles wichtig -, aber was weltweit gesellschaftlich das große Thema ist, wie es der jetzt leider verstorbene deutsche FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher gesagt hat: 'Die Familie ist die Überlebensfabrik der Zukunft.'"


Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/65182.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

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09
Oktober
2014

Bischof Koch kritisiert Pisa-Studien

Bischof Koch kritisiert Pisa-Studien

Bildung | 08.10.2014 – Dresden


Der Dresdner Bischof Heiner Koch hat die Pisa-Studien kritisiert. Bei den internationalen Bildungsvergleichen werde religiöse Bildung "weitgehend ausgeblendet", sagte Koch am Mittwoch in Dresden. Bei einer Jahrestagung der Religionslehrkräfte des Bistums Dresden-Meißen betonte er, religiöse Bildung sei weit mehr als religionswissenschaftliche Information. Der konfessionelle Religionsunterricht gehöre "in den innersten Fächerkatalog der Schulen, die eine ganzheitliche und umfassende Bildung erstreben".

Anders als die anderen Fächer gehe der Religionsunterricht jedoch "von einer gefällten Glaubensentscheidung" aus, die sich religiösen Fragen vernunftmäßig nähere. Dabei komme es in besonderem Maße auf die Lehrkräfte an. Sie müssten "auf ihre ständige Persönlichkeitsbildung umfassenden Wert legen und Leidenschaft für das Leben und die Sinnfrage entfalten". Erforderlich seien Pädagogen, "die von einer Leidenschaft für den Glauben und die Kirche geprägt sind".

Koch plädierte für eine fachliche Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte, "um die Sinn- und Gottesfrage, die christliche Botschaft und den Glauben der Kirche wissensreich und verständlich darlegen zu können". In erster Linie sei jedoch eine Fortbildung notwendig, "die das Feuer des Glaubens in ihnen wachhält". Deshalb seien geistliche Tage und Exerzitien für die Religionspädagogen unumgänglich. Gebraucht würden Lehrkräfte, "die sehr kommunikationsstark sind und dien Schülerinnen und Schülern den Freiraum zur Entfaltung ihres Glaubenslebens geben". Sie sollten für die Schüler "eine stets zum Lernen bereite Lebens- und Glaubensautorität" sein. (KNA)
© KNA
http://www.katholisch.de/de/katholisch/t...ws.php?id=40752

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09
Oktober
2014

„Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern. „Deshalb hat der Petent mit seinem Anliegen keinen Erfolg“, erklärte die Ausschussvorsitzende

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Baden-Württemberg: Petitionsausschuss lehnt Petition zum „Entwurf Bildungsplan 2015“ ab
Pressemitteilung des Landtages Baden-Württemberg

Der Petition zum „Entwurf Bildungsplan 2015“ kann nicht abgeholfen werden. Dies hat der Petitionsausschuss des Landtags in seiner Sitzung am Mittwoch, 8. Oktober 2014, entschieden. Wie die Vorsitzende des Gremiums, die Grünen-Abgeordnete Beate Böhlen, mitteilte, erfolgte der Beschluss mit den Stimmen der Mehrheit. Begründet wurde die Entscheidung laut Böhlen damit, dass die Landesregierung an ihrem Ziel festhält, das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern. „Deshalb hat der Petent mit seinem Anliegen keinen Erfolg“, erklärte die Ausschussvorsitzende.

Nach Angaben Böhlens hatte sich der Verfasser dieser Petition gegen das Arbeitspapier „Bildungsplanreform 2015 – Verankerung der Leitprinzipien“ und gegen die Ankündigung gewandt, das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern. Der Petent habe unter anderem eine grundlegende Überarbeitung dieses Papiers und völlige Transparenz bei allen weiteren Schritten auf dem Weg zum neuen Bildungsplan gefordert.

„Die zu dieser Petition eingereichte Gegenpetition wurde im Ausschuss für erledigt erklärt“, berichtete Böhlen. Hier habe es sich darum gehandelt, dass der Petent die Pläne des Kultusministeriums, das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern, unterstützt habe.

