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18
Oktober
2013

BOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS ZUM WELTMISSIONSSONNTAG 2013

Liebe Brüder und Schwestern,

in diesem Jahr feiern wir den Weltmissionssonntag, während das Jahr des Glaubens zu Ende geht. Das ist eine wichtige Gelegenheit, unsere Freundschaft mit dem Herrn zu stärken und unseren Weg als Kirche, die mutig das Evangelium verkündet, zu festigen. In einer solchen Perspektive möchte ich folgende Überlegungen anstellen.

1. Der Glaube ist ein kostbares Geschenk Gottes, der unseren Geist öffnet, damit wir ihn kennen und lieben können. Er möchte mit uns in Verbindung treten, damit wir an seinem Leben teilhaben und unser Leben mehr Bedeutung erhält, besser und schöner wird. Gott liebt uns! Der Glaube erfordert jedoch, dass er angenommen wird, er verlangt also von uns eine persönliche Antwort, den Mut, uns Gott anzuvertrauen, seine Liebe zu leben, aus Dank für seine unendliche Barmherzigkeit. Dies ist zudem ein Geschenk, das nicht einigen wenigen vorbehalten ist, sondern großzügig vergeben wird. Alle sollten die Freude erfahren können, sich von Gott geliebt zu fühlen, die Freude des Heils! Und es ist ein Geschenk, das man nicht für sich selbst behalten kann, sondern mit anderen teilen muss. Wenn wir es nur für uns behalten wollen, dann werden wir zu isolierten, sterilen und kranken Christen. Die Verkündigung des Evangeliums ist Teil der Jüngerschaft Christi und eine fortwährende Aufgabe, die das ganze Leben der Kirche beseelt. »Der missionarische Schwung ist ein klares Zeichen für die Reife einer kirchlichen Gemeinschaft« (Benedikt XVI. Apost. Schr. Verbum Domini, 95). Jede Gemeinschaft ist „erwachsen“, wenn sie sich zum Glauben bekennt, diesen freudig in der Liturgie feiert, die Liebe lebt und das Wort Gottes ohne Unterlass verkündet, indem sie aus der eigenen Abgrenzung heraustritt, um es auch in die „Randgebiete“ zu bringen, vor allem unter denjenigen, die noch nicht die Möglichkeit hatten, Christus kennen zu lernen. Das Maß der Festigkeit unseres Glaubens, auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene, ist auch unsere Fähigkeit, ihn an andere weiterzugeben, ihn zu verbreiten, ihn in der Liebe zu leben und unter allen zu bezeugen, denen wir begegnen und die mit uns den Weg des Lebens teilen.

2. Das Jahr des Glaubens ist fünfzig Jahre nach der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils ein Ansporn für die ganze Kirche, ein neues Bewusstsein von der eigenen Präsenz in der heutigen Welt zu entwickeln, von ihrer Sendung unter den Völkern und Nationen. Die missionarische Dimension ist nicht nur eine Frage geographischer Gebiete, sondern eine Frage der Völker und Kulturen und der einzelnen Menschen, gerade weil die „Grenzen“ des Glaubens nicht nur durch menschliche Orte und Traditionen verlaufen, sondern durch das Herz jedes Menschen. Das Zweite Vatikanische Konzil hat auf besondere Weise hervorgehoben, dass der missionarische Auftrag, der Auftrag, die Grenzen des Glaubens zu erweitern, jeden Getauften und alle christlichen Gemeinschaften betrifft: »Da das Volk Gottes in Gemeinschaften lebt, besonders in der Diözesan- und Pfarrgemeinschaft, und in ihnen gewissermaßen seine Sichtbarkeit erfährt, fällt es auch diesen zu, Christus vor den Völkern zu bezeugen« (Dekret Ad gentes, 37). Jede Gemeinschaft ist also angesprochen und aufgerufen, sich den Auftrag, den Jesus seinen Aposteln anvertraute, zu Eigen zu machen: »Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.« (Apg 1,8), und zwar nicht als zweitrangigen Aspekt des christlichen Lebens, sondern als einen wesentlichen Aspekt: Wir alle sind auf die Straßen der Welt entsandt, um mit unseren Brüdern und Schwestern zu gehen und unseren Glauben an Christus zu bekennen und zu bezeugen und Verkünder seines Evangeliums zu werden. Ich lade die Bischöfe und Priester, die Priester- und Pastoralräte sowie jeden Menschen und jede Gruppe, die in der Kirche Verantwortung tragen, ein, die missionarische Dimension in ihren Pastoral- und Bildungsprogrammen besonders hervorzuheben, im Bewusstsein, dass der eigene apostolische Einsatz nicht vollständig ist, wenn er nicht auch die Absicht verfolgt, »Christus vor den Völkern zu bezeugen«, vor allen Völkern. Der missionarische Charakter ist nicht nur eine programmatische Dimension im christlichen Leben, sondern eine paradigmatische Dimension, die alle Aspekte des christlichen Lebens betrifft.

3. Oft stößt die Evangelisierungstätigkeit auf Hindernisse nicht nur außerhalb, sondern auch im Innern der kirchlichen Gemeinschaft. Manchmal fehlt es an Begeisterung, Freude, Mut und Hoffnung, wenn es darum geht, die Botschaft Christi allen zu verkünden und den Menschen unserer Zeit zu helfen, ihm zu begegnen; manchmal herrscht noch die Meinung, die Weitergabe der Wahrheit des Evangeliums verstoße gegen die Freiheit. Papst Paul VI. findet diesbezüglich klärende Worte: »Sicherlich wäre es ein Irrtum, irgend etwas, was immer es auch sei, dem Gewissen unserer Brüder aufzunötigen. Diesem Gewissen jedoch die Wahrheit des Evangeliums und den Heilsweg in Jesus Christus in voller Klarheit und in absolutem Respekt vor den freien Entscheidungen, die das Gewissen trifft, vorzulegen … ist gerade eine Ehrung eben dieser Freiheit« (Apost. Schr. Evangelii nuntiandi, 80). Wir sollten immer den Mut und die Freude verspüren, die Begegnung mit Christus respektvoll vorzuschlagen und Boten seines Evangeliums zu sein. Jesus ist zu uns gekommen, um uns den Weg des Heils zu weisen, und er hat auch uns den Auftrag erteilt, diesen Weg allen bekannt zu machen, bis an die Grenzen der Erde. Oft sehen wir, dass Gewalt, Lüge und Irrtum hervorgehoben und vorgeführt werden. Es ist dringend notwendig, in unserer Zeit das gute Leben des Evangeliums durch die Verkündigung und das Zeugnis aufleuchten zu lassen, und dies aus dem Innern der Kirche selbst. Denn in einer solchen Perspektive ist es wichtig, nie das Grundprinzip jedes Glaubensboten zu vergessen: Man kann Christus nicht ohne die Kirche verkünden. Evangelisieren ist nie ein isoliertes, individuelles, privates Handeln, sondern immer ein kirchliches Handeln. Paul VI. schrieb: »Auch der einfachste Prediger, Katechist oder Seelsorger, der im entferntesten Winkel der Erde das Evangelium verkündet, seine kleine Gemeinde um sich sammelt oder ein Sakrament spendet, vollzieht, selbst wenn er ganz allein ist, einen Akt der Kirche.« Er ist »nicht auf Grund einer Sendung, die er sich selber zuschreibt, oder auf Grund einer persönlichen Anregung tätig … , sondern in Verbindung mit der Sendung der Kirche und in ihrem Namen« (ebd., 60). Dies gibt der Mission Kraft und lässt jeden Missionar und Glaubensboten spüren, dass er nie allein ist, sondern Teil eines einzigen vom Heiligen Geist beseelten Leibes.

4. In unserer Zeit haben die weit verbreitete Mobilität und die Leichtigkeit der Kommunikation durch die neuen Medien zu einer Vermischung von Völkern, Wissen und Erfahrungen geführt. Aus Arbeitsgründen ziehen ganze Familien von einem Kontinent in einen anderen; beruflicher und kultureller Austausch, Tourismus und ähnliche Phänomene führen dazu, dass viele Menschen unterwegs sind. Manchmal erweist es sich sogar für die Pfarrgemeinden als schwierig, mit Sicherheit und genau zu wissen, wer nur auf der Durchreise ist oder wer ständig in ihrem Gebiet lebt. Außerdem steigt in immer ausgedehnteren Bereichen traditionell christlicher Regionen die Anzahl derer, die dem Glauben fern sind, der religiösen Dimension gleichgültig gegenüberstehen oder sich von anderen religiösen Überzeugungen leiten lassen. Außerdem geschieht es nicht selten, dass Getaufte Lebensentscheidungen treffen, die sie vom Glauben entfernen und dazu führen, dass sie einer „neuen Evangelisierung“ bedürfen. Dazu kommt, dass auch heute noch ein großer Teil der Menschheit nicht von der Frohbotschaft Christi erreicht wurde. Wir leben zudem in einer Zeit der Krise, die verschiedene Bereiche des Lebens betrifft, wobei es nicht nur um Wirtschaft, Finanzen, Lebensmittelsicherheit und Umwelt geht, sondern auch um den tiefen Sinn des Lebens und die grundlegenden Werte, die es beseelen. Auch das menschliche Zusammenleben ist geprägt von Spannungen und Konflikten, die zu Unsicherheit führen und es schwer machen, den Weg eines stabilen Friedens zu finden. In dieser komplexen Situation, wo am Horizont der Gegenwart und der Zukunft bedrohliche Wolken zu ziehen scheinen, ist es noch dringlicher, das Evangelium Christi mutig in alle Bereiche zu tragen, denn es ist eine Verkündigung der Hoffnung, der Aussöhnung, der Gemeinschaft, eine Verkündigung der Nähe Gottes und seiner Barmherzigkeit, seines Heils – die Verkündigung, dass die Kraft der Liebe Gottes in der Lage ist, die Finsternis des Bösen zu besiegen und auf den Weg des Guten zu führen. Der Mensch unserer Zeit braucht ein sicheres Licht, das seinen Weg erleuchtet und das nur die Begegnung mit Christus schenken kann. Bringen wir dieser Welt mit unserem Zeugnis, mit Liebe die Hoffnung, die der Glaube schenkt! Der missionarische Charakter der Kirche ist nicht Proselytismus, sondern ein Lebenszeugnis, das den Weg erhellt, das Hoffnung und Liebe bringt. Die Kirche – ich wiederhole es noch einmal – ist keine Hilfsorganisation, kein Unternehmen, keine NGO, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die vom Wirken des Heiligen Geistes bewegt sind, die staunend die Begegnung mit Christus erlebt haben und erleben und die den Wunsch haben, diese Erfahrung der tiefen Freude mit anderen zu teilen und die Botschaft des Heils, das der Herr uns geschenkt hat, weiterzugeben. Der Heilige Geist ist es, der die Kirche auf diesem Weg leitet.

