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10
März
2015

Zahl der Abtreibungen gesunken

D: Zahl der Abtreibungen gesunken

10/03/2015 11:35SHARE:



Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist weiter gesunken.

Sie nahm 2014 gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Nach Angaben der Statistiker wurden rund 99.700 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Das ist der niedrigste Stand seit der gesetzlichen Neuregelung im Jahr 1996. Auch die sogenannte Abtreibungsquote sank weiter: 2013 hatten noch 57 von 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter abgetrieben. Im Folgejahr 2014 waren es nach einer vorläufigen Berechnung noch 55.
(kna 10.03.2015 gs)

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10
März
2015

Der Vatikan und der gestohlene Michelangelo-Brief

Der Vatikan und der gestohlene Michelangelo-Brief


Porträt des Künstlers Michelangelo Buonarroti - ANSA

09/03/2015 14:01SHARE:
Der Vatikan hat den Diebstahl eines Briefes von Michelangelo Buonarroti (1475-1564) in den 1990er Jahren bestätigt. Der Raub mehrerer Schriftstücke aus dem Archiv der Dombauhütte von Sankt Peter, darunter der Brief mit der Unterschrift des italienischen Künstlers und einem von ihm selbst verfassten Text. Der Diebstahl sei 1997 bemerkt worden, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Sonntag.

Kürzlich habe der jetzige Präsident der Dombauhütte, Kardinal Angelo Comastri, ein Angebot erhalten, die Dokumente zurückzukaufen. Das lehnte der Kardinal jedoch nach Worten Lombardis ab, da es sich um Raubgut handele. Die vatikanische Gendarmerie stehe in dem Fall mit den italienischen Behörden in Verbindung.100.000 Euro, so hoch sei laut der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ die Lösegeldforderung für die beiden Briefe. Dies wurde jedoch vom Vatikan nicht bestätigt.
(rv/kna 09.03.2015 no)

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10
März
2015

Papst Franziskus trifft belgisches Königspaar

Papst Franziskus trifft belgisches Königspaar


Königlicher Besuch im Vatikan - AFP

09/03/2015 13:11SHARE:
Im Apostolischen Palast ist Papst Franziskus an diesem Montag mit dem belgischen Königspaar Mathilde und Phillipe zusammengetroffen. Der königliche Besuch traf später auch auf Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Paul Richard Gallagher; dieser ist sozusagen der „Außenminister“ des Vatikans.

Zu den Themen, die der Papst und seine Mitarbeiter mit dem belgischen Königspaar besprachen, gehörten der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft, Bildung und Erziehung von Jugendlichen, das Migrationsphänomen und die Notwendigkeit eines interkulturellen bzw. interreligiösen Dialogs. Auch Europa und die EU sollen ein Thema gewesen sein. Belgien beherbergt mit Brüssel sozusagen die administrative Hauptstadt von EU-ropa.
(rv 09.03.2015 no)

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10
März
2015

Kirche und Fachleute warnen vor dem Sadomaso-Kinofilm “Fifty Shades of Grey”

Kirche und Fachleute warnen vor dem Sadomaso-Kinofilm “Fifty Shades of Grey”
Veröffentlicht: 10. März 2015 | Autor: Felizitas Küble

Von Dr. med. Edith BreburdaDr. Breburda

Am 26. Februar 2015 wurde Mohammad Hossain, ein 19-jähriger Student aus Chicago, verhaftet, nachdem er in das Zimmer einer Studentin einbrach, sie fesselte, mit einem Gürtel schlug und vergewaltigte.
.
Das Mädchen wehrte sich. Der Student gab zu seiner Verteidigung an, er sei von dem Film Fifty Shades of Grey inspiriert worden und wollte die Szenen, die er dort gesehen hatte, nachspielen.
.
“In einer Zeit, wo wir fast schon eine Epidemie von Vergewaltigungen und sexuellen Missbräuchen registrieren und versuchen, diese Probleme zu lösen, preisen wir eine Filmgeschichte, in der es um Sex und Gewalt geht und die männliche Dominanz als eine verlockende und spannende Option dargestellt wird.
.
Die Hochschulen verharmlosen den sexuellen Missbrauch, der sich nur allzu häufig auf ihrem Campus abspielt, leider zu oft. Man redet sich heraus, alles sei möglich, solange es im gegenseitigen Einverständnis geschieht. Dadurch wird das sexuelle Klima auf dem Unigelände allerdings nicht verbessert”, schreibt der Psychiater Dr. Aaron Kheriaty in seinem neuen medizinischen Artikel Hooked Up and Tied Down: The Neurological Consequences of Sadomasochism.
Fifty Shades
.
Der Student, der die Szenen aus dem Film Fifty Shades of Grey nachspielte, war verwundert, dass ihn die Polizei nicht frei ließ, nachdem er doch die Gründe für sein Handeln genannt hatte. Viele glauben, dass der Film nun zu mehr sexueller Gewalt gegen Frauen führen wird.
.
Jonathon van Maren vom Kanadischen Zentrum für Bioethische Reformen ist der Meinung:
.
“Nicht jede Einwilligung ist dieselbe. Leute posaunen die dumme Idee heraus, dass wenn jemand sein Einverständnis gegeben hat, falle die Tat, um die es geht, nicht mehr unter die Rubrik des Missbrauchs.
.
Wenn also jemand die Erlaubnis gibt, dass der andere ihn schlägt, ohrfeigt, erniedrigt und noch alle anderen mögliche Dinge mit ihm tut, bedeutet das dann, die Handlung sei weniger anstößig, ekelhaft oder gewalttätig?
.
Jeder der mit Opfern von Gewalttaten arbeitet, weiß, es bleibt trotzdem eine Misshandlung, auch wenn jemand seine Erlaubnis gegeben hat. Frauen, die das Buch und den Film “Fifty Shades of Grey” verteidigen und behaupten, sie würden ihr Sexualleben bereichern, handeln egoistisch und unglaublich fahrlässig. Bsp-7
.
Der Gedanke, dass dieses Buch und der Film anderen Frauen in den verschiedensten Situationen, vor allem junge Mädchen, die leicht zu beeinflussen sind, schaden kann, kommt ihnen nicht”.
.
Die Tat von Mohammad Hossain bleibt ein Verbrechen, für das er bestraft werden muss, selbst wenn das Opfer zugestimmt hätte.
Wie entsteht der Trend zu Perversionen?

Müssen wir uns nicht fragen, was Teenager dazu veranlasst hat, zu denken, andere an ein Bett zu fesseln, sie zu schlagen, würde ihrem Sexualleben gut tun?
.
Die Antwort liegt in den Folgen der Erbsünde. Unsere Fähigkeiten sind nahezu unbegrenzt, immer neue Wege einzuschlagen, um bei der nächsten Gelegenheit in der Sünde zu verharren, auch wenn wir sie eigentlich verachten sollten. Es braucht uns nicht zu verwundern: Je mehr unsere Kultur von dem eigentlichen Sinn der Ehe Abschied nimmt, umso bizarrer wird sie in ihren Verhaltensweisen.
.
Am Ende steigern sich die gewaltsamen Verhaltensweisen. Sie werden zum Ersatz für eine permanente, engagierte Liebe, die untrennbar mit der Fortpflanzung verbunden ist. Die Möglichkeiten sind endlos. Deshalb muss man sich im klaren sein, dass ungezügelte Lust zurecht als Todsünde bezeichnet wird [1]. 0022
.
Der Psychiater Dr. Aaron Kheriaty von der Universität aus Irvine in Kalifornien ist davon überzeugt, Fifty Shades of Grey verändere unseren Geist und Körper.
Neuronale Veränderungen prägen das Sexualverhalten

Dr. Kheriaty fand in zwei Studien von 2013 heraus, dass Frauen, die das Fifty Shads-Buch gelesen haben, ihr Verhalten gegenüber missbräuchlichen Beziehungen ändern:
.
„Wir dürfen eine Filmromanze und Gewalt nicht miteinander vermischen. Die neuronalen Vernetzungen in unserem Gehirn, die sich auf unser Sexualverhalten beziehen, sind so geschaltet, dass sie unsere sexuellen Erfahrungen in subtiler Weise prägen. Bestimmten Gehirnregionen ordnen wir Aggression und Zorn zu. Ihre Ausprägung verstärkt sich, wenn wir in gewalttätige oder herrschsüchtige Verhaltensweisen engagiert sind.
.
Anderen, separaten Hirnarealen ordnen wir Angst und Furcht zu. Sie werden in ihrer Intensität durch furchteinlösende und erschreckende Erfahrungen erhöht.
.
Was passierte demzufolge in den Gehirnen der Hauptdarsteller des Films? Christian und Anastasia brachten ihre Liebe durch ein brutales Verhalten zum Ausdruck. Wenn wir Sex, Aggression und Furcht in einer Handlung miteinander vermischen, passt sich unser Geist und auch unser Körper diesem Verhalten an.
.
Das Gehirn verknüpft die Handlungen miteinander, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben und speichert sie in ihrem Gedächtnis ab. Es handelt sich um Lernprozesse, die wir der Plastizität unseres Gehirns zu verdanken haben.
.
Menschen, die mit sadomasochistischen sexuellen Praktiken experimentieren, sind zuerst verwirrt. Die erlebten Ereignisse bleiben jedoch dauerhaft im Gedächtnis und beeinflussen unser zukünftiges Verhalten, dass zudem mit einer starken emotionalen Beteiligung einhergeht.
.
Morphologische Umbauvorgänge im Gehirn, die aufgrund der Kombination von Reizen erfolgen, aktivieren unser Langzeitgedächtnis [2].“
Pornographie und Sadomaso schaden der Seele .