Eine weitere Petition im Zusammenhang mit dem neuen Bildungsplan betraf Böhlen zufolge die Überprüfung „lobbyistischer“ Einflussnahme verschiedener Organisationen auf das Kultusministerium und die Einführung eines Codexes für mehr Transparenz und Unabhängigkeit. „In diesem Fall hat der Ausschuss ebenfalls beschlossen, dass der Petition nicht abgeholfen werden kann“, so Vorsitzende Böhlen abschließend.

Quelle: Landtag Baden-Württemberg 8. Oktober 2014
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um 02:00
Labels: Bildungsplan2015

1 Kommentar:
Anonym hat gesagt

Die Ablehnung war doch von dieser politischen Mehrheit zu erwarten.
Wenn selbst die CDU bundesweit kein christliches Profil mehr zeigt entspricht die Ablehnung der Petition dem tatsächlichen Zustand in unserem Land.
Wenn unter der gemeinsamen Verantwortung der etablierten Parteien Deutschland europaweit zu einer Hochburg der kriminellen Prostitution geworden ist , braucht man sich doch nicht zu wundern , wenn die Kinder in der Grundschule schon durch den Dreck einer grünen Lebensphilosophie auf ein Leben im moralischen Sumpf vorbereitet werden.
Was den Kindern angetan wird, kann nur den kranken Gehirnen einer Verbrecherbande entsprungen sein , die sich schon mal für legalisierte Unzucht mit Kindern offen gezeigt haben.Leider bestimmen diese heute noch das Meinungsbild in unserem Land. Das die Landes - und Bundes-CDU bei diesen Verhältnissen nicht auf die Barrikaden geht macht sie nicht nur für Christen nicht mehr wählbar.
Die Kanzlerin sichert sich durch Wählerbetrug und Lügen ihre Machtansprüche und legt weder an sich selbst und andere christliche Maßstäbe an.
Was will man da von einer grün dominierten Landesregierung erwarten ?
http://kultur-und-medien-online.blogspot...Medien+-+online)


Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 09:53
09
Oktober
2014

„Akzeptanz sexuelle Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern, festhält.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Stellungnahme des Petitionsteams um Gabriel Stängle zur Ablehnung durch den Petitionsausschuss im Landtag B-W



(PM des Petitionsteams) Erstaunt und verständnislos reagiert die Petitionsinitiative „Zukunft-Verantwortung-Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ auf die heutige Mitteilung des Petitionsausschusses.

Die derzeit nicht näher ausgeführte Begründung zum Beschluss des grün-rot dominierten Petitionsausschusses ist nicht nachvollziehbar. Es wird lediglich darauf verwiesen, dass die Landesregierung an den Plänen, die „Akzeptanz sexuelle Vielfalt“ in den neuen Bildungsplänen zu verankern, festhält. Bereits bei einer öffentlichen Anhörung der CDU-Landtagsfraktion am 9. Mai dieses Jahres wurden die Pläne der Landesregierung von ausgewiesenen Experten als verfassungsrechtlich und pädagogisch bedenklich kritisiert.

Die Argumentation der Ausschussvorsitzenden muss als sehr bedenklich gelten, weil auf die begründeten Forderungen der Petition nicht inhaltlich eingegangen wird. Dies gilt auch dahingehend, dass die Forderung nach mehr Transparenz bei der Erstellung der Bildungspläne erkennbar nicht bejaht wird. Beate Böhlen (Grüne) erklärt in der Pressemitteilung, dass der Petitionsausschuss die Petition “abgelehnt” habe. Dies erstaunt umso mehr, als es nicht die Aufgabe des Petitionsausschusses ist, über Petitionen zu entscheiden; der Ausschuss hat dem Landtag lediglich Beschlussempfehlungen vorzulegen. Frau Böhlen übergeht hier wohl die Rechte des Landtags.
http://kultur-und-medien-online.blogspot...Medien+-+online)


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09
Oktober
2014

Dr. Konrad Adam (AfD) fordert eine verfassungsgemässe Asylpraxis

Dr. Konrad Adam (AfD) fordert eine verfassungsgemässe Asylpraxis
Veröffentlicht: 9. Oktober 2014 | Autor: Felizitas Küble

Die AfD (Alternative für Deutschland) hat die Innenminister im Bund und in den Länder dazu aufgefordert, bei der Gewährung von politischem Asyl verfassungskonforme Zustände wiederherzustellen. AfD-Adam


Parteisprecher Dr. Konrad Adam (siehe Foto) erinnerte daran, dass sowohl das Grundgesetz als auch die Genfer Flüchtlingskonvention den Asylanspruch aus gutem Grund für politisch Verfolgte vorbehalten haben.