5. Ich möchte alle ermutigen, Überbringer der Frohbotschaft Christi zu werden, und danke vor allem den Missionaren und Missionarinnen, den Fidei-donum-Priestern, den Ordensleuten und den immer zahlreicheren gläubigen Laien, die dem Ruf des Herrn folgen und ihre Heimat verlassen, um dem Evangelium in anderen Ländern und Kulturkreisen zu dienen. Doch ich möchte auch betonen, dass die jungen Kirchen sich selbst großherzig einsetzen und Missionare in Kirchen entsenden, die sich in Schwierigkeiten befinden – nicht selten handelt es sich dabei um Kirchen antiker christlicher Tradition. So bringen sie diesen die Frische und die Begeisterung, mit der sie den Glauben leben, der das Leben erneuert und Hoffnung schenkt. Diese universale Weite zu erleben, indem man dem Auftrag Jesu: »Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern« (Mt 28,19) folgt, ist ein Reichtum für jede Ortskirche, für jede Gemeinschaft, und die Entsendung von Missionaren und Missionarinnen ist nie ein Verlust, sondern immer ein Gewinn. Ich appelliere an alle, die diese Berufung verspüren, in Übereinstimmung mit ihrer persönlichen Lebenssituation auf die Stimme des Geistes großherzig zu antworten und keine Angst zu haben, dem Herrn gegenüber großzügig zu sein. Auch die Bischöfe, die Ordensfamilien, die Gemeinschaften und alle christlichen Verbände lade ich ein, mit Weitsicht und sorgfältiger Unterscheidung die missionarische Berufung ad gentes zu unterstützen und den Kirchen zu helfen, die Priester, Ordensleute und Laien brauchen, um die eigene christliche Gemeinschaft zu stärken. Und darauf sollten auch Kirchen achten, die derselben Bischofskonferenz oder Region angehören: Es ist wichtig, dass die Kirchen mit vielen Berufungen großzügig jene unterstützen, die unter einem entsprechenden Mangel leiden.

Zugleich fordere ich die Missionare und Missionarinnen, insbesondere die Fidei-donum-Priester und die gläubigen Laien auf, ihren wertvollen Dienst in den Kirchen, in die sie entsandt wurden, freudig zu leben und ihre Freude und Erfahrung in ihre Herkunftskirchen zu bringen, in Erinnerung an Paulus und Barnabas, die nach ihrer ersten Missionsreise alles berichteten, »was Gott mit ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte« (Apg 14,27). So können sie den Glauben in gewisser Weise „zurückgeben“, indem sie die Frische der jungen Kirchen mitbringen, damit die Kirchen antiker christlicher Tradition wieder Begeisterung und Freude daran finden, den Glauben miteinander zu teilen in einem Austausch, der eine gegenseitige Bereicherung auf dem Weg der Nachfolge des Herrn darstellt.

Die Sorge für alle Kirchen, die der Bischof von Rom mit allen Brüdern im Bischofsamt teilt, findet eine wichtige konkrete Verwirklichung im Engagement der Päpstlichen Missionswerke, deren Aufgabe es ist, das Missionsbewusstsein jedes Getauften und jeder Gemeinschaft zu beleben und zu vertiefen. Sie tun dies, indem sie auf die Notwendigkeit einer gründlicheren missionarischen Bildung des ganzen Gottesvolkes hinweisen und zugleich die Bereitschaft der christlichen Gemeinden fördern, ihren Beitrag zur Unterstützung der Verbreitung des Evangeliums in aller Welt zu leisten.

Abschließend möchte ich einen Gedanken auch all jenen Christen widmen, die in verschiedenen Teilen der Welt auf Schwierigkeiten stoßen, wenn sie ihren Glauben offen bekennen und wenn es um die Anerkennung ihres Rechtes geht, diesen auf würdige Weise zu leben. Sie sind unsere Brüder und Schwestern, mutige Glaubenszeugen – zahlreicher als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte –, Glaubenszeugen, die mit apostolischer Standhaftigkeit die verschiedenen heutigen Formen der Verfolgung ertragen. Nicht wenige setzen sogar ihr Leben aufs Spiel, um dem Evangelium Christi treu zu bleiben. Ich möchte ihnen versichern, dass ich im Gebet allen Personen, Familien und Gemeinschaften verbunden bin, die unter Gewalt und Intoleranz leiden, und wiederhole ihnen die tröstenden Worte Jesu: »Habt Mut, ich habe die Welt besiegt« (Joh 16,33).

Benedikt XVI. gab zu bedenken: »„Das Wort des Herrn breite sich aus und werde verherrlicht“ (vgl. 2 Thess 3,1): Möge dieses Jahr des Glaubens die Beziehung zu Christus, dem Herrn, immer mehr festigen, denn nur in ihm gibt es die Sicherheit für den Blick in die Zukunft und die Garantie einer echten und dauerhaften Liebe« (Apost. Schr. Porta fidei, 15). Dies ist mein Wunsch für den diesjährigen Weltmissionssonntag. Ich segne von Herzen die Missionare und Missionarinnen und alle, die diesen grundlegenden Einsatz der Kirche begleiten und unterstützen, damit die Verkündigung des Evangeliums an allen Enden der Erde zu hören ist und wir als Diener des Evangeliums und Missionare die „innige und tröstliche Freude der Verkündigung des Evangeliums“ erfahren (Paul VI., Apost. Schr. Evangelii nuntiandi, 80).

Aus dem Vatikan, am 19. Mai 2013, dem Hochfest von Pfingsten.

FRANZISKUS

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18
Oktober
2013

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen

Andreas Resch

Hildegard von Bingen kann wohl als eine universale, wenn nicht überhaupt als die universalste Persönlichkeit der Menschheitsgeschichte bezeichnet werden. Wie keine andere umfasst sie in ihrem Leben, Erleben und Werk die gesamte Spannweite von empirischer Analyse über kreative Gestaltung bis hin zur mystischen Erfahrung. Aus diesem Grund wurde sie bereits vor der obengenannten Hildegard­Renaissance, bei der Errichtung des „Instituts für Grenzgebiete der Wissenschaft“ 1978 in Innsbruck, zur Patronin ernannt, weil sie geradezu wegweisend den gesamten Aufgabenbereich des Instituts abdeckt. So soll in diesem Beitrag anlässlich des 900. Geburtstages der hl. Hildegard der Versuch unternommen werden, durch Beschreibung von Leben und Werk die Dimension ihres Welt­ und Menschenbildes zumindest andeutungsweise aufzuzeigen. Für eine eingehendere Betrachtung kann nur auf die Werke selbst verwiesen werden. Zum sachlichen Einstieg seien ferner u. a. folgende Bücher empfohlen: E. FORSTER (Hg.): Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten (offizielle Jubiläumsschrift, 1997); H. SCHIPPERGES: Die Welt der Hildegard von Bingen (1997) und Hildegard von Bingen (Taschenbuch, 1995) sowie G. LAUTENSCHLÄGER: Hildegard von Bingen. Die theologischen Grundlagen ihrer Ethik und Spiritualität (1993). Nähere Angaben und weiterführende Literatur finden sich am Ende dieses Beitrages.
I. LEBEN

Der geschichtliche Hintergrund des Lebens der hl. Hildegard ist gekennzeichnet durch die reiche Welt des Hochmittelalters, das im 12. Jahrhundert zu seiner Blüte kommt. In Europa stecken Kaiser und Papst ihre Reiche ab, die Grenzen nach Osten und Westen sind fließend, ein weltweiter Reiseverkehr und internationaler Handel bilden die Brücke zum byzantinischen Ostrom wie zum hispanischen Islam, mit der Sprache der Kirche und des Reiches, dem Lateinischen, das zur Sprache des gebildeten Europa wurde. Zudem beginnt in dieser Zeit durch die Neubewertung der Arbeit und die Ansätze der Technisierung eine Weitung des menschlichen Aktionsraumes.
1. Kindheit

Der Lebensraum, in den Hildegard 1098 als zehntes Kind der Edelfreien Hildebert und Mechthild auf dem Gut Bermersheim bei Alzey in Rheinhessen hineingeboren wurde, ist noch weitgehend ländlich (Abb 1). Allerdings sind die Quellenhinweise zu Hildegard äußerst spärlich. So ist auch das genaue Geburtsdatum nicht bekannt. Der erste Text nämlich, in dem Hildegard aufscheint und der über ihre Jugend berichtet, ist die 1137 verfasste, jedoch erst 1992 veröffentliche „Vita domnae Juttae inclusae“1, also das Leben ihrer Lehrerin und Disibodenberger Meisterin, Jutta von Sponheim. Auch die zeitgenössische Vita ist hier zu nennen, von der es jedoch drei verschiedene Redaktionen gibt: a) die fragmentarische von Probst Gottfried († 1176)2, die jedoch nur als integrierter Bestandteil jener b) des Mönchs Theoderich3 überliefert ist, und c) die unvollendete Fassung des Mönchs Wibert von Gembloux, der sich von 1177 - 1180 fast ständig auf dem Rupertsberg aufhielt.4


Taufkirche

Hier geht es weiter
http://www.igw-resch-verlag.at/resch/ind...kel/bingen.html



*****

http://www.hildegardvonbingen.at/PapstBe...ard/menu/3/84/0
http://www.hildegardvonbingen.info/download.php
http://www.hildegardvonbingen.info/downloads/k121web.pdf





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18
Oktober
2013

18.10.2013 Ökumenisches Friedensgebet in Leipzig : Erinnerung an die Völkerschlacht



Lichtinstallation am Völkerschlachtdenkmal (© Jan Woitas, Deutsche Presse Agentur dpa


18.10.2013
Ökumenisches Friedensgebet in Leipzig : Erinnerung an die Völkerschlacht

Die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 war das bis dahin grauenhafteste Gemetzel der Menschheitsgeschichte. Mit einem Friedensgebet wurde jetzt an die Schlacht erinnert. Auch das restaurierte Völkerschlachtdenkmal wird heute feierlich übergeben.

Mit einem ökumenischen Friedensgebet am Leipziger Völkerschlachtdenkmal haben evangelische, katholische und russisch-orthodoxe Kirchenvertreter an die Völkerschlacht und ihre Opfer vor 200 Jahren erinnert. Unter dem Titel "Kommt, alles ist bereit" dankten sie am Donnerstag (17.10.) bei Regen und Wind den 1813 an der Völkerschlacht beteiligten Ländern für Frieden und Versöhnung in Europa.

Kritik an Waffenlieferungen

Die Bischöfin der evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Rosemarie Wenner, kritisierte in ihrer Predigt zugleich deutsche Firmen, "die Chemikalien und Waffen mit Billigung der Bundesregierung in Krisengebiete liefern". Dieses Gewinnstreben sei einer von vielen Faktoren, die Frieden zerstören oder verhindern, sagte die Bischöfin, die auch Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ist.