Kheriaty beruft sich bei seinen Erläuterungen auf das Hebb’sche Prinzip [3].
.
„Wenn die separaten Hirnareale sich vereinigen, werden wir Aggression ganz automatisch mit Sex verbinden. Zudem steigern Angst und Furcht unser sexuelles Interesse. Wenn diese Verhaltensweise auffällig wird, sehen wir die Leute oft in unserer Praxis. Sie beschweren sich, dass ihr sexuelles Verhalten an all die zuvor beschriebenen Dinge gekoppelt ist. Sie können nichts dagegen tun.
.
Filme und Bücher wie Fifty Shades, die fast allgemeine Präsenz von Pornographie in der breiten Masse der Gesellschaft zwingt vor allem junge Amerikaner, sich genau zu überlegen, was sie sich ansehen. Und sei es auch nur, um der Versuchung, mit dem Feuer zu spielen, auszuweichen.
.
Bevor wir uns durch unser Sexualverhalten bestimmen lassen wollen, müssen wir uns fragen, was wir unserem Gehirn und Körper antun wollen. Welche neuronalen Verschaltungen sollen uns prägen? Wollen wir Sex mit Liebe; Sex mit Vertrauen, Sex mit Verpflichtung, Sex und Selbstlosigkeit, Sex und Geborgenheit miteinander verbinden?
.
Oder wollen wir unser Neuronen derart manipulieren, dass sie Sex und Gewalt, Sex und Dominanz, Sex und Unterordnung, Sex und Kontrolle miteinander koppeln? Unser Gehirn wird durch unsere Entscheidungen geprägt. Automatisch macht es sich die wiederholenden Gewohnheiten zunutze. Die initiierende Handlung, welchen Weg wir gehen wollen, hängt von uns ab [4].“
.
Auch ein Exorzist warnt vor dem Film Fifty Shades of Grey. Pater Patrick und sein Team bezeichnen es als das Grey-Phänomen, vor dem die Kirchenoberhäupter der USA warnen. Sie sind nicht alleine. Selbsthilfegruppen gegen häusliche Gewalt und selbst Filmkritiker verurteilen aufs schärfste die sexuelle Gewalt, die sich hier zeigt.
media-FZMqzvujo1V-2
.
In den ersten drei Tagen, die der Film in den Kinos der USA zu sehen war, brachte er bereits 81,7 Millionen US-Dollars ein.
.
Pater Patrick, wie ihn die Autorin Patti Armstrong, nennt, ist nicht sein richtiger Name. Patti will seine Identität schützen, so wie das bei Exorzisten üblich ist. Der Priester war sechs Jahre lang unter der Obhut eines kompetenten Exorzisten tätig. Heute hat er seine eigene Pfarrei. Seit fünf Jahren ist er nebenbei als Exorzist einer US-Diözese tätig.
“Der Film pervertiert die Schöpfung Gottes”

Patti hat den Priester am Telefon interviewt. Der Geistliche erläuterte:
.
„Wenn wir uns einen Film wie diesen anschauen, nehmen wir die Handlungen in uns auf. Dies verbiegt unsere Sinne und wird sich in unseren Beziehungen widerspiegeln. Man sagt zwar, ein Film ist dazu da, um uns zu entspannen, deshalb genießen sie es, ins Kino zu gehen. Kann man wirklich einen Film als Rekreation anschauen, der sich über Gottes Kreation lustig macht bzw. sie entheiligt?
.
Es ist fast eine Ironie, dass der Hauptdarsteller den Namen Christian Grey trägt. So wie er dürfte nie ein Christ handeln. Es geht hier um alles oder nichts. Eine Grauzone, in der wir nicht zwischen Richtig und Falsch entscheiden können, spottet eines jeden Gläubigen.
.
So wie es sich bei der Sexualität in der Ehe um einen heiligen Akt, ein Geschenk Gottes handelt, wird in dem Film die Tugend der Keuschheit und Gottes Schöpfung pervertiert. (…) Wir verlieren unser geistiges Gespür. Das Gleiche passiert auch, wenn wir uns Vampir-Filme ansehen. Warum lieben wir sie? Welche Geister laden wir in unser Leben ein? Blutsaugen ist konträr zu dem, was uns heilig ist. Wir begeben uns in eine dunkle Welt, wo jemand unwiderruflich tot ist. Leute lassen diese Dunkelheit in ihr Leben.(…)
.
Leute verfallen oft dem Sex-Kult aus Neugierde. Wir degradieren die Würde unserer Mitmenschen, wenn wir uns da einlassen. Am Ende rechtfertigen wir unsere Sünde und dann fehlt uns die Unterscheidungskraft”, erklärt Pater Patrick [5].
.
Quellenangaben:
[1] Jansen J. Teenager arrested for „Fifty Shades“ inspired rape: How did we get there? LifeSiteNews, 26. Feb. 2015
[2] Reichenbach A.: Neurophysiologische Grundlagen des Lernens. Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Leipzig, 17. April 2007
[3] Hebb D. H.: The Organization of Behavior. Psychology Press, 1949, 1. May 2002
[4] Desmond J.: Psychiatrist: How Fifty Shades of Grey changes your mind and body. National Catholic Register, 18. Feb. 2015
[5] Armstrong P.M.: An Exorcist warns of the Dangers of “Fifty Shades of Grey”. Aleteia, 20. Feb. 2015
.
Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
.
INFOs über ihr jüngstes bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/201...hischen-themen/
.
Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/
.
Fotos: E. Breburda (1), Universal-Pictures (2), Dr. Bernd F. Pelz (3), Felizitas Küble (4)

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10
März
2015

Kirche und Fachleute warnen vor dem Sadomaso-Kinofilm “Fifty Shades of Grey”

Kirche und Fachleute warnen vor dem Sadomaso-Kinofilm “Fifty Shades of Grey”
Veröffentlicht: 10. März 2015 | Autor: Felizitas Küble
https://charismatismus.wordpress.com/201...shades-of-grey/

Von Dr. med. Edith BreburdaDr. Breburda

Am 26. Februar 2015 wurde Mohammad Hossain, ein 19-jähriger Student aus Chicago, verhaftet, nachdem er in das Zimmer einer Studentin einbrach, sie fesselte, mit einem Gürtel schlug und vergewaltigte.


.
Das Mädchen wehrte sich. Der Student gab zu seiner Verteidigung an, er sei von dem Film Fifty Shades of Grey inspiriert worden und wollte die Szenen, die er dort gesehen hatte, nachspielen.
.
“In einer Zeit, wo wir fast schon eine Epidemie von Vergewaltigungen und sexuellen Missbräuchen registrieren und versuchen, diese Probleme zu lösen, preisen wir eine Filmgeschichte, in der es um Sex und Gewalt geht und die männliche Dominanz als eine verlockende und spannende Option dargestellt wird.
.
Die Hochschulen verharmlosen den sexuellen Missbrauch, der sich nur allzu häufig auf ihrem Campus abspielt, leider zu oft. Man redet sich heraus, alles sei möglich, solange es im gegenseitigen Einverständnis geschieht. Dadurch wird das sexuelle Klima auf dem Unigelände allerdings nicht verbessert”, schreibt der Psychiater Dr. Aaron Kheriaty in seinem neuen medizinischen Artikel Hooked Up and Tied Down: The Neurological Consequences of Sadomasochism.
Fifty Shades


.
Der Student, der die Szenen aus dem Film Fifty Shades of Grey nachspielte, war verwundert, dass ihn die Polizei nicht frei ließ, nachdem er doch die Gründe für sein Handeln genannt hatte. Viele glauben, dass der Film nun zu mehr sexueller Gewalt gegen Frauen führen wird.
.
Jonathon van Maren vom Kanadischen Zentrum für Bioethische Reformen ist der Meinung:
.
“Nicht jede Einwilligung ist dieselbe. Leute posaunen die dumme Idee heraus, dass wenn jemand sein Einverständnis gegeben hat, falle die Tat, um die es geht, nicht mehr unter die Rubrik des Missbrauchs.
.
Wenn also jemand die Erlaubnis gibt, dass der andere ihn schlägt, ohrfeigt, erniedrigt und noch alle anderen mögliche Dinge mit ihm tut, bedeutet das dann, die Handlung sei weniger anstößig, ekelhaft oder gewalttätig?
.
Jeder der mit Opfern von Gewalttaten arbeitet, weiß, es bleibt trotzdem eine Misshandlung, auch wenn jemand seine Erlaubnis gegeben hat. Frauen, die das Buch und den Film “Fifty Shades of Grey” verteidigen und behaupten, sie würden ihr Sexualleben bereichern, handeln egoistisch und unglaublich fahrlässig. Bsp-7


.
Der Gedanke, dass dieses Buch und der Film anderen Frauen in den verschiedensten Situationen, vor allem junge Mädchen, die leicht zu beeinflussen sind, schaden kann, kommt ihnen nicht”.
.
Die Tat von Mohammad Hossain bleibt ein Verbrechen, für das er bestraft werden muss, selbst wenn das Opfer zugestimmt hätte.
Wie entsteht der Trend zu Perversionen?