Davon, so Adam, könne zur Zeit keine Rede mehr sein. Nationale und internationale Regeln seien durch eine europäische Richtlinie außer Kraft gesetzt worden, die von den Mitgliedstaaten der Union allerdings nicht beachtet, in vielen Fällen sogar systematisch unterlaufen werde.

Faktisch sei ein rechtsfreier Zustand entstanden, der das friedliche Zusammenleben der Menschen in ganz Europa schwer belaste.

Dr. Adam wies darauf hin, dass laut Statistik allenfalls 1,6 Prozent der Asylanträge positiv entschieden würden. Die große Zahl der negativen Bescheide habe für die Abgelehnten aber keinerlei Folgen, da das gesetzlich vorgesehene Anerkennungsverfahren nur noch auf dem Papier stünde, in der Praxis jedenfalls nicht mehr griffe.

Der Dubliner Kompromiss sei offensichtlich wirkungslos, werde aber auch dann noch verteidigt, wenn er, weil falsch konzipiert, nicht angewandt werde. Das aus humanitären Gründen gewährte Recht auf politisches Asyl sei zu einem unkontrollierten Einwanderungs- und Aufenthaltsrecht von nahezu unbegrenzter Dauer geworden.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 09:41
09
Oktober
2014

Synodenväter sprachen über Familienpastoral

Synodenväter sprachen über Familienpastoral



RealAudioMP3 Verschiedene pastorale Aktivitäten zum Thema Familie, und die Herausforderungen, vor denen die Familienpastoral heute steht: Das waren die Themen der beiden vergangenen Generalversammlungen vom Dienstag Nachmittag und Mittwoch Morgen (letztere wegen der Generalaudienz in Abwesenheit des Papstes). Die Herausforderungen für die Familienpastoral waren auch am Montag und Dienstag schon immer wieder benannt worden: Armut, Migration, Emigration, Gewalt in verschiedensten Formen, Christenverfolgung, moderne Lebens- und Arbeitsbedingungen, Polygamie, Sekten, Prostitution, Menschenhandel, Machismo und die Einflüsse der modernen Welt mit ihren Individualismen und Materialismen, sie wurden immer wieder vor allem aus der pastoralen Praxis heraus ausführlich behandelt, und sie bildeten das Schwergewicht der Beratungen.

Zum ersten Mal in mehreren Beiträgen war auch das Ehenichtigkeitsverfahren der Kirche Thema; es könne keine Lösung für alle Probleme sein, aber für die Paare, die das betrifft, wäre es eine große Hilfe und für die Kirche eine Notwendigkeit, wenn diese Verfahren, die eine Ehe für ungültig erklären und so eine sakramentale Ehe möglich machen, vereinfacht und verkürzt würden. Dorthin gehört auch die Frage, wie mit der Frage der kirchlichen Rechtsprechung im Rahmen der Ökumene, vor allem mit der Orthodoxie, umgegangen wird: Verschiedene Kirchen kennen verschiedene kirchenrechtliche Regeln, das schaffe einerseits Verwirrung, andererseits Reibungen, weil Ehen und Familien verschiedener Konfessionen sozusagen dazwischen stehen.

„Wir können doch gar nicht zurück“

Die Synodenteilnehmer berichteten immer wieder aus ihrer eigenen Praxis, von pastoralen Initiativen in den Bistümern oder Gebieten der Bischofskonferenz. Besonders traten dabei Aktionen hervor, die nicht für, sondern von Familien getragen werden. So etwa Verbände oder Gemeinschaften von Ehepaaren, die anderen Ehepaaren helfen. Solche Initiativen gelte es zu fördern, war der Tenor.