Damit Frieden wachsen könne, forderte Wenner "mutige Schritte der Versöhnung". Dazu zählte die Bischöfin Asyl für Menschen aus Kriegsgebieten, das Miteinander der Religionen sowie das Teilen der Reichen mit den Armen.

Restaurierung des Denkmals abgeschlossen

Das Friedensgebet am Fuß des Völkerschlachtdenkmals mit mehreren hundert Teilnehmern wurde musikalisch umrahmt vom Leipziger Thomanerchor. Mit einem Festakt wird heute (18.10.) an die Völkerschlacht vor 200 Jahren erinnert. Zu den Gästen gehören der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD). Gleichzeitig soll das Völkerschlachtdenkmal nach abgeschlossener Restaurierung feierlich übergeben werden. Der Festakt ist ein Höhepunkt der Gedenkwoche, die am Sonntag mit der Nachstellung der Schlacht und der Aufführung der "Europäischen Friedensmusik" endet.

Mit 100.000 Gefallenen war die Völkerschlacht das bis dahin verlustreichste Gefecht der Menschheitsgeschichte. Damals kämpften die Truppen Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens gegen die Truppen des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. 100 Jahre später, im Jahr 1913, wurde das rund 90 Meter hohe Völkerschlachtdenkmal an der Stelle errichtet, an der die meisten Soldaten gefallen waren.
(epd, dr)

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18
Oktober
2013

Missionarin der Nächstenliebe: das war Mutter Teresa in Tat und Wahrheit"

"Missionarin der Nächstenliebe: das war Mutter Teresa in Tat und Wahrheit"
Anjeza Gonxhe Bojaxhiu (1910-1997)

Von Britta Dörre


ROM, 18. Oktober 2013 (ZENIT.org) - „Es besteht kein Zweifel, dass die neue Selige ‚eine der größten Missionarinnen des 20. Jahrhunderts‘ gewesen ist. Aus dieser einfachen Frau, die aus einer der ärmsten Gegenden Europas stammte, machte der Herr ein auserwähltes Werkzeug (vgl. Apg 9,15), um der ganzen Welt das Evangelium zu verkündigen – nicht durch Predigttätigkeit, sondern durch alltägliche Gesten der Liebe gegenüber den Ärmsten. Missionarin mit einer allgemein verständlichen Sprache, nämlich jener der grenzenlosen Liebe, die niemanden ausschließt und niemanden bevorzugt, es sei denn die Verlassensten“, wie der selige Johannes Paul II. Mutter Teresa während seiner Ansprache 2003 beschrieb.

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 in Skopje, einer Stadt in Mazedonien, geboren und auf den Namen Gonxha Agnes getauft. Mutter Teresa und ihre Geschwister besuchten die jesuitische Gemeinde vor Ort. Schon in jungen Jahren verspürte Mutter Teresa tiefen Glauben. Mit 18 Jahren entschloss sie sich deshalb, als Missionarin zu arbeiten. Sie verließ im September 1928 ihr Elternhaus und trat in das „Institut der Seligen Jungfrau Maria“ bei den Loreto-Schwestern in Irland ein. Hier erhielt sie den Namen Schwester Mary Teresa.

Kurz darauf, im Dezember, reiste Mutter Teresa nach Indien. Am 6. Januar 1929 kam sie in Kalkutta an. Hier unterrichtete sie an einer Mädchenschule unterrichtete. 1944 wurde sie auch Direktorin dieses Instituts. Einige Jahre nach ihrer Ankunft in Kalkutta hatte sie am 24. Mai 1937, im Alter von 27 Jahren, das Gelübde abgelegt. Von diesem Tag an wurde sie „Mutter Teresa“ genannt.

Als Mutter Teresa zur alljährlichen Einkehr aufgebrochen war und im Zug von Kalkutta nach Darjeeling saß, hatte sie eine Vision, die sie in den nächsten Wochen und Monaten nicht mehr loslassen sollte. Mutter Teresa fühlte sich von Jesus dazu berufen, eine religiöse Gemeinschaft zu gründen und den Armen zu dienen. Es vergingen noch zwei Jahre, bis Mutter Teresa endlich am 17. August 1948 den Konvent hinter sich ließ, um sich ganz den Armen, Kranken und Bedürftigen zu widmen.

„Ich bin dieser mutigen Frau, deren Nähe ich immer gespürt habe, persönlich dankbar. Als ‚Ikone des barmherzigen Samariters‘ ging sie überall hin, um Christus in den Ärmsten der Armen zu dienen. Nicht einmal Konflikte und Kriege konnten sie aufhalten. Ab und zu kam sie und erzählte mir von ihren Erfahrungen im Dienst an den Werten des Evangeliums. Sie wollte nicht nur die Geringste, sondern die Dienerin der Geringsten sein. Wie eine wahre Mutter der Armen beugte sie sich herab zu allen, die unter verschiedenen Formen von Armut leiden. Ihre Größe bestand in der Fähigkeit, zu geben, ohne die Kosten zu berechnen; zu geben, ‚bis es wehtut‘. Ihr Leben war ein radikales Dasein und eine mutige Verkündigung des Evangeliums. Sie sagte wiederholt, dass die größte Armut darin bestünde, unerwünscht zu sein und niemanden zu haben, der für einen sorgt“, so der selige Johannes Paul II. 1997.

Am 21. Dezember besuchte Mutter Teresa zum ersten Mal Familien, die in den Vororten Kalkuttas unter ärmlichsten Bedingungen lebten. Am 7. Oktober 1950 gründete Mutter Teresa die Kongregation der „Missionarinnen der Liebe“, die bereits zu Beginn der 60er Jahre in weiten Teilen Indiens tätig war. Der Orden wurde im Februar 1965 durch Papst Paul VI. anerkannt. Darauf folgte die Gründung weiterer Missionshäuser, die sich schließlich auf alle Kontinente und Staaten verteilten.

Mutter Teresa starb am 5. September 1997. Sie wurde mit einem Staatsbegräbnis im Mutterhaus ihres Ordens bestattet. Zum Zeitpunkt ihres Todes zählte die Kongregation 4.000 Schwestern auf 610 Häusern in 123 Ländern.

Unter den zahlreichen Preisen und Ehrungen, die Mutter Teresa für ihre Tätigkeit verliehen wurden, seien 1979 der Friedensnobelpreis und 1992 der UNESCO-Preis für Friedenserziehung erwähnt.

Mutter Teresa wurde am 19. Oktober 2003, dem Weltmissionssonntag in diesem Jahr, durch den seligen Johannes Paul II. seliggesprochen.

„‚Missionarin der Nächstenliebe‘: das war Mutter Teresa in Tat und Wahrheit. … Sie selbst brachte dies mit folgenden Worten zum Ausdruck: ‚Die Frucht der Stille ist das Gebet; die Frucht des Gebets ist der Glaube; die Frucht des Glaubens ist die Liebe; die Frucht der Liebe ist der Dienst; die Frucht des Dienstes ist der Friede.‘ … Eine Missionarin der Nächstenliebe, eine Missionarin des Friedens, eine Missionarin des Lebens. Mutter Teresa war all dies. … Die Botschaft Mutter Teresas erscheint jedoch heute mehr denn je als eine Einladung, die an alle Menschen gerichtet ist. Ihre ganze Existenz erinnert uns daran, ‚dass Christsein bedeutet, Zeugen der Liebe zu sein.‘ Das ist das Vermächtnis der neuen Seligen“, so der selige Johannes Paul II. im Jahr 2003.
http://www.google.de/imgres?sa=X&biw=192...,r:98,s:0,i:389
Weitere Informationen können dieser Seite entnommen werden.

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18
Oktober
2013

Schönborn: Kein Priestermangel in der Kirche, sondern Christenmangel

Kardinal bei Wiener Diözesanversammlung: Kein Priestermangel in der Kirche, sondern Christenmangel
18.10.2013


Wien (KAP) Die "dramatischen Veränderungen" in Kirche und Gesellschaft müssen als Chance gesehen werden, die Menschen neu für den Glauben zu gewinnen. Das könne freilich nur gelingen, wenn Laien und Priester gemeinsam wirken. Mit diesem Appell hat sich Kardinal Christoph Schönborn am Freitagnachmittag an die Delegierten der Vierten Wiener Diözesanversammlung im Stephansdom gewandt. Es brauche eine neue gemeinsame Freude am Christ-sein, so Schönborn: "In dem Maß, in dem unsere Gemeinschaft im gemeinsamen Christ-sein wächst, werden sich auch die meisten Strukturfragen lösen." Die verbleibenden praktischen Details seien dann auch keine unlösbaren Stolpersteine.

Er wünsche sich von der Versammlung neue Impulse für Pfarrgemeinden, Orden und die vielen weiteren kirchlichen Einrichtungen, sagte der Kardinal.

Schönborn unterstrich das "Gemeinsame Priestertum aller Getauften", das freilich dem geweihten Priestertum mit seinen besonderen Aufgaben und Diensten nichts wegnehme. Ausdrücklich dankte der Wiener Erzbischof den Priestern für ihren Dienst an Kirche und Menschen.

Letztlich gebe es keinen Priestermangel in der Kirche sondern einen Christenmangel, und dieser sei dramatisch, so Schönborn.

Der Kardinal sprach einmal mehr auch von einer "dramatischen Zeitenwende", nicht nur in der Kirche, sondern gesamtgesellschaftlich: "Das gesamte Weltwirtschaftssystem steht da wie ein Kartenhaus, das jederzeit zusammenbrechen kann."

Anhand der Zahlen der Stadt Wien machte Schönborn deutlich, dass es unbedingt eine Reform der kirchlichen Strukturen brauche, auch wenn die Strukturfragen nicht an erster Stelle im Erneuerungsprozess stehen. So gebe es in Wien 172 Pfarren und damit deutlich mehr als etwa vor 75 Jahren, "aber nur mehr halb so viele Katholiken". Hätten früher noch 50 bis 60 Prozent der Katholiken ihren Glauben aktiv praktiziert, seien es jetzt vielleicht noch fünf Prozent. Und das Fehlen der Jugend in der Kirche habe letztlich auch mit der demografischen Entwicklung zu tun.

Es sei sinnlos, sich eine Volkskirche wie vor 60 Jahren zurückzuwünschen. Diese Zustände werde es nie mehr geben, zeigte sich der Kardinal überzeugt. Aber: "Der Herr lädt uns ein, die Veränderungen als eine Chance für sein Wirken zu sehen."

Die 1.500 Delegierten zur Wiener Diözesanversammlung beraten noch bis Samstagmittag im Wiener Stephansdom über den Erneuerungsprozess in der Erzdiözese Wien. Feierlicher Abschluss der Versammlung ist um 11.30 Uhr ein festlicher Gottesdienst im Dom, dem Kardinal Schönborn vorstehen wird.