Müssen wir uns nicht fragen, was Teenager dazu veranlasst hat, zu denken, andere an ein Bett zu fesseln, sie zu schlagen, würde ihrem Sexualleben gut tun?
.
Die Antwort liegt in den Folgen der Erbsünde. Unsere Fähigkeiten sind nahezu unbegrenzt, immer neue Wege einzuschlagen, um bei der nächsten Gelegenheit in der Sünde zu verharren, auch wenn wir sie eigentlich verachten sollten. Es braucht uns nicht zu verwundern: Je mehr unsere Kultur von dem eigentlichen Sinn der Ehe Abschied nimmt, umso bizarrer wird sie in ihren Verhaltensweisen.
.
Am Ende steigern sich die gewaltsamen Verhaltensweisen. Sie werden zum Ersatz für eine permanente, engagierte Liebe, die untrennbar mit der Fortpflanzung verbunden ist. Die Möglichkeiten sind endlos. Deshalb muss man sich im klaren sein, dass ungezügelte Lust zurecht als Todsünde bezeichnet wird [1]. 0022


.
Der Psychiater Dr. Aaron Kheriaty von der Universität aus Irvine in Kalifornien ist davon überzeugt, Fifty Shades of Grey verändere unseren Geist und Körper.
Neuronale Veränderungen prägen das Sexualverhalten

Dr. Kheriaty fand in zwei Studien von 2013 heraus, dass Frauen, die das Fifty Shads-Buch gelesen haben, ihr Verhalten gegenüber missbräuchlichen Beziehungen ändern:
.
„Wir dürfen eine Filmromanze und Gewalt nicht miteinander vermischen. Die neuronalen Vernetzungen in unserem Gehirn, die sich auf unser Sexualverhalten beziehen, sind so geschaltet, dass sie unsere sexuellen Erfahrungen in subtiler Weise prägen. Bestimmten Gehirnregionen ordnen wir Aggression und Zorn zu. Ihre Ausprägung verstärkt sich, wenn wir in gewalttätige oder herrschsüchtige Verhaltensweisen engagiert sind.
.
Anderen, separaten Hirnarealen ordnen wir Angst und Furcht zu. Sie werden in ihrer Intensität durch furchteinlösende und erschreckende Erfahrungen erhöht.
.
Was passierte demzufolge in den Gehirnen der Hauptdarsteller des Films? Christian und Anastasia brachten ihre Liebe durch ein brutales Verhalten zum Ausdruck. Wenn wir Sex, Aggression und Furcht in einer Handlung miteinander vermischen, passt sich unser Geist und auch unser Körper diesem Verhalten an.
.
Das Gehirn verknüpft die Handlungen miteinander, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben und speichert sie in ihrem Gedächtnis ab. Es handelt sich um Lernprozesse, die wir der Plastizität unseres Gehirns zu verdanken haben.
.
Menschen, die mit sadomasochistischen sexuellen Praktiken experimentieren, sind zuerst verwirrt. Die erlebten Ereignisse bleiben jedoch dauerhaft im Gedächtnis und beeinflussen unser zukünftiges Verhalten, dass zudem mit einer starken emotionalen Beteiligung einhergeht.
.
Morphologische Umbauvorgänge im Gehirn, die aufgrund der Kombination von Reizen erfolgen, aktivieren unser Langzeitgedächtnis [2].“
Pornographie und Sadomaso schaden der Seele .

Kheriaty beruft sich bei seinen Erläuterungen auf das Hebb’sche Prinzip [3].
.
„Wenn die separaten Hirnareale sich vereinigen, werden wir Aggression ganz automatisch mit Sex verbinden. Zudem steigern Angst und Furcht unser sexuelles Interesse. Wenn diese Verhaltensweise auffällig wird, sehen wir die Leute oft in unserer Praxis. Sie beschweren sich, dass ihr sexuelles Verhalten an all die zuvor beschriebenen Dinge gekoppelt ist. Sie können nichts dagegen tun.
.
Filme und Bücher wie Fifty Shades, die fast allgemeine Präsenz von Pornographie in der breiten Masse der Gesellschaft zwingt vor allem junge Amerikaner, sich genau zu überlegen, was sie sich ansehen. Und sei es auch nur, um der Versuchung, mit dem Feuer zu spielen, auszuweichen.
.
Bevor wir uns durch unser Sexualverhalten bestimmen lassen wollen, müssen wir uns fragen, was wir unserem Gehirn und Körper antun wollen. Welche neuronalen Verschaltungen sollen uns prägen? Wollen wir Sex mit Liebe; Sex mit Vertrauen, Sex mit Verpflichtung, Sex und Selbstlosigkeit, Sex und Geborgenheit miteinander verbinden?
.
Oder wollen wir unser Neuronen derart manipulieren, dass sie Sex und Gewalt, Sex und Dominanz, Sex und Unterordnung, Sex und Kontrolle miteinander koppeln? Unser Gehirn wird durch unsere Entscheidungen geprägt. Automatisch macht es sich die wiederholenden Gewohnheiten zunutze. Die initiierende Handlung, welchen Weg wir gehen wollen, hängt von uns ab [4].“


.
Auch ein Exorzist warnt vor dem Film Fifty Shades of Grey. Pater Patrick und sein Team bezeichnen es als das Grey-Phänomen, vor dem die Kirchenoberhäupter der USA warnen. Sie sind nicht alleine. Selbsthilfegruppen gegen häusliche Gewalt und selbst Filmkritiker verurteilen aufs schärfste die sexuelle Gewalt, die sich hier zeigt.
media-FZMqzvujo1V-2

In den ersten drei Tagen, die der Film in den Kinos der USA zu sehen war, brachte er bereits 81,7 Millionen US-Dollars ein.

Pater Patrick, wie ihn die Autorin Patti Armstrong, nennt, ist nicht sein richtiger Name. Patti will seine Identität schützen, so wie das bei Exorzisten üblich ist. Der Priester war sechs Jahre lang unter der Obhut eines kompetenten Exorzisten tätig. Heute hat er seine eigene Pfarrei. Seit fünf Jahren ist er nebenbei als Exorzist einer US-Diözese tätig.
“Der Film pervertiert die Schöpfung Gottes”

Patti hat den Priester am Telefon interviewt. Der Geistliche erläuterte:
.
„Wenn wir uns einen Film wie diesen anschauen, nehmen wir die Handlungen in uns auf. Dies verbiegt unsere Sinne und wird sich in unseren Beziehungen widerspiegeln. Man sagt zwar, ein Film ist dazu da, um uns zu entspannen, deshalb genießen sie es, ins Kino zu gehen. Kann man wirklich einen Film als Rekreation anschauen, der sich über Gottes Kreation lustig macht bzw. sie entheiligt?
.
Es ist fast eine Ironie, dass der Hauptdarsteller den Namen Christian Grey trägt. So wie er dürfte nie ein Christ handeln. Es geht hier um alles oder nichts. Eine Grauzone, in der wir nicht zwischen Richtig und Falsch entscheiden können, spottet eines jeden Gläubigen.
.
So wie es sich bei der Sexualität in der Ehe um einen heiligen Akt, ein Geschenk Gottes handelt, wird in dem Film die Tugend der Keuschheit und Gottes Schöpfung pervertiert. (…) Wir verlieren unser geistiges Gespür. Das Gleiche passiert auch, wenn wir uns Vampir-Filme ansehen. Warum lieben wir sie? Welche Geister laden wir in unser Leben ein? Blutsaugen ist konträr zu dem, was uns heilig ist. Wir begeben uns in eine dunkle Welt, wo jemand unwiderruflich tot ist. Leute lassen diese Dunkelheit in ihr Leben.(…)
.
Leute verfallen oft dem Sex-Kult aus Neugierde. Wir degradieren die Würde unserer Mitmenschen, wenn wir uns da einlassen. Am Ende rechtfertigen wir unsere Sünde und dann fehlt uns die Unterscheidungskraft”, erklärt Pater Patrick [5].
.
Quellenangaben:
[1] Jansen J. Teenager arrested for „Fifty Shades“ inspired rape: How did we get there? LifeSiteNews, 26. Feb. 2015
[2] Reichenbach A.: Neurophysiologische Grundlagen des Lernens. Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Leipzig, 17. April 2007
[3] Hebb D. H.: The Organization of Behavior. Psychology Press, 1949, 1. May 2002
[4] Desmond J.: Psychiatrist: How Fifty Shades of Grey changes your mind and body. National Catholic Register, 18. Feb. 2015
[5] Armstrong P.M.: An Exorcist warns of the Dangers of “Fifty Shades of Grey”. Aleteia, 20. Feb. 2015
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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INFOs über ihr jüngstes bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/201...hischen-themen/
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Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/
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Fotos: E. Breburda (1), Universal-Pictures (2), Dr. Bernd F. Pelz (3), Felizitas Küble (4)

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10
März
2015

EVANGELIUM TAG FÜR TAG

EVANGELIUM TAG FÜR TAG

«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68


Dienstag, 10 März 2015
Dienstag der 3. Fastenwoche


Heute auch : Hl. Ämilian (Emil), Hl. Gustav, Hl. John Ogilvie

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Faustina Kowalska : „Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?"

Die Texte des Tages als Audio

Evangelium nach Matthäus 18,21-35.
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal?
Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!
Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.



Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Faustina Kowalska (1905-1938), Ordensschwester
Tagebuch, §1570

„Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?"