Was auch deutlich wurde bei den Beratungen, war die unterschiedliche Bewertung des modernen Freiheitsbegriffes. Sehen ihn einige als Ausdruck der Gottesebenbildlichkeit und damit als etwas Gutes, sehen ihn andere als Einfallstor für die Menschen gefährdende Ideologien. In einigen Staaten auf der Erde versuchten Regierungen, über Gesetzgebung den Begriff von „Familie“ zu ändern, das sei Ausdruck dieser Ideologien, die durch das Tor dieser falsch verstandene Freiheit einfielen. Aber wir könnten doch gar nicht zurück, hieß es von den Vertretern der ersten Linie, die Sehnsucht nach einer Vergangenheit helfe nicht weiter, die Kirche müsse die positiven Seiten schätzen und prägen lernen.

Ein weiteres Thema war der scheinbare Gegensatz von Pastoral und Lehre. Im Vorfeld der Versammlung der Bischofssynode war immer wieder gesagt worden, man wolle die Lehre nicht verändern, sondern pastoral sein. Dazu hieß es, dass die Lehre Ausdruck des Willens und Auftrages Jesu sei, nichts was die Kirche sich erschaffen habe. Ein weiterer Kommentar betonte, die Lehre müsse sich entwickeln.

Eine ganze Reihe weiterer Themen möchte ich an dieser Stelle nur anreißen, um die Bandbreite dessen anzudeuten, was genannt wurde: Die Frage der Verbindung der Glaubensschwäche der Moderne und der Abnahme stabiler Ehen; Familie als Hauskirche; die Lehre Jesu über die Familie; geschiedene Wiederverheiratete; die Evangelisierung und immer und immer wieder die Ehevorbereitung.

Wenig Idealisierung, große Bandbreite

Die Synodenteilnehmer zeigen einen großen Realismus, wenn es um das Thema Ehe und Familie geht, da ist wenig Idealisierung. Gleichzeitig hört man viel Positives, viel Hoffnung, um es geistlich auszudrücken. Realismus und Hoffnung, mit diesen beiden Worten lassen sich die Beratungen an diesen beiden Tagen gut charakterisieren.

Die Stimmung ist ruhig und ohne Druck - sicherlich auch ein Ergebnis der Entscheidung, nicht eine, sondern zwei Synoden samt einem Jahr Zwischenzeit zu haben, darüber zu sprechen. So nehmen sich die Teilnehmer Zeit, Erfahrungen zu sammeln, aus ihren Kirchen zu berichten, zu reflektieren und zu sprechen. Noch greift die Dynamik einer Beratung in Gruppen nicht, aber das wird sicherlich in der kommenden Woche in den Kleingruppen kommen. Bisher zeigt sich die große Breite der Erfahrungen und Reflexionen zum Thema Pastoral und Familie.

Aus der Synodenaula Pater Bernd Hagenkord für Radio Vatikan.

(rv 08.10.2014 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...oral/ted-829832
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 01:27
09
Oktober
2014

Paar berichtet vor Bischofssynode über die Herausforderung Ehe

Paar berichtet vor Bischofssynode über die Herausforderung Ehe



Die vatikanische Synode zu Ehe und Familie hat sich mit dem Thema Scheidung auseinandergesetzt. Dazu hörten die Kardinäle und Bischöfe am Mittwoch den Erfahrungsbericht eines südafrikanischen Ehepaars, das nach 21 Ehejahren beinahe die Scheidung eingereicht hätte. Laut dem vom Vatikan veröffentlichten Redetext hätten Stephen und Sandra Conway mit Unterstützung der internationalen christlichen Eheberatungsorganisation „Retrouvaille“ dann aber doch einen Neuanfang geschafft.