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.co.at/site/nachrich...base/58069.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.
http://www.kathpress.co.at/site/nachrich...base/58069.html

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18
Oktober
2013

Kater rettet Paar bei Wohnungsbrand das Leben

Kater rettet Paar bei Wohnungsbrand das Leben
zuletzt aktualisiert: 18.10.2013 - 16:09

Kassel (RPO). Ein Kater hat einem jungen Paar in Kassel bei einem Wohnungsbrand womöglich das Leben gerettet. Nach Angaben der Polizei weckte das Tier den 25 Jahre alten Mann und die 29 Jahre alte Frau, so dass diese mit dem Tier vor Qualm und Flammen auf einen Balkon flüchten konnten.

Von dort aus brachte die Feuerwehr sie in Sicherheit. Das Paar wurde wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung in einem Krankenhaus behandelt. Ein technischer Defekt am Küchenherd hatte das Feuer am Freitag ausgelöst. Es entstand ein Schaden von rund 40.000 Euro.



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18
Oktober
2013

Hirtenbrief aus Köln Meisner: Kein Sex vor der Ehe

Hirtenbrief aus Köln Meisner: Kein Sex vor der Ehe
zuletzt aktualisiert: 13.03.2011


Kardinal Meisner plädiert für einen enthaltsamen Umgang mit Sexualität. Foto: AP, ASSOCIATED PRESS

Köln (RPO). Kardinal Joachim Meisner hat Jugendliche zu einem Verzicht auf Sex vor der Ehe aufgerufen. Sexualität sei nur in der Ehe "echt und wahrhaftig", heißt es im Hirtenbrief des Kölner Erzbischofs zur Fastenzeit, der am Sonntag verlesen wurde.

Jugendliche forderte Meisner zur Enthaltsamkeit vor der Ehe auf. Sie sollten nicht zu Objekten des Genusses werden, sondern Subjekte der Liebe bleiben, heißt es in dem Schreiben. "Tut nicht einfach alles, weil es andere auch tun."

Entschieden wandte sich der Erzbischof gegen eine Sexualität, die nur vom Trieb und nicht von der Liebe zwischen Eheleuten geleitet sei. "Am Ende dient nicht mehr die Sexualität der Liebe zwischen Mann und Frau, sondern der Partner/die Partnerin dient der eigenen Befriedigung. Mit Liebe hat das nichts mehr zu tun", so Meisner. Der Leib in Verbindung mit der Seele mache den Menschen zu einem Abbild Gottes. Meisner betonte, die kirchliche Haltung zur Sexualität sei deshalb keine "Spielverderbermoral", sondern ein großes Ja zu Leib, Liebe und Leben.

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Sexualität und Fruchtbarkeit gehören nach den Worten Meisners untrennbar zusammen. "Wer Fruchtbarkeit von Sexualität künstlich trennt, ob durch pharmazeutische Präparate oder andere Wege, der korrigiert und manipuliert die Schöpfungsordnung Gottes."

Weiter schrieb er, er wundere sich, dass die dramatische demografische Situation in Deutschland nicht das nötige Echo in der Politik finde. "Die Weitergabe des Lebens müsste doch bei allen Planungen für Gegenwart und Zukunft erste Priorität erhalten und in der Konsequenz die Ehe als Quelle des Lebens den absoluten Vorrang vor allen anderen Institutionen."
Quelle: KNA/pst
http://www.rp-online.de/panorama/deutsch...r-ehe-1.1998769
http://www.rp-online.de/panorama/deutsch...-welt-1.1982554


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18
Oktober
2013

Am Allerheiligenfest, dem 1. November, ab 20 Uhr in der Kapelle des Kölner Maternushauses das Allerheiligste zur Ewigen Anbetung 24 Stunden lang ausgesetzt sein.

Hirtenwort zur Ewigen eucharistischen Anbetung

17. Oktober 2013; Nele Harbeke




Foto: Erzbistum Köln / Bernhard Riedl

In einem Hirtenbrief an die Pfarrer und Gläubigen im Erzbistum Köln erinnert Erzbischof Joachim Kardinal Meisner an den Eucharistischen Kongress, der im Juni in Köln mit mehreren Zehntausend Besuchern gefeiert worden war. Nun soll am Allerheiligenfest, dem 1. November, ab 20 Uhr in der Kapelle des Kölner Maternushauses das Allerheiligste zur Ewigen Anbetung 24 Stunden lang ausgesetzt sein.

Dass der Eucharistische Kongress auch noch nach Beendigung des großen Glaubensfestes weitergefeiert werden könne, darauf habe er schon beim Abschlussgottesdienst im RheinEnergieStadion hingewiesen, schreibt der Erzbischof. Noch immer erhalte er Briefe, die Zeugnis gäben von der Kraft der heiligen Eucharistie, der man sich in diesen Tagen ausschließlich zugewandt habe.

"Das Allerheiligenfest 2013 mit dem Beginn der Ewigen Anbetung wird sicher lautlos und verborgen einen tiefen Impuls für das Glaubensleben der Menschen und unserer Stadt und in unserem Land werden", schreibt Kardinal Meisner in seinem Hirtenwort. Er lade alle, die in Köln wohnen oder von außerhalb zu Besuch sind, herzlich zur eucharistischen Anbetung im Maternushaus ein.

Information: Maternushaus, Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln

*****

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

liebe Mitbrüder im geistlichen Amt!

Das „Jahr des Glaubens“ geht mit dem Christkönigssonntag seinem Abschluss entgegen. Welche Früchte es uns gebracht hat, weiß Gott al-lein. Ich denke, dass der nationale Eucharistische Kongress vom 5. – 9. Juni 2013 noch lange im Glaubensgedächtnis unserer Erzdiözese und in den deutschen Diözesen nachwirken wird. Noch immer erhalte ich Briefe - namentlich von Schwerkranken, die den Kongress nur über die Medien mitgefeiert haben -, die Zeugnis geben von der Kraft der heiligen Eucharistie, der wir uns ausschließlich in diesen Tagen zugewandt haben.

Bei der Predigt beim Schlussgottesdienst im RheinEnergie Stadion wies ich darauf hin, dass unser Eucharistischer Kongress zu Ende geht, aber er könnte weitergefeiert werden, indem wir uns bemühen, Orte einzurichten, an denen der eucharistische Herr Tag und Nacht angebetet wird. Daraufhin gab es starke Zustimmung.

Wir wollen am Allerheiligenfest 2013 abends um 20 Uhr in unserer Bischofsstadt Köln damit beginnen. Die schöne Kapelle im Maternushaus soll ein gesegneter Ort sein, wo 24 Stunden das Allerheiligste ausgesetzt ist. Der Herr wartet darauf, uns zu begegnen.

Ich erinnere mich noch oft an einen Brief, den ich eine Woche nach dem Weltjugendtag im Jahr 2005 von einer jungen Frau erhalten habe. Sie hatte Bedenken, dass andere Jugendliche bei der eucharistischen Anbetung auf dem Marienfeld zu kurz gekommen sein könnten, weil der Herr sich nach ihrem Empfinden nur mit ihr beschäftigt habe. Ich konnte ihr darauf antworten, dass sie gar keine Bedenken zu haben braucht. Die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie ist so intensiv, dass jeder von einer Million für ihn die Hauptperson ist.

Von den großen Theologen der Kirche war und ist es der hl. Thomas von Aquin, der im 13. Jahrhundert die schönsten Texte über die heilige Eucharistie geschrieben hat. Am Schluss seines Lebens, so berichten seine Mitbrüder, habe er stundenlang in der Kapelle vor dem Tabernakel gekniet und habe seinen Kopf an die Tabernakeltür gelegt. Auf die Frage eines seiner Mitbrüder, warum er so nahe dem Tabernakel sei, gab er die berührende Antwort: „Ich höre darin das Herz des Herrn schlagen“.

Das Allerheiligenfest 2013 mit dem Beginn der Ewigen Anbetung wird sicher lautlos und verborgen einen tiefen Impuls für das Glaubensleben der Menschen in unserer Stadt und in unserem Land werden.

Ich möchte weiterhin bitten, in den größeren Gemeinden unseres Erzbistums zu prüfen, ob nicht auch dort eine immerwährende eucharistische Anbetung möglich ist. Ich lade zur eucharistischen Anbetung im Maternushaus recht herzlich alle ein, die in Köln wohnen oder von außerhalb der Stadt zu Besuch bei uns sind. Der Herr wartet, und wir sind von ihm Erwartete, weil wir ihm wichtig und wert sind.

In der Freude über dieses Geschenk an unsere Stadt und an unser Erzbistum grüßt Sie

Ihr
Joachim Kardinal Meisner
http://www.koelner-dom.de/index.php?id=19801&tx_ttnews[tt_news]=219&cHash=369486c62aefa744308501bce2136a96


Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 18.10.2013 19:04
18
Oktober
2013

18.10.2013 Prälat Peter Neher über den Zankapfel Mindestlohn : "Mindestlohn allein löst die Probleme nicht"



Taxifahrer demonstrieren für Mindestlohn


18.10.2013
Prälat Peter Neher über den Zankapfel Mindestlohn : "Mindestlohn allein löst die Probleme nicht"

Der Mindestlohn wird wohl das zentrale Thema in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und den Sozialdemokaraten werden. Chancen und Risiken dieses Modells - darüber spricht Prälat Peter Neher von der Caritas im domradio.de Interview.

Prälat Peter Neher ist Präsident des Deutschen Caritasverbandes.


domradio.de: Warum ist das Thema Mindestlohn so wichtig?

Neher: Menschen, die arbeiten, die Vollzeit arbeiten, müssen davon leben können. Arbeit muss angemessen bezahlt werden. Das ist schlicht eine Frage der Gerechtigkeit.

domradio.de: Die Caritas ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Sie befürworten einen Mindestlohn - warum?

Neher: Es gibt ja heute schon viele Mindestlöhne, die für bestimmte Branchen gelten, beispielsweise in der Pflege. Und das ist absolut notwendig, um hier einfach ein grenzenloses Fallen nach unten zu verhindern. Wir sind aber gegen den durch die Politik bestimmten flächendeckenden Mindestlohn, denn Lohnverhandlungen sind immer eine Sache der Tarifparteien, und nicht des Staates. Ich denke, gerade wir bei der Caritas müssen auch besonders auf geringqualifizierte Menschen schauen, und die Politik muss schon auch die Folgen auf dem Arbeitsmarkt mitbedenken, und die Chancen für langzeitarbeitslose Menschen, damit dann nicht ein gut gemeinter Mindestlohn letztendlich zu mehr Arbeitslosigkeit und mehr Armut führt.

domradio.de: Damit sind Sie näher an der Position der CDU. Vizefraktionschef Fuchs hat gesagt, man ist für die Tarifautonomie der Gewerkschaften, die sollen in den Verhandlungen einen Mindestlohn in ihrer Branche durchsetzen und die Politik würde den absegnen. Würden Sie das unterschreiben?