O Gott der großen Barmherzigkeit, Du unendliche Güte! Heute ruft die ganze Menschheit aus dem Abgrund ihres Elends zu Dir, zu Deinem Erbarmen. O Gott, sie ruft mit der gewaltigen Stimme ihrer Not. Guter Gott, verschmähe nicht das Gebet der Verbannten dieser Erde. O Herr, unbegreifliche Güte, Du kennst unser Elend ganz und gar und weißt, dass wir nicht imstande sind, uns aus eigener Kraft zu Dir zu erheben. Deshalb bitten wir Dich, komme uns mit Deiner Gnade zuvor und vervielfache stets Deine Barmherzigkeit in uns, damit wir Deinen heiligen Willen treu erfüllen, im ganzen Leben und in der Stunde des Todes. Möge uns die Allmacht Deiner Barmherzigkeit vor Angriffen der Feinde unserer Erlösung beschirmen, damit wir vertrauensvoll, wie Deine Kinder, auf Dein endgültiges Kommen warten. Dieser Tag ist allein Dir bekannt, doch wir erwarten, dass wir alles erhalten werden, was uns Jesus versprochen hat – und das trotz unseres ganzen Elends; denn Jesus ist unser Vertrauen; wir schreiten durch Sein barmherziges Herz wie durch ein geöffnetes Tor in den Himmel.

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09
März
2015

Sie kamen nach Deutschland um Hilfe zu bekommen

Sie kamen nach Deutschland um Hilfe zu bekommen
Flüchtlingsfamilie bangt um das Leben zweier Söhne



München - Familie K. aus dem Kosovo hoffte in München auf medizinische Hilfe – und muss nun um das Leben zweier Söhne bangen. Ihr unfassbares Schicksal:

Autoreifen qietschen. Ein dumpfer Aufprall, Schreie überall. Die Sekunden, in denen der siebenjährige Erdi vom Auto erfasst wird, verfolgen Vater Milaim K. (34) jede Nacht bis in den Schlaf. Milaim durchlebt die schlimmste Zeit seines Lebens: Nach dem dramatischen Unfall des mittleren Sohnes in Riem liegt nun auch der jüngste Sohn in der Kinderklinik. Er kämpft ein paar Meter vom großen Bruder entfernt mit einer gefährlichen Lungenentzündung.

„Die Angst um meine Jungs bringt mich fast um“, erzählte der Vater der tz. Die Familie war mit ihren drei Söhnen im Januar von ihrer Heimat Pristina nach München gekommen. „Mein Jüngster hat Epilepsie. Da die Versorgung und das Gesundheitssystem im Kosovo so schlecht sind, sind wir nach Deutschland gekommen“, sagt Milaim K.
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Der siebenjährige Erdi hatte einen schweren Autounfall, als er beim Spielen einem Ball auf die Straße nachrannte. Erdi überlebte nur dank einer Notoperation.
© fkn

Die Familie verkauft ihr Haus und leiht sich zusätzlich 2000 Euro für die Reise. „Allein an der ungarischen Grenze sind wir sieben Stunden durch den Wald gelaufen“, sagt Milaim K. In Ungarn habe man ihnen das ganze Geld abgenommen. In München beantragt die Familie Asyl, wohnt in Asyl-Containern in der Messestadt Ost. Milaim und die Buben sind dennoch glücklich, denn endlich soll Erton (4) gut versorgt werden. Die medizinische Behandlung wird bei Asylbewerbern von Ländern und Kommunen übernommen. Auch das ist ein Grund für viele, in Deutschland Asyl zu beantragen, Zwar steht ihnen bisher nur eine notfallartige Minimalversorgung zu, aber die ist oft schon besser als das, was in der Heimat zu bekommen ist. Erton mit seiner Epilepsie ist ein Notfall. Und tragischerweise nun auch Erdi.

Am 25. Februar passiert es: Milaim ist mit seinen beiden größeren Söhnen beim Fußballspielen an der Willy-Brandt-Allee in Riem. Als der Ball wegspringt und auf die vierspurige Straße fliegt, rennt der siebenjährige Erdi instinktiv hinterher. Ein BMW erfasst den Buben und schleudert ihn durch die Luft. Der Vater: „Ich habe gerade nicht aufs Spielfeld gesehen – und nur die Geräusche gehört. Als ich mich umdrehte, hat sich Erdi gerade mehrmals auf der Straße überschlagen. Ich habe nur geschrien. Ich dachte, er stirbt.“

Erdis großer Bruder Eris (8), der alles mitansehen muss, umklammert den Jüngeren und will ihn auch nicht loslassen, als die Rettungskräfte Erdi in einen Helikopter heben. Aber Erdi hat einen Schutzengel: Er überlebt nach einer Not-Operation. „Mein Sohn hat mehrere Brüche am Kopf, seine Zähne haben sich in den Kopf gerammt, Leber und Hüfte sind geprellt“, sagt der Vater. „Wegen der Schmerzen und damit die Schwellung abklingt, haben ihn die Ärzte in einen Tiefschlaf versetzt.“ Welche Schäden bleiben, ist noch unklar. Wie es das Schicksal so will, brütet der kleine Erton, der ohnehin schon an Epilepsie leidet, derweil eine schlimme Grippe aus. In der Kinderklinik des Bruders erkennen die Ärzte sofort: Auch Erton muss hierbleiben. Er hat eine Lungentzündung! Seit einer Woche liegt Erton schon im Krankenhaus. Vater Milaim sagt: „Sein Herz ist sehr schwach.“ Auch wenn beide Kinder wieder gesund werden sollten, liegt ein steiniger Weg vor der Familie. „Als Kosovo-Albaner haben wir kaum Chancen auf Asyl. Aber wir haben da unten nichts mehr. Wie sollen wir dort mit einem chronisch kranken Kind und einem Sohn, der lange unter dem Unfall leiden wird, überleben?“ Der große Sohn Eris (8), der nicht nur den tragischen Unfall hautnah miterleben musste, hat gefragt: „Warum ist alles so schlimm geworden, Papa? Du hast doch gesagt, dass alles gut wird, wenn wir in Deutschland sind.“ Der Vater weiß darauf keine Antwort.
http://www.merkur-online.de/lokales/muen...ie-4801859.html




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09
März
2015

Völkermord an den Armeniern Mit unveröffentlichten Dokumenten aus dem Geheimarchiv des Vatikans über das größte Verbrechen des Ersten Weltkriegs


http://www.herbig.net/gesamtverzeichnis/...n/Hesemann.html

Völkermord an den Armeniern
Mit unveröffentlichten Dokumenten aus dem Geheimarchiv des Vatikans über das größte Verbrechen des Ersten Weltkriegs
1. Auflage 2015, 352 Seiten, mit 33 s/w-Fotos
ISBN: 978-3-7766-2755-8
25,00 EUR* D / 25,70 EUR* A / 31,50 CHF* (UVP)


Leseprobe

Der geleugnete Genozid

Mit einer Razzia begann der unfassbare Leidensweg der wohl ältesten christlichen Nation am 24. April 1915. Nach Einschätzung moderner Historiker fielen dem „Armenozid” rund 1,5 Millionen Menschen zum Opfer. Unter dem Vorwand einer angeblichen Verschwörung der Armenier gegen das Osmanische Reich setzte das Regime der „Jungtürken” mit ungeheurer Grausamkeit seine „Vision” eines rein muslimischen Staates in die Tat um. Die türkische Regierung leugnet diesen Genozid bis zum heutigen Tag, spricht allenfalls von einem „bedauerlichen Massaker”. Doch die Dokumentation der Ereignisse, erstmals unter Verwendung bislang unveröffentlichter Quellen aus dem Geheimarchiv des Vatikans, belegt auf erschütternde Weise dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das umfassende Werk mit exklusiven Erkenntnissen aus dem Vatikanarchiv
Klappentext
Es war wie eine Szene aus Dantes Inferno, was sich da den Augen der deutschen Missionsschwestern auf ihrem Weg von Konstantinopel in ein Lazarett in Mossul bot: Zu Tausenden türmten sich in den Schluchten des Taurus- und Amanus-Gebirges die sterblichen Überreste armenischer Christen. Männer, Frauen ... mehr

*****
http://www.merkur-online.de/lokales/muen...en-4771696.html




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09
März
2015

Brief irakischer Flüchtlinge an Papst Franziskus übergeben "Wir wissen, dass unser Glaube heute viel stärker ist als zuvor"

Brief irakischer Flüchtlinge an Papst Franziskus übergeben
"Wir wissen, dass unser Glaube heute viel stärker ist als zuvor"

Vatikanstadt, 6. März 2015 (ZENIT.org) Redaktion | 267 klicks

Papst Franziskus ist am gestrigen Donnerstag ein Schreiben irakischer Christen übergeben worden, die der Gewalt und Verfolgung durch den IS (Islamischen Staat) entkommen sind. ZENIT liegt der Wortlaut des bewegenden Briefes vor, da der Überbringer, Pfarrer Rifat Badr, Leiter des Katholischen Zentrums für Medien und Studien des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, diesen zugänglich gemacht hat. Der jordanische Geistliche hat eine eigene Internetpräsenz unter: www.abouna.org.