Die beiden, die seither selbst für die Organisation tätig sind, berichteten über ihre Arbeit mit verzweifelten Paaren kurz vor einer drohenden Trennung. Viele von ihnen seien das erste oder zweite Mal, andere dagegen gar nicht verheiratet. „Wir erklären ihnen, dass Liebe eine Entscheidung ist, kein Gefühl“, so die Conways. Eine unglückliche Ehe durchlaufe die Stadien der Romantik, der Desillusionierung und schließlich des partnerschaftlichen Unglücks. Daraus könne zwar auch wieder eheliche Freude erwachsen, doch viele Paare schafften diesen Versuch einfach nicht mehr. Kinder litten unter unglücklichen wie unter geschiedenen Ehen.

Das Ehepaar aus Südafrika ging auch auf das katholische Eucharistieverbot für wiederverheiratete Geschiedene ein. Viele Betroffene fühlten sich von der Kirche alleingelassen. Als Beispiel nannten sie eine wiederverheiratete Geschiedene, die zum Katholizismus konvertieren wollte, sich schließlich aber von der Gemeinde abwandte, nachdem ihr Eheannullierungsverfahren gescheitert war. „Wenn Gott der letzte Vergebende und voll Mitgefühl ist, dann sollten diesen Paaren ihre früheren Fehler verziehen werden. Sie werden aber ständig daran erinnert und wegen ihrer vergangenen Beziehungen oder Fehler für schuldig erklärt, indem sie nicht an der Kommunion teilnehmen dürfen“, betonte das Beraterpaar.

In seiner Einleitungsrede sprach sich der Erzbischof von Aparecida in Brasilien, Kardinal Raymundo Damasceno Assis, für eine intensivere Begleitung wiederverheirateter Geschiedener durch die Kirche aus. Diese Menschen „erleben ihre Erfahrungen als tiefe Wunde in ihrem eigenen Menschsein, in ihrer Beziehung zu anderen und zu Gott“, so Assis, den Papst Franziskus als einen von drei Synodenpräsidenten berufen hat. Es gelte, gemeinsam „die Kunst des Begleitens“ zu erlernen, wie sie Franziskus in seinem Lehrschreiben „Evangelii gaudium“ beschreibe.

Die rund 190 Kardinäle und Bischöfe der Familiensynode tagten am Mittwoch zu dem Thema „Die pastoral schwierigen Situationen“. Dabei wollten sie sich auch mit der Frage gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften befassen.

(kna 08.10.2014 mg)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/..._ehe/ted-829954
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 01:23
09
Oktober
2014

Schönstätter beginnen Fackellauf mit Papstaudienz Sportliche Exerzitien

08.10.2014



Schönstätter beginnen Fackellauf mit Papstaudienz
Sportliche Exerzitien


Felix Geyer, Schönstatt

81 junge Männer, 1.800 Kilometer und eine Fackel - zum Jubiläum der Schönstatt-Bewegung gibt es einen Fackellauf von Italien bis nach Deutschland. Der Fackellauf ist nicht nur Sport, sondern eine spirituelle Erfahrung.

"Es geht darum, an die eigenen Grenzen zu gehen, auch auf geistige Art und Weise, und sich damit zu konfrontieren, was meine Art zu glauben ist", erklärt Läufer Felix Geyer (28) aus dem Vorbereitungsteam. Insgesamt 81 junge Männer wollen die Fackel mit Gebetsanliegen vom italienischen Wallfahrtsort Valle di Pompeji bis nach Schönstatt, dem Gründungsort der Bewegung in Vallendar bei Koblenz, tragen. Zuvor ließen sie ihre Fackel bei der Papstaudienz in Rom segnen.

Fackel-Team aus 13 Ländern

Die Männer kommen aus 13 verschiedenen Ländern, darunter Argentinien, Paraguay, aber auch Ungarn und Tschechien. Die meisten von ihnen kommen aber aus Deutschland, so wie Student Felix Geyer. Der Fackellauf symbolisiere eine lebendige und dynamische Kirche. "All das, was wir sein wollen und wo wir auch noch viel Potenzial drin sehen, dass daraus noch mehr wächst", sagt Geyer, der Schönstatt-Pater werden möchte.