Neher: Ich würds ergänzen. Es gibt das britische Modell der Low-Pay-Commission, in der Tarifparteien plus Wissenschaft einen allgemeinen Mindestlohn praktisch festlegen. Und damit ist auch gewährleistet, dass Bereiche mitbetroffen sind, wo sie ganz einfach keine entsprechenden Tarifsvertragsparteien haben. Das muss man mit bedenken. Und insofern ist dieses britische Modell für uns eine mögliche Form, um die Festsetzung eines Mindestlohns aus dem politischen Alltagsgeschäft rauszuhalten und gleichzeitig aber auch mögliche Folgen auf dem Arbeitsmarkt mit im Blick zu haben.

domradio.de: Das heißt, Sie sagen, ein Mindestlohn von 8,50 Euro, wie ihn die SPD fordert, das reicht Ihnen nicht?

Neher: Das halte ich für durchaus problematisch. Wir haben ja ganz unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Situationen in Deutschland. 8,50 Euro beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet für einen Betroffenen etwas ganz anderes als 8,50 Euro in der Stadt Köln. Für 8,50 Euro in Köln können Sie sich wesentlich weniger leisten als in Mecklenburg-Vorpommern. Von daher meine ich schon, dass eine regionale Differenzierung wirklich legitim wäre und tatsächlich branchenspezifisch besser dem gerecht würde, was eigentlich die Lebenssituation von Menschen betrifft.

domradio.de: Sie sehen aber trotzdem den Mindestlohn prinzipiell als den richtigen Weg?

Neher: Ich denke, der Mindestlohn ist ein Weg, der für bestimmte Bereiche geht. Aber nehemn Sie geringqualifizierte Menschen an, die zum Beispiel dann noch mit sozialen Problemen wie Sucht behaftet sind. Die werden Sie nur anstellen können, wenn Löhne auch subventioniert werden. Und von daher muss es auch so ein Modell geben wie ein Kombilohnmodell, wo ein Teil des Lohnes durch die Arbeitgeber finanziert wird, ergänzt durch den Staat. Allein das Modell Mindestlohn wird die Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht lösen.

domradio.de: Es gibt auch immer wieder Kritik am Mindestlohn, auch von Experten. Was denken Sie würde der Mindestlohn für die Wirtschaft bedeuten - könnte es am Ende auch zu Preissteigerungen kommen?

Neher: Es gibt ja jetzt schon von Tarifparteien ausgehandelte Mindestlöhne und das ist ja auch sinnvoll. Wichtig ist es, bei allem mit zu bedenken, dass Arbeitsplätze nicht möglicherweise vernichtet werden und ins Ausland verlagert werden, oder dort, wo das nicht geht, dass es zu Preissteigerungen kommt. Denn die Entlohnung muss ja irgendwie erwirtschaftet werden. Also von daher glaube ich, gerechter Lohn und adäquate Preise gehören auch zusammen.

domradio.de: Der Mindestlohn wird zentrales Thema bei den Koalitionsverhandlungen sein - was erwarten Sie, was da für ein Kompromiss herauskommt?

Neher: Ich bin natürlich neurgierig, weil es für die SPD ja ein ganz zentrales Wahlkampfthema war. Ich kann nur hoffen, dass in den Verhandlungen differenziert geguckt wird, und nicht einfach ein Prinzip zu Tode geritten, sondern geschaut wird, was es für den Arbeitsmarkt bedeutet, und wie kann die Frage nach dem gerechten Lohn verbunden werden mit den entsprechenden Lebensbedingungen in Deutschland, dass die mit beachtet werden. Und darin kann ich mir vorstellen, dass es dann auch einen Kompromiss gibt.



(Das Interview führte Matthias Friebe.)

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 18.10.2013 18:47
18
Oktober
2013

18.10.2013 Ludwig Ring-Eifel über die Causa Tebartz-van Elst : "Von den Baukosten konnte jeder wissen"

18.10.2013
Ludwig Ring-Eifel über die Causa Tebartz-van Elst : "Von den Baukosten konnte jeder wissen"



Bischof Tebartz-van Elst und Erzbischof Zollitsch halten sich momentan in Rom auf: Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur der Katholischen-Nachrichten-Agentur, fasst im domradio.de-Interview die Situation zusammen.

domradio.de: Erzbischof Zollitsch äußerte gestern nach dem Treffen mit Papst Franziskus die Hoffnung zu einer guten und schnellen Lösung zu kommen. Da kann man jetzt eine Menge reininterpretieren. Bleibt aber letztlich alles Spekulation. Was glauben Sie, wie man das deuten kann?


KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel

Ring-Eifel: Man kann das so deuten, dass er sich natürlich auch jetzt bald eine schnelle Lösung wünscht, weil dieser Druck, der aus den Medien kommt für die Kirche natürlich unangenehm ist und man hätte diesen Druck natürlich gerne weg. Insofern die Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Auf der anderen Seite gibt es eine Prüfungskommission, die eingesetzt ist und die heute ihre Arbeit beginnt. Man muss ja erst einmal die Ergebnisse dieser Prüfung abwarten. Daneben gibt es ein Gerichtsverfahren in Hamburg, wegen der möglichen eidesstattlichen Falschaussage. Auch da muss man abwarten, was das Gericht entscheidet. Dann ist das Problem, dass die Medien ein anderes Tempo vorgeben, als die Gerichte und das ist für die Kirche eine unangenehme Situation.

domradio.de: Jetzt gibt es auch neue Enthüllungen, die möglicherweise ein neues Licht auf die Vorgänge in Limburg werfen könnten: Zahlreiche Protokolle von Sitzungen sind auf dem Internetportal "kath.net“ veröffentlicht worden. Auch Ihnen, der KNA, liegen Protokolle vor. Was finden wir in diesen Protokollen?

Ring-Eifel: In diesen Protokollen finden wir ganz interessante Details darüber zu welchem Zeitpunkt dieses Kontrollgremium über welchen Kostenumfang informiert war. Und da stellt sich das Bild doch ein wenig anders dar als das es in den vergangenen Wochen aussah. So, als hätte dieses Gremium von nichts gewusst. Das ist nicht der Fall! Sie wussten schon relativ früh, dass sie sich in einem zweistelligen Millionenbereich bewegen. Das konnte im Übrigen jeder wissen, der das Bauprojekt anschaute, dass das nicht im Bereich von zwei oder fünf Millionen zu realisieren war. Ob jetzt mit oder ohne Luxusausstattung, solche Bauprojekte sind einfach teuer.

domradio.de: Heißt das, der Vermögensverwaltungsrat, rund um den in den Medien sehr präsenten Jochen Riebel, spielt in dieser Affäre eine möglicherweise andere Rolle als bisher angenommen?

Ring-Eifel: Das ist zumindest der Eindruck, den man aus diesen Protokollen haben kann.

domradio.de: Hätte das denn jetzt auch Auswirkung auf die Zukunft des Bischofs?

Ring-Eifel: Das ist schwer zu sagen, aber es zeigt sich jedenfalls, dass der Bischof kein krimineller Alleintäter ist, wie das manche vermutet hatten und auch kein psychisch kranker Autist, sondern dass da ein Bauprojekt geplant wurde, bei dem die Kosten aus dem Ruder liefen und was schlecht kommuniziert wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Also tragen vermutlich diese Protokolle insgesamt dazu bei ein wenig die Luft aus diesem doch etwas aufgeblasenen Skandal rauszulassen.

domradio.de: Würden Sie denn auch sagen, man kann dann andersherum gehen und sich ein bisschen Erzbischof Müller anschließen, der hinter der ganzen Affäre Limburg eine Medienkampagne gegen Bischof Tebartz-van Elst wittert?

Ring-Eifel: Medienkampagne halte ich für den falschen Begriff in diesem Zusammenhang. Es ist die Aufgabe der Medien, Dinge aufzudecken. Es ist die Aufgabe auf Unstimmigkeiten hinzuweisen. Aber Medien können eben nicht ein Gerichtsverfahren ersetzen, sie können nicht eine interne Prüfkommission ersetzen. Sie können nur Anstöße geben und dann muss man abwarten, bis die zuständigen Gremien das wirklich entscheiden.

(Das Interview führte Matthias Friebe.)

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18
Oktober
2013

Am 5.11. jährt sich der 70. Todestag des seligen Bernhard Lichtenberg: Priester und Märtyrer

Am 5.11. jährt sich der 70. Todestag des seligen Bernhard Lichtenberg: Priester und Märtyrer
Veröffentlicht: 18. Oktober 2013 | Autor: Felizitas Küble

Von Pater Lothar Groppe SJ

Der selige Dompropst Bernhard Lichtenberg ist der erste deutsche Priester, der von der Kirche offiziell zum Märtyrer des Nationalsozialismus erklärt wurde. Am 5. November d.J. gedenkt sie seines 70. Todestages.

Der furchtlose Anwalt der Menschenrechte hat in unserer Zeit besonders allen, die in Kirche, Staat und Gesellschaft ein Amt bekleiden, in Erinnerung zu rufen, sich bei ihren Entscheidungen nicht von dem leiten zu lassen, was ankommt, sondern worauf es ankommt.


P. Lothar Groppe

In der dunklen Zeit des Nationalsozialismus hielt Bernhard Lichtenberg die Fackel der Menschlichkeit hoch und bezahlte die Treue zu den Geboten Gottes mit Gefängnishaft, die bei seiner Überführung in das Konzentrationslager Dachau zu seinem Tod führte.

Bernhard Lichtenberg war ein Zeitgenosse des seligen P. Rupert Mayer, der sich gleich diesem für die Rechte Gottes und der Menschen engagierte. Er wurde am 3. Dezember 1875 im schlesischen Ohlau als ältester von vier Brüdern geboren. Eine Schwester starb bald nach ihrer Geburt.

Der Vater, dessen Familie aus Böhmen stammte, betrieb in Ohlau ein Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft. Er hatte keinen leichten Stand in dem überwiegend protestantischen Städtchen, denn den evangelischen Beamten und Angestellten war es verboten, bei einem Katholiken zu kaufen. Dieser Schaden wurde allerdings dadurch gemindert , dass die treukatholische Landbevölkerung der Umgebung zu seinen Stammkunden zählte.

Die Mutter stammte aus Schlesien. Beide Eltern waren fest im katholischen Glauben verwurzelt und diese Atmosphäre hat den jungen Bernhard ebenso nachhaltig geprägt wie seine Geschwister.

Auf dem Ohlauer Gymnasium erwarb sich Bernhard durch seinen anständigen Charakter und beharrlichen Fleiß die Hochachtung seiner Lehrer, obwohl er keineswegs Primus, sondern nach damaligen Begriffen eher ein guter Durchschnittsschüler war. Freilich dürfen wir nicht übersehen, dass die damaligen Anforderungen eines Gymnasiums erheblich über denen der Gegenwart lagen.