* * *

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes - AMEN

Seiner Heiligkeit Papst Franziskus - Heiliger Stuhl (Vatikan)

Gütiger Vater,

wir irakische Christen, die sich nun in Jordanien aufhalten, waren gezwungen, aus unserem Land wegen der Macht des Teufels, der Finsternis und der Sklaverei auszuwandern, trotz der Tatsache, dass wir nichts Böses getan haben, was eine Vertreibung rechtfertigen würde. Unser einziger Fehler war, den Namen unseres Herrn Jesus, unseres Erlösers und unsere guten Werke der Liebe und des Friedens für alle Geschöpfe zu bestätigen.

Und als sie uns vor die Wahl stellten, nicht länger Christen zu sein oder getötet zu werden, mussten wir aus unserem Land fliehen, mit unserem Christus, mit unserem Glauben und mit unseren Prinzipien.

Wir entschieden uns, weit weg zu gehen von unserer Heimat und dem Land, das wir lieben, und lieber Fremde in einem fremden Land zu werden, mit all dem Schmerz und dem damit verbundenen Leiden, anstatt Teil des Bösen und der unmenschlichen Gewalt gegen Unschuldige zu werden.

Wir haben uns für die Flucht entschieden und hinterließen alles, was uns lieb und teuer war, Wohnungen, Grundstücke, Immobilien, um ein Teil der heiligen Herde Christi zu werden, um mit Überzeugung und Freude die Stationen des Kreuzwegs mit dem Gekreuzigten Christus zu gehen, um unter seinen Schafen würdig zu sein, Angehörige seiner heiligen Herde.

Oh Vater, Sie müssen wissen, dass unser Glaube heute viel stärker ist als zuvor. Wir fürchten uns vor nichts, denn wir sind überzeugt davon, dass Gott mit uns ist, sowie die Jungfrau Maria, Mutter des Erlösers, unsere Gebete und Wünsche hört und die Probleme löst, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Dies ist in der Tat das, was wir täglich fühlen und leben. Wir danken stets dem Herrn, damit wir mit ihm wieder vereint sein können.

Oh guter Vater, einfach und bescheiden, wir bitten Sie, für uns und unser verwundetes Volk in der arabischen Welt zu beten und zu handeln, für die Vergebung unserer Sünden, damit der Friede Christi herrschen kann. Aber wir wollen zunächst für alle beten, die Ursache dieses Übels und dieser bösen Taten sind. Wir wollen für alle beten, die das Blut vieler Unschuldiger vergossen haben und den Gesetzen des Bösen und der Finsternis folgen. Oh Heiliger Vater, wir bitten Sie um Ihr Gebet für sie, damit sie vor ihrem Schöpfer Buße tun können, so dass sie Werkzeuge des Friedens und der Liebe werden können und nicht länger Instrumente in der Hand des Bösen sind, und sie so wahrhafte Kinder Gottes werden können.

Wir beten zu unserem liebenden Jesus, oh Heiliger Vater, dass er Ihnen gute Gesundheit, guten Willen und Erleuchtung gebe, so dass Sie fortführen können, was Ihre Vorgänger begonnen haben, von Sankt Peter und Paul angefangen bis zum Jahrhundertheiligen, Sankt Johannes Paul II., und die übrigen Jünger.

Schließlich, im Namen Christi möchten wir Ihnen dafür danken, dass Sie sich Zeit genommen haben, unseren bescheidenen Brief zu lesen.

Wir bitten den Herrn, Ihnen Kraft und Mut zu geben, um in der Lage zu sein, sich immer in den Dienst der Armen auf ganzen Welt zu stellen. Möge der Herr immer an Ihrer Seite sein, wohin Sie auch gehen. Wir danken der katholischen Kirche vor Ort und Caritas Jordanien für all das Gute, war sie für uns getan haben, nach unserer Flucht.

Die Bruderschaft von Jesus – Irakische Familien in der Gemeinde Naour / Amman – Jordanien

Jamil Elias Ayoub
Amer Elias Ayoub
Daoud Shabo Daoud
Fares Nafe "Yacoub
Dia Abalhad Moussa
Selwan Adeeb Yacoub

[Übersetzung: Michaela Koller]
( 6. März 2015) © Innovative Media Inc.

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09
März
2015

Familiensynode: Österreichs Bischöfe warnen vor übereilten Lösungen

Familiensynode: Österreichs Bischöfe warnen vor übereilten Lösungen

Hauptthema der Bischofskonferenz war bevorstehende Synode vom 4. bis 25. Oktober im Vatikan

Uhldingen, 6. März 2015 (KAP) Redaktion |

Im Blick auf die bevorstehende Familiensynode im Vatikan ist es den österreichischen Bischöfen "wichtig, dass nicht bereits im Vorfeld fertige Lösungen präsentiert werden". Die in zwei Bischofsversammlungen abgehaltene Synode - eine fand im vergangenen Oktober statt, die ordentliche Generalversammlung folgt vom 4. bis 25. Oktober - sei "als ein geistlicher Prozess zu verstehen", heißt es in einer Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz im Anschluss an ihre Frühjahrsvollversammlung am Bodensee. Nach der ersten Phase des Hinschauens auf die Beziehungsrealitäten der Menschen gehe es jetzt "um eine Klärung und Unterscheidung der Geister".

Als Ziel habe Papst Franziskus festgehalten, dass für die Familien "konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden" sind. Die Bischöfe begrüßen ausdrücklich die vom Papst gewollte "offene Diskussion". So wie Jesus die Schritte der Menschen in Richtung Gottesreich "mit Wahrheit, Geduld und Barmherzigkeit begleitet" habe, sei auch heute angesichts unterschiedlicher Lebenssituationen eine "Haltung der liebevollen und wertschätzenden Begleitung von Menschen auf ihrem Weg zu einem christlichen Familienleben" einzunehmen. Die "göttliche Pädagogik" kenne "verschiedene Grade" und einen "dynamischen Prozess von Stufe zu Stufe", zitieren die Bischöfe aus den "Lineamenta", dem Ergebnispapier der letztjährigen Synodenversammlung.

In diesem Text sind auch 46 Fragen enthalten, die - wie schon die Vatikan-Befragung im Vorfeld der ersten Synode - "erneut breit innerhalb der Kirche behandelt werden sollen". Diese Fragen will die Bischofskonferenz wieder auf diözesaner Ebene bearbeitet und zusammengefasst wissen. Die Diözesanberichte ergehen in der Folge an den Feldkircher Bischof Benno Elbs, der als offizieller Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz an der Familiensynode in Rom teilnehmen wird. Er wird bis zum 15. April eine zusammenfassende Antwort aus Österreich zum Fragenkatalog an das römische Synodensekretariat übermitteln, kündigen die Bischöfe in ihrer Erklärung über das "Hauptthema" ihrer Zusammenkunft an.

Der wertschätzende seelsorgliche Zugang sei "getragen von einem Wissen um die tiefe Sehnsucht der Menschen nach Beziehung, Angenommensein, Verlässlichkeit, Wachsenkönnen und Gemeinschaft", so die Bischöfe weiter. All das sei in der Familie erlebbar - als eine lebenslange Beziehung in Liebe und Treue sei sie "für die Menschen gleichsam ein Fixstern, der Orientierung für die vielen unterschiedlichen Wege zu einem geglückten Leben gibt".

(Quelle: Webseite der Österreichischen Bischofskonferenz & Kathpress, 06.03.15)

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09
März
2015

München: Domspatz-Soirée mit Kardinal Paul Josef Cordes

München: Domspatz-Soirée mit Kardinal Paul Josef Cordes

Der dienstälteste deutsche Kurienkardinal war bis zu seiner Emeritierung Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum

München, 9. März 2015 (ZENIT.org) Redaktion |

Der dienstälteste deutsche Kurienkardinal, Paul Josef Cordes, ist am Freitag, 13. März, Gesprächsgast einer „Domspatz-Soirée“ in München. Der aus dem Sauerland stammende Kardinal war bis zu seiner Emeritierung Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum, einer Art Dachverband aller Caritas-Verbände weltweit. Er inspirierte den Papst zum ersten Weltjugendtag. Kardinal Cordes gilt als einflussreicher Unterstützer neuer geistlicher Gemeinschaften in der katholischen Kirche, als Wegbereiter kirchlicher Erneuerung und unbequemer Mahner für Kirche und Gesellschaft in Deutschland.

Die Veranstaltung im Kirchenzentrum St. Philipp Neri in München-Neuperlach, Kafkastraße 17, beginnt um 19:30 Uhr. Empfang und Büchertisch sind ab 18:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt zehn Euro. Das Kirchenzentrum erreicht man vom Hauptbahnhof aus mit der U5, Richtung Neuperlach Süd, bis Haltestelle Neuperlach Zentrum, von dort mit Buslinie 55 oder 197 bis Sudermanallee, oder zu Fuß in zehn Minuten. Wegen der zu erwartenden Teilnehmerzahl empfiehlt der Veranstalter frühzeitige Platzreservierung unter Telefon: 0 83 85 / 9 24 83 37 oder: buero@raggs-domspatz.de. Nähere Informationen gibt es unter: www.raggs-domspatz.de.
http://www.raggs-domspatz.de/

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09
März
2015

Soll man die heilige Kommunion stehend oder auf den Knien empfangen?

Soll man die heilige Kommunion stehend oder auf den Knien empfangen?

Antwort von P. Ivan Fuček SJ, Professor im Ruhestand an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom

Rom, 9. März 2015 (ZENIT.org) P. Ivan Fuček SJ

In der Herz Jesu Basilika kommunizieren in der Regel zuerst diejenigen, die in der Prozession kommen und stehend kommunizieren. Danach kommunizieren die (meistens nur wenige Menschen), die die heilige Kommunion auf den Knien empfangen.