Der Pallottinerpater Josef Kentenich (1885-1968) gründete 1914 die katholische Schönstatt Bewegung. In der Gründungsurkunde erwähnt Kentenich auch den Wallfahrtsort Valle di Pompeji. Der Anwalt Bartolo Longo hatte hier soziale Projekte ins Leben gerufen. Papst Johannes Paul II. hatte Longo am 26. Oktober 1980 seliggesprochen. Grund genug für die jungen Männer, von diesem Inspirationsort ihren Lauf zu starten.

Nach fünf Kilometern Läuferwechsel

Mit der vom Papst entzündeten Fackel machen sich die Läufer auf den Weg, im Schnitt über 200 Kilometer jeden Tag. An Rom wieder vorbei geht es entlang der Mittelmeerküste durch die Toskana und die Poebene zunächst Richtung Mailand, dass nach fünf Tagen erreicht wird. Bei dem Fackellauf wechseln sie sich ab, denn jeder soll im Schnitt fünf Kilometer in einer halben Stunde schaffen. "Es werden ca. 60 Leute am Tag laufen, jeder so fünf bis 7 Kilometer, je nachdem wieviel einer auch schafft, ein anderer wird ihn auf dem Fahrrad begleiten, so dass ein Läufer nie ganz alleine ist", erklärt Felix Geyer.

Dahinter steckt eine ausgefeilte Logistik. Die Läufer, die Pause haben, werden mit sogenannten Läuferbussen die Strecke mitfahren. Ausgerüstet sind die Läufer mit speziellen Fackellauf-Shirts und Jacken. Schon seit Monaten machen sich die Organisatoren Gedanken um viele Kleinigkeiten.

Läufer tragen Gebetsanliegen mit sich

Der Fackellauf soll aber mehr sein als nur ein sportlicher Beitrag zum Jubiläum, nämlich auch eine spirituelle Erfahrung. Im Gepäck haben die Läufer Gebetsanliegen, die sie zuvor von Gläubigen per Mail oder Brief zugeschickt bekommen haben. Während ihres Laufs wollen die Fackelträger dann für jedes einzelne Anliegen beten. Auch das gehöre für die Läufer dazu, sagt Felix Geyer. "Bei einigen Anliegen hat´s mir den Atem verschlagen, wo es um richtig heftige Dinge geht", erinnert sich das Schönstatt-Mitglied. So habe beispielweise eine Frau über die Vergewaltigung ihrer Tochter geschrieben. In anderen Briefen gehe es um existenzielle Sorgen und Trauer.

"Eine junge Generation, die es ernst meint"

Pater Heinrich Walter, Vorsitzender des internationalen Generalpräsidiums der Schönstatt-Bewegung, sieht den Fackellauf als "Symbol der Identität einer jungen Generation, die es ernst meint". Es sei ein Glücksfall für eine Bewegung, die 100 Jahre alt wird. Denn Idealismus, Wagemut und die Entschiedenheit der Jugendlichen zeigten, dass man ihnen "getrost den Staffelstab für die nächste Phase der Entwicklung der Bewegung übergeben kann".

Ein Maschinenbaustudent aus der Gruppe hat die Fackel eigens entwickelt und getestet - Regen und Fahrtwind können der Flamme nichts anhaben. Rund zwei Jahre lang haben die Männer ihr Projekt vorbereitet. Aus einem früheren Fackellauf wissen sie, wie viel Arbeit, Geld und Zeit so etwas kostet. Unterstützung kommt auch von vielen Spendern - die Kosten von 53.000 Euro können die Teilnehmer nicht alleine stemmen. Großzügige finanzielle Hilfe ermöglicht es, dass zumindest einige Laufbegeisterte aus Übersee mitmachen können.

Fackelläufer aus Argentinien

Aus Argentinien machen sich Jose Escobar und Mariano Fassi auf den Weg nach Rom. "Wir sind stellvertretend für alle Argentinier da", sagen sie. Denn für viele ist es in der wirtschaftlich angespannten Zeit einfach nicht möglich, die teure Reise zum Fackellauf und dem Jubiläum zu machen. Auch wenn es einem Teilnehmer so wichtig war, dass er für die Reisekosten sein Auto verkauft hat. Für Adam Marky (27) aus Ungarn war sofort klar: "Da mache ich mit." Das Medizinstudium und die Arbeit als Rettungssanitäter lässt er dafür gerne ruhen.