So hat der „Gefangene im HERRN“, wie sich Prälat Lichtenberg in seinen Briefen aus dem Gefängnis bisweilen bezeichnete, 147 lateinische Hymnen des Breviers ins Deutsche übertragen, obwohl er in Latein im Abiturzeugnis nur ein „genügend“ erhielt.

Nach dem Abitur im März 1895 ging Bernhard für ein Semester an die Universität Innsbruck. Anschließend wechselte er in sein Heimatbistum Breslau über, wo er bis zu seiner Priesterweihe am 21. Juni 1899 studierte.


Bernhard Lichtenberg

Seine erste Kaplansstelle war Neiße, das „schlesische Rom“. 1900 wurde er in den Berliner Raum versetzt. Damals gehörten die Mark Brandenburg, Berlin und Pommern noch zur Fürstbischöflichen Delegatur Breslau.

Auf seiner Fahrt nach Innsbruck hatte der junge Student auch München kennengelernt und nach Hause geschrieben, er werde sich wohl niemals in einer Großstadt wohlfühlen. Am Ende seines Lebens meinte er jedoch, Berlin sei ihm zur zweiten Heimat geworden.

Nach mehreren Kaplansjahren wurde Lichtenberg im September 1905 zum Kurat In Friedrichsfelde-Ost, 5 Jahre später in Berlin-Pankow ernannt. 1913 wurde er Pfarrer der Gemeinde Herz Jesu in (Berlin-)Charlottenburg, wo er bereits als Kaplan gewirkt hatte.

Es war eine Riesenpfarrei mit 36.000 Seelen. Die Kirche hatte aber nur 467 Sitzplätze. Dem neuen Pfarrer war klar, dass bei dieser Größe keine intensive Seelsorge möglich war.
Als Seelsorger ein unermüdlicher Arbeiter

Deshalb gründete er im Lauf der nächsten Jahre 5 Kuratien. Für sie bettelte er große Geldbeträge zusammen, damit sie eigene Gotteshäuser bauen konnten. Mehrmals erhielt er bayerische Strafmandate von 3 Reichsmark, ersatzweise 1 Tag Haft, da es einem Preußen nicht gestattet sei, in Bayern zu betteln. Lichtenberg war Seelsorger mit Leib und Seele, ein unermüdlicher Arbeiter.

Trotz seiner vielfältigen Aufgaben in der Pfarrei gab er noch zahllose Stunden Religionsunterricht in Volks- und höheren Schulen. Er hatte ein Herz für seine Schüler und diese verehrten ihren Lehrer über ihre Schulzeit hinaus. Nie wurde über ihn abfällig geredet und selbst der Spitzname, den er von einigen Schülern erhielt, drückte ihre Wertschätzung aus. Sie nannten ihn den „Papst“.

Beim Pfarrer von Herz- Jesu artete die Arbeit nie in Aktivismus aus, sondern stets stand die Seelsorge im Vordergrund. Mit der Ernennung zum Pfarrer von Herz Jesu wurde Lichtenberg mit der Seelsorge für die katholischen Soldaten des Gardegrenadierregiments 3 in Charlottenburg betraut.
Eifer für den Religionsunterricht

Von seinem Elternhaus wußte Lichtenberg um die Bedeutung der religiösen Erziehung. Deshalb setzte er alle Hebel in Bewegung, dass alle katholisch getauften Kinder auch katholischen Religionsunterricht bekamen. Sein Prinzip war: Wo es auch nur ein katholisches Kind gibt, muß es auch katholischen Religionsunterricht geben.

Ein solcher Eifer dürfte in unseren Tagen manchen Religionslehrer und Seelsorger zur ernsten Gewissenserforschung mahnen, zumal das religiöse Wissen zumeist erschreckend gering ist.

Eines Tages wurde eine Abordnung polnischer Gläubiger, die etwa ein Drittel seiner Gemeinde ausmachten, bei ihm mit Sonderwünschen vorstellig. Pfarrer Lichtenberg gab ihnen zur Antwort: „Ich bin von meinem Bischof hierher gesandt, weder um zu germanisieren, noch um zu polonisieren, sondern um zu pastorisieren.“

Im Februar 1919 wurde Lichtenberg mit Genehmigung seines Bischofs Mitglied der Stadtverordneten- bzw. Bezirksversammlung von (Berlin-)Charlottenburg. Dieses Amt bekleidete er bis 1931.

Als einmal behauptet wurde, die Kirche habe im Krieg Waffen gesegnet, brachte Lichtenberg bei der nächsten Sitzung ein Rituale (kirchliches Segensbuch) mit und forderte seine Kollegen auf, zu prüfen, ob es eine Waffensegnung gebe.
Gegen Abtreibung und sexuelle Verirrungen

Schon damals spielte die Abtreibung eine große Rolle. Hierzu bezog Lichtenberg am 15. Mai 1929 Stellung: imagesCA2YAIGF

„Die Bekämpfung der Abtreibung muß als eine der wichtigsten sozialhygienischen Aufgaben der Gegenwart bezeichnet werden… Nicht zur Empfangsverhütung darf das Volk erzogen werden, um es vor der Abtreibung zu bewahren, nicht durch Beelzebub darf der Teufel ausgetrieben werden, sondern durch Erziehung zur Selbstbeherrschung, zur absoluten geschlechtlichen Enthaltsamkeit vor und außerhalb der Ehe und zur vernünftigen Abstinenz in der Ehe.“

Natürlich stießen solche Worte damals ebenso auf Ablehnung wie heute.

Doch Lichtenberg war kein utopischer Schwärmer, sondern betonte gleichzeitig, man müsse mit den sittlichen Grundsätzen die soziale Tat verbinden, konkret, es müßten familiengerechte Wohnungen gebaut werden. Der Kirchenvorstand seiner Gemeinde habe auf einem der Pfarrei gehörenden Grundstück einen Plan für 300 Siedlungshäuser entworfen, um einen Beitrag zur Behebung der Wohnungsnot zu leisten.

Lichtenberg ging häufig in politische Versammlungen der verschiedenen Parteien, um den katholischen Standpunkt zu vertreten. Eines Abends zog er nach der Andacht mit einer Schar seiner Getreuen zu einer Veranstaltung des Ludendorffschen Tannenbergbundes.

Es ging dort um die angebliche „unheilige Allianz von Juden, Freimaurern und Jesuiten“. Lichtenberg hörte aufmerksam zu und machte sich etliche Notizen. Als der Redner geendet hatte, meldete er sich zu Wort und widerlegte dessen Ausführungen Punkt für Punkt. Die Versammlung endete mit einem begeistert gesungenen „Fest soll mein Taufbund immer stehen!“
Erste Konflikte mit Nationalsozialisten

1931 kam es zum ersten Zusammenstoß mit den Nazis. Lichtenberg, der zum Vorstand des „Friedensbundes deutscher Katholiken“ gehörte, lud gemeinsam mit Pater Stratmann zur Aufführung des Films „Im Westen nichts Neues,“ nach dem Roman von Erich Maria Remarque ein.

Da der Berliner Gauleiter der NSDAP, der spätere Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels, gegen diesen Film eine heftige Kampagne inszenierte hatte, wurde dieser zunächst verboten. Einige Monate später wurde er jedoch in überarbeiteter Fassung für die Aufführungen in geschlossenen Veranstaltungen freigegeben. Im Kampfblatt des Herrn Goebbels, „Der Angriff“, wurde Lichtenberg hierauf der „viehischen Totenschändung“ geziehen.

Durch seine Einladung zur Filmvorführung habe er die Gefallenen verhöhnt und sei „so abgründig gemein, dass nur sein Alter ihn davon schützen kann, nach dem Gesetz in die Zwangspension geschickt zu werden …. Das deutschbewußte Berlin läßt sich eine so freche Provokation nicht gefallen, es erhebt millionenfach den Ruf: „Raus, zum Tor hinaus mit Monsignore Lichtenberg!“

Nach der „Machtergreifung“ blieb Lichtenberg seiner antinazistischen Haltung treu, hatte er doch, im Gegensatz zu den meisten Zeitgenossen, Hitlers Buch „Mein Kampf“ gründlich studiert und mit kritischen Glossen versehen. Bei seiner späteren Verhaftung fand man dieses Exemplar und sah in Lichtenbergs Randbemerkungen nicht zu Unrecht einen unüberbrückbaren Gegensatz zur Weltanschauung des Nationalsozialismus.
Judenfeindliche Maßnahmen des NS-Regimes

Nach den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 begann die erste Welle antisemitischer Maßnahmen des Regimes. Ihren ersten Höhepunkt erreichten die Aktionen mit dem von NSDAP und SA organisierten Boykott gegen jüdische Geschäfte, Waren, jüdische Ärzte und Rechtsanwälte als Vergeltung für die Stimmungsmache von Juden in England und den USA. So schrieb der „Daily Express“ am 24.3.1933 in Schlagzeilen: „Judea declares war on Germany. – Jews of all the world unite in action – Boycott of German goods.”

Der Münchner Kardinal Faulhaber bat am 30.März 1933 die Kardinäle von New York und Chicago, ihren ganzen Einfluß aufzubieten, „dass die Demonstrationen gegen die deutsche Regierung aufhören, um damit dem deutschen Judenboykott den Boden zu entziehen.“

Da Lichtenberg bereits vor 1933 mit den Nazis die Klingen gekreuzt hatte, behielten sie ihn nach der „Machtergreifung“ im Auge. Im Sommer 1933 kam es zur ersten Haussuchung und Verwarnung durch die Gestapo. Noch 6x bis zu seiner Verhaftung wurde er von ihr vorgeladen. Bei seinen Verhören ging es um folgende Konfliktbereiche:

Die Wahrnehmung politischer Verantwortung während der Weimarer Republik (politischer Katholizismus), den Einsatz für die vom nationalsozialistischen Alleinvertretungsanspruch bedrohten katholischen Vereine (die durch das Reichskonkordat garantiert waren), die Abwehr der Bedrohung im Kernbereich kirchlichen Lebens und die Verteidigung der Menschenrechte verfolgter Juden, nichtarischer Katholiken und sog. „lebensunwerten Lebens.“

In Vertretung des Berliner Kapitularvikars Steinmann ordnete Lichtenberg die Verlesung eines Artikels im „Osservatore Romano“ über „Konkordatsfragen in Deutschland“ von allen Kanzeln der Diözese für den 21. Juli 1935 an. In ihm ging es um die zahlreichen Rechtsbrüche der Nazis, die in deutschen Zeitungen nicht behandelt werden konnten.