Ich muss sagen, dass mich das manchmal stört, denn ich habe den Eindruck, dass die meisten von ihnen nur eine „Parade“ machen. Manche von ihnen machen dann noch eine Kniebeuge, was nicht ganz passt.

Es passiert auch, dass manche als erste in der Prozession gehen, um auf den Knien auf den Priester zu warten. Einmal sagte ich zu zwei Damen, sie sollten aufstehen und an der Kommunionbank knien, wo sie die Kommunion später erhielten. Eine von ihnen hörte auf mich und ging, und die andere sagte, sie würde dann stehend kommunizieren. Solche Menschen bringen nur Unordnung, und manchmal wünschte ich in mir, es würden alle stehend kommunizieren.

Ich hätte nichts dagegen, wenn wir alle so wie früher auf den Knien die Kommunion erhielten. Nun besteht aber bei uns in der Basilika diese Praxis, und ich denke es ist deswegen, weil unsere Bischöfe gesagt haben, dass die Gläubigen stehend kommunizieren können, aber auch kniend, wenn man es wünscht.

N. N.

*

Hier handelt es sich nicht um eine Frage, sondern mehr um eine Information, wie in der Herz-Jesu-Basilika in Zagreb kommuniziert wird. Aber in den letzten Wochen wird indirekt weltweit darüber diskutiert, nach der Veröffentlichung des Dokumentes des Rates für die Liturgie der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten von Amerika (Juni 2002). Man muss sofort bemerken, dass es sich um die Stimme des Liturgierates handelt, und dieser hat nicht dieselbe Autorität, wie die Bischofskonferenz selbst sie hat, was viele nicht unterscheiden.

Um der Klarheit willen, stellen wir drei Fragen. 1. Welche Körperhaltung verlangt die katholische Kirche von den Gläubigen beim Empfang der heiligen Kommunion? 2. Was dürfen und können die Bischofskonferenzen einzelner Länder bestimmen? 3. Was darf ein Pfarrer von seinen Christen verlangen?

Die erste Frage bezieht sich ganz allgemein auf die Weltkirche. Wie wir wissen, empfingen bis zur Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Gläubigen die heilige Kommunion kniend an der Kommunionbank: Alle knieten, außer die wenigen, die nicht knien konnten. Mit der Reform wurde die Kniehaltung aufgehoben und die Kommunionbank in manchen Kirchen entfernt, und die Gläubigen kommen in der Reihe nacheinander vor den Spender der Kommunion (Priester, Diakon, Laie). Einige (wenige) Christen kommunizieren noch immer kniend. Es passierte nicht nur einmal, dass ein Priester den knienden Christen die Kommunion verweigert hatte; angeblich wenn solche Christen Hartnäckigkeit oder Protesthaltung, also ein bestimmtes Ungleichgewicht gezeigt hatten. Andere knien aus ihrem Glauben heraus, aus wahrer Frömmigkeit und Anbetung (Adoration) vor dem wirklich gegenwärtigen Heiland in eucharistischer Gestalt.

Die liturgische Reform wurde vom Zweiten Vatikanischen Konzil durch die Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ (SC) über die heilige Liturgie (vom 4. Dezember 1964) eingeführt, die auch in anderen Dokumenten der Kirche bestätigt wurde. Für unsere Frage ist am wichtigsten die Instruktion „De Cultu Mysterii Eucharistici“ (25. Mai 1967, Nr. 34) des Päpstlichen Rates für die Durchführung der Bestimmungen der Konstitution über die heilige Liturgie, die unter der Leitung des Kardinals Lercar innerhalb der Kongregation für Riten wirkte. Hier wird der Sinn der Art des Zutrittes zur Kommunion erläutert, wo grundsätzlich stehende und kniende Haltung ihre Geltung bekommen. Man kann sich der einen oder der anderen Art bedienen, nach den Bestimmungen der Bischofskonferenz, die die Umstände des Ortes und die Anzahl der Gläubigen beachtet. Die Christen werden sich nach diesen Bestimmungen richten, damit die Kommunion zur brüderlichen Einheit beim gemeinsamen Tisch des Herrn wird. Es wird noch gesagt, dass die kniende Haltung einen Akt der Adoration bezeichnet. Diejenigen, die stehend kommunizieren, sollen einen Akt der Achtung (Reverenz) machen. In einigen Diözesen, Pfarreien und Gemeinschaften wird gewöhnlich unmittelbar vor dem Empfang der Kommunion eine Kniebeuge gemacht. Der „Codex des kanonischen Rechtes“ (aus dem Jahr 1983, Can. 843, § 1) sagt. „Die geistlichen Amtsträger dürfen die Sakramente denen nicht verweigern, die gelegen darum bitten, in rechter Weise disponiert und rechtlich an ihrem Empfang nicht gehindert sind.“ „Gelegen darum bitten“ und „in rechter Weise disponiert“ ist nicht vorhanden, wenn der Kommunionempfänger irgendeinen Protest zeigt.

Die neue typische Ausgabe des Römischen Messbuches(20. April 2002) ermahnt unter „Allgemeine Bestimmungen“ (Nr. 42), dass man bei der Art der Kommunionspendung mehr auf das geistliche Wohl des Volkes Gottes schauen soll als auf private Neigungen oder Meinungen. „Alle Teilnehmer sollen eine einheitliche Körperhaltung befolgen, was ein Zeichen der Einheit der christlichen Gemeinschaft ist.“ Wichtig ist die Vorschrift der Körperhaltung während der heiligen Messe bei der Wandlung (Nr. 43): „Bei der Wandlung sollen die Gläubigen knien, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen, wegen Platzmangel, großer Anzahl der Teilnehmer oder aus einem anderen berechtigten Grund, nicht daran gehindert werden. Diejenigen, die bei der Wandlung nicht knien, sollen sich tief verbeugen, wenn der Priester nach der Wandlung die Kniebeuge macht.“

In derselben „Allgemeinen Bestimmung“ des Messbuches (Nr. 160, 2) lesen wir: „Die Gläubigen sollen kniend oder stehend kommunizieren, entsprechend den Bestimmungen der Bischofskonferenz. Wenn sie im Stehen kommunizieren, empfiehlt es sich, dass sie, nach den Normen, die bestimmt werden müssen, vor der Kommunion geschuldete Achtung zeigen (‚dehitam reverentiam’).“ „Geschuldete Achtung“ kann eine Kniebeuge bedeuten oder eine tiefe Verneigung.

Schließlich verlangt Nr. 95: „Jede Form der Besonderheit oder der Trennung soll gemieden werden, denn wir sollen vor den Augen haben, dass wir den selben Vater im Himmel haben, und wir alle untereinander Brüder sind.“

Ich denke, dass die Dokumente der Kirche sich deutlich genug über die Art der Haltung ausdrücken, wobei sie das Prinzip der Gemeinsamkeit betonen und jede Ausschließlichkeit entfernen wollen.

Eine andere Frage betrifft die Zuständigkeit der Bischofskonferenzen. Wir haben gesehen, dass die Bischofskonferenzen Normen schaffen können. Aus diesem Grund schreibt das Dokument des Rates für die Liturgie der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten von Amerika „Richtige Haltung, den Verlauf und das Zeichen der Achtung während des Empfangs der Kommunion“ vor. Sie haben sich als „richtige Haltung“ bei der Kommunion das Stehen und nicht das Knien vorgenommen. Wörtlich: „Das Knien ist nicht die erlaubte Form beim Empfang der heiligen Kommunion in den Diözesen der Vereinigten Staaten von Amerika, außer dass der Bischof einer Diözese in einzelnen und außergewöhnlichen Umständen von dieser Norm abweicht.“ Es wird weiter gesagt, dass wenn es solche außergewöhnliche Umstände nicht gibt, und eine Person es ablehnt stehend die Kommunion zu erhalten, ihr diese verweigert werden kann. Und es wird hinzugefügt, dass der betreffende Priester verpflichtet sei, diesen gläubigen Christen über die Norm, die das Kommunizieren in stehender Haltung verlangt, zu belehren. Danach ist es zu einem Wirbelsturm gekommen, und an den Heiligen Stuhl wurden Protestschreiben gerichtet, weil gläubige Christen durch die Ausdrücke: „kniend nicht erlaubt“ und „kann verweigert werden“ irritiert wurden.

Darauf reagierte die Kongregation für Gottesdienst und Disziplin der Sakramente (1. Juli 2002) mit einem Schreiben, das in „Notitiae“ (November-Dezember 2002) veröffentlicht wurde. Es heißt, dass man „besorgt sei, weil von vielen Seiten eine große Anzahl von Klagen komme; denn einem Gläubigen die Kommunion wegen seiner Körperhaltung verweigern schafft Verletzung der fundamentalen Rechte eines gläubigen Menschen. Es ist eine Tatsache, dass die kniende Haltung eines Gläubigen kein Grund sein kann, um ihm die Kommunion zu verweigern. Ein Priester, der in einem solchen Fall die Kommunion verweigert, begeht pastoralen Missbrauch.“

Im Schreiben werden die Worte Kardinal Ratzingers zitiert, der ermahnt, dass die „Praxis der Kommunion auf der Knien ihre Wurzeln in der jahrhundertlangen Tradition habe, und dass sie ein Zeichen der Anbetung (Adoration) sei, im Licht der wahren, wirklichen, substanziellen Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus in den heiligen Gestalten!“ Das amerikanische Dokument bezeichnet, im Gegenteil, die kniende Haltung als „Bußhaltung“. Und der Heilige Stuhl verlangt von den Bischöfen, jene Priester „autoritativ zu belehren“, die den Gläubigen wegen kniender Haltung die heilige Kommunion verweigern würden. Wörtlich: „Den Priestern muss es klar sein, dass der Heilige Stuhl in Zukunft mit großem Ernst alle Klagen dieser Art überprüfen wird, und wenn sie der Wahrheit entsprechen sollten würden Maßnahmen entsprechend dem pastoralen Missbrauch unternommen.“

Einige Theologen meinen, dass die stehende Haltung ein Ausdruck „der Würde der Söhne Gottes“ sei, was man von der knienden Haltung nicht sagen kann. Sie berufen sich auf die Haltung des Priesters auf dem Altar, der nicht kniet, sondern steht.