Wenn sich die Läufer am 14. Oktober in Mailand auf den Weg zur 6. Etappe machen, steht der härteste Tag an. Es geht über die Alpen. Der höchste Punkt ist der berühmte Gotthardpass auf über 2100 Metern. Die aufregendste Etappe für die jungen Männer, ein Tag, an dem wirklich alle Läufer am Start sein werden. "Alle sind zusammen, auch die in den Läuferbussen und dann sind wir irgendwann oben - auf diesen Moment freue ich mich riesig", sagt Felix Geyer.

Erster Etappenort in Deutschland ist Freiburg

Vom höchsten Punkt der Strecke geht es dann durch die Schweiz und am Vierwaldstätter See vorbei. Erster Etappenort in Deutschland wird dann Freiburg sein. Zu diesem Zeitpunkt liegen schon gut 1400 Kilometer hinter den Läufern, eine enorme sportliche Herausforderung, die durch Wetterkapriolen noch erschwert werden könnte. "Da werden einige Muskeln mehr hergeben, als es normal der Fall ist", glaubt Felix Geyer.

Die letzten zwei Etappen bilden schon die Zielgerade. Den Rhein entlang über Kehl und Karlsruhe zur letzten Station Speyer. Von dort aus schließlich über Alzey, Bingen und Koblenz bis nach Schönstatt. Erwartet wird die Fackel am Vorabend des großen Jubiläumstages. Zu diesem Zeitpunkt werden einige Tausend Menschen bereits zu einer Vigil, einer Nachtwache versammelt sein. Felix Geyer hat diesen Moment schon vor Augen: "Eine besinnliche Stimmung, aber auch eine, die eine gewisse Erwartung schon ausdrückt und in die Dunkelheit hinein, kommt diese Fackel, kommen die leuchtend roten Läufer. Ich freue mich auf diesen Moment."
Matthias Friebe
(dr, KNA)


Argentinische Fackeläufer, Schönstatt, KNA

Live aus Schönstatt

domradio.de überträgt die Feierlichkeiten zu 100 Jahre Schönstatt live in Bild und Ton

Do. 16.10. 17 Uhr Willkommensfeier und Eröffnungsgottesdienst

Fr. 17.10. 19 Uhr Vigilfeier mit Ankunft der Fackelläufer

Sa. 18.10. 10 Uhr Festakt und Festgottesdienst

Sa. 18.10. 16.30 Uhr Liebesbündnisfeier





Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 01:05
09
Oktober
2014

Kein Gott in der Verfassung

08.10.2014



Ablehnung bei großer Mehrheit der Abgeordneten
Kein Gott in der Verfassung

Verträgt sich der Gottesbezug in der Verfassung mit einem weltanschaulich neutralen Staat? Nein, entschied der Kieler Landtag.

Auch in der neuen Verfassung des Landes Schleswig-Holstein wird es künftig keinen Gottesbezug geben. 61 von 66 anwesenden Abgeordneten stimmten am späten Mittwochnachmittag nach langer zweiter Lesung für einen überfraktionellen Antrag von CDU, SPD, Grünen, FDP, Piraten und Abgeordneten des SSW. In dem Text bekennt sich das Parlament zu Grundwerten wie Menschenrechte, Demokratie und Freiheit.

Die Formulierung, das Parlament handle "in Verantwortung vor Gott und den Menschen", erhielt dagegen nicht die notwendige Mehrheit von zwei Dritteln der Abgeordneten. Nur die Hälfte der 66 Anwesenden stimmte für einen entsprechenden überfraktionellen Kompromissvorschlag, ein ähnlicher Antrag der CDU erhielt sogar nur 29 Stimmen.

Enttäuschung bei den Kirchen

Enttäuscht äußerten sich in ersten Stellungnahmen die beiden großen Kirchen. Der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein in der evangelischen Nordkirche, Gothart Magaard, sagte: "Es hätte gute Gründe gegeben, den Gottesbezug in die Präambel aufzunehmen. Eine Demutsformel entwirft kein wie auch immer geartetes Gottesbild, sondern zielt vielmehr auf ein sehr bestimmtes und gefülltes Menschenbild."