Hierauf ersuchte das Geheime Staatspolizeiamt am 24. Juli 1935 den Reichskirchenminister – allerdings vergeblich – gegen Lichtenberg Strafanzeige wegen Landesverrats, Kanzelmißbrauchs und Verstoßes gegen das Heimtückegesetz zu stellen. Im gleichen Sommer protestierte Lichtenberg gegen die Verbreitung des Devisenschieberliedes, da es die Volksgemeinschaft zersetze und das religiöse Empfinden verletze.

In den Jahren 1935/36 fanden vor dem Landgericht Berlin etwa 40 Devisenprozesse gegen katholische Priester und Ordensleute wegen angeblicher oder tatsächlicher Verstöße gegen die rigorosen Devisenschutzbestimmungen statt.

Den Anschuldigungen lagen meist finanzielle Verpflichtungen zugrunde, ausländische Schulden zu tilgen oder im Ausland befindliche Ordensangehörige finanziell zu unterstützen. Diese Motive wurden von der NS-Propaganda systematisch verfälscht, um die Glaubwürdigkeit der Kirche zu untergraben. Am 4. Oktober 1935 wurde vom Reichsinnenministerium Verbreitung und öffentlicher Vortrag dieses Liedes tatsächlich untersagt.

Lichtenbergs Protest gegen die Propagierung des „Pfaffenspiegels“ bei seinem „Pfarrkind“ Adolf Hitler – das Regierungsviertel lag im Bereich der Dompfarrei, zu deren Leitung Pfarrer Lichtenberg 1932 ernannt worden war – blieb allerdings ohne Antwort.

1938 wurde Lichtenberg mit der Leitung des „Hilfswerkes beim Bischöflichen Ordinariat“ für die katholischen „Nichtarier“ betraut, das er bis zu seiner Verhaftung innehatte. Neben seinen vielfältigen anderen Verpflichtungen - er war am 18. Januar 1938 von Papst Pius XI. zum Berliner Dompropst ernannt worden – war Lichtenberg unermüdlich tätig, um die pastorale und materielle Notlage der katholischen Nichtarier zu lindern.

Schon vor der Errichtung des Hilfswerkes hatte er im Paulus-Bund, der Vereinigung nichtarischer Christen, mitgearbeitet und am 16. August 1936 in der Hedwigskathedrale für schwer notleidende nichtarische Katholiken sammeln lassen.

Am 9. November 1938 kam es dann zu den Ausschreitungen gegen die Juden, die als „Reichskristallnacht“ unrühmlich in die deutsche Geschichte eingegangen sind. Als „Vergeltung“ für das Attentat des Juden Herschel Grynszpan auf den Legationssekretär Ernst vom Rath in der deutschen Botschaft zu Paris, wurde von Goebbels „spontane Volkswut“ gegen die Juden inszeniert.

Bei diesem Pogrom wurden 91 Juden ermordet, rund 250 Synagogen angezündet oder verwüstet, 7 500 jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert. Lichtenberg war zutiefst erschüttert, als er die brennende Synagoge sah. Am Abend des 9. November hielt er wie gewohnt die tägliche Andacht und gedachte der erschreckenden Ereignisse dieses Tages:

„Lasset uns beten für die verfolgten nichtarischen Christen und für die Juden. Was gestern war, wissen wir. Was morgen ist, wissen wir nicht. Aber was heute geschehen ist, haben wir erlebt: Draußen brennt der Tempel. Das ist auch ein Gotteshaus.“

Obwohl höchstwahrscheinlich auch an diesem Abend Spitzel der Gestapo anwesend waren, geschah – nichts. Nach Kriegsbeginn erweiterte Dompropst Lichtenberg seine abendlichen Fürbitten. Zunächst gedachte er der verwundeten, gefangenen und gefallenen Soldaten hüben wie drüben. Dann betete er für den Frieden und den Geist des Friedens, für die bedrängten getauften Juden, für die verfolgte Juden, für die Häftlinge, besonders für seine Amtsbrüder in den Konzentrationslagern.

Am 28. August 1941 schrieb er einen Brief an den „Reichsärzteführer“ Dr. Conti. In ihm griff er die Predigt des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, auf, die dieser am 4. August 1941 über die Ermordung der Geisteskranken gehalten hatte.

In Lichtenbergs Schreiben heißt es:

„….Wenn diese Behauptung unwahr wäre, hätten Sie, Herr Reichsärzteführer, den bischöflichen Prediger schon längst als Verleumder öffentlich gebrandmarkt und gerichtliche Klage gegen ihn angestrengt, oder die Geheime Staatspolizei hätte sich seiner bemächtigt. Das ist nicht geschehen.

Sie geben also die Richtigkeit dieser Behauptung zu. Wenn auch die heiligen zehn Gebote Gottes öffentlich ignoriert werden, so hat doch das RStGB (Reichsstrafgesetzbuch) noch Gesetzeskraft. § 211 des RStGB bestimmt: „Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird, wenn er die Tötung mit Überlegung ausgeführt hat, wegen Mordes mit dem Tode bestraft.“

§ 139 bestimmt: „Wer von dem Vorhaben eines Verbrechens wider das Leben…glaubhafte Kenntnis erhält, und es unterläßt, der Behörde oder dem Bedrohten hiervon zur rechten Zeit Anzeige zu machen, wird …. bestraft.“

Wenn die mit der Strafverfolgung und Strafvollstreckung betraute staatliche Behörde hier keinen Anlaß einzugreifen erkennt, muß jeder deutscher Bürger, den Gewissen und das Amt dazu drängen, sich zu Worte melden. Ich tue es hiermit…

Auf meiner priesterlichen Seele liegt die Last der Mitwisserschaft an den Verbrechen gegen das Sittengesetz und das Staatsgesetz. Aber wenn ich auch nur einer bin, so fordere ich doch von Ihnen, Herr Reichsärzteführer, als Mensch, Christ, Priester und Deutscher Rechenschaft für die Verbrechen, die auf Ihr Geheiß oder mit Ihrer Billigung geschehen, und die des HERRN über Leben und Tod Rache über das deutsche Volk herausfordert.

Ich gebe von diesem Brief der Reichskanzlei, den Reichsministerien und der Geheimen Staatspolizei Kenntnis.“

Am Abend nach Absendung dieses Briefes betete Lichtenberg wieder bei der Andacht: „Lasset uns nun beten für die Juden und für die armen Gefangenen in den Konzentrationslagern, vor allem für meine Amtsbrüder.“

Zwei evangelische Studentinnen aus dem Rheinland, die aus purer Neugier in die Kathedrale gekommen waren , verließen „empört“ die Kirche und meldeten den Vorfall. Ein unbekannter SS-Führer erstattete am 9.4.41 Anzeige wegen „bolschewistischer Propaganda“.

Nun war das Maß voll. Am 23. Oktober 41 wurde Prälat Lichtenberg von der Gestapo verhaftet. Gleichzeitig fand eine Haussuchung statt. Hierbei fanden die Beamten eine für Sonntag vorbereitete Vermeldung, die folgenden Wortlaut hat:

„In Berliner Häusern wird ein anonymes Hetzblatt gegen die Juden verbreitet. Darin wird behauptet, dass jeder Deutsche, der aus angeblicher falscher Sentimentalität die Juden irgendwie unterstützt, und sei es auch nur durch ein freundliches Entgegenkommen, Verrat an seinem Volk übt. Laßt Euch durch diese unchristliche Gesinnung nicht beirren, sondern handelt nach dem strengen Gebot Christi: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Man brachte Lichtenberg, der als „Pfaffenschwein“ tituliert wurde, ins Hauptquartier der Gestapo. Auf die Frage des vernehmenden Kommissars, was er von den Predigten des Bischofs von Münster halte, gab er zur Antwort: „Mir ist jedes Wort aus der Seele gesprochen.“

Bei seiner Verhaftung war Lichtenberg bereits ein schwerkranker Mann. Seine Beschwerde gegen seine Verhaftung wurde abgewiesen.

Die „Freunde“ der Kirche behaupten immer wieder, es habe zwar in der katholischen Kirche vereinzelt Bekenner und Martyrer gegeben, aber die Bischöfe hätten sie alleingelassen. Nun läßt sich gerade am Beispiel von Dompropst Lichtenberg anhand mehrerer Dokumente beweisen, dass solche Vorwürfe zu Unrecht erhoben werden. Bischof Graf von Preysing richtete mehrere Gesuche um Haftverschonung an die Gestapo . Sie wurden abgewiesen.

Dann bat er um die Verlegung Lichtenbergs in eine Spezialklinik, was sogar vom Staatsanwalt und Gefängnisarzt befürwortet wurde. Jedoch das Justizministerium lehnte ab. Mehrmals besuchte Preysing seinen Dompropst im Gefängnis und bat für ihn um die Genehmigung, in seiner Zelle privat zelebrieren zu dürfen. Doch auch dies wurde abgelehnt.

Am 2. November 41 legte Graf von Preysing in der Hedwigskathedrale eine Fürbitte für den Gefangenen ein. Am 25. Oktober berichtete er Papst Pius XII. von der Verhaftung Lichtenbergs.

Desgleichen informierte Nuntius Orsenigo Kardinalstaatssekretär Maglione über die Verhaftung. Bei Staatssekretär von Weizsäcker intervenierte er zu Gunsten Lichtenbergs. Alles war vergebens.

Nach mehrmonatiger Untersuchungshaft wurde Dompropst Lichtenberg am 22. Mai 1942 vom Sondergericht I beim Landgericht Berlin wegen „Kanzelmißbrauchs“ und Verstoßes gegen das „Heimtückegesetz“ zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.

In der Urteilsbegründung heißt es u.a.:

„Indem der Angeklagte in seinen Gebeten ausdrücklich für die Juden und die Gefangenen in den Konzentrationslagern eintrat, befaßte er sich öffentlich mit den gegen die genannten Personengruppen eingeleiteten stattlichen Maßnahmen…….. Er hat also in Ausübung seines Berufes in einer Kirche vor mehreren Personen Angelegenheiten des Staates zum Gegenstand seiner Verkündigung gemacht. Dies geschah in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise…“

Der Brief Lichtenbergs an Reichsärzteführer Dr. Conti wurde aus durchsichtigen Gründen nicht zum Gegenstand der Anklage gemacht, obwohl man ja wegen Ausschlusses der Öffentlichkeit „unter sich“ war.

Nach der Urteilsverkündigung wurde der Dompropst in das Strafgefängnis Tegel überführt, in dem sich unter 2500 bis 3000 Gefangenen zahlreihe politische Häftlinge befanden. Bei ihnen erfreute sich Lichtenberg der größten Hochachtung.

Als Strafgefangener mußte er auch arbeiten. Wegen seiner schweren Erkrankung wurde das Arbeitspensum auf die Hälfte der üblichen Norm reduziert. Mehrmals wurde er ins Gefängnislazarett eingeliefert, aber eine Haftentlassung kam für die Gestapo nicht in Frage.