Die dritte Frage kann in Hinsicht auf die Zuständigkeit des Pfarrers in der Pfarrei gestellt werden. Er wird – die Vorschriften der Bischofskonferenz vor den Augen habend – sich bemühen, in seinem Bereich in ausgeglichener Weise die Vorschriften umzusetzen, wobei er jede Ausschließlichkeit und Willkür vermeidet. Der Pfarrer als ein guter Hirte wird im Glauben und mit der Gabe der Unterscheidung des Heiligen Geistes das tun, was richtig ist. Ein Beispiel: vor einem Jahr feierte einer meiner jüngeren Mitbrüder in seiner Pfarrei sein 25. Priesterjubiläum. Bevor wir zum Altar traten, machte uns der Pfarrer darauf aufmerksam, dass auf dem Gebiet seiner Pfarrei eine ungewöhnliche „Sekte“ erschienen sei, die in einer ausgefallenen Weise und nur auf den Knien kommuniziere, und er sagte zu uns: „Geben Sie ihnen keine Kommunion.“ Eine Bäuerin wollte bei mir in dieser Weise kommunizieren. Ich gab ihr mit der Hand ein Zeichen, dass sie aufstehen solle. Sie stand sofort auf und verließ die Kirche unter Protest. Nun, das ist nicht in Ordnung.

(Quelle: Ivan FUČEK, Moral-Geistliches Leben, Band Fünf: Die Gottesverehrung - Das Gebet, Split, 2006, Seiten 321-324).

Ivan Fuček ist Jesuitenpater, Professor im Ruhestand an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und Theologe an der Apostolischen Pönitentierie.
( 9. März 2015) © Innovative Media Inc.

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09
März
2015

Fastenkalender -- "Kinder sind eine Gabe, sie sind ein Geschenk: verstanden?"

Fastenkalender -- "Kinder sind eine Gabe, sie sind ein Geschenk: verstanden?"

Papst Franziskus im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen aus dem römischen Vorort Tor Bella Monaca

Rom, 9. März 2015 (ZENIT.org) Britta Dörre

„Tatsächlich besteht eine enge Verbindung zwischen der Hoffnung eines Volkes und der Harmonie zwischen den Generationen. Darüber müssen wir gut nachdenken. Die Freude der Kinder lässt das Herz der Eltern erbeben und eröffnet neue Zukunft. Die Kinder sind die Freude der Familie und der Gesellschaft. Sie sind kein Problem der Reproduktionsbiologie und auch keiner der vielen Wege zur Selbstverwirklichung. Und sie sind erst recht kein Eigentum der Eltern… Nein. Kinder sind eine Gabe, sie sind ein Geschenk: verstanden? Kinder sind ein Geschenk. Jedes ist einzigartig und unwiederholbar – und gleichzeitig unverkennbar mit seinen Wurzeln verbunden.“ (Papst Franziskus, Generalaudienz 11. Februar 2015)

Papst Franziskus nimmt sich gerne Zeit für das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen. Bei seinem Besuch im römischen Vorort Tor Bella Monaca hatten Kinder und Jugendliche Gelegenheit, dem Heiligen Vater einige Fragen zu stellen, die der Papst bereitwillig und ausführlich beantwortete. Die jungen Gläubigen bewegten erstaunlich ernste Fragen, so das Thema der Hölle und der Vergebung oder auch die christliche Moral und Lebensweise.

Papst Franziskus antwortete der Pfadfinderin auf die Frage nach Hölle und Vergebung, dass Gott allen vergebe. Hölle sei, wenn man Gott antworte, seiner Vergebung nicht zu bedürfen. Hölle bedeute, sich von Gott entfernen zu wollen, weil man die Liebe Gottes nicht wolle. In die Hölle komme nur, wer sage: „Ich brauch Dich nicht.“

Die christliche Moral sei eine Antwort auf die Liebe Gottes, erklärte der Papst auf die entsprechende Frage. Um christlich zu leben, müsse man Jesus begegnen. Christ zu sein, bedeute nicht, bestimmten Regeln zu folgen, sondern der Liebe Jesu. In Momenten der Versuchung, denen wir alle ausgeliefert seien, sei es wichtig zu sagen: „Herr, schaue mich an, lass mich nicht allein.“ Wenn man der Versuchung nicht habe widerstehen können, sei es wichtig, wieder aufzustehen und seinen Weg fortzusetzen.

Zum Schluss beantwortete Papst Franziskus die erste Frage eines Mädchens, das wissen wollte, wie sich der Papst bei seiner Wahl gefühlt habe. Papst Franziskus, der gerne kleine Witze einfügt, antwortete lachend, er habe gedacht: „Sie haben meine Diözese geändert.“ Er sei glücklich in seiner Diözese in Buenos Aires gewesen, jetzt habe er eine andere, sei aber ebenso glücklich. Papst Franziskus erklärte den Kindern, sie sollten im Leben nie ohne Jesus gehen und sich nicht beklagen, wenn das Leben ihnen eine örtliche Veränderung bringe. Abschließend erteilte der Papst den Kindern und Jugendlichen seinen Segen.
( 9. März 2015) © Innovative Media Inc.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.03.2015 20:35
09
März
2015

Muslime erleben das Fasten der Christen

Muslime erleben das Fasten der Christen
Besinnung zur Fastenzeit aus der christlich-arabischen Welt / 3

Kairo, 9. März 2015 (ZENIT.org) Msgr. Joachim Schroedel | 62 klicks

ZENIT veröffentlicht in dieser Fastenzeit jeweils montags eine Besinnung, die Msgr. Joachim Schroedel aus Kairo verfasst hat. Fast zwanzig Jahre, bis August 2014, war Schroedel im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz der Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Ägypten, zuständig auch noch für acht weitere Länder. Der Geistliche aus dem Bistum Mainz unterstützt nun den Apostolischen Vikar in Alexandria, Bischof Zaki, in der Seelsorge für die Deutschsprachigen.

***

Besinnung der dritten Fastenwoche

Während heute in Europa eher über die körperlich-positiven Seiten des Fastens nachgedacht wird und die Nahrungsmittelindustrie ihre Angebotspalette auf „Sieben-Wochen-Ohne“ einstellt, sollten eigentlich mehr die Wurzeln des Fastens zum Vorschein kommen.

In den arabischen Ländern kennen die beiden großen Religionen, das Christentum und der Islam, das Fasten gut. Und manchmal hört man, beide Religionen täten ja das Gleiche – nur zu anderen Zeiten. Nun ist es wohl sicher, dass der Islam die Tradition des Fastens übernommen hat. Doch zugleich hat er ihm wohl die „Dimension der Sozialität“ wieder gegeben. Das christliche Fasten der ersten Jahrhunderte war mit Sicherheit ein Fasten, um durch Überwindung der materiell-körperlichen Bedürfnisse die „Dimension der Spiritualität“ zu erfahren; „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (Mt 4,4). „Durch das Fasten des Leibes erhebst Du den Geist...“ (Fastenpräfation der kath. Messliturgie).

Der Ramadan ist als Fastenmonat ein sehr „sozialer“ Monat; jeder Muslim ist aufgerufen, den Armen den Tisch zum „Fastenbrechen“ (am Abend) zu decken und so sieht man zum Beispiel in Kairo an jedem Abend des Festmonats vor fast jedem Geschäft lange Reihen von Tischen. Der Ramadan ist ein Fest in mehrfacher Hinsicht; für die Armen, die nie so regelmäßig und gut essen wie im Ramadan und für Alle, nach einem Tag mit absolutem Verzicht stolz zu sein auf die oftmals harte Anstrengung des Fastens – um dann in der Nacht erst recht froh zu schlemmen.

Die christliche Fastenzeit scheint im Westen eher wenig orientiert. „Auf etwas verzichten“ kann verschiedenste Gründe haben. Häufig höre ich, man könne denn neu lernen, dass man mit weniger auskommt und vieles nur genießt, obwohl es doch eigentlich auch „ohne“ ginge. Diese Haltung ist eher egoistisch, sich selbst zu beweisen, dass man verzichten kann. Das frühkirchliche Ziel des Fastens war die „Erhebung des Geistes“: Gott zu begegnen, während man sich weltlicher Entsagung befleißigt. Dies scheint heute eher – wenn überhaupt – in Klöstern zu finden sein.