Ähnlich formulierte es der Diözesanadministrator des katholischen Erzbistums Hamburg, Ansgar Thim: "Die Entscheidung des Landtages enttäuscht mich. Das Signal, das damit ausgesendet wird lautet: 'Wir sind selbst die Herren unseres Schicksals'. Das finde ich problematisch, gerade angesichts der Herausforderungen, vor denen wir in unserem Land stehen", so der Übergangsverwalter der Erzdiözese.


(KNA)



Thissen fordert Gottesbezug in Verfassung für Schleswig-Holstein
Die Grenzen des Menschen verdeutlichen

Hamburgs Erzbischof Werner Thissen fordert einen Gottesbezug in der neuen Landesverfassung Schleswig-Holsteins. Dieser solle ausdrücken, dass nicht alles "nur auf menschlichem Wissen, Können, Wollen beruht".

Der Verweis auf Gott sei eine Chiffre dafür, dass der Mensch nicht alles darf und an kommende Generationen denken müsse, , sagte der für das Bundesland zuständige Erzbischof den "Lübecker Nachrichten" (Dienstag). Es gehe nicht um die Kirche, sondern um die Menschen, so Thissen. "Die Kirche hat keinen Vorteil davon, dass Gott in der Präambel steht."

"Nie wieder dürfen Menschen Gott spielen"

Der Gottesbezug verweise darauf, dass es nicht um die Schaffung eines perfekten Gemeinwesens gehe, erläuterte Thissen. Mit den beiden Ideologien Kommunismus und Nationalsozialismus, die das hätten erreichen wollen, habe Deutschland bittere Erfahrungen gemacht. Der Gottesbezug bringe zum Ausdruck, dass in der Demokratie der Ort der höchsten Macht frei bleibe. "Nie wieder dürfen Menschen Gott spielen. Für die Macht über die existenziellen Fragen von Tod und Leben, Sinn und Wert, Gut und Böse gibt es eine andere Instanz", sagte der Erzbischof.

Bislang gibt es keine Präambel mit Gottesbezug

Die neue Landesverfassung soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Eine Zweidrittelmehrheit für den Gottesbezug ist nach Meinung von Beobachtern unwahrscheinlich. Ziel der 2013 beschlossenen Verfassungsreform ist es unter anderem, eine Präambel und einen Grundrechtekatalog einzuführen sowie die unmittelbaren demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten zu stärken.

Thissen sieht in seiner Forderung keine Vereinnahmung von Anhängern anderer Religionen oder von Atheisten. Der Gottesbezug sage ja gerade, dass es "keine Diktatur der Mehrheit" geben dürfe. Zudem sei die vorgeschlagene Formulierung "in Verantwortung vor Gott" bereits ein Kompromiss. Unter ihm könnten sich Gläubige verschiedener Religionen versammeln.

Beistand von Muslimen

Zustimmung erhielt Thissen vom Vorsitzenden der islamischen Religionsgemeinschaft Schura, Fatih Mutlu. "Es gibt nur einen Gott", sagte er der Zeitung. An den würden 70 bis 80 Prozent der Menschen im Land glauben. Die christliche Bezeichnung "Gott" störe ihn nicht. "Wir leben ja in einem christlichen Land."

Der Kirchenexperte der CDU im Kieler Landtag, Daniel Günther, begrüßte die Aussage Mutlus. Das werde der Debatte sicher helfen, sagte er am Dienstag in Kiel. Er selbst verstehe den Gottesbezug weder als Abgrenzung zu anderen Religionen noch als ausschließliche Betonung der christlich-jüdischen Wurzeln. Eine Trennung von Staat und Kirche stehe einem Gottesbezug in der Landesverfassung keinesfalls entgegen. "Diese Trennung bedeutet schließlich keine Bindungslosigkeit der gewählten Vertreter, die unserem Land diese Verfassung geben", so Günther.
(KNA)




Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.10.2014 00:59
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