Am 28. Oktober 1943 verfügte das Reichssicherheitshauptamt, Lichtenberg nach Verbüßung der Gefängnisstrafe in das Konzentrationslager Dachau zu überführen. Beim Zwischenaufenthalt des Gefangenentransports dorthin starb Dompropst Lichtenberg am Abend des 5. November 1943 im Stadtkrankenhaus Hof.

Wider Erwarten gestattete die Gestapo die Überführung des Leichnams nach Berlin, wo Bischof Graf von Preysing für seinen Dompropst ein Pontifikalrequiem feierte und ihn unter großer Anteilnahme von tausenden Gläubigen auf dem St. Hedwigs-Friedhof zur letzten Ruhe geleitete. Schon jetzt herrschte die Überzeugung, dass man einem Heiligen die letzte Ehre erwiesen habe.

Bernhard Lichtenberg wurde als Martyrer seliggesprochen, obwohl er nicht, wie Alfred Delp am Galgen, oder wie Pfarrer Max Josef Metzger unter dem Fallbeil gestorben, sondern friedlich im Bett eines Krankenhauses gestorben war. Für gewöhnlich verstehen wir unter Martyrium das Blutzeugnis für Christus. Aber schon in der alten Kirche verehrte man auch solche Zeugen Christi als Martyrer, die nicht ein blutiges Ende fanden, sondern, wie etwa die Heiligen Pontian und Hippolyt an den Entbehrungen der Haft starben.

Der Diener Gottes Bernhard Lichtenberg ist unbestreitbar wegen seines Eintretens für die Juden verhaftet worden und zu Tode gekommen. Aus den vorliegenden Dokumenten und Zeugenaussagen wurde ersichtlich, dass er bei seinem unbeirrbaren Einsatz für Menschenrecht und Menschenwürde einem besonderen Gnadenanruf Gottes gefolgt ist.

Sein lebenslanges Tugendstreben befähigte ihn, diesen Weg ohne Rücksicht auf seine persönliche Gefährdung zu gehen, der schließlich zu seinem Martyrium führte. Zu Recht stehen auf seinem Grabstein die Worte:

„Er liebte die Gerechtigkeit und haßte das Unrecht.“

Wir alle wollen in unseren Tagen den Seligen um seinen Beistand anrufen, dass sein tatkräftiger Glaube und sein rastloser Einsatz für den Nächsten auch unseren Glauben stärke und uns zu tätiger Nächstenliebe Kraft schenke.

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 18.10.2013 18:10
18
Oktober
2013

Weltmissions-Sonntag: Recht auf Mission gehört zur Religionsfreiheit

Weltmissions-Sonntag: Recht auf Mission gehört zur Religionsfreiheit
Veröffentlicht: 18. Oktober 2013 | Autor: Felizitas Küble

Zum Anlass des in der katholischen Weltkirche am 20. Oktober 2013 begangenen Weltmissions-Sonntags – in der katholischen Kirche Deutschlands wird der Tag am 27. Oktober gehalten - stellt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fest, dass das in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 garantierte Recht von Gläubigen, den eigenen Glauben zu verbreiten, in vielen Ländern der Erde stark eingeschränkt ist. Fokus-menschenrechte-IGFM_2_02



Insbesondere Länder mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit, Teile Indiens sowie verbleibende kommunistische Diktaturen sind nach Angaben der IGFM in dieser Hinsicht Problemfälle.

In Nordkorea darf Religion laut Verfassung nicht die „öffentliche Sicherheit gefährden und ausländische Mächte hereinziehen“. Unkontrolliertes Christentum gilt in Erinnerung an den Fall des Eisernen Vorhangs in Europa als staatsgefährdend.

Kenneth Bae, ein US-amerikanischer Missionar südkoreanischer Abstammung, befindet sich derzeit in nordkoreanischer Haft – und 2010 wurden drei Leiter einer aktiven christlichen Gemeinde der Stadt Kuwaldong hingerichtet.

In den meisten islamischen Ländern ist die Missionierung von Muslimen gesetzlich oder faktisch verboten. Im Iran gibt es Todes- und Hafturteile gegen christliche Missionare und in Algerien sowie Teilen Indiens ausdrückliche Anti-Missionsgesetze.

In Mauretanien und im Nordsudan ist per Strafrecht der „Abfall vom islamischen Glauben“ mit der Todesstrafe bedroht. In Afghanistan und Somalia riskieren ehemalige Muslime ihr Leben. Länder wie die Malediven und Saudi-Arabien verbieten die Ausübung nichtmuslimischer Religionen und die Einführung christlicher Literatur.

Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM, hält die unveränderte Situation der Religionsfreiheit in vielen Ländern für bedenklich. „Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht, und in Artikel 18 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 ist das Recht auf Glaubensweitergabe und uneingeschränkten Religionswechsel geschützt.“
Weitere Infos zu Religionsfreiheit weltweit:
www.menschenrechte.de

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 18.10.2013 18:06
18
Oktober
2013

Venezuela: Kirche und Staat haben es etwas leichter miteinander

Venezuela: Kirche und Staat haben es etwas leichter miteinander



Die jahrelang angespannten Beziehungen zwischen der sozialistischen Regierung und der katholischen Kirche in Venezuela werden besser. Das denkt der Vorsitzende der venezolanischen Bischofskonferenz. „Seit unserem letzten Treffen akzeptiert uns die Regierung als Gesprächspartner und auch als Vermittler zwischen den verschiedenen politischen Lagern“, sagte Erzbischof Diego Rafael Padron Sanchez der Tageszeitung „Diario Catolico“. Dass Papst Franziskus mit dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro sprach, habe wesentlich zu der besseren Atmosphäre beigetragen. – Erste vorsichtige Annäherungen, die noch unter die Zeit von Präsident Hugo Chavez fielen, gab es bereits durch den bisherigen Nuntius in Caracas, Erzbischof Pietro Parolin. Der Diplomat ist nun neuer vatikanischer Kardinalstaatssekretär.

(kna/rv 18.10.2013 gs)



Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/10/...nder/ted-738362
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 18.10.2013 15:30
18
Oktober
2013

Katharinenkloster im Sinai für Touristen geschlossen

Katharinenkloster im Sinai für Touristen geschlossen



RealAudioMP3 Es ist eines der ältesten und berühmtesten Klöster der Welt: das Katharinenkloster im Sinai, zu Füßen des Mosesberges. Im fünften Jahrhundert ist es auf Anordnung von Kaiser Justinian hin gebaut worden, Heerscharen von Pilgern und Touristen haben es besucht, zerstört wurde es nie. Aber seit dem 6. September ist das griechisch-orthodoxe Kloster für die Öffentlichkeit geschlossen, auf Antrag der ägyptischen Behörden. Der Ägyptologe Ivan Koenig erklärt: „Schon seit dem vierten Jahrhundert, also noch vor dem Bau des Klosters, gab es hier Asketen und Eremiten, und das Kloster mit seiner hohen Mauer wurde gebaut, weil es die Gefahr von Nomaden-Überfällen gab. Alle Heilig-Land-Pilger, die im Lauf der Jahrhunderte nach Jerusalem kamen, haben versucht, auch das Katharinenkloster zu besuchen.“

Das liegt daran, dass im Kloster an die Episode des brennenden Dornbuschs erinnert wird, aus dem sich Gott dem Mose offenbarte. Viele sehen den „Djebel Musa“, den Mosesberg, an dem das Kloster liegt, als den Sinai-Berg, auf dem Mose nach Angaben des Buches Exodus die Zehn Gebote von Gott empfing. Die Schließung hat mit der rapiden Verschlechterung der Sicherheitslage auf der Halbinsel Sinai zu tun: Seit der Absetzung des ägyptischen Präsidenten Mohamed Mursi vom Juli kommt es hier immer wieder zu Kämpfen zwischen der Armee und Muslimbrüdern. Darum bleiben die Touristen weg.

„Man muss aber sehen, dass die Zahl der Touristen bis vor kurzem sehr hoch war – die ganze Region lebte davon. Die Schließung von St. Katharina du das Ausbleiben der Touristen ist eine Katastrophe, denn die Bevölkerung war auf sie angewiesen.“

Die meisten der Beduinen in der Region sind Muslime – aber sie hängen sehr am Katharinenkloster. Im Innern der Anlage gibt es sogar eine Moschee für sie; Mose gilt auch dem Islam als Prophet. Die Schließung aus Sicherheitsgründen scheint den meisten Beduinen übertrieben, dem Ägyptologen Ivan Koenig aber nicht. „Die Gefahr ist absolut real, denn die ganze Region ist momentan im Aufruhr. Weil der Gazastreifen und Israel in der Nähe liegen, gibt es derzeit auf dem Sinai so manchen problematischen „Verkehr“, etwa den von Waffen oder von Drogen. Die Region ist immer gefährlicher geworden, die Sicherheit immer schwerer zu gewährleisten. Die Islamisten haben sich den Sinai außerdem zu einer Art Rückzugsraum ausgebaut, von wo aus sie Kommando-Unternehmen gegen Armee und Polizei durchführen können. Also, mir scheint die Schließung des Katharinenklosters durchaus gerechtfertigt.“

Die Homepage des Katharinenklosters rühmt sich, dass Kaiserin Helena, der Religionsgründer Mohammed und Napoleon es im Lauf der Jahrtausende besucht haben. Derzeit müssen Gäste jedoch draußen bleiben; ein Datum für eine Wieder-Öffnung nennt die Homepage nicht.

(rv 18.10.2013 sk)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/10/...ssen/ted-738383
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Jetzt kommentieren Kategorie: Allgemein Autorin: marita 18.10.2013 15:27
18
Oktober
2013

Papst Franziskus überreicht Ratzinger-Preis

Papst Franziskus überreicht Ratzinger-Preis



Papst Franziskus überreicht am 26. Oktober den diesjährigen Preis der Vatikanischen Ratzinger-Stiftung. Das wurde an diesem Freitag in Rom bekannt. Die Zeremonie in der Sala Clementina bildet den Abschluss eines internationalen Symposions über „Die Evangelien: Geschichte und Christologie. Die Forschung von Joseph Ratzinger“, die von 24. bis 26. Oktober an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom stattfindet. Wie die Vatikanische Ratzinger-Stiftung im Juni bekannt gab, geht der Ratzinger-Preis an den deutschen Laientheologen Christian Schaller sowie an den anglikanischen Theologen Richard A. Burridge. Schaller war theologischer Referent des damaligen Bischofs von Regensburg Gerhard Ludwig Müller und wirkt derzeit als Stellvertretender Direktor des Instituts Benedikt XVI. in Regensburg, das die Gesammelten Werke Joseph Ratzingers herausgibt. Burridge ist der erste nichtkatholische Theologe, der den seit 2011 vergebenen Preis erhält.

(sir 18.10.2013 gs)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/10/...reis/ted-738397
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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