Und dennoch müsste auch die „Dimension der Spiritualität“ neu entdeckt werden – im Islam, aber auch im Christentum. Doch dies geht nur durch den Versuch, Gott neu zu begegnen, in Betrachtung der Heiligen Schriften und (im Christentum) durch die persönliche Begegnung mit Gott im meditativen Gebet. Der (sunnitische) Islam kennt die Verpflichtung zum Fasten. Eine „Begegnung mit Gott“ kann es (eigentlich) aus muslimischer Sicht nicht geben. Hier unterscheiden sich beide Religionen wohl fundamental.

Doch beide Dimensionen des Fastens, die der „Sozialität“ und der „Spiritualität“, müssten ständig ins Gleichgewicht gebracht werden, wenn die Fastenzeit gelingen soll.
( 9. März 2015) © Innovative Media Inc.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.03.2015 20:31
09
März
2015

Franziskus -- der Papst, der das negative Bild der Kirche in zwei Jahren in das Gegenteil verkehrte

Franziskus -- der Papst, der das negative Bild der Kirche in zwei Jahren in das Gegenteil verkehrte
Zwei Jahre Amtsverzicht von Benedikt XVI. und zwei Jahre Papst Franziskus / 2: Interview mit dem italienischen Journalisten Massimo Franco

Rom, 9. März 2015 (ZENIT.org) Federico Cenci |

Das mittlerweile zwei Jahre währende Pontifikat von Papst Franziskus reichte dazu aus, das durch die Skandale wegen sexuellen Missbrauchs und undurchsichtige Ereignisse der Finanzinstitute entstandene negative Bild der Kirche zu wandeln. Diese Auffassung vertritt Massimo Franco, Berichterstatter der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ und Autor verschiedener Essays, darunter „Il Vaticano secondo Francesco“ (2004) (Der Vatikan nach Franziskus; eigene Übersetzung). ZENIT führte ein Interview mit ihm.

***

Einige Tage nach dem Amtsverzicht Benedikts XVI. erschien Ihr Buch „La crisi dell’impero vaticano“ (Die Krise des vatikanischen Imperiums; eigene Übersetzung). Stellen Sie nun, aus der Distanz von zwei Jahren, ein Nachlassen der Krise fest?

In Bezug auf die internationale Sicht ist dies zweifellos der Fall. Diesem Papst ist es in zwei Jahren gelungen, das von der Kirche angenommene negative Bild zu wandeln. Was die Beziehungen innerhalb des Vatikans betrifft, ist das Urteil nicht eindeutig, denn es besteht der Eindruck, dass Franziskus mit der Gießkanne tätig sein wollte, aber noch ist nicht klar, welche konkreten Ergebnisse hiermit für die Regierung des Vatikans erzielt wurden.

Wie hat Franziskus in zwei Jahren das negative Bild der Kirche korrigieren können?

Was den sexuellen Missbrauch gegenüber Minderjährigen betrifft, bestand aus meiner Sicht das größte persönliches Engagement seitens des Papstes. Er selbst setzt sehr starke Zeichen, wobei dies jedoch auch Benedikt XVI. bereits getan hatte. Ein weiteres Signal stellte der qualvolle Versuch einer Reform der Finanzinstitutionen des Vatikans dar. Der dritte Punkt ist dann die aktive Rolle der katholischen Kirche auf internationaler Ebene. In diesem Zusammenhang seien vor allem zwei Beispiele genannt: der Einsatz vom September 2013 zur Vermeidung des Krieges in Syrien und die diplomatische Aktivität zugunsten der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten.

Stößt das Wirken Bergoglios auch intern auf Widerstand?

Ja, und dies hat verschiedene Gründe. Manche stehen mit perfiden, materiellen Gesichtspunkten in Zusammenhang; der Wiedererlangung angegriffener Monopolpositionen. Darüber hinaus existieren Widerstände gegenüber einem Stil: dem persönlichen Lebensstil Franziskus‘, der für gewisse Gewohnheiten mancher Exponenten des Vatikans und der Episkopate eine Provokation bedeutet, denn diese schwelgen zwar nicht im Luxus, sind jedoch an eine sehr angenehme Lebensart gewöhnt. Eine weitere diesbezügliche Frage – die heikelste – ist doktrinärer Natur. Mitglieder des Episkopats und Vertreter der öffentlichen Meinung außerhalb traditionalistischer Bereiche betrachten einige Stellungnahmen des Papstes vielleicht nicht als Lockerung der Lehre, aber gewiss als Tendenz, die Lehre in einer Verwirrung stiftenden Weise auszulegen.

Vor allem jenseits des Atlantiks wurde Papst Franziskus eine Zugehörigkeit zur „Linken“ vorgeworfen. Legen die seine Kritik am Kapitalismus missbilligenden Sektoren seinem Pontifikat Hindernisse in den Weg?

Selbstverständlich können diese einen Einfluss auf diejenigen ausüben, die nach einem Vorwand zum Widerstand gegen den Papst suchen. Allerdings sei auch gesagt, dass es sich hierbei um instrumentelle Kritik handelt. Als Kardinal in Argentinien wurde Bergoglio eine unzureichende linke Positionierung, eine zu antikommunistische Haltung, vorgeworfen. Seine Auseinandersetzung mit der örtlichen Gesellschaft Jesu hat ihren Ursprung in der Tatsache, dass er als bekennender Gegner der Befreiungstheologie auftrat, d.h., des durch den Marxismus interpretierten und gefilterten Katholizismus. Die heutige Tendenz vor allem republikanischer Bereiche in den Vereinigten Staaten, die ihm ein starres Festhalten am Marxismus vorwerfen, ist daher auf von Ignoranz durchmischte Vorurteile zurückzuführen. In Wahrheit zeigt dieser Papst auf sozialer Ebene große Offenheit, im Hinblick auf die Lehre hat er jedoch keine Lockerung erkennen lassen.

Wird dies während der bevorstehenden Familiensynode zum Ausdruck kommen?

Ich denke, dass der Papst versuchen wird, wie bisher alle Aspekte zu vereinen. Zweifellos könnten die zuweilen an die Oberfläche tretenden und nunmehr recht offensichtlichen Widerstände die Synode als Anlass für Angriffe gegen den Papst nutzen. Ich wiederhole jedoch: Meiner Meinung nach wird er es nicht auf doktrinäre Brüche anlegen.

Wurde sein kommunikativer Stil von den Katholiken verstanden?

Dieser Papst hat eine bemerkenswerte Fähigkeit, vor großen Menschenmengen zu sprechen. Heute entwickelt sich eine direkte Beziehung zwischen dem Papst und der öffentlichen (nicht ausschließlich) katholischen Meinung, was die Rolle der Vermittlung der Bischöfe ein wenig trübt. Seine Sprache unterstützt ihn bei seiner Hinwendung an die Massen, wobei mir jedoch unklar ist, ob dies auch innerhalb der Kirche geschätzt wird.

In Ihrem Werk „Die Krise des vatikanischen Imperiums“ finden auch politisch tätige Katholiken Berücksichtigung. Darin heißt es, dass „eine homogene katholische Welt, die bereit ist, die Anweisungen der Kirche zu befolgen und diese politisch umzusetzen“, nicht mehr existiert. Könnte der neue Schwung, den Franziskus der Kirche verleiht, einen Wendepunkt darstellen?

Das Episkopat in Italien scheint mir immer noch recht verworren zu sein. Meines Erachtens besteht kein vollkommener Einklang mit dem Papst, denn es hat sich gezeigt, dass er die Kirche verändern will. Allerdings ist nicht klar, in welcher Form das geschehen soll. Daher wird es auf der Ebene der Beziehungen zwischen Religion und Politik keine neue Mitwirkung der Kirche in der Politik geben. Vielmehr werden die Distanzen aus meiner Sicht immer klarer hervortreten.

Werden die Bemühungen um den Dialog mit der islamischen Welt Früchte hervorbringen?

Dies hängt sehr stark von der inneren Dynamik der islamischen Welt ab, denn in Wahrheit fallen Christen dem Terrorismus zwar zum Opfer, dieser richtet sich jedoch vor allem gegen die schiitischen Komponenten und geht von den sunnitischen Extremisten aus. Der Papst wird sein Möglichstes tun, doch allein der Umstand, dass er in nicht-okzidentalen Bereichen ein glaubwürdiger Gesprächspartner ist, genügt nicht: Die Lage im Mittleren Osten ist derart gravierend, dass sie keinen Spielraum für eine vatikanische Vermittlung zulässt.

Ihr Artikel über eine Erhöhung der Schutzmaßnahmen gegenüber dem Papst aufgrund der Gefahr eines Attentates hat im vergangenen November großes Aufsehen erregt. Gerät Franziskus‘ körperliche Unversehrtheit nun angesichts der Verstärkung der Drohungen durch den IS zunehmend in Gefahr?

Es besteht immer ein Risiko. In meinem Artikel für den „Corriere della Sera“ wurde der Bedenken der Sicherheitsdienste Rechnung getragen. Ebenso wurde auf die Abwesenheit besonderer Warnsignale hingewiesen. Die möglichen Risiken für den Heiligen Vater wurden jedoch als Problem betrachtet. Objektiv betrachtet, erscheinen mir diese Gefahren heute höher. Dies beruht nicht auf konkreten Meldungen über in Vorbereitung befindliche Attentate, sondern auf dem Umstand, dass die Drohungen des IS ernsthaft in Betracht zu ziehen sind.
( 9. März 2015) © Innovative Media Inc.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 09.03.2015 20:23